Mittelstand

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Dieses Video sollten sich Manager bzw. Marketing-Verantwortliche im Mittelstand unbedingt ansehen: Es zeigt den amerikanischen Präsidenten von einer Seite, die man sonst sehr selten an ihm zu sehen bekommt.

In Anlehnung an einen Trailer zum Film “The King’s Speech” hat das Wahlkampf-Team um Barack Obama einen ähnlichen Spot gedreht, dessen einzige Botschaft es ist, den Präsidenten von seiner menschlichen Seite zu zeigen und damit Sympathie zu schaffen.

Etwas mehr von dieser menschlichen Seite stünde den meisten Mittelständlern gut zu Gesicht: Ihr Marketing ist ist oft noch viel zu sehr auf Seriosität und nüchterne Fakten getrimmt, während Menschlichkeit und Emotionalität (in der richtigen Dosierung) insbesondere im Kontext von Social Media häufig mehr bewirken könnten als Faktenwissen und PR-Floskeln.

Das Video, das Ende April vom Weißen Haus aus in Umlauf gebracht, spielt gekonnt mit der damals eher ungünstigen Nachrichtenlage, in dem es eben gerade keine Botschaft im klassischen Sinn transportiert, sondern im Wesentlichen nur Obama als sympathische Person vermittelt.

In seiner Wirkung wurde der Clip dann allerdings einer größeren Wirkung beraubt, nachdem schon zwei Tage später der Tod Osama bin Ladens vermeldet werden konnte und damit ganz andere, präsidialere Bilder von Obama wieder das mediale Geschehen dominierten.

Als Inspiration und Beispiel für modernes Marketing taugt der Clip dennoch. Man beachte dabei auch die Bilder am Schluss, die etwa den Vize-Präsidenten zeigen, wie er während einer Rede Obamas eingeschlafen war. Humor ist, wenn man über sich selbst lachen kann.

Quellen: Mike Allan’s Playbook am 19.05.2011 (Politico) und Time.

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Das Gebäude 43 auf dem Firmengelände von Google (”Googleplex”, Mountain View, California) hat einen besonderen Ruf. Einmal, weil darin am Pagerank gearbeitet wird und zum Anderen haben dort auch die Firmengründer ihre Büros.

Robert Scoble jedenfalls scheint von diesem Gebäude so fasziniert und inspiriert zu sein, so dass er seiner neuesten Idee exakt den Namen Building 43 gab. Eigentlich macht er damit das, was er schon immer gemacht hat (seit ich ihn kenne): Er geht in Unternehmen und macht Video-Interviews. Neu daran ist jetzt, dass er nicht mehr den neuesten Trends auf der Spur sein möchte, sondern “normalen” Unternehmen den praktischen Nutzen von Social Software vermitteln will.

Bei TechCrunch ist man skeptisch: Zwar gebe es genügend Unternehmen, die mit ihren Webseiten noch tief in den 90er Jahren steckten, aber vermutlich weder Robert Scoble noch Building 43 kennen würden. Wie will er sie über das Internet erreichen?

Ich bin mal sehr gespannt. Denn die Antwort auf obige Frage müsste eigentlich lauten: Überhaupt nicht. Eine Vielzahl von Unternehmen (wenn nicht sogar die Mehrheit) hat mit dem Internet noch immer nicht viel am Hut. Daran ist keine spezielle Aversion schuld, sondern meist nur die Tatsache, dass eingeschliffene Prozesse und tradierte Gewohnheiten nicht hinterfragt werden.

Zudem haben viele Menschen in den 90er Jahren, als das Internet aufkam, davon einen bestimmten Eindruck bekommen, den sie bis heute unverändert mit sich herumtragen. Das ist das eigentlich Interessante: Während Einige für den Wandel im Internet sehr sensibel und empfänglich sind, können Andere darin keine nennenswerte Entwicklung feststellen. Dabei ist das noch nicht einmal unbedingt eine Frage des Alters!

Ich werde jedenfalls das neue Projekt von Robert Scoble mitverfolgen. Im Frühjahr diesen Jahres war ich in Gespräche involviert, in denen es darum ging, etwas Ähnliches in Deutschland aufzuziehen (ohne dass wir von Building 43 gewusst hätten).

Das Projekt kam nicht zustande, u. a. weil es eben Zweifel gab, ob sich dafür auch das entsprechende Publikum würde mobilisieren lassen. Nun schauen wir mal, wie das bei Robert Scoble so läuft…

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In Krisenzeiten sparen Unternehmen gerne am Marketing. Das geht nämlich schnell und ist somit auch sofort liquiditätswirksam. Aber ist es auch sinnvoll? Frank Bärmann (KMU-Marketing-Blog) möchte diese Frage diskutieren und hat dazu ein Blog-Stöckchen gestartet.

Dr. Michael Gerharz (Überzeugend Präsentieren) hat es aufgegriffen und an mich weitergereicht. Er betont, dass es im Kern schon am Produkt liegt: Dieses muss absolut überzeugen können. Dem kann ich mich nur anschliessen. Die aktuelle Krise sehe ich darüber hinaus als Chance, jetzt die Kommunikation auf Social Software umzustellen: Während im Bereich der Konsumgüter hier schon einiges getan wird, sollte jetzt die Investitionsgüterindustrie auf den Zug aufspringen. Damit ist insbesondere der Mittelstand gefordert, denn der Maschinen- und Anlagenbau ist eine stark mittelständisch geprägte Branche.

Kostengünstig kommunizieren

Gerade bei Investitionsgütern ist klar: Die Zurückhaltung der Investoren trifft die Mittelständler hart. Wichtig wäre es jetzt, mit seinen Kunden im Dialog zu bleiben und parallel dazu neue Interessenten zu gewinnen (Leads). Wie aber kann das gehen, wenn überall die Reisebudgets gekürzt werden?

Diese Branche, die noch sehr auf den persönlichen Kontakt wert legt, sollte sich mit Blogs anfreunden und das Internet als Medium zum Dialog begreifen. Denn überall ist klar und akzeptiert, dass Einkäufer sich über potenzielle Quellen vor der Kontaktaufnahme im Internet erkundigen. Warum also nicht die Interessenten dort schon abholen?

Ein Blog kann ganz gezielt als “Treffpunkt” aufgebaut werden, indem man hier regelmässig Webinare live anbietet und um Telefonkonferenzen (etwa über Skype) ergänzt. Was in der Softwarebranche schon weitverbreitet ist, sollte sich auch in anderen Branchen etablieren können. Der Vorteil ist, dass damit ein Teil der Reisekosten gespart werden können, wenn über diese Schiene zumindest partiell der Kontakt zu bestehenden Kunden gepflegt wird und darüber hinaus neue Kontakte (Leads) aufgebaut werden.

Kostengünstige Neuproduktentwicklung

Als eine Form des Marketing sehe ich auch das Crowdsourcing. Denn dabei geht es darum, mit Außenstehenden zu kooperieren und Ideen bzw. Impulse etwa für die Entwicklung neuer Produkte zu bekommen. Dass die freiwillige Mitarbeit Dritter einem Unternehmen helfen kann, Kosten und Zeit zu sparen, ist offensichtlich.

Der Marketingaspekt des Crowdsourcing liegt darin, dass ein Unternehmen damit seinen Bekanntheitsgrad und die Reputation steigern kann. Freilich wird das nur gelingen, wenn man über Social Media schon eine gewisse Reichweite erzielt, denn sonst erreicht eine solche Aktion nicht die nötige Aufmerksamkeit.

Das zeigt einmal mehr, dass Unternehmen damit anfangen müssen, ihre vielfältigen Netzwerke und Beziehungen auch über das Internet zu pflegen und auszubauen. Leider und völlig zu Unrecht stehen bei vielen Mittelständlern das Networking im Internet sowie die Ansätze der “Collaboration” noch auf der schwarzen Liste, oft genug aus einer gut gemeinten, aber heute überholten Sicht der Beziehungspflege.

Fazit: Das Social Web gewinnt

Unternehmen, die in der aktuellen Krise unter sinkenden Umsätzen zu leiden haben, sollten neue Wege gehen und die Möglichkeiten von Social Software erkunden bzw. konsequent nutzen. Das gilt insbesondere für den Bereich der Investitionsgüter, wo man mit dem Internet bislang wenig anfangen konnte.

Um die Blogparade fortzführen werfe ich das Stöckchen weiter zu Ralf Schwartz (mediaclinique). Er hat sicher ein paar interessante Gedanken zur Markenführung in der Krise. Und um noch ein paar jüngere Stimmen zu hören: Wolfgang Heinrich (medien kompakt) und Michael Kraus (Webkonzepter) sollten auch mitmachen.

Das Social Media PReview Blog von Timo Lommatzsch und Bastian Scherbeck hat aktuell einen Pocast veröffentlicht, in dem es um die Frage geht, wie weit der Mittelstand in Deutschland sich bereits mit Social Media befasst. Auslöser dafür war meine Aussage von neulich, dass es noch sehr lange dauern dürfte, bis insbesondere der Mittelstand sich umfassend auf das Web 2.0 einlassen wird.

Darüber diskutieren im Podcast Klaus Eck und Alexander Wunschel mit mir, moderiert und begleitet von Bastian und Timo. Mein persönliches Fazit: Das Medium Podcast wird noch viel zu wenig genutzt – auch von mir.

Über Startup-Unternehmen im Bereich des Web 2.0 wird viel geschrieben, so etwa jüngst eine interessante Auflistung der 25 wichtigsten deutschen Startups von Peter Turi. Etwas anderer Meinung ist da Robert Basic und schon entsteht eine muntere Debatte.

Viel spannender aber als die Frage, welche dieser überwiegend den Social Communities zuzurechnenden Startups eine prosperierende Zukunft haben werden, scheint mir das Thema Mittelstand und Web 2.0 zu sein.

Denn es ist doch klar, dass wir alle nicht von unseren Profilen auf Xing oder den Fotos bei Flickr leben können, wir brauchen auch ein Dach über dem Kopf, etwas zum Essen und vielleicht auch ein Fortbewegungsmittel (wie immer es auch aussehen mag).

Schaut man sich aber die Internetseiten einschlägiger Konsumgüterhersteller oder von Firmen aus der Hausbau-Branche an, ist es mit der Web 2.0 Herrlichkeit schnell vorbei: Kommentare oder gar offene Diskussionen sind meist unerwünscht, Kundenprofile nicht vorgesehen und von Geo-Tagging oder offenen Schnittstellen hat man hier offenbar noch nie etwas gehört.

Da ist es dann auch kein Wunder, wenn mir meine regional zuständige Industrie- und Handelskammer per Mail mitteilt, dass das Thema „Web 2.0“ derzeit weder für die Kammer noch für die Mitgliedsunternehmen ein Thema sei…

Nun denn. Dieser Blog soll in den kommenden Monaten zeigen, dass gerade der Mittelstand mehr Chancen als Risiken im Web 2.0 hat und wie das konkret aussehen kann. Der Leser (so ich schon einen habe!) möge mir nachsehen, dass ich vorläufig noch mit Links auf Firmen der Region zurückhaltend bin: Über gute Beispiele und interessante Ansätze werde ich schon noch berichten, aber diese gilt es zumeist erst noch zu entwickeln. Immerhin: Bei meinen direkten Kontakten zu Unternehmen ist teilweise schon ein Umdenken erkennbar und einige wenige arbeiten bereits (ganz ohne mein Zutun!) an entsprechenden Konzepten.