Microsoft

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Microsoft war schon eine Legende, als noch kaum jemand das Wort Google buchstabieren konnte. Lange Zeit schien es auch so, als seien die beiden Unternehmen auf ganz unterschiedlichen Feldern tätig und würden sich eher ergänzen, als sich gegenseitig Konkurrenz machen.

Genau genommen waren sie aber schon seit der Gründung von Google Rivalen: Denn Microsofts Suchmaschine startete fast zeitgleich mit Google (damals unter dem Namen MSN Search, auf der Basis von Inktomi). Obwohl Microsoft Ende der 1990er Jahre schon ein großer Konzern war, konnte man sich nicht gegen das Startup von Sergey Brin und Larry Page behaupten: Google stieg zur führenden Suchmaschine im Web auf und scheute sich in der Folge nicht, Microsoft auf immer mehr Gebieten Paroli zu bieten.

Aktuell hat man sich bei Google etwas einfallen lassen, was nur als Ohrfeige für Microsoft interpretiert werden kann: Ein Plugin für den Internet Explorer (Versionen 6 bis 8). Es hört auf den Namen “Chrome Frame” und macht vor allem aus dem völlig veralteten, aber noch häufig anzutreffenden IE6 einen modernen, schnellen Browser im Gewand von Google Chrome.

Würden nicht so viele prominente, amerikanische Blogs darüber berichten, man müsste es glatt für einen bösen Scherz halten. Auch das kurze Video kann sich ein böses Lachen nicht verkneifen, denn das Bildmotiv auf dem T-Shirt von Alex Russell zeigt ein grinsendes Gesicht, was alles nur kein Zufall ist:

Bei diesem Produkt von Google geht es nicht um Stückzahlen oder einen “Krieg der Browser”. Es zählt zunächst einmal die symbolische Geste, dann aber auch eine strategische Komponente. Denn mit Chrome Frame wird es möglich sein, auf Rechnern, die einer Firmenpolicy wegen nur mit dem Internet Explorer als Browser arbeiten dürfen, Google Wave praktisch gleich gut und reibungslos wie unter Googles Browser (Chrome) laufen zu lassen.

Auffällig ist nämlich, dass neben der offiziellen Ankündigung von Chrome Frame auf dem dafür zuständigen Blog von Google, taggleich auch das Google Wave Developer Blog dazu berichtet. Bei Microsoft wird man sich darüber sicher nicht freuen. Denn je bedeutender das Internet wird, desto mehr sieht man sich von Google bedrängt.

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Xing erlaubt ab jetzt Applikationen und entwickelt sich damit zur Collaboration Plattform weiter. Im Unterschied zu Facebook liegt der Schwerpunkt nicht auf Masse, sondern auf Business-Tauglichkeit.

Während man bislang Xing überwiegend als Netzwerk für die Kontaktpflege und den fachlichen Austausch (in den sog. Gruppen) nutzte, lassen sich jetzt mit den Applikationen u. a. auch Dokumente weitergeben und gemeinsam bearbeiten (Huddle), oder Projekte verwalten (Zcope). Das ist ein kluger Schritt, der Xing deutlich praktischer und vielseitiger macht. 13 Applikationen stehen jetzt bereit, in Zukunft sollen es noch mehr werden.

Die Leistung von Xing verblasst allerdings ein bisschen vor dem Hintergrund, dass Google Wave als Ankündigung im Raum steht und damit schon die nächste Generation von Plattformen zur Kommunikation und Collaboration in Sichtweite rückt. Erste Testeindrücke zu Wave, wie etwa der Bericht von Ben Rometsch, sind fast schon euphorisch.

Insgesamt erleben wir gerade, wie bisher eindeutig getrennte Bereiche in Bewegung geraten und zu neuen, kombinierten Einheiten konvergieren:

  1. E-Mail-Clients, Instant Messaging, Telefonie, Video-Chats usw. entwickeln sich von strikt getrennten Lösungen zu kombinierten Tools (etwa in Lotus Notes oder Google Mail). Gleichzeitig ziehen sie auch auf Social Networks ein, wie etwa das Chatmodul auf Facebook oder aktuell Spreed auf Xing.
  2. Office Software muss nicht mehr zwingend auf dem Desktop installiert sein (wie das klassische Microsoft Office), sondern kann auch webbasiert genutzt werden (Google Apps, Zoho…).  Parallel dazu entsteht über Wikis, Blogs oder integrierte Collaboration Suiten (Atlassian, Socialtext…) eine neue Art der Arbeitskultur, in der zudem Dokumente, Videos oder Präsentationen über webbasierte Tools (Scribd, SlideShare, delicious…) ausgetauscht und veröffentlicht werden.
  3. Social Networks als Plattformen für die Kontaktpflege waren lange Zeit eine Gattung für sich mit einem klar abgrenzten Einsatzzweck. Nach und nach nehmen sie jetzt immer mehr der unter 1 und 2 beschriebenen Funktionen in sich auf und werden so zur natürlichen Ausgangsbasis für multivariables Arbeiten, Publizieren und das Networking.

Sieht man diesen größeren Zusammenhang, wird klar, dass Xing nicht nur mit LinkedIn konkurriert und sich sonst nur von Facebook sauber abgrenzen muss. Auf der Ebene der Collaboration reden eine Menge anderer Unternehmen mit, darunter Riesen wie Microsoft und die IBM, die sich nicht einfach so die Butter vom Brot werden nehmen lassen.

Das als Illustration für diesen Artikel gewählte Foto einer Plakatwerbung von Xing in London (im Herbst 2008) zeigt die Achillesferse des Unternehmens aus Hamburg: Mit gut 6 Millionen Usern ist das Netzwerk nicht wirklich groß im Vergleich zu LinkedIn und erst recht nicht verglichen mit der Kundenbasis einer IBM.

Der lachende Gewinner im Konvergenzfeld von Networking, Collaboration und Kommunikation könnte am Ende aber Google heissen, wenn Wave ein offenes Produkt wird (wofür es Anzeichen gibt). Alle anderen, einschließlich Xing, haben bislang nämlich nur abgeschottete Insellösungen im Angebot…

Das Web 2.0 als Begriff kommt ganz ohne Zweifel in die Jahre. Aber welches Schlagwort wird die nächste Zeit beherrschen? Vielleicht wird es ja der Begriff Augmented Reality. Dahinter steht die Verbindung von Daten im Internet mit Orten in der Realität. Als “Brücke” fungieren spezielle Brillen, Lesegeräte oder Mobiltelefone.

Anschaulich visualisiert aus italienischer Sicht am Beispiel Architektur (via torridluna):


Deutlich weiter greift man bei Microsoft aus, wo bald jede Wand zum interaktiven Gegenstand wird (via SLTalk):

Immerhin hält man es bei Microsoft für wahrscheinlich, dass im Jahr 2019 alle hier gezeigten technischen Visionen Realität sein werden.

Dass das gar nicht so unwahrscheinlich ist, belegt eine Entwicklung des Fraunhofer Institutes für grafische Datenverarbeitung (IGD), mit der man sich historische Ansichten von Gebäuden oder Plätzen auf das Mobiltelefon holen kann. Dazu fotografiert man mit der Kamera im Handy das Objekt und erhält dann aus einer Datenbank die historische Ansicht in einer Art Überblendtechnik gezeigt.

Diese Anwendung wird jetzt auf der CeBIT vorgestellt und soll bis zum 20. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin den Praxisbetrieb aufnehmen. Während also Microsoft das schöne, visionäre Video hat, werden in Deutschland schon die Anwendungen dazu produziert…

Neben der enormen Beachtung, die der neue Google Browser “Chrome” aktuell bekommen hat, ging eine andere Meldung ziemlich unter: Parallel dazu nämlich hat Google auch angekündigt, seine kommerzielle Version der Google Apps um einen Videoservice zu ergänzen.

Unternehmen, die also auf die Officelösung aus dem Hause Google setzen, können künftig auch Videos hochladen und in ihrem Netzwerk (exklusiv) verfügbar machen. Zusätzliche Kosten entstehen dafür nicht, es bleibt bei den schon bestehenden Lizenzgebühren. Lediglich eine Grenze von 3 GB für die Videos pro Account sind gemeldet, mehr gibt es sicher auf Anfrage und gegen Aufpreis.

Deswegen sollte aber niemand in Extase geraten oder ein neues Zeitalter heraufziehen sehen: Die von Google selbst gezeigten Anwendungsbeispiele sprechen nicht unbedingt für einen schnellen Produktivitätsschub in den Unternehmen:


Immerhin hat es Google einmal mehr geschafft, einen bislang eher als komplex und teuer geltenden Dienst als einfache Lösung zu präsentieren. Das Problem dürfte denn auch eher darin liegen, dafür geeignete Anwendungsfälle (sprich: genügend Phantasie) in den Unternehmen zu entwickeln.

Eine “kleine” Bremse dürfte auch die Tatsache sein, dass Microsoft in Sachen Office Software immer noch tonangebend ist. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Ganz sicher!

SlideRocket LogoRobert Scoble ist wieder mal ganz hin und weg: SlideRocket, ein amerikanisches Startup, hat Powerpoint neu erfunden. Genauer gesagt: Nicht wirklich neu erfunden, sondern nur ins Netz geholt. Also eine Software für Präsentationen als Software as a Service (SaaS).

Die Idee ist grundsätzlich nicht schlecht, aber wie man darüber nur so begeistert sein kann, entzieht sich meinem Verständnis. Die Website der Firma listet nämlich auf, wer außer Scoble die Software noch ganz toll findet – und das sind nicht wenige der großen Tech-Blogs in den USA. Die Begeisterung basiert dabei ganz wesentlich auf den optischen Möglichkeiten, etwa den Übergangseffekten von einer Seite zur nächsten.

Jason Harris (Web Worker Daily) nennt schon mal Preise. Und spätestens an dieser Stelle wird sich zeigen, wer die zweifellos hübschen Effekte wirklich braucht. Aber noch etwas anderes lässt mich zweifeln: Wo ist denn das Alleinstellungsmerkmal (oder der Wettbewerbsvorteil) von SlideRocket?

Sowohl Microsoft als auch Apple können ihre Software jederzeit auch im Netz anbieten (Cloud Computing). Und falls es wirklich die optischen Effekte sein sollten, könnte man bei Microsoft ja noch etwas nachlegen. Das gilt im übrigen auch für Google, dessen Software für Präsentationen auch nicht an den Stand von SlideRocket heran reicht.

In meinen Augen bewegt man sich da auf dünnem Eis, bei SlideRocket in San Francisco. Aber Leute wie Robert Scoble oder Michael Arrington haben das nicht im Blick. Dafür gibt es auch jeden Tag viel zu viele neue Ideen und Startups…

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