Martin Weigert

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Roodle LogoIch habe nicht schlecht gestaunt, als mir auf Rivva im Teaser zu Martin Weigerts Artikel (zweinull.cc) über Roodle die Worte “aus dem oberschwäbischen Bad Saulgau” ins Auge sprangen. Da gibt es also einen neuen Service für Fotosharing im Web 2.0, der in meiner unmittelbaren Nähe entstand (Luftlinie max. 500 Meter), und ich erfahre davon erst auf Rivva…

Vergleicht man die Startseite von Flickr mit der von Roodle, könnte der Unterschied kaum größer sein: Hier ein ziemlich überladenes Durcheinander, dort eine schlichte und einfache Benutzerführung. Und sehr gut aussehen tut Roodle auch noch! Damit kann das neue Tool sein Versprechen, eine einfache und verständliche Anwendung zu sein, sicher einlösen.

Da ich kein Fotofreak bin, kann (und will) ich hier nicht näher auf Features eingehen oder einen dezidierten Vergleich mit Flickr anstellen. Etwas Anderes scheint mir aber durchaus bedeutsam: Das Web 2.0 ist längst selbst zu einem komplexen Moloch geworden, der auf normale (oder unbedarfte) Internetuser stellenweise weder einladend noch verständlich wirkt. Dabei war mal alles so einfach und insgesamt übersichtlich.

Aber wo Dienste wie Flickr allmählich an ihrer eigenen Vielfalt zu ersticken drohen, ist die Zeit wohl reif für Roodle. Möge dieser Service bekannt und erfolgreich werden – sich aber immer seiner Wurzel der “Einfachheit” erinnern…

Whatsyourplace LogoBei dieser Community gehen die Meinungen auseinander. WhatsYourPlace verkauft virtuelle Grundstücke auf der Basis eines Google-Mashups. “Das hat was”, findet Martin Weigert (zweinull.cc), während Peter Schink (Blog Age) darin nur “Abzocke 2.0″ sieht. Interessant in diesem Kontext auch die Kommentare auf dem Deutsche Startups Blog: Unverständnis ist da noch ein relativ milder Ausdruck…

Ganz anders wieder tönt der aktuelle Blogartikel von WhatsYourPlace: Schon über 1.000 Hektar WYP-Land sind verkauft. Also doch eine Geschäftsidee mit Potenzial?

Ohne Zweifel hat die Idee etwas. Dafür muss man sich allerdings von der Vorstellung befreien, es stecke ein tieferer Sinn hinter WhatsYourPlace. Hier geht es um den Spaß, auch mal das Brandenburger Tor, den Eiffelturm oder das Pentagon zu “besitzen” oder zu verschenken.

In unserer sich zunehmend digitalisierenden Welt werden eben auch zunehmend digitale Spielereien bedeutsam. Einfach aus Spaß und Zeitvertreib. Allerdings wird das nur funktionieren, wenn das Startup aus München es auch schafft, die Community um den Grundstückshandel herum genügend zu beleben.

Denn gerade hier gilt die Devise “Sehen und gesehen werden”. Und dafür dürfte deutlich mehr Traffic auf Dauer sicher wünschenswert erfolgskritisch sein. Aus dieser Perspektive heraus vermisse ich auch die Verbindungen zu anderen Websites. Weder gibt es eine Entwicklerschnittstelle, noch irgendwelche Verlinkungen, über die Besucher von anderen Seiten kommen oder dorthin weiterziehen könnten. WhatsYourPlace umfasst zwar den gesamten Globus, ist für sich aber noch eine ziemlich einsame Insel im Meer der Social Services.

Aber das ist kein Mangel, der nicht zu beheben wäre. Interessant am Rande ist die eigene Domain, die der Käufer eines Grundstücks beim Kauf gleich mitgeliefert bekommt. Prominente Objekte tauchen so auch in Suchmaschinen auf. Noch besser wäre es, die Domain würde auf den Namen des Grundstückseigentümers lauten. Auf diese Weise ließen sich mit wenig Geld unverfängliche Treffer in Suchmaschinen generieren und die Online-Reputation verbessern.

So gesehen steht WhatsYourPlace erst am Anfang und kann noch Einiges aus der Idee machen. Und ob ich jetzt wohl für diesen doch recht freundlichen Blogartikel den Stuttgarter Fernsehturm geschenkt bekomme? Lieber nicht…