Lifescreen

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MyAlikes LogoNoch ein Social Network? Reichen uns nicht schon Facebook, StudiVZ und Konsorten? Zudem sind die Nischen auch schon sehr gut besetzt, man beachte da etwa Ning oder Noserub, wo man sich sein persönliches Network bauen kann. Ich war also schon skeptisch, als mich Manuel Gruber einlud, mal einen Blick auf MyAlikes zu werfen.

Seit ein paar Tagen läuft hier die Preview-Phase, zu der natürlich Freunde und Bekannte eingeladen werden, dazu handverlesenes Publikum. Wer neugierig ist, kann sich auf der Startseite melden. Aktuelles dazu im Blog von MyAlikes.

Was ist das Besondere?

Bei MyAlikes liegt der Fokus auf der Kommunikation, Selbstdarstellung sollen die User ruhig anderswo betreiben. Und damit man gut ins Gespräch kommt, darf man zunächst seine Interessen im sog. LifeScreen definieren. In der Folge wird dann beim Betrachten anderer Userprofile ein sog. Matching angezeigt, das mir auf einen Blick zeigt, ob es da gemeinsame Interessen gibt oder nicht. Das funktioniert wirklich verblüffend und ermöglicht einen völlig anderen Zugang zu anderen Usern als etwa auf Facebook. Hinter dieser Funktion steckt Potenzial, auch wenn sich das hier schlecht in Worten ausdrücken lässt.

Leider sind noch etliche wichtige Features nicht installiert und das System läuft so holprig wie es eine Alphaphase nur sein kann. Das Design ist frisch und modern, stellenweise aber etwas übertrieben. Auch die Usability leidet noch, den vieles ist zwar da, aber man findet es (noch) nicht…

Vielversprechend und innovativ sind die Ideen zur Vermarktung. Nicht die Werbung steht im Vordergrund, sondern Partnerfirmen, die Diskussionen und Chats zu ihren Produkten auf MyAlikes stattfinden lassen können. Denn wer hat schon ein eigenes Forum im Netz und kann dies dauernd “unter Dampf” halten?

So könnte etwa ein Buchverlag eine Neuerscheinung auf MyAlikes zur Diskussion stellen und etwa den Autor für einen Abend als Moderator engagieren. Alle User auf der Plattform, die in ihrem LifeScreen das Interesse an Büchern stehen haben, werden dann darauf aufmerksam gemacht, dass da eine Diskussion läuft. In diesem Sinne muss nicht mehr ich danach schauen, wo und ob gerade was los ist, sondern der Dialog kommt zu mir.

Fazit: Leicht wird es sicher nicht, gegen die schon etablierte Konkurrenz anzutreten. Aber in MyAlikes stecken ein paar sehr gute Ideen mit Potenzial. Entscheidend dürfte sein, mit dem Start der Betaphase schon die eine oder andere interessante Partnerfirma zu präsentieren. Dann hätte MyAlikes vom Fleck weg etwas, wonach andere mühsam suchen: Ein tragfähiges Geschäftsmodell – made in Germany.