Künstliche Intelligenz

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facebook scoble 2010

Auf TechCrunch wird Yuri Milner, CEO von Digital Sky Technologies, mit der Aussage zitiert, dass Künstliche Intelligenz innerhalb der nächsten 10 Jahre bei Facebook entstehen könnte, weil die enormen Datenmengen, die dort anfallen, intelligente Filtermechanismen erfordern:

“I think that when you have billions of people connected and the unprecedented pace of exchange of information then you need filtering mechanisms. And now we’re in the very early stages where your friends and networks are doing it for you, like on Twitter and Facebook. Or the Google approach, where there are a whole bunch of machines that are learning fast. And I think there will be a convergence between those two models. And I think Facebook will be one of those platforms from which AI will emerge in the next ten years.”

Das ist schon eine gewagte Prognose, der in den Kommentaren auf TechCrunch heftig widersprochen wird. Wer aber genau liest, stellt fest, dass Milner neben Facebook auch Google ausdrücklich erwähnt hat.

Im Kern geht es ihm wohl darum, dass eine sehr avancierte Technologie wie Künstliche Intelligenz am wahrscheinlichsten dort entstehen wird, wo mit enormen Datenmengen (und Algorithmen) gearbeitet wird. In diesem Sinne hätten sowohl Facebook als auch Google gute Chancen, auf diesem Gebiet einen Durchbruch zu erzielen.

Lässt man den spekulativen Rahmen außer Betracht, bleibt die Feststellung übrig, dass in den nächsten 10 Jahren das Sortieren, Auswerten und Aggregieren sehr großer Datenmengen im Web einen profitablen Markt bilden wird.

In meiner Kindheit war es Wim Thoelke mit “Der großen Preis“, heute prägt “Wer wird Millionär” moderiert von Günther Jauch die beliebte Kategorie der Rate-Sendungen im Fernsehen. Die IBM hat sich nun zum Ziel gesetzt, einen Computer zu entwickeln, der bei einem solchen Format als Kandidat antreten und gegen seine menschliche Konkurrenz bestehen kann.

Das Projekt wird unter dem Namen Watson geführt, neulich war dessen Supercomputer erstmals unter Showbedingungen im Einsatz:

Dabei geht es natürlich nur vordergründig um die Show. Das eigentliche Ziel ist es, einen Computer zu entwickeln, der auf Wissensfragen aller Art sofort die richtige Antwort geben kann. Dabei soll ihm die Frage mündlich gestellt werden, der Computer antwortet ebenfalls in gesprochener Sprache (der Ausdruck “mündlich” wäre hier vielleicht nicht ganz passend).

Mehr Informationen zu Watson und der Frage, ob er den berühmten Turing-Test bestehen kann, hat der O’Reilly Radar (via Wildcat2030 Daily).

Irgendwann wird es sie geben, die Künstliche Intelligenz. Warum also heute schon sich darüber Gedanken machen? Betrachtet man, was der Student Robin Baumgarten (London) entwickelt hat, nämlich ein Programm, welches das Spiel Super Mario beherrscht, mag man davon vielleicht noch nicht übertrieben beeindruckt sein:

Es ist auch “nur” ein Computerspiel und dazu kommt eben ein Programm, das rechnen und autonome Entscheidungen treffen kann. Immerhin: Michael Anissimov ist davon beeindruckt.

Etwas anders sieht es bei diesen Roboterhänden aus, die mit Bällen spielen können. Sie tun das so schnell, dass das menschliche Auge praktisch nicht mehr mitkommt:

Rick Mans ist davon schwer beeindruckt und ich bin es auch! Wenn ich mir nur vorstelle, dass es irgendwann Roboter als Wächter oder Türsteher gibt, die solche Fähigkeiten haben: Wer kommt da noch unbesehen bzw. ungehindert in ein Gebäude hinein?

Warten Sie auch schon sehnsüchtig auf einen Roboter für Ihren Haushalt? Und wollen können dafür aber keine 100.000 $ (oder mehr) bezahlen? Dann setzen Sie einfach auf Zeno. Hanson Robotics, sein amerikanischer Hersteller, will den kleinen Roboter 2009 auf den Markt bringen und plant mit Preisen um 300 $.

eingebunden mit Embedded Video

Zeno ist klar als Spielzeug für Kinder gedacht. Seine Besonderheit ist die Mimik: Er kann “Gefühle” ausdrücken, aber auch sprechen. Das alles wäre noch nicht unbedingt einen Artikel hier im Blog wert, hätte Hanson Robotics nicht noch weitaus ambitioniertere Ziele: Die “richtigen” Roboter, die dort in Entwicklung sind, sollen mittels künstlicher Intelligenz funktionieren und möglichst “menschlich” aussehen.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist interessant, dass man mit Zeno also erst einmal eine kleine Lösung auf den Markt bringen wird. Diese ist zweifellos dazu gedacht, das Unternehmen bekannt(er) zu machen, Erfahrungen mit einem Produkt im Echtbetrieb zu sammeln und natürlich auch um Umsätze zu generieren.

An dieser Stelle soll nicht unerwähnt bleiben, dass Hanson Robotics ein Blog führt und auch der kleine Zeno schon sein eigenes Blog hat. Früh übt sich!