Kreditkrise

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Was so eine Kredit-, Banken- und Politik-Krise doch bewirken kann! Da wäre etwa Sonnyboy Robert Scoble, der sich bitter darüber beklagt, dass er auf FriendFeed zur aktuellen Lage nur dummes Geschwätz findet und nicht etwa gute Erklärungen, Einsichten und Lösungsvorschläge! Wie naiv man doch sein kann…

Von ganz anderem Kaliber sind da die Überlegungen von Jeff Jarvis. Er sieht eine enorme Tragweite für die aktuellen Vorgänge und stellt dabei nüchtern fest, dass “neue Strukturen” die alten nicht ersetzen, solange diese noch intakt sind. Neue Strukturen bauen auf entstandene Lücken auf, so Jarvis. Und dass speziell im Bankensektor gerade ein paar deutliche “Lücken” entstehen, ist ja unübersehbar.

Nicht so klar ist jedoch, wie schnell und heftig dies auf andere Sektoren und speziell die Internetbranche durchschlagen wird. Jason Calancanis sieht für Startups relativ schwarz und hat dafür extra sein Blog wieder aktiviert (wenn auch angeblich nur für diesen einen Artikel). Etwas allgemeiner fasst sich Henry Blodget und auch sein Tenor ist (auf kurzfristige Sicht) alles andere als optimistisch.

Die Welt also ein einziges Jammertal? Nicht ganz! Hank Williams etwa kommt zur Einsicht, dass die Web 2.0 Community so langsam damit beginnen könnte, nützliche Dinge zu entwickeln. Die Einsicht kommt spät, aber zusammen mit der Krise vielleicht gerade zur richtigen Zeit. Viel spricht etwa dafür, dass sich Social Software und Collaboration Tools jetzt durchsetzen können, wenn die Unternehmen darauf aus sind, Kosten zu sparen oder mit relativ geringem Mitteleinsatz ihre Produktivität zu steigern.

Für alle Startups und Gründer in schwierigen Zeiten hier noch zwei trefflich passende Leseempfehlungen: Umair Haque und Nova Spivack. Beide Personen könnten unterschiedlicher kaum sein, haben aber diesen unerschütterlich klaren Blick für die Dinge, die kommen werden. Wer sich daran ausrichten kann, dürfte die aktuelle Krise(n) gut überstehen…

Bankenkrise und Börsencrash (Teil III)

An den Börsen fallen mal wieder die Kurse und in Amerika die Banken: Nachdem im März schon Bear Stearns von JPMorgen übernommen werden musste, flüchtet sich jetzt Merill Lynch unter das Dach der Bank of America und Lehmann Brothers darf gar Insolvenz anmelden. Damit bleiben von einst fünf namhaften und unabhängigen Investmentbanken nur noch zwei übrig: Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Warum es so gekommen ist, hat Thomas Strobl (Weissgarnix) treffend beschrieben: Wertlose Immobilienkredite zu Paketen schnüren bzw. sie zu verbriefen ist eine Sache, größere Mengen der so neu geschaffenen “Wertpapiere” dann aber im eigenen Bestand zu halten eine andere.

Auch Paul Krugman spart jetzt nicht mehr mit deutlichen Worten und verurteilt die Geschäftspraxis der Investmentbanken, die Risiken nicht reduziert und verteilt, sondern nur geschickt versteckt hätten.

Bände sprechen auch die Erkenntnisse, die man jetzt wegen des aktuell strauchelnden Versicherungsriesen AIG gewinnt: Schlagartig nämlich wird den Akteuren bewusst, dass dieser Riese, der einmal ins Taumeln gekommen eine weltweite Finanzkrise auslösen könnte, zuhause nur der Aufsicht einer lokal auf der Ebene der Stadt New York angesiedelten Behörde unterstellt ist. Schöne Zustände sind das…

Eine Spur zu positiv wirkt auf mich Gespräch, das Om Malik mit einem erfahrenen Investmentbanker geführt hat. Bill Hambrecht, der “nur” eine Investmentboutique führt, die in keiner Weise in die Kredit- und Bankenkrise verwickelt ist, kann die Situation entspannt betrachten und sieht auch für das Silicon Valley bzw. den Tech-Sektor keine großen Gefahren (Achtung: 25 Minuten Dauer mit teilweise wackelnder Kameraführung und mäßigem Ton; Hier wurde wirklich spontan gefilmt!):

Also alles halb so schlimm? Den untergehenden Banken müsste man keine Träne nachweinen, wäre da nicht das Problem mit der Einlagensicherung. Mehr dazu bei egghat. Hoffen wir, dass uns hier nichts anbrennt.

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