John McCain

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Obama 2008Was für ein Wahlkampf! Nachdem Hillary Clinton den “Super Tuesday” für sich entscheiden konnte, holte Barack Obama seither wieder auf: Washington State, Louisiana und Nebraska gewann er samstags für sich, Maine am Sonntag.

Dabei spielen sich offenbar teilweise unbeschreibliche Szenen vor oder in den Wahllokalen ab, weil so viele Menschen wie nie zuvor von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollen. Ein entscheidender Faktor hierfür ist laut New York Times, dass inbesondere bei den Demokraten die Wähler in den traditionell spät wählenden Staaten jetzt seit langem wieder einmal richtig mitentscheiden können, weil das Rennen noch offen ist.

Bemerkenswert erscheint mir, dass beide demokratischen Kandidaten immer noch sehr stark ihre jeweils eigene Klientel mobilisieren können. Für Obama käme es jetzt aber darauf an, verstärkt auch Frauen, weniger gut verdienende Weiße und Lationos von sich zu überzeugen. Was ihm zudem helfen sollte: Er wäre wohl der aussichtsreichere Gegenkandidat gegen den Republikaner Jon McCain.

Im Lager von Hillary Clinton wird man indes nervös: Erst ging das Geld aus, weil man wohl an einen frühen Sieg geglaubt und falsch disponiert hatte und dann wurde am Wochenende die Wahlkampfmanagerin ausgewechselt. Frank Hamm macht aktuell auf den unterschiedlichen Wahlkampfstil aufmerksam, wonach “Billary” sehr traditionellen Mustern folgt, während Obama sich deutlich offener gibt und auch unkonventionellen Methoden der Unterstützung Raum lässt.

Am heutigen Dienstag sind Virginia, Maryland und der Disctrict of Columbia dran und Obama könnte wieder vorne liegen.

Foto: Obey Obama by jarito auf Flickr

Barack ObamaHeute also ist in den USA der Super Tuesday mit seinen 22 Vorwahlen, in denen sich vielleicht hoffentlich entscheidet, wer von demokratischer Seite aus in den Wahlkampf um die Präsidentschaft ziehen wird. Wem dabei meine Symphathie gilt, dürfte nicht schwer auszumachen sein.

Die Bedeutung der diesjährigen Präsidentschaftswahl in den USA kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Und vielleicht ist die Vorwahl im demokratischen Lager sogar noch wichtiger, als die eigentliche Präsidentenwahl.

Denn es geht in diesem Jahr nicht um rechts oder links und auch nicht um Geschlecht oder Rasse. Es schlicht um die Frage des Alters: Wie alt muss bzw. wie jung darf ein Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein?

An dieser Frage hängt sehr viel, in einer Welt des Wandels und der Beschleunigung. Mein Gefühl sagt mir, dass in einer Zeit, in der Offenheit für Neues mehr denn je gefordert ist, ein jüngerer Präsident die bessere Wahl ist. Man schaue da nur auf die stockkonservative Innenpolitik eines Wolfgang Schäuble in Deutschland um sich ein Bild davon zu machen, was der 71jährige John McCain von den Republikanern als Präsident für Akzente setzen würde.

Die um ziemlich genau 10 Jahre jüngere Hillary Clinton schätze ich da kaum anders ein, zumal mit ihr reihenweise Weggefährten “aus alten Tagen” mit nach Washington ziehen dürften. Diese Mischpoke hat noch die Ideen und Konzepte der 90er Jahre im Gepäck, die damals nicht (mehr) umgesetzt werden konnten. Ein Neuanfang ist das nicht. Aber ob es für Obama reichen wird?

Vielleicht macht am Ende den Demokraten noch die Wirtschaftslage zu schaffen: Zum ersten Mal seit vielen Jahren werden in den USA dieses Jahr Arbeitsplätze abgebaut und die Gefahr einer Rezession steht real im Raum. Gut möglich, dass sich da eine kleine, aber vielleicht entscheidende Wählergruppe denkt, ein Mike Huckabee oder ein John McCain könne die Nation schnell(er) wieder gesundbeten.

Foto: Barack Obama on the Primary by jurvetson auf Flickr