Hans Rosling

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Hans Rosling erklärt unsere Zukunft anhand der Bevölkerungsentwicklung: Vier Minuten die sich lohnen und zeigen, dass die Zukunft in Asien liegt. In exportorientierten Ländern wie Deutschland sollte diese Perspektive mit Optimismus gesehen werden, denn an Märkten für unsere Produkte wird es nicht fehlen.

Allerdings mahnt Rosling an, dass die Erde so etwas wie “Global Governance” bräuchte, wo heute noch auf der Ebene von Nationalstaaten politisch gedacht und gehandelt wird.

Schon wieder Hans Rosling hier im Blog und es lohnt sich. Im Juni 2009 sprach er auf einer TED-Konferenz in den USA, das Video davon ist jetzt bereits veröffentlicht. In diesem Vortrag fragt er praktisch jeden von uns, ob unsere Denkweise (mindset) mit seinen Daten (dataset) übereinstimmt. In nur gut 15 Minuten räumt er dann vollständig mit der immer noch weit verbreiteten Sichtweise auf, dass wir in einer zweigeteilten Welt lebten, in der es einige hoch- und viele unterentwickelte Länder gebe. Statt dessen zeigen seine Analysen, dass diese Sicht überholt ist: Die Schere schließt sich mit enormer Geschwindigkeit!

Deutschland wird im Vortrag nicht erwähnt, lässt sich aber auf Gapminder abrufen. Die Zeitreihe hat Daten ab dem Jahr 1800 hinterlegt, so dass die Entwicklung über 2 Jahrhunderte grafisch sehr gut dargestellt wird. Die Effekte, die Hans Rosling in seinem Vortrag nutzt, kann man sich also anhand dieser Software individuell selbst konfigurieren. Auch Vergleiche mit anderen Ländern lassen sich darstellen, die Ergebnisse leider aber (noch) nicht exportieren und hier einbinden.

flickr-hans-rosling-uninen

Das schwedische Fernsehen (SVT) hat eine einstündige Dokumentation über den Wissenschaftler Hans Rosling gedreht und zeigt diese mit englischen Untertiteln auch im Web (befristet bis 18.09.09).

Rosling wurde bekannt mit seinen erstaunlichen Präsentationen auf den TED-Koferenzen. Als Mediziner und Statistiker konnte er visuell anschaulich zeigen, dass Lebenserwartung, Gesundheit und Wohlstand weltweit seit Jahrzehnten ganz überwiegend steigen. Seine Arbeit wird mittlerweile von einer Stiftung (Gapminder) getragen, die wesentlich von Google finanziell unterstützt wurde.

Seine Arbeit ist deswegen so bemerkenswert, weil sie der gängigen Berichterstattung in den Medien, die überwiegend von Katastrophen und schlechten (Lebens-) Verhältnissen geprägt ist, ein völlig anderes Bild entgegen setzt. Freilich ist seine Perspektive sehr langfristig, während die Medien fast nur Momentaufnahmen liefern und den größeren Kontext meist ausblenden.

Ein sehr sehenswerter Film! Die englischen Untertitel reichen vollkommen aus, um den Inhalt und die Atmosphäre zu vermitteln (via Gapminder Blog).