Google Apps

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Neben der enormen Beachtung, die der neue Google Browser “Chrome” aktuell bekommen hat, ging eine andere Meldung ziemlich unter: Parallel dazu nämlich hat Google auch angekündigt, seine kommerzielle Version der Google Apps um einen Videoservice zu ergänzen.

Unternehmen, die also auf die Officelösung aus dem Hause Google setzen, können künftig auch Videos hochladen und in ihrem Netzwerk (exklusiv) verfügbar machen. Zusätzliche Kosten entstehen dafür nicht, es bleibt bei den schon bestehenden Lizenzgebühren. Lediglich eine Grenze von 3 GB für die Videos pro Account sind gemeldet, mehr gibt es sicher auf Anfrage und gegen Aufpreis.

Deswegen sollte aber niemand in Extase geraten oder ein neues Zeitalter heraufziehen sehen: Die von Google selbst gezeigten Anwendungsbeispiele sprechen nicht unbedingt für einen schnellen Produktivitätsschub in den Unternehmen:

eingebunden mit Embedded Video

Immerhin hat es Google einmal mehr geschafft, einen bislang eher als komplex und teuer geltenden Dienst als einfache Lösung zu präsentieren. Das Problem dürfte denn auch eher darin liegen, dafür geeignete Anwendungsfälle (sprich: genügend Phantasie) in den Unternehmen zu entwickeln.

Eine “kleine” Bremse dürfte auch die Tatsache sein, dass Microsoft in Sachen Office Software immer noch tonangebend ist. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Ganz sicher!

on cloud nine flickrWährend hierzulande Teile der Blogosphäre gut damit beschäftigt sind, darüber zu spekulieren, wie denn nun das nächste Social Network aus dem Hause Holtzbrinck heißen wird, hat man in den USA etwas im Blick, das hier noch kaum ein Thema ist: Das “Office 2.0″.

Das mag aber auch daran liegen, dass die meisten, wenn nicht alle Anwendungen von dort kommen. Ganz vorne stehen natürlich die Google Apps, um die es jüngst wieder eine schöne Debatte um pro oder contra gab. Mir geht es hier aber nicht darum, ob man seine Daten Google anvertrauen soll oder nicht, da gäbe es ja Alternativen. Wichtiger scheint mir, dass mit dem Web 2.0 ein schleichender Trend in Richtung Cloud Computing eingesetzt hat, der uns selbst oft nicht so recht bewusst zu sein scheint.

Beispiele gefällig? Dass man Fotos auf Flickr hochlädt, ist ja nichts Neues. Die Originale der Fotodateien hat man dabei eigentlich immer noch irgendwo zuhause. Anders wird es schon bei den Bookmarks. Nicht wenige Menschen die ich kenne, nutzen Dienste wie delicious oder Mister Wong nicht nur zum Spaß, sondern durchaus im beruflichen Kontext (mich selbst schließe ich da nicht aus). Und da ist es vorbei mit “Dateien zuhause” oder Sicherungskopien. Oder habe ich da etwas verpasst?

Und es werden immer mehr solche Dienste: SlideShare für Präsentationen, Scribd für Dokumente aller Art (damit könnten Pdf’s irgendwann überflüssig werden) oder Remember the Milk für Aufgaben und die Terminüberwachung. Da dürfen die Wikis natürlich nicht fehlen und deshalb seien hier die pbwikis empfohlen.

In diesen Kontext passt die aktuelle Meldung von Norman Nielsen (brandkraft), dass mit Rivalmap ein Dienst gestartet ist, mit dem man fremde Websites “überwachen” kann. Aber nicht dieses Thema soll uns hier interessieren, sondern die Art, wie es angeboten wird: Nämlich ganz im Stil des Web 2.0, wo man sich registrieren und den Service online nutzen kann. Als eines von drei Verkaufsargumenten wird schon auf der Startseite “no software to install” angeführt!

Das Ende der Fahnenstange dürfte damit noch nicht erreicht sein: Semantische Software wird uns eher noch tiefer in das Cloud Computing hinein ziehen. In diesem Kontext bin ich schon sehr gespannt auf Twine, das wesentlich mehr sein wird, als nur eine neue Suchmaschine.

Es bleibt die große Frage, wie die Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren werden. Denn die Politik der Abschottung der eigenen IT nach außen (aus Wettbewerbs- und Sicherheitsgründen) könnte dazu führen, dass man immer stärker von wichtigen Informationen und Entwicklungen abgekoppelt wird. In diesem Sinne: Willkommen auf Wolke sieben!

Foto: On cloud nine by Yves* auf Flickr