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Kinder lieben gut gemachte Bücher und sie werden ohne Zweifel Tablets vom Schlage des iPad ebenfalls lieben. Denn Bücher auf dem iPad wird man nicht nur lesen können: Man kann sie schütteln, drehen und vermutlich auch bald schon mit ihnen sprechen.

Alice for the iPad ist eine Adaption des berühmten Kinderbuches für das iPad und wie das Promotionvideo zeigt, kann man durch Berühren des Bilschirms bzw. Drehen und Kippen des ganzen Gerätes die optische Darstellung beeinflussen.

Für das gute alte (Kinder-) Buch könnten damit schwere Zeiten anbrechen. Denn welches Kind wird noch gerne zum gedruckten Buch greifen, wenn es die gleichen Inhalte animiert auch auf einem Tablet haben kann?

Zugleich dürften animierte eBooks Wasser auf die Mühlen der Hersteller von Computerspielen bzw. -konsolen sein, die damit auch Mädchen als Zielgruppe werden besser adressieren können. Mädchen, die sich bekanntlich weniger für Technik interessieren als Jungen, schaffen den Sprung vom Tablet zur Konsole leicht, wenn nur die Inhalte ähnlich genug sind.

Der Gamingbranche wird man das nicht zweimal sagen müssen: Sie können an den Verkaufszahlen der Apps ablesen, worauf sie ihr Angebot ausrichten müssen. Theoretisch können sie sogar ihr Geschäft um animierte eBook-Apps erweitern. Denn ihre Kernkompetenz ist ja die Animation, da ist die Ergänzung um Textblöcke eine der leichteren Übungen. Die Buch-App könnte so zu einem Teaser werden und das eigentliche Geschäft macht man dann mit Spielen, die optisch und inhaltlich den animierten Büchern angeglichen sind.

Für die klassischen Buchverlage wird der Sprung dagegen groß und hart: Denn Text allein wird nicht mehr zum Erfolg reichen und in Sachen Programmierung haben sie wenig Kompetenzen. Dazu kommt, dass sie sich hier quasi auf vermintes Gelände begeben. Schon bei den Spielekonsolen gibt es keine einheitlichen (Software-) Standards und auch bei den Tablets bzw. E-Book-Readern zeichen sich regelrechte Paralleluniversen ab.

Apple zum Beispiel tut alles, um sein Ökosystem aus Hard- und Software bestmöglich zu schützen und abzuschotten. Jüngst wurden die Richtlinien für Applikationsentwickler dahingehend verschärft, dass nur noch in bestimmten Programmiersprachen für das iPhone bzw. iPad entwickelt werden darf. Konzepte, die auf eine Vermarktung von Inhalten (in Form von Applikationen) über mehrere Plattformen zielen, werden dadurch (unnötig) erschwert.

Lamentieren aber hilft nicht. In den nächsten 10 Jahren werden eBooks aus ihrer Nische heraus kommen und dabei einen großen Markt entstehen lassen, der vermutlich mehr kreative Impulse aus dem Bereich des Gaming denn aus der klassischen Buchbranche beziehen wird. Tablets, die heute noch relativ teuer und selten sind, werden in jedem Wohn- und Kinderzimmer Einzug halten. Möge sich die Verlagsbranche darauf einstellen und möge jemand den Buchhandel darauf vorbereiten, dass Kinderbuch-Apps nicht bei ihm, sondern in App Stores und Android Markets direkt auf den Geräten gekauft werden.

Dem Tablet-Format stehen interessante Zeiten bevor: Die Firma Plastic Logic will 2009 einen eReader auf den Markt bringen, dessen Besonderheit darin liegt, dass er mehr oder weniger ganz aus Kunststoff besteht, was ihn sehr leicht, biegbar und rubust macht. Weitere Einzelheiten dazu im Handelskraft Blog.

eingebunden mit Embedded Video

Bei Engadget sieht man deswegen schon schwere Zeiten für den Kindle von Amazon heraufziehen. Und Michael Arrington dürfte den Auftritt von Plastic Logic auf der Demo Fall 08 auch zur Kenntnis genommen haben, entwickelt er doch gerade einen Tablet PC (auf Open Source Basis), zu dem unlängst der erste Prototyp gezeigt wurde.

Die große Unbekannte in diesem Wettrennen ist, was die Käufer bevorzugen werden: Ein Lesegerät, dessen Bildschirm Schwarzweiß darstellt und das dafür aber eine sehr lange Akkulaufzeit bietet (Amazon Kindle, Plastic Logic, Sony), oder eher den Tablet PC mit Farbbildschirm und der Möglichkeit, im Web zu surfen (TechCrunch Tablet) zum Preis einer deutlich geringeren Akkulaufzeit.

Ich persönlich tendiere eher in die Richtung des TechCrunch Tablet. Denn praktischer ist es allemal, mit einem Gerät verschiedene Formate (Text und Video) in Farbe nutzen zu können. Zudem ist hier die empfindliche Glasoberfläche nicht das letzte Wort: Biegsame Farbdisplays sind schon in Entwicklung…

Betrachtet man zudem, was sich bei Apple in Sachen iPhone und iPod Touch tut, sieht man, dass Spiele eine nicht zu vernachlässigende Kategorie sind. Es könnte also gut sein, dass konservative Leute lieber beim guten alten Buch und der Zeitung auf Papier bleiben, während die Geeks und Freaks möglichst vielseitige Minicomputer bevorzugen werden, die alles können: eBooks darstellen, im Web surfen, Videos und Podcasts abspielen und so weiter. Die Reader auf der Basis von E-Ink könnten da leicht auf der Strecke bleiben. Was denkt Ihr?

readbox gewinnspiel cybookreaderDie readbox steht kurz vor dem Launch und verlost schon mal einen E-Book-Reader sowie Gutscheine für Lesestoff. Das Team um Ralf Biesemeier bringt mit der readbox eine der weltweit ersten Plattformen für digitales Lesen auf den Markt. Technisch steckt fast alles drin, was heute überhaupt nur möglich ist: Von den verschiedensten Formaten angefangen, um mit möglichst vielen Geräten (für das Lesen) kompatibel zu sein, bis hin zu Audio-Books oder Print-on-demand für einzelne Titel.

Einzelheiten zum Start folgen im Blog, die Website selbst hat leider noch geschlossen. Ich konnte das “Innenleben” aber schon sehen und war positiv überrascht. Das Ganze ist gut durchdacht und alles andere als ein launiger Schnellschuss. Die readbox hat das Zeug dazu, in die engere Wahl für das Startup das Jahres zu kommen. Ob es jedoch auf dem Siegertreppchen für den Platz ganz oben langt, ist noch nicht sicher: Denn da will ja auch blogoscoop hin…

ect book logoBeiden Gattungen stellt sich die Frage nach der Zukunft: Das gedruckte Buch sieht sich der Konkurrenz durch elektronische Medien gegenüber, während das Auto zunehmend als Umweltproblem gesehen wird. Die spannende Frage dabei ist, wie schnell der Markt reagiert. Martin Koser machte mich auf die E-Commerce Times aufmerksam, die aktuell über die Zukunft von gedruckten und elektronischen Büchern schreibt. Der Tenor des Artikels: Das eBook kommt, nur wann genau der Markt dafür so richtig loslegt, kann noch niemand sagen.

Nun zu den Autos. Die FAZ berichtet in ihrer Samstagsausgabe (27.10., leider nur in der Printversion) unter der Überschrift “Junge Japaner wollen kein Auto” über die aktuellen Markttrends in Japan. Demnach sinkt dort seit 2005 die Zahl der verkauften Neuwagen jährlich. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass junge Japaner Autos nicht mehr als Statussymbole sehen und zunehmend von einem Kauf Abstand nehmen würden. Dass dies eine ernst zu nehmende Entwicklung sei, würde durch die Tatsache untermauert, dass junge Japaner vermehrt auch darauf verzichteten, einen Führerschein zu erwerben.

Diese Entwicklung finde ich bemerkenswert. Die Automobilhersteller haben damit zwar noch keinen langfristig klaren Trend, aber doch schon etwas mehr als ein schwaches Signal. Den Buchverlagen fehlt noch dieses schwache Signal von Seiten der Nachfrage (in Richtung eBook). So weisen diese zumindest in Deutschland aktuell eigentlich in die “falsche” Richtung: Das gedruckte Buch erfreut eines Zuspruchs wie lange nicht.

Die gute Konjunktur auf dem Buchmarkt sei Verlagen und Buchhändlern gegönnt. Vielleicht nutzen sie diese ja, um sich für das digitale Geschäft der Zukunft fit zu machen…