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Ohne Videos, keine Hartplatzhelden: Das gut 2 Jahre alte Social Network rund um den deutschen Amateurfußball hat nun auch in zweiter Instanz gegen den Württembergischen Fußballverband (WFV) verloren. Das Oberlandesgericht Stuttgart folgte der Argumentation der WFV, wonach der Verband Veranstalter der Fußballspiele ist und ihm damit auch exklusiv die Verwertungsrechte zustehen.

Eine ausführliche Analyse des Urteils gibt es auf Carta.  Dabei kritisiert Jürgen Kalwa das Urteil scharf, weil es sich in seiner Argumentation gerade gegen jenen Wettbewerb stellt, den das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) eigentlich schützen möchte. Und komisch mutet in der Tat an, was der WFV hier verteidigt sehen will: Bislang hat sich nämlich kein Fußballverband für Amateurvideos über den Amateurfußball interessiert.

Erst die Hartplatzhelden selbst haben so etwas wie einen Markt auf diesem Gebiet erahnbar gemacht und noch längst ist nicht erwiesen, ob es diesen Markt überhaupt gibt. Den Richtern in Stuttgart scheint zudem die Tragweite ihrer Entscheidung gar nicht bewusst zu sein: Was ist zum Beispiel mit den über 41.000 Bildern auf Flickr, die dort unter dem Stichwort “Bundesliga” zu sehen sind und vom Volleyball über Eishockey bis hin zum Fußball einen schönen Querschnitt des deutschen Sports zeigen?

Flickr ist bekanntlich ein Tochterunternehmen von Yahoo, einem Unternehmen dessen kommerzielle Interessen nicht in Frage stehen. Nun sind Fotos keine “Filmaufzeichnungen”, aber gerade auf Flickr verwischen die Grenzen, weil hier seit einiger Zeit auch Videos hochgeladen werden können. Pikant könnte außerdem sein, dass gut 1.000 der Fotos auf Flickr mit dem Stichwort “Bundesliga” eine Creative Commons-Lizenz für kommerzielle Werke tragen. Diese Bilder dürfen also explizit in einem kommerziellen Kontext verwendet werden. Ob das den Sportverbänden wohl schon bekannt und bewusst ist?

Nach dem Urteil des OLG Stuttgart gegen die Hartplatzhelden müsste das jetzt anders werden und zeigt damit die Absurdität dieser Rechtsprechung: Denn ab jetzt kollidiert im Grunde jedes Amateur-Foto bzw. jedes Amateur-Video einer öffentlich organisierten Veranstaltung mit den Verwertungsrechten des Veranstalters, selbst wenn dieser von seinem Recht gar keinen Gebrauch macht. Das kann doch nicht der Ernst deutscher Richter sein?

Eine letzte Chance für die Hartplatzhelden stellt die Revision vor dem Bundesgerichtshof dar. Allerdings kostet der Gang in diese Instanz Geld, das die Hartplatzhelden nicht haben. Sie rufen deshalb jetzt dazu auf, ihnen mit Spenden zu helfen. Zu hoffen bleibt, dass der Bundesgerichtshof mit Sitz im badischen Karlsruhe mehr Weitblick beweist als die Richter im schwäbischen Stuttgart…

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Praktisch zur gleichen Zeit befassten sich Marcel Weiß und ich mit der Thematik “Facebook” im Kontext des Medienwandels. Seinen lesenswerten Artikel findet man auf netzwertig.com, meinen auf Carta.

Facebook ist schon ein Phänomen: Fehltritte wie vor kurzem bei den AGB’s (siehe dazu Nico Lumma und auch Leander Wattig) werden rasch wieder ausgebügelt und schaden dem enormen Wachstum nicht.

Ob wir von Facebook in diesem Jahr schon das Konzept zu einem tragfähigen Geschäftsmodell sehen werden? Bei Twitter hat man es (wiederholt) für 2009 angekündigt, Mark Zuckerberg aber hüllt sich in Schweigen und wartet ab…

In Denver stellt eine Zeitung ihr Erscheinen ein und in der deutschen Blogosphäre häufen sich die Beiträge dazu.  Das liegt ganz ohne Zweifel an diesem schönen und zugleich traurigen Video:

Mein Beitrag zum Thema steht auf Carta. Mit dem Sterben der Zeitungen schlägt die Stunde der Blogmedien und Journalisten werden auch weiterhin gebraucht: Sie schreiben künftig für Institutionen aller Art und sorgen so dafür, dass deren Botschaften ins Netz gelangen und dort diskutiert werden.

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Eigentlich reibt man sich als Blogger da ja verwundert die Augen: Noch vor nicht allzu langer Zeit sahen Printmedien recht herablassend auf Blogs und andere neue Medienformate im Internet herunter. Das gedruckte Wort schien eine unerschütterliche Bastion zu sein und der Medienwandel ein Thema für eine ferne Zukunft.

Jetzt, wo den Zeitungen unvermutet rasch das Totenglöckchen läutet, ist guter Rat teuer: Woher die Umsätze nehmen, wenn man schneller als gedacht sein Geschäft ins Internet verlagern muss? Kachingle könnte da gerade recht kommen und Robin Meyer-Lucht plädiert auf Spiegel Online (warum nicht auf Carta?) für das amerikanische Startup und dessen idealistisches Moment.

Idealistisch ist in der Tat, was Kachingle bewerkstelligen möchte. Die Leser sollen freiwillig bezahlen, Kachingle fungiert dabei nur als als Vermittler zwischen Spendern und Medien. Robin Meyer-Lucht spricht denn auch von einer “Kultur der verantwortlichen Vergütung” und meint, die Sache sei ein Versuch wert.

Ich meine: Für so etwas ist es noch 20 Jahre zu früh. Unsere Gesellschaft sollte durchaus das Ziel haben, gute Projekte (auch dauerhafter Natur) über freiwillige Spenden zu finanzieren. Derzeit dürfte im Web aber eher noch die Mentalität des Trittbrettfahrens vorherrschen und Kachingle den Zeitungen somit wenig helfen können.

Wenig ermutigend in diesem Kontext ist auch die bislang geringe Resonanz im Internet auf das Konzept von Kachingle. Von den großen amerikanischen Blogs hat sich bislang keines dazu geäußert, auch nicht Jeff Jarvis. Aus der zweiten Reihe fällt Alan Mutter (Reflections of a Newsosaur) auf, der sich die Mühe einer Kalkulation gemacht hat und damit zu ernüchternden Ergebnissen kommt.

Was also tun?

Vorschnell verwerfen sollte man Kachingle deswegen nicht. Ergänzend aber könnte man noch einen Blick auf den Nonprofit-Sektor werden und sehen, wie dort aktuell die Frage des Fundraisings diskutiert wird. Etwa bei Dr. Brigitte Reiser (Nonprofits-vernetzt) oder Thilo Reichenbach (Fundraising & Social Marketing).

Wem das eine zu harte Kost ist, dem bleibt ja noch die Werbung und mit ihr das konjunkturzyklische Auf und Ab, mit dem Zeitungen seit jeher zu leben gelernt haben…

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Letzte Woche schlug mir Robin Meyer-Lucht (Carta-Blog) vor, parallel zu meinem Blog auch auf Carta als Autor zu schreiben. Da ich praktisch von Anfang an Carta mit großem Interesse las, fiel mir die Zustimmung nicht schwer!

Ein Artikel von mir wurde dann auch gleich übernommen. Für die Stammleser von bwl zwei null ändert sich dadurch nichts, einige Artikel erscheinen künftig sowohl hier als auch auf Carta. Wie sich das in Sachen Duplicate Content auswirkt, wird sich zeigen.

Ganz aktuell hat Robin Meyer-Lucht übrigens der Schweizer SonntagsZeitung ein Interview (ohne Garantie für diesen Link!) gegeben: Es geht um den Medienwandel und das, was Zeitungen aktuell tun können. “Bloß nicht die Nerven verlieren”, empfiehlt er. Dem schließe ich mich umstandslos an und empfehle zudem der SonntagsZeitung, sie möge doch allen ihren Artikeln der Onlineausgabe eigene Links zuweisen, so dass diese über Suchmaschinen besser gefunden werden können. Das sollte beim Pagerank und bei den Werbeeinnahmen recht schnell Wirkung zeigen…

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