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	<title>bwl zwei null &#187; Blogs</title>
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	<description>Matthias Schwenk on the Post Everything Economy</description>
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		<title>Blogs in der Defensive? Über den Kommunikationswandel in sozialen Medien</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 13:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Blogs haben auch schon mal bessere Tage gesehen. Erkennbar wird das, wenn etwa Robert Basic fragt, wo denn die Blog-Debatte hin sei. Recht hat er. Es wird nicht mehr so viel verlinkt und auch nicht mehr so viel kommentiert. Statt dessen nehmen Likes (Facebook), Tweets (Twitter) und seit neuestem &#8220;+1&#8243; (Google) zu.
Damit sehen sich Blogs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/khouri/4372239394/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4996" title="Empty Chairs by Michael Cory" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/4372239394_959fb2e35d-300x201.jpg" alt="Empty Chairs by Michael Cory" width="300" height="201" /></a></p>
<p>Blogs haben auch schon mal bessere Tage gesehen. Erkennbar wird das, wenn etwa Robert Basic fragt, wo denn die <a href="http://www.robertbasic.de/2011/04/wo-ist-die-blog-debatte-hin/" target="_blank">Blog-Debatte</a> hin sei. Recht hat er. Es wird nicht mehr so viel verlinkt und auch nicht mehr so viel kommentiert. Statt dessen nehmen Likes (Facebook), Tweets (Twitter) und seit neuestem &#8220;+1&#8243; (Google) zu.</p>
<p>Damit sehen sich Blogs mit einer Situation konfrontiert, in der ihre Rolle bzw. ihr Rollenverständnis hinterfragt und neu definiert werden muss, weil sich die Muster der Kommunikation und Vernetzung über Social-Media-Tools ständig weiter fort entwickeln. In diesem Prozess geben Blogs bestimmte Funktionen (leider) ab, nicht zuletzt weil sich ihre Software in den letzten Jahren kaum mehr weiterentwickelt hat.</p>
<p>Ich sehe folgende Entwicklungen:</p>
<ol>
<li>Die fortschreitende Digitalisierung macht den <strong>Diskurs</strong> an sich komplexer. Das stellt jedoch eine Barriere für eine einfache Vernetzung unter den Blogs dar, weil diese, der Komplexität folgend, sich zunehmend in thematischen Nischen wieder finden. So &#8220;heimelig&#8221; die deutsche Blogosphäre noch vor 5 oder 6 Jahren gewesen sein mag, so wenig kann sie heute die Erfahrung eines homogenen Raums abbilden, die &#8220;gefühlte Mitte&#8221; ist nicht mehr vorhanden. Vernetzung gibt es daher tendenziell nur noch in den jeweiligen Nischen.</li>
<li><strong>Social Networks</strong> haben neue Kommunikationsräume geschaffen, die einen erheblichen Teil der Online-Diskurse für sich beanspruchen. Blogs müssen dabei der Tatsache ins Auge sehen, dass ihre Kommentarfunktion nur noch eine unter vielen Möglichkeiten ist, die in den Artikeln behandelten Themen zu diskutieren. Dabei habe ich den Eindruck, dass die öffentliche Kommentar-Diskussion unter mehr oder weniger fremden Menschen in Blogs zunehmend an Attraktivität verliert. Man diskutiert möglicherweise lieber im Bekanntenkreis und im (relativ) geschützten Raum von Social Networks, bzw. in speziellen Fachkreisen, die sich beispielsweise mit der Gruppen-Funktion von Facebook sehr gut bilden und führen lassen.</li>
<li>Speziell in Deutschland arbeiten traditionelle <strong>Medien</strong> (Zeitungen etwa) und neue Medien (unabhängige Blogs) nicht zusammen. Die &#8220;Großen&#8221; verlinken praktisch immer noch viel zu wenig (oder gar nicht) auf die &#8220;Kleinen&#8221;. Auch Fachmedien verlinken nicht auf Blogs. Die Berührungsängste sind noch viel zu groß, weil die kommerziell betriebenen Medien offenbar Angst haben, Blogs könnten ihnen das Geschäftsmodell zerstören.</li>
<li>Wie oben schon angeführt, entwickelt sich die <strong>Software</strong> für Blogs praktisch nicht mehr weiter. Man mag WordPress und dessen jungen Erfinder Matt Mullenweg viel zugute halten, seine Software ist heute nicht viel mehr als ein solides Content Management System, das gegenüber neueren Formen der Vernetzung und des Inhalte-Sharings (man denke nur an Google Plus) zunehmend starr und inflexibel wirkt. Dazu kommt: Was hat WordPress in all den Jahren eigentlich getan, um RSS bekannter und verständlicher zu machen?</li>
</ol>
<p>Die Liste ließe sich fortsetzen. Robert Basic selbst merkt an anderer Stelle an, dass das <a href="http://www.robertbasic.de/2011/07/blog-blurb/" target="_blank">Bloggen nicht einfacher wurde</a>, seit dem es gilt, diverse Like-Buttons in ein Blog zu integrieren und dessen Inhalte in den unterschiedlichen sozialen Netzwerken zu verbreiten, um ein immer stärker fragmentiertes Publikum einzusammeln und zum Lesen zu animieren.</p>
<p>Was also bleibt, außer der Arbeit mit dem Bloggen?</p>
<p><strong>Blogs sind immer weniger soziale Knoten im Netz und dafür immer mehr (nur) Lieferanten für Inhalte</strong>. Konnte man in der Frühphase des &#8220;Web 2.0&#8243; noch das Internet als Netzwerk und Blogs darin als die Profile und Knotenpunkte der Vernetzung auffassen, trifft dies heute kaum mehr zu. Das Identitäts-Management übernehmen zunehmend soziale Netzwerke.</p>
<p>Blogs werden damit auf das reduziert, was der Name ihrer Software schon sagt: Es geht um den Content. Dabei konkurrieren sie mit einer enormen Menge anderer Medien, können dafür aber mit ihrer Suchmaschinenfreundlichkeit punkten.</p>
<p>Das ist überhaupt der Punkt: Blogs sind suchmaschinenfreundlich, aber völlig ungeeignet, eine Identität über verschiedene soziale Netzwerke hinweg effizient zu managen. Die Frage wird sein, ob die Netzwerke den Blogs auch noch den Content streitig machen werden. Bei <a href="http://www.zbw-mediatalk.eu/2011/07/schneller-weiter-hoher-das-social-web-beschleunigt-sich-dramatisch/" target="_blank">Google Plus</a> sind schon Postings von unbegrenzter Länge möglich und es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass Facebook nachziehen wird, wenn sich der Ansatz von Google als erfolgreich herausstellen sollte.</p>
<p>Vorläufig jedoch gilt, was Christian Henner-Fehr postuliert: Der optimale <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2011/03/13/warum-der-social-media-mix-nicht-nur-aus-facebook-und-twitter-besteht/" target="_blank">Social-Media-Mix</a> darf nicht nur aus Social Networks bestehen. Blogs haben nach wie vor ihren Platz im medialen Gefüge des Internet. Auf der Ebene ihrer <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2010/04/01/blogs-applikationen-apps/" target="_blank">Software</a> sollte sich aber vielleicht mal was tun.</p>
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		<item>
		<title>Warum ich nicht mehr für Carta schreibe</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/03/09/warum-ich-nicht-mehr-fur-carta-schreibe/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 13:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Carta]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Meyer-Lucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich schreibe ab jetzt nicht mehr für Carta und bin auch nicht mehr als Mit-Herausgeber tätig. Damit ziehe ich für mich die Konsequenzen aus der in meinen Augen zuletzt sehr unbefriedigenden Entwicklung von Carta.
Bekanntlich sollte das Medium in den letzten Monaten konzeptionell weiter entwickelt werden. Robin Meyer-Lucht zog sich Anfang Dezember 2010 relativ abrupt aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe ab jetzt nicht mehr für <a href="http://carta.info" target="_blank">Carta</a> und bin auch nicht mehr als Mit-Herausgeber tätig. Damit ziehe ich für mich die Konsequenzen aus der in meinen Augen zuletzt sehr unbefriedigenden Entwicklung von Carta.</p>
<p>Bekanntlich sollte das Medium in den letzten Monaten konzeptionell weiter entwickelt werden. Robin Meyer-Lucht zog sich Anfang Dezember 2010 relativ abrupt aus dem operativen Geschäft zurück, die bis dahin weitgehend von ihm finanzierte Stelle der Redaktions-Assistenz wurde gestrichen, dafür jedoch der Kreis der Herausgeber erweitert.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4612" title="Unterlagen einer Carta-Besprechung bei Tee und belegten Brötchen im Januar (Hamburg)" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/CartaBesprechung-300x188.jpg" alt="Arbeitspapiere bei Tee und belegten Brötchen im Januar im Hamburg" width="300" height="188" /></p>
<p>In der Folgezeit übernahmen die Mit-Herausgeber nicht nur das operative Geschäft, sondern entwickelten auch Ideen und Perspektiven für Carta. Nachdem sich aber abzuzeichnen begann, dass die Auffassungen zur Zukunft von Carta stark divergierten nur sehr schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sein würden, kündigte ich meinen Rückzug an.</p>
<p>Robin Meyer-Lucht hat darauf in einer E-Mail sein Bedauern zum Ausdruck gebracht und kurz darauf meinen Namen aus dem Impressum von Carta gestrichen. Damit bleibt mir nur noch, meinen Rückzug auch offiziell bekannt zu geben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4610" title="Carta Impressum am 09.03.2011" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/Carta-Impressum.jpg" alt="Carta Impressum" width="395" height="136" /></p>
<p>Seitdem er mich im <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/01/26/kooperation-carta-blog/" target="_blank">Januar 2009</a> gefragt hatte, ob ich für das damals noch junge Blog schreiben wolle, habe ich bis heute fast jede Woche einen Artikel dort veröffentlicht. Im <a href="http://carta.info/27346/in-eigener-sache-wolfgang-michal-und-matthias-schwenk-werden-carta-herausgeber/" target="_blank">Mai 2010</a> wurde ich, zusammen mit Wolfgang Michal, Mit-Herausgeber. Es war eine intensive und schöne Zeit, mit der ich viele positive Erfahrungen verbinde. Nicht zuletzt als Autor habe ich erheblich dazu gelernt &#8211; und auch das Mediengeschäft mit anderen Augen zu sehen begonnen.</p>
<p>Allerdings wirkt manches auf mich im Nachhinein wie Kulissenschieberei: Wozu ein Herausgeber-Gremium und eine Strategie-Debatte, wenn am Ende doch wieder nur der Status Quo Ante stehen soll?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Müssen Blogs mehr wie Applikationen werden?</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2010/04/01/blogs-applikationen-apps/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 12:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Fred Wilson]]></category>
		<category><![CDATA[Web Apps]]></category>

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		<description><![CDATA[Applikationen (Web Apps) sind ein großes Thema, nicht zuletzt seitdem Apple das iPad vorgestellt hat und sich Medienhäuser mit Ankündigungen fast schon überschlagen, was sie nicht alles in Form der kleinen Anwendungen auf den Markt bringen wollen. Blogs dagegen scheinen Schnee von gestern zu sein, eine Mediengattung unter vielen, aber nichts was aufregend, interessant und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Applikationen (<a href="http://www.apple.com/de/webapps/whatarewebapps.html">Web Apps</a>) sind ein großes Thema, nicht zuletzt seitdem Apple das <a href="http://www.fscklog.com/2010/04/ipad-erstes-auspackvideo-erste-testberichte-videos.html">iPad</a> vorgestellt hat und sich <a href="http://yuccatree.de/2010/03/das-ipad-wird-den-journalismus-nicht-retten/">Medienhäuser</a> mit Ankündigungen fast schon überschlagen, was sie nicht alles in Form der kleinen Anwendungen auf den Markt bringen wollen. Blogs dagegen scheinen Schnee von gestern zu sein, eine Mediengattung unter vielen, aber nichts was aufregend, interessant und zukunftsweisend wäre.</p>
<p>Stimmt das? Gehört den Applikationen die Zukunft während Blogs ihre beste Zeit schon hinter sich haben und künftig nur ein Dasein in der Nische fristen werden? Meine Antwort lautet: Ja und Nein. Blogs bzw. ihre Software laufen tatsächlich Gefahr, in einer Nische zu landen, wenn sie sich nicht deutlich weiterentwickeln und in gewisser Weise ähnlich wie Applikationen werden.</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fred_Wilson_(financier)">Fred Wilson</a> hat kürzlich in einem sehr interessanten Vortag (&#8221;<a href="http://www.avc.com/a_vc/2010/03/10-golden-principles-of-successful-web-apps.html">Ten Golden Principles of Sucessful Web Apps</a>&#8220;) erläutert, wie Applikationen gemacht sein müssen, damit sie am Markt Erfolg haben. Während ich mir das Video seines Vortrags ansah, fragte ich mich, ob das was er da auflistet, nicht auch für Blogs bzw. Blogsoftware gilt. Dazu ein paar Überlegungen:</p>
<p><strong>&#8220;Speed&#8221;</strong></p>
<p>Es mag überraschen, aber Fred Wilson nennt als wichtigsten Erfolgsfaktor die Geschwindigkeit, mit der eine Applikation lädt und auf Eingaben reagiert. Ist dieser &#8220;Speed&#8221; nicht so wie die User es erwarten, lassen sie das Produkt wieder fallen, meint er. Überträgt man den Gedanken auf Blogs, landet man sofort bei einem wunden Punkt: Nicht wenige Blogs haben lange Ladezeiten und sie reagieren auch sonst nicht übertrieben schnell. Dafür gibt es viele Gründe, angefangen beim Hosting, über die Blogsoftware selbst bis hin zur möglichen Überfrachtung eines Blogs mit Widgets. Ist es denkbar, dass Blogger ihr Produkt mit einer gewissen Nonchalence sehen, die der Markt in dieser Form nicht mit trägt?</p>
<p><strong>&#8220;Personal&#8221;</strong></p>
<p>Mit dem Begriff &#8220;Personal&#8221; meint Fred Wilson die Möglichkeit, dass sich die User einer Web App diese an die eigenen Bedürfnisse oder den Geschmack anpassen, also personalisieren, können. Die Idee ist gut, aber nichts läge einem Blog ferner! Das Konzept des Blogs beinhaltet, dass dieser von seinem Autor &#8220;personalisiert&#8221; wird und nicht von seinen Lesern. Das aber könnte ein überholtes Konzept sein. Vor etwa 10 Jahren, als Blogs aufkamen, schufen sie die Möglichkeit, dass praktisch jeder zum Publizisten werden und sich sein eigenes Medium schaffen und gestalten konnte.</p>
<p>Heute ist das ein ganz selbstverständlicher Gedanke, der zudem auf einer Vielzahl verschiedener Plattformen realisiert werden kann. Damit aber werden die Inhalte wichtiger als ihr äußerer Rahmen. Das beste Beispiel dafür ist <a href="http://mashable.com/2010/03/18/twitter-infographic/">Twitter</a>. Wer achtet schon darauf, wie die einzelnen Seiten gestaltet sind? Viel entscheidender ist doch, welchen Twitter-Client bzw. welche App ein User einsetzt. Der Fokus hat sich hier also verschoben: Weg von der Optik der Seite des Senders und hin zum Empfänger. Warum aber vollziehen Blogs bzw. ihre Software diese Entwicklung nicht nach? Zumindest für große Blogs mit hoher Artikelfrequenz wäre dies ein Ansatz, den Lesern stärker entgegen zu kommen.</p>
<p><strong>&#8220;Playful&#8221;</strong></p>
<p>Der letzte Punkt auf Fred Wilsons Liste meint das Spielerische und Unterhaltsame. Eine Web App muss, egal welchem Zweck sie eigentlich dient, immer auch zu einem gewissen Grad spielerische Elemente enthalten, meint Fred Wilson. Damit hat er vollkommen recht, denn sehr viele Applikationen (wenn nicht die meisten) vertreten sehr stark den spielerischen Gedanken, denken wir nur an so nützliche Dinge wie die Wasserwage oder den Kompass für das iPhone oder Android. Wo aber ist das spielerische Element bei Blogs? Mir fällt dazu partout nichts sein, außer vielleicht dass der Blogsektor auch diesen Trend bislang verschlafen hat.</p>
<p>Dazu kommt die durchaus reale Gefahr, dass Blogs als Browsermedien alt aussehen könnten, wenn Verlage ihre Publikationen als multimediale Apps auf das <a href="http://www.nytimes.com/2010/04/01/technology/personaltech/01pogue.html?pagewanted=1">iPad und andere Tablets</a> bringen werden. Natürlich ist das nur eine Spekulation, denn noch wissen wir weder, wie stark die neuen Tablets Verbreitung finden werden, noch ob die Apps der Verlage, die auf <a href="http://carta.info/24218/mehr-werbung-wagen-medien-internet/">Paid Content</a> abzielen, sich letztlich werden durchsetzen können.</p>
<p><strong>Fazit: Eine neue Zeit braucht neue Software</strong></p>
<p>Dennoch ist klar, dass Blogs, sofern sie nicht als Fachmedien bewusst auf spezielle Nischen zielen, sich der neuen Konkurrenz durch Applikationen stellen müssen. Ihre Software bedarf der gezielten Weiterentwicklung, damit sie auch im Zeitalter der Touchscreens, Handhelds und Tablets eine attraktive Plattform für Publizistik bleibt.</p>
<p>Als Blogs vor gut 10 Jahren entstanden und man sie bisweilen abschätzig als &#8220;Tagebücher im Web&#8221; bezeichnete, gab es das Internet praktisch nur im Browser von PCs und Notebooks. Damit sind Blogs geistig ein Kind ihrer (Hardware-) Zeit, in der sie nicht stehen bleiben dürfen. Eine neue Zeit mit vielfältigerer Hardware braucht auch eine neue, angepasste Software.</p>
<p>Zum Abschluss hier der sehenswerte Vortrag von Fred Wilson:</p>
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		<item>
		<title>Es liegt was in der Luft!?</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 13:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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Die Zeichen sind nicht mehr zu übersehen: Eine ganze Reihe von Bloggern sind mit ihren Blogs nicht mehr so recht zufrieden. Allen voran der umtriebige Steve Rubel. Nun könnte man bei ihm noch unterstellen, dass er als PR-Guru (für Edelman) schon aus Marketinggründen immer auf dem Sprung sein muss. Aber der Virus hat auch unverdächtigere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/villeneuve53/3027194527/"><img class="alignnone size-medium wp-image-2583" title="flickr-phare-de-lile-verte-michelphoto53-en-renovation" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/flickr-phare-de-lile-verte-michelphoto53-en-renovation-300x141.jpg" alt="flickr-phare-de-lile-verte-michelphoto53-en-renovation" width="300" height="141" /></a></p>
<p>Die Zeichen sind nicht mehr zu übersehen: Eine ganze Reihe von Bloggern sind mit ihren Blogs nicht mehr so recht zufrieden. Allen voran der umtriebige <a href="http://www.micropersuasion.com/2009/06/so-long-blogging-hello-lifestreaming.html">Steve Rubel</a>. Nun könnte man bei ihm noch unterstellen, dass er als PR-Guru (für Edelman) schon aus Marketinggründen immer <a href="http://www.steverubel.com/">auf dem Sprung</a> sein muss. Aber der Virus hat auch unverdächtigere Naturen erwischt, etwa <a href="http://www.injelea.de/plog/blog.php/injelea/2009/06/30/injelea-dna-der-naechste-anfang-ein-newsroom">Frank Hamm</a>. Oder auch <a href="http://www.stoweboyd.com/message/2009/06/housecleaning-and-facelift.html">Stowe Boyd</a>, der schon mal ein Unwohlsein äußert, aber vorläufig noch nichts ändern will.</p>
<p>Die Ursache des Unbehagens und Suchens nach neuen Formen liegt in der Natur des Internets, das sich allmählich von einem statischen zu einem dynamischen Medium ändert. Steve Rubel drückt es so aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;The web is slowly moving from an architecture of pages, to one that looks like a stream.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ablesen kann man das auch an Diensten wie <a href="http://www.friendfeed.com">FriendFeed</a> oder <a href="http://www.twitter.com">Twitter</a>. Nicht zuletzt <a href="http://www.facebook.com">Facebook</a>, das ursprünglich als statisch orientiertes Social Network gestartet ist, versucht immer wieder, seinem News-Feed eine zeitgemässe Dynamik zu geben. Auch FriendFeed geht immer wieder ein paar Schritte vorwärts und zusammen kann man das alles im Einzelnen gar nicht mehr nachvollziehen. Aber die Bewegung an sich hat Signalcharakter.</p>
<p>Ein weiteres Signal ist natürlich <a href="http://carta.info/10142/wave-google/">Google Wave</a> und das im doppelten Sinn: Einmal die <a href="http://wave.google.com/">Ankündigung</a> des neuen Produktes und dann auch die erstaunliche Resonanz (weltweit) darauf. Menschen organisieren spontan Treffen, um über Google Wave zu sprechen, während andere schulterzuckend daneben stehen und daran nichts Besonderes erkennen können. <a href="http://www.siggibecker.de/blog/archives/2009/06/1wavewednesday-in-duesseldorf/">Siggi Becker</a> erklärt dazu den größeren Zusammenhang so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wer kein evolutionäres Weltbild hat, der kann diese Werkzeuge einfach nicht einordnen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Klar ist also, dass wir vor einem größeren Transformationsschritt stehen. Unbedingt erforderlich auf dieser nächsten Evolutionsstufe werden aber intelligente Filtertechniken sein. Denn so schön das Lifestreaming auch ist, wir müllen uns da nur gegenseitig zu. Schon heute ist Twitter tagsüber fast nicht mehr zu gebrauchen, weil viel zu viele Leute nur vermeintlich Wichtiges in die Runde werfen und selber gar nicht zuhören.</p>
<p>Das Web der nächsten Stufe wird also mehr sein, als nur ein &#8220;alles-hier-jetzt-sofort&#8221; in bunten Bewegtbildern. Es wird uns Dienste und Organisationsformen bringen, die <a href="http://www.headshift.com/blog/2009/06/companies-should-be-like-our-b.php">ähnlich unserem Gehirn</a> arbeiten, das neueren Erkenntnissen zufolge permanent am Rande des Chaos operiert. Vernetzung, sehr große Datenmengen, Filtertechniken und Intelligenz sind also die Stichworte für das, was in der Luft liegt&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Kampf der Kulturen? Analoges Denken in der digitalen Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 06:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Mit markigen Worten sollte man ja vorsichtig sein. Aber vermutlich laufen wir tatsächlich auf so etwas wie einen &#8220;Kampf der Kulturen&#8221; zu, bei dem die alten, analogen Medien mit allen nur denkbaren Mitteln um ihre Existenz kämpfen werden. Ihr Feind &#8211; oder besser: Ihr Feindbild &#8211; ist die neue, digitale Welt.
In dieser digitalen Welt passieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/helico/405632849/"><img class="alignnone size-medium wp-image-2562" title="flickr-good-versus-evil-helico" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/flickr-good-versus-evil-helico-300x225.jpg" alt="flickr-good-versus-evil-helico" width="240" height="180" /></a></p>
<p>Mit markigen Worten sollte man ja vorsichtig sein. Aber vermutlich laufen wir tatsächlich auf so etwas wie einen &#8220;Kampf der Kulturen&#8221; zu, bei dem die alten, analogen Medien mit allen nur denkbaren Mitteln um ihre Existenz kämpfen werden. Ihr Feind &#8211; oder besser: Ihr <strong>Feindbild</strong> &#8211; ist die neue, digitale Welt.</p>
<p>In dieser digitalen Welt passieren viele Dinge und bewegen sich Akteure, die von den Vertretern der alten Medien nicht verstanden werden. Da wären einmal die <strong>Blogger</strong>. Schon deren blosse Existenz mutet vielfach wie ein Rätsel an: Warum schreiben diese Leute wirres Zeug ohne Recherche, anstatt einfach eine gute Zeitung zu lesen? Woher nehmen sie die Berechtigung, jetzt zu jedem Thema mitdiskutieren zu wollen, wo sie doch &#8220;keine Relevanz&#8221; haben und die normalen Zeitungsleser und Fernsehzuschauer doch auch ihren Mund halten &#8211; außer sie werden gefragt?</p>
<p>Dann wären da die <strong>Suchmaschinen</strong>, allen voran Google. Würden diese ihre Daten wenigstens alphabetisch auflisten, könnte man sich mit ihnen vielleicht noch arrangieren. Aber der Einsatz von Algorithmen macht das Suchen und Gefunden werden in den Augen klassischer Medienleute unverständlich, undurchsichtig und damit zu einer Entwürdigung.</p>
<p>Zu wahrem Teufelszeug aber werden diese Suchmaschinen, weil sich mit ihnen scheinbar mühelos viel <strong>Geld verdienen</strong> lässt, während den guten, alten Printmedien allmählich das Wasser bis zum Hals steht: Print verliert stetig Leser und Anzeigen, während Google schlafwandelnd sicher durch die aktuelle Krise steuert und dabei ohne Atem zu holen immer weiter Innovationen einführt und neue Geschäftsfelder erschliesst.</p>
<p>Zum Überlaufen aber bringt das Fass die Tatsache, dass alle diese neuen Akteure des digitalen Zeitalterns sich kaum mehr um die alten Medien und ihre Eliten scharen. Wo man eigentlich Achtung, Ehre und Respekt erwarten würde, denn schließlich sind die traditionellen Medien ja die vierte Gewalt im Staat, herrschen stattdessen eher <strong>Desinteresse</strong> und <strong>Respektlosigkeit</strong>.</p>
<p>Die neue Welt begegnet der alten oft genug mit der Attitüde, dass deren Zeit abgelaufen sei. Ja, man mag es formulieren wie man will, hier prallen wirklich Welten aufeinander. Wo die Fronten verlaufen, zeigen der Artikel von <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5A9CAF508685453EB782013BE79E9C91~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Hubert Burda in der FAZ</a> einerseits, sowie die sehr guten Antworten darauf von <a href="http://www.perlentaucher.de/blog/46_die_vierte_gewalt_ist_jetzt_im_netz">Anja Seeliger im Perlentaucher</a> und <a href="http://medialdigital.de/2009/06/30/dann-boykottiert-doch-google/">Ulirke Langer auf medial digital</a>. Mein Artikel auf <a href="http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/">Carta</a> zielt auf die technische Ebene und endet mit einem Plädoyer an die Kraft der Innovation.</p>
<p>Was aber, wenn die alten Eliten nicht wollen? Dann wird es den zähen Kampf um Subventionen, Gesetze zum <a href="http://carta.info/7832/schutzlos-ausgeliefert-hegemanns-fabel-zum-leistungsschutzrecht/">Leistungsschutzrecht</a> (für Verlage) und die <a href="http://carta.info/10288/abo-oder-flatrate-auf-welches-bezahl-modell-laeuft-es-hinaus/">Kulturflatrate</a> geben. Dieser <strong>Kampf </strong>könnte hart und unfair werden. Denn die alten Eliten wissen, dass sie auf Dauer nicht werden gewinnen können. Also werden sie das Internet diffamieren und versuchen auszubremsen, wo und solange es nur geht.</p>
<p>Das Problem dabei ist, dass es hier eine recht große Koalition analoger Alt-Eliten geben könnte. Denn der <strong>Medienwandel</strong> bedroht nicht nur Zeitungen und Zeitschriften, sondern pocht auch bei so manch anderer Branche an die Tür. Etwa im Bildungswesen, von den Schulen bis zu den Universitäten. Dazu kommen Industrie, öffentliche Verwaltung und Dienstleister, die bekanntlich mit dem Thema &#8220;Enterprise 2.0&#8243; noch so ihre liebe Mühe haben.</p>
<p>Ein wichtiger Punkt ist die Erkenntnis, dass die Vertreter des analogen Denkens vieles im Internet nicht verstehen und auch nicht verstehen wollen. Eine sachliche Auseinandersetzung auf der Ebene dessen, was etwa eine Suchmaschine leistet und was nicht, ist damit nur schwer möglich. Es ist, als ob zwei Parteien aufeinander treffen, die nicht dieselbe Sprache sprechen.</p>
<p>Aber nicht alle Probleme mit dem Internet liegen auf der Verständnisebene. Der Bereich Enterprise 2.0 steuert die wichtige Erkenntnis bei, dass Social Software tendenziell <strong>flache Hierarchien</strong> und ein eher demokratisches Rollenverständnis mit sich bringt (Netzwerkeffekte, Vernetzung&#8230;). Das aber ist ein kultureller Bruch für viele Institutionen, die streng hierarchisch aufgebaut sind.</p>
<p><a href="http://netzwertig.com/2009/07/01/innovationspsychologie-warum-der-umgang-mit-disruptionen-so-schwierig-ist/">Andreas Göldi</a> beleuchtet auf netzwertig.com, warum speziell für Manager der Umgang mit dem Wandel von der analogen zur digitalen Zeit so schwierig ist. Seiner Meinung nach sind <strong>Manager</strong> auch nur Menschen und neigen dazu, Entscheidungen von großer Tragweite auf die lange Bank zu schieben.</p>
<p>In dieser Erkenntnis liegt leider noch kein Lösungsweg. Wichtig wäre es jetzt, dass der Graben zwischen den beiden Welten nicht zu groß wird. Helfen können dabei Produkte bzw. Lösungen, die den Ein- und Umstieg ins digitale Zeitalter erleichtern. <a href="http://radar.oreilly.com/2009/06/apple-the-boomer-tablet-and-th.html">Mark Sigall</a> hat in einem Blogpost bei O&#8217;Reilly darauf hingewiesen, dass ein Tablet-PC von Apple den Baby-Boomern in Amerika wesentlich mehr helfen würde als das iPhone. Das iPhone ist in seinen Augen ein Produkt für junge Leute mit guten Augen und flinken Fingern. Ältere Personen dagegen kämen mit einem größeren Gerät sicher besser zurecht und könnten so den Umstieg von der gedruckten Zeitung zu Onlinemedien schaffen.</p>
<p>In diesem Sinne sollte man vielleicht auch &#8220;<strong>Barcamps für Silversurfer</strong>&#8221; organisieren und die Senioren damit auf die Seite der Internetfreunde ziehen. Aber auch bei Jugendlichen gibt es Bildungslücken, wenn etwa viele gar nicht recht wissen, was Blogs sind. Da müssen schon wir vom Web 2.0 ran, denn die <a href="http://carta.info/11070/wir-sind-entrueckt-und-unflexibel-fuenf-thesen-zur-zukunft-des-zeitungswesens/">Medienleute und Noch-Zeitungsmacher</a> haben gerade selber alle Hände voll zu tun&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schluss mit lustig: Bei TechCrunch werden die Leser aufmüpfig</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/05/25/techcrunch/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 May 2009 05:00:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Arrington]]></category>
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Das Bloggen hat auch schon bessere Zeiten gesehen. TechCrunch etwa war vor noch nicht allzu langer Zeit so etwas wie der Mittelpunkt des Web 2.0, seine Artikel wurden mit Andacht und Respekt gelesen, kommentiert oder verlinkt. 
Inzwischen aber scheint sich das Blatt zu wenden, mag Michael Arrington noch so cool auf einem Segway durch die (neuen) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/scobleizer/3435409516/"><img class="alignnone size-medium wp-image-2331" title="flickr-arrington-techcrunch-robert-scoble" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/flickr-arrington-techcrunch-robert-scoble-300x199.jpg" alt="flickr-arrington-techcrunch-robert-scoble" width="240" height="159" /></a></p>
<p>Das Bloggen hat auch schon bessere Zeiten gesehen. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/TechCrunch">TechCrunch</a> etwa war vor noch nicht allzu langer Zeit so etwas wie der Mittelpunkt des Web 2.0, seine Artikel wurden mit Andacht und Respekt gelesen, kommentiert oder verlinkt. </p>
<p>Inzwischen aber scheint sich das Blatt zu wenden, mag Michael Arrington noch so cool auf einem Segway durch die (neuen) Büroräume des Blogs fahren und gleichzeitig sein iPhone bedienen (einen Moment, den <a href="http://www.scobleizer.com">Robert Scoble</a> nicht besser hätte fotografisch einfangen können).</p>
<p>Wer etwa <a href="http://www.techcrunch.com/2009/05/23/how-facebook-myspace-and-youtube-killed-ebay/">diesen Gastartikel</a> von Keith Rabois (<a href="http://www.slide.com/">Slide</a>) liest und sich dann die Kommentare dazu anschaut, bekommt deutlich vor Augen geführt, dass die Leser unzufrieden sind. Nicht wenige Kommentare äußern offenen Unmut über die Qualität des Artikels und fordern bessere journalistische Standards ein!</p>
<blockquote><p>&#8220;Seriously please hire some guy that went to journalism school, someone that can do some basic research, instead of some celebrity due who is blogging about his latest brain fart…&#8221;</p></blockquote>
<p>So etwas wäre noch vor ein oder zwei Jahren undenkbar gewesen: Blogs waren etwas Besonderes und anders als die klassischen Medien, die das Internet ohnehin nicht verstanden. An Blogartikeln, zumal an denen von TechCrunch, gab es nichts zu kritisieren, allenfalls wurden die Thesen der Artikel kontrovers (in den Kommentaren) diskutiert.</p>
<p>Inzwischen ist das offenbar anders. Das Publikum ist heute anspruchsvoller und stellt insbesondere an die Flagschiff-Blogs hohe Ansprüche. Interessant ist dabei, dass die Kritiker explizit auf den Journalismus Bezug nehmen und dessen Basics, nämlich eine solide Recherche der Fakten, einfordern.</p>
<p>In der Tat hat der Gastautor in seinem Artikel in klassischer Blogmanier überhaupt nicht recherchiert, sondern einfach eine bemerkenswerte, aber auch recht gewagte These aufgestellt, die ihm die Leser so nicht mehr ohne Weiteres abkaufen. Sie wollen eine derart steile These belegt sehen!</p>
<p>Der Artikel mag ein Ausreißer sein. Ich stelle aber schon länger fest, dass sich in den Kommentaren von TechCrunch der Tonfall geändert hat. Er ist deutlich respektloser geworden. Ganz offenbar haben die Leser im Lauf der Zeit dazu gelernt und lassen sich nicht mehr jedes X für ein U vormachen.</p>
<p>Dazu gelernt haben aber auch andere Medien, wie etwa die New York Times oder auch Onlinemedien, die immer schon näher am klassischen Printstandard geschrieben haben (<a href="http://www.zdnet.com/">ZDNet</a>, <a href="http://www.cnet.com">cnet</a>&#8230;). Sie brauchten eine ganze Weile, bis sie die Tech-Blogs eingeholt hatten, punkten heute aber mit ihrer Verlässlichkeit und Faktentreue. </p>
<p>Abseits der (auch in den USA) immer wieder aufflammenden Kontroverse zwischen alten und neuen Medien müssen also auch Blogs sehen, dass die Luft für sie dünner wird. Einfach drauflos schreiben ist kein Geschäftsmodell (mehr).</p>
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		</item>
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		<title>Besser Lesen: Neue und alte Medien im Vergleich</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/05/19/lesen-medien/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 05:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<description><![CDATA[
Blogs sind schon toll (für mich). Aber nur so lange, wie es sich um relevante Fachblogs handelt. Bei Nebenher- oder Freizeitthemen kann ich mich einfach nicht an sie als Lesemedien gewöhnen. 
Meist liegt es daran, dass sie mir zu sehr in die Tiefe gehen. So lese ich beispielsweise weder Wein- noch Jazz-Blogs, obwohl mich beide Themen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/byrion/2971014479/"><img class="alignnone size-medium wp-image-2293" title="flickr-google-reader-mobile-byrion" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/flickr-google-reader-mobile-byrion-300x229.jpg" alt="flickr-google-reader-mobile-byrion" width="240" height="183" /></a></p>
<p><strong>Blogs</strong> sind schon toll (für mich). Aber nur so lange, wie es sich um relevante Fachblogs handelt. Bei Nebenher- oder Freizeitthemen kann ich mich einfach nicht an sie als Lesemedien gewöhnen. </p>
<p>Meist liegt es daran, dass sie mir zu sehr in die <strong>Tiefe</strong> gehen. So lese ich beispielsweise weder Wein- noch Jazz-Blogs, obwohl mich beide Themen interessieren. Allerdings möchte ich nicht jede Woche mit neuen Blogposts förmlich zugeschüttet werden. Das genau aber tun die meisten guten Blogs: Sie posten mit hoher Frequenz und führen damit tiefer in ihr Themengebiet ein, als es für mich mit eher beiläufigem Interesse gut ist.</p>
<p>Dabei sind <strong>Feedreader</strong> keine Lösung. Derzeit setze ich den <a href="http://www.google.de/reader">Google Reader</a> ein und bin damit prinzipiell sehr zufrieden. Aber eben nicht auf der Ebene der Freizeitthemen. Denn da stört es mich, dass ich regelmässig Blogposts ungelesen wegklicken muss. Zudem entsteht in mir das unbefriedigende Gefühl, aus dem &#8220;Überschuss&#8221; guter Blogposts nur schwer eine brauchbare Selektion treffen zu können: Denn dazu müsste ich jeden einzelnen Artikel überfliegen, was ich meist zeitlich gar nicht schaffe.</p>
<p>Das umgekehrte Problem habe ich mit den klassischen Medien, insbesondere <strong>Zeitungen</strong>. Über für mich fachlich relevante Themen berichten sie meist viel zu wenig und zu oberflächlich. Bei den beiläufigen Themen aber sind sie nach wie vor grandios, etwa <a href="http://www.freitag.de">der noch junge Freitag</a> und immer noch die <a href="http://www.faz.net">FAZ</a>.</p>
<p>Die alten Medien beherrschen etwas, das Blogs noch kaum können, sie decken <strong>Breite</strong> ab. Dabei schaffen sie es, mich immer wieder mit Sujets zu überraschen, auf die ich sonst nie gekommen wäre.</p>
<p>Aber schafft das nicht auch <strong>Twitter</strong>? Kann nicht <a href="http://twitter.com/MatthiasSchwenk">Twitter</a> eben diese Breite der alten Medien sehr gut abbilden und mit seiner Aktualität sogar noch toppen? Ich denke nicht. Zumindest derzeit noch nicht. Das gilt inbesondere für das noch recht kleine deutsche Twitterversum, in dem noch keine echte Vielfalt an Themen gegeben ist. </p>
<p>Allenfalls könnte man hier auf die zahllosen (externen) Twitter-<strong>Applikationen</strong> zurückgreifen und sich damit <a href="http://twitter.com/trends_de">Thementrends</a> anzeigen lassen. Aber hier gilt für mich: Im fachlich relevanten Bereich ist das in Ordnung. Bei den Freizeitthemen aber will ich nicht erst wie der sprichwörtliche Detektiv auf Spurensuche gehen müssen. </p>
<p>Bleiben noch die <strong>Aggregatoren</strong> wie der <a href="http://blogmonitor.de/">Blogmonitor</a>, <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> oder <a href="http://www.techmeme.com">Techmeme</a>. Man könnte dazu auch noch <a href="http://www.socialmedian.com/">Social Median</a> oder <a href="http://www.twine.com">Twine</a> nennen. Aber meistens ist es hier mit der Themenbreite (noch) nicht weit her. Meiner Meinung nach sind diese Instrumente sehr hilfreich, um sich nicht in der Tiefe einzelner Themen zu verlieren und dort vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen. In der Breite dagegen versagen sie meistens, nicht zuletzt wohl, weil sie bislang noch überwiegend von einem sehr <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Technophilie">technophilen</a> Publikum genutzt werden.</p>
<p>Insgesamt habe ich den Eindruck, dass wir in einer <strong>Übergangssituation</strong> stecken, in der die alten Medien durchaus noch mit gewissen Stärken punkten können, während ihnen die neuen Medien erst partiell so richtig das Wasser abgraben. </p>
<p>Besser Lesen ist damit immer noch keine Frage des &#8220;entweder oder&#8221;, sondern immer noch ein &#8220;sowohl als auch&#8221;. Daran ändert auch <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/05/08/htc-magic-adroid-google/">mein neues Handy</a> mit Anschluss ans mobile Internet nichts&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wird Rivva eingemottet? Ja. Leider.</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2009 02:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Frank Westphal wird bei Rivva kürzer treten. Im Blog gibt er bekannt, dass er die Weiterentwicklung einstellen und Rivva in einem &#8220;möglichst pflegeleichten&#8221; Modus fortführen wird.
Das sind keine guten Nachrichten. Sie können aber auch nicht überraschen, wenn man sich den Zustand der deutschsprachigen Blogosphäre vor Augen hält. Blogs spielen hierzulande immer noch keine nennenswerte Rolle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/casanovapacifista/3049551091/"><img class="alignnone size-medium wp-image-2214" title="flickr-the-lifestream-vikki-heartbreak" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/flickr-the-lifestream-vikki-heartbreak-300x168.jpg" alt="flickr-the-lifestream-vikki-heartbreak" width="300" height="168" /></a></p>
<p>Frank Westphal wird bei <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> kürzer treten. Im <a href="http://blog.rivva.de/archives/2009/5/4/in_a_silent_way/">Blog</a> gibt er bekannt, dass er die Weiterentwicklung einstellen und Rivva in einem &#8220;möglichst pflegeleichten&#8221; Modus fortführen wird.</p>
<p>Das sind keine guten Nachrichten. Sie können aber auch nicht überraschen, wenn man sich den Zustand der deutschsprachigen Blogosphäre vor Augen hält. Blogs spielen hierzulande immer noch keine nennenswerte Rolle und Rivva selbst hat es in mehr als zwei Jahren nicht geschafft, über den Status einer Anlaufstelle für Insider hinauszukommen.</p>
<p>An Frank Westphal liegt das nicht. Eher schon an der bemerkenswerten Belanglosigkeit und Beliebigkeit dessen, was sein Meme-Tracker an durchschnittlichen Tagen aggregiert. So wenig Rivva auf der technischen Ebene den Vergleich mit seinem amerikanischen Vorbild, <a href="http://www.techmeme.com/">Techmeme</a>, scheuen muss, so sehr unterscheiden sich leider Volumen und Qualität der Inhalte.</p>
<p>Im Kern liegt das wohl an der deutschen IT- und Internetszene. Schon der Bereich der Startups kann in Bezug auf die Menge der Arbeitsplätze und die Marktbedeutung seiner Unternehmen nicht einmal ansatzweise mit der Situation in den USA mithalten. Dünn ist es auch bei den mittleren bis großen Unternehmen. Egal ob Amazon, eBay oder Google: Vergleichbares haben wir hier einfach nicht.</p>
<p>Immerhin: Die sehr engagierte IBM macht einiges wieder wett (etwa als Sponsor der re:publica). Aber insgesamt ist das zu wenig, um so etwas wie eine deutsche &#8220;Ökono-Sphäre&#8221; (soziologisch und ökonomisch verstanden) im Internet entstehen zu lasen, die gesellschaftlich relevant und damit Vorbild für die Politik, die Medien und andere Branchen sein kann.</p>
<p>Und während der amerikanische Präsident schon ganz selbstverständlich <a href="http://www.whitehouse.gov/blog/09/05/01/Weekly-Address-Government-Actions-to-Address-the-H1N1-Flu-Virus/">bekannt geben kann</a>, dass seine Regierung auf Facebook, MySpace und Twitter über die Schweinegrippe informieren wird, sind wir in Deutschland von solchen Verhältnissen noch weit entfernt, was sich letztlich auch auf Rivva auswirkt.</p>
<p>Rivva hätte es verdient, endlich aus einem Schattendasein heraustreten zu können. Vielleicht können wir Blogger Frank Westphal ermutigen, den &#8220;modus operandi&#8221; von Rivva noch lange aufrecht zu erhalten. Bei mir jedenfalls bildet Rivva die Startseite im Firefox und ist somit das Erste, was ich jeden Morgen vom Web sehe. Es wäre sehr, sehr schade, wenn sich das ändern müsste&#8230;</p>
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		<title>Robert Basic und sein Konzept für Buzzriders</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/04/21/robert-basic-buzzriders/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 10:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem Webmontag in Hannover hat Robert Basic erstmals ausführlicher über sein Projekt Buzzriders gesprochen. Jan Tißler hat für das t3n-Magazin ein sehenswertes Interview mit ihm geführt:

Darin beschreibt Robert Buzzriders als eine Mischung aus Craigslist, Twitter, Blog und Social Network. Der Fokus soll auf der lokalen Ebene liegen (&#8221;Lokalzeitung&#8221;). Es wird also ähnlich wie bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Webmontag in Hannover hat <a href="http://www.robertbasic.de/">Robert Basic</a> erstmals ausführlicher über sein Projekt <strong>Buzzriders</strong> gesprochen. Jan Tißler hat für das <strong>t3n-Magazin</strong> ein sehenswertes <a href="http://t3n.yeebase.com/robert-basic-buzzriders-lokale-internet-revolutionieren-242369/">Interview</a> mit ihm geführt:</p>
<p><object width="400" height="307" data="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4247973&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=4247973&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /></object></p>
<p>Darin beschreibt Robert Buzzriders als eine Mischung aus <a href="http://www.craigslist.org/about/sites">Craigslist</a>, <a href="http://www.twitter.com">Twitter</a>, Blog und Social Network. Der Fokus soll auf der lokalen Ebene liegen (&#8221;Lokalzeitung&#8221;). Es wird also ähnlich wie bei Craigslist Seiten für einzelne Städte geben, auf denen (lokale) Kleinanzeigen einerseits und kurze Nachrichten (im Stil von Twitter) andererseits dominieren werden.</p>
<p>Dabei sollen die Nachrichten im Wesentlichen von den Bürgern vor Ort beigesteuert werden und von einem Lokalredakteur ergänzt bzw. betreut werden. Abgerundet wird Buzzriders durch den Aspekt des Social Networking, mit dem die Vernetzung wiederum auf lokaler Ebene gefördert werden soll.</p>
<p>Das klingt gut. Denn im Kern ist Buzzriders damit ein wirtschaftlich sehr schlankes Konzept, bei dem kein teurer Überbau mitfinanziert werden muss. Das Ganze steht und fällt mit der Beteiligung vor Ort und erinnert entfernt an die Idee der <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2007/04/13/mehr-demokratie-wagen-stadtwikis-als-kommunikationsplattform/">Stadtwikis</a>. Diese konnten sich jedoch auf breiter Ebene nicht durchsetzen, was vermutlich an der Software lag. Meist kam nämlich ein <a href="http://www.mediawiki.org/wiki/MediaWiki">Mediawiki</a> zum Einsatz, das dem Benutzer schon ein paar Grundkenntnisse in moderner Software abverlangt.</p>
<p>Da Robert Basic mit Buzzriders bewusst den Massenmarkt ansprechen will, wird er es in der Benutzerführung entsprechend einfach anlegen. Dennoch bleibt die Frage, ob und wo auf lokaler Ebene in Deutschland die Affinität bereits hoch genug ist, ein solches Medium zu tragen. Für Städte wie Berlin oder Freiburg kann ich mir das vorstellen. Andernorts mag vielleicht erst das Zeitungssterben helfen: Treten nämlich in deutschen Städten amerikanische Verhältnisse ein, werden alternative Plattformen (im Internet) schnell sehr willkommen sein.</p>
<p>Damit Buzzriders ein Erfolg werden kann, braucht es aber noch mehr, als nur genügend Bürgerjournalisten: Deren Hinweise und Artikel im Twitterformat machen nämlich nur Sinn, wenn sie mit Links auf entsprechende Quellen verweisen können. Es müssen also noch viel mehr Institutionen ins Web und vor allem müssen diese ihre statischen Webseiten zugunsten blogartiger Medien ersetzen, so dass man gut auf aktuelle Neuigkeiten und Hinweise verlinken kann.</p>
<p>Insgesamt also sehe ich Buzzriders als <strong>Schritt in die richtige Richtung</strong> und vielleicht wird es sogar ein richtig großer Wurf! Für (klassische) Zeitungen auf lokaler Ebene könnte es dann aber richtig eng werden&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wird der Freitag das nächste Zoomer.de?</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Mar 2009 06:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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Zoomer (aus dem Hause Holtzbrinck) ist ja schon Geschichte. Der Freitag (jetzt verlegt von Jakob Augstein) dagegen hat gerade erst so richtig neu begonnen, inzwischen aber schon Ärger mit seinen Bloggern. Was auf den ersten Blick nur nach technischen Unzulänglichkeiten einer Anlaufphase aussieht, könnte ein tief reichendes Kulturproblem sein und das gesamte Projekt in Gefahr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/foxtongue/24720422/"><img class="alignnone size-full wp-image-2007" title="im-blogging-this" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/im-blogging-this.jpg" alt="im-blogging-this" width="187" height="183" /></a></p>
<p><a href="http://www.zoomer.de/">Zoomer</a> (aus dem Hause Holtzbrinck) ist ja schon Geschichte. <a href="http://www.freitag.de/">Der Freitag</a> (jetzt verlegt von Jakob Augstein) dagegen hat gerade erst so richtig neu begonnen, inzwischen aber schon Ärger mit seinen Bloggern. Was auf den ersten Blick nur nach technischen Unzulänglichkeiten einer Anlaufphase aussieht, könnte ein tief reichendes Kulturproblem sein und das gesamte Projekt in Gefahr bringen.</p>
<p>Öffentlich Luft machte zunächst <a href="http://www.fixmbr.de/das-versagen-des-freitag/">Christian Sickendieck</a> (Fixmbr) seinem Ärger. Deutlich moderater folgte ihm <a href="http://sprechblase.wordpress.com/2009/03/24/der-freitag-espresso-mein-community-blog/">Cem Basman</a> (Sprechblase), bevor die Debatte mit einem Beitrag von <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/christianberlin/meine-freitagspause-1-zwischenbilanz">ChristianBerlin</a> direkt auf die Seiten des Freitag fand und zuletzt mit einer &#8220;Kritik an der Kritik&#8221; von <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/jaugstein/ueber-die-netznomaden-kleine-kritik-an-der-kritik-am-freitag">Jakob Augstein</a> fortgeführt wurde.</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie müssen bedenken, dass ich &#8211; und wir alle hier &#8211; aus der Kultur des Printjournalismus kommen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mit dieser Aussage belegt Jakob Augstein das ganze Dilemma des Freitag: So gut und einmalig die Idee war (und natürlich immer noch ist), die wöchentlich erscheinende Print-Ausgabe im Netz durch ein offenes System von Blogs zu ergänzen, so schlecht geriet die Umsetzung, weil das nötige Know How fehlte.</p>
<p>Der Freitag startete nämlich durchaus als attraktives Medium und zog mit Christian Sickendieck oder Cem Basman nicht gerade die Unerfahrensten oder Unbekanntesten unter Deutschlands Bloggern an. Ganz im Gegenteil. Und eigentlich hätte dem Freitag gar nichts Besseres passieren können, als ein paar namhafte Personen aus der Blogosphäre schon in einer sehr frühen Phase anziehen zu können. Aber dieses Potenzial hat man in Berlin offenbar überhaupt nicht erkannt und die Leute beinahe schon verprellt.</p>
<p>Reichlich spät reift denn auch bei Jakob Augstein die Erkenntnis, dass das Internet viel schneller ist als eine Zeitung (&#8221;Zeitungen brauchen Zeit&#8221;) und dass es hier weniger Geduld und weniger Bindungen gibt. Im Netz gibt es dafür etwas anderes, worauf erfahrene Blogger großen Wert legen: Ihre Online-Reputation. So schnell sie bei neuen Projekten und Ideen dabei sind, so schnell verlassen sie auch wieder das (vermeintlich) sinkende Schiff, etwa wenn dessen Ruf anfängt Schaden zu nehmen und droht, auf ihre eigene Online-Reputation abzufärben.</p>
<p>Für einen Herausgeber mit dem berühmten Namen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Augstein">Augstein</a> mögen das harte Worte sein. Man muss aber sehen, dass sich selbst in der so kleinen und relativ unbedeutenden deutschen Blogosphäre über die Jahre so etwas wie eine Art Wertesystem herausgebildet hat, das man nicht einfach völlig ignorieren kann. So gesehen ist der Aufschrei von Christian Sickendieck noch nicht das Ende und der Freitag ist noch kein sinkendes Schiff. Ein Umsteuern ist noch möglich. Gut wäre es, man würde spätestens jetzt ein oder zwei Lotsen an Boot holen, die nachweislich Erfahrung im Web 2.0 haben und das Bloggen nicht nur aus Büchern kennen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Besondere fehlt immer noch. Wo sind die Artikel zur SPD, deren Hybris und die Linkspartei? Der Alltag ist überflüssig, ebenso wie A-Z. Hier muss Neues her, Innovatives, Überraschendes.&#8221;</p></blockquote>
<p>Damit trifft Christian Sickendieck die zweite wunde Stelle des Freitag: Den Anspruch, irgendwie anders zu sein als die anderen Medien und einen neuen Ton einzuführen, kann das neue Hybridmedium nach den ersten Wochen noch nicht wirklich einlösen.</p>
<p>Die Ursache dafür ist schnell ausgemacht, sie kann in obigem Zitat von Jakob Augstein verortet werden. Der Freitag denkt noch viel zu sehr aus der alten Print-Perspektive heraus und hat deshalb bestimmte Themen und Strömungen gar nicht auf seinem Radar, weil diese nur noch online stattfinden.</p>
<p>Auch wenn die Printexperten (aller Medien) das nicht wahrhaben wollen: Die Avantgarde ist heute mit ihren Ideen und Themen fast vollständig im Netz und über die alten Medien kaum mehr abzugreifen. Mag auch der <a href="http://www.suhrkamp.de/">Suhrkamp Verlag</a> von Frankfurt nach Berlin umziehen, dem Freitag bringt das nichts, weil dieser Buchverlag ohnehin kaum viel mehr ist als ein honoriges Museum.</p>
<p>Der Freitag müsste sehr viel konsequenter aus dem Netz heraus gedacht und entwickelt werden. Würde man das tun, fiele auch sofort auf, dass man bei den Autoren ein Zwei-Klassen-System fährt, bei dem die Blogger nur für die Texte bezahlt werden, die besonders gut sind und in die Printausgabe übernommen werden. Für die Autoren im Printbereich gibt es diese qualitative Unterscheidung nicht. Warum eigentlich?</p>
<p>Davon abgesehen ist es im Prinzip völliger Unsinn, gute Texte aus den Blogs nachträglich noch einmal in gedruckter Form zu veröffentlichen. Das ist zwar nett gedacht, aber die Debatte läuft ja ohnehin im Netz und kann von einem Abdruck im Printmedium weder eingeholt werden noch zusätzliche Impulse gewinnen.</p>
<p>Der Printbereich des Freitag sollte statt dessen eher auf lange Texte setzen, weil viele Menschen immer noch lange Texte lieber auf Papier als am Bildschirm lesen. Dazu könnte man zu wichtigen Debatten (mit vielen Kommentaren) eine Art Zusammenfassung bringen. Damit würde der Onlinebereich vorneweg ziehen, während der gedruckte Freitag alles Wichtige nachführen, einordnen und zusammenfassen könnte. Eine solche Arbeitsteilung würde aber ganz klar das Primat der Onlineausgabe zubilligen, was man derzeit in Berlin wohl noch nicht will.</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Schub des Beginns ist weg, und nun dümpelt man einfach mal so weiter in der Hoffnung, dass es besser wird.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://blogbar.de/archiv/2009/03/21/hasse-ma-n-beitrach/">Rainer Meyer</a> (Don Alphonso) gibt sich also skeptisch und verweist bei dieser Gelegenheit zwischen den Zeilen auch darauf, dass er mit seiner Einschätzung zu <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2008/02/19/rivva-und-zoomer-ein-vergleich/">Zoomer</a> richtig lag. Ich hingegen traue Jakob Augstein einen Kurswechel zu, weil er keine Alternative hat. Denn sein Grundkonzept, den Umsatz im Wesentlichen mit der gedruckten Ausgabe zu machen und parallel dazu ein Standbein im Internet aufzubauen, das zwar weiter reicht als die Ansätze anderer Medien, aber immer noch dem Primat des Print untergeordnet bleibt, ist aufgrund des sich jetzt beschleunigenden Medienwandels Makulatur.</p>
<p>Da Jakob Augstein sicher nicht als der Totengräber des Freitag in die Geschichte eingehen will, wird er jetzt handeln. Etwas Zeit hat er noch&#8230;</p>
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