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Twitter schlägt gerade Facebook. So zumindest könnte man obige Grafik interpretieren, in der uns BlogPulse (Nielsen Online) zeigt, wie stark Twitter und Facebook in Blogs thematisiert werden. Man beachte die gelbe Linie am unteren Bildrand. Sie zeigt, daß in der Blogosphäre FriendFeed derzeit noch kaum ein Thema ist.

Beim Blick auf Google Trends relativiert sich das Bild: Der Hype um Twitter schlägt sich in den Suchanfragen noch wenig nieder und von FriendFeed ist praktisch nichts zu sehen (Facebook ist hier gelb, Twitter blau, FriendFeed rot).

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Dieses Bild ändert sich natürlich auch nicht, wenn man den Zeitraum auf die letzten 12 Monate reduziert. Damit ist klar, dass Twitter derzeit einen medialen Hype erlebt, der sich erst noch in Mitgliederzahlen ummünzen muss.

Facebook dagegen ist bereits so groß, dass manche Seiten im Web von diesem Social Network mehr Traffic erhalten als von Google (laut einer Aussage von AdAge). Zudem schauen die Entwickler von Facebook fleissig bei Twitter und FriendFeed ab, um den eigenen Newsfeed als beste aller Welten erscheinen zu lassen.

Bei FriendFeed sieht es im Moment eher so aus, als würde diese Plattform nicht mehr abheben, sondern als eine Art Ersatzteillager für andere herhalten müssen. Das wäre ein bitteres Schicksal. Ob daran Louis Gray und Robert Scoble noch etwas ändern können?

Technorati LogoEiner Meldung von Techcrunch zufolge gibt es bei Technorati konkrete Pläne, eine Werbeplattform für Blogs aufzubauen. Wirklich überraschend kommt das nicht: Technorati wurde zwar seit der Gründung im Jahr 2002 durch Dave Sifry schnell zu einer Ikone der Blogosphäre, ließ aber bis zuletzt ein klares Geschäftsmodell vermissen.

Unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Richard Jalichandra soll sich das nun ändern. Liest man die Reaktionen auf diese Meldung quer, wird deutlich, dass Technorati nach wie vor viele Freunde in der Blogospähre hat. Allerdings sind diese Freunde zugleich auch überwiegenden skeptisch. Denn Werbenetzwerke sind nicht gerade der letzte Schrei und Technorati könnte das Feld etwas zu spät betreten.

Meiner Meinung nach stand sich Technorati jahrelang selbst im Weg und ist damit vielleicht nicht ganz untypisch für Startups im Tech-Bereich: Weil die Gründer von der “technischen Seite” her denken, kommen ihnen nahe liegende Dinge gar nicht in den Sinn. Wer wie Technorati quasi die Hand auf weiten Teilen der Blogosphäre hat, hätte daraus längst eine Basis für Marktforschungen machen können. Sifry muss sich heute vorwerfen lassen, dass er etwas aus der Hand gegeben hat, das nun von Nielsen unter dem Namen blogpulse angeboten wird.

Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass wenn ich Geeks und Gründer auf Marktforschung anspreche, ich nur ungläubiges Staunen oder Desinteresse ernte. Im Januar schrieb ich über Twitter (in englischer Sprache auf Tech IT Easy) und dessen fehlendes Geschäftsmodell. Wie die Kommentare zeigen, wurde mir meine Ideen dazu im Kreis um Jérémy Fain nicht so ganz abgenommen.

Zwar ist den Tech-orientierten Kreisen schnell Begeisterung für neue Programme, Applikationen oder Mash-ups zu erzielen. Was aber im laufenden Gebrauch mit den sich ansammelnden “Datenfriedhöfen” passiert oder passieren könnte, interessiert da kaum. Deshalb bin ich schon sehr gespannt, was aus blogoscoop werden wird. Je nachdem, wie das Projekt einschlägt, wird es nämlich auch so eine Datensammelstelle. Muss ich mir da irgendwann an die eigene Nase fassen?

Wir werden sehen und schauen jetzt erst einmal auf Technorati…