Blog

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Eigentlich ist das hier ja ein seriöses und völlig ernsthaftes Blog über Betriebswirtschaft und Social Software. Aber diese Sache muss ich hier einfach auch zum Thema machen: Die fünf Filmfreunde haben letzte Woche eine sagenhafte Komödie abgezogen, in dem sie den Ausstieg eines Teammitglieds über eine Folge von mehreren Blogbeiträgen wie einen eskalierenden und völlig aus dem Ruder laufenden Streit haben aussehen lassen.

Ich gebe zu: Ich habe das selbst geglaubt und war bitter enttäuscht über das vermeintliche Ende des Blogs! Das umso mehr, als ich selbst schon vor verständnislosen, schwäbischen Mittelständlern in meiner Not genau diese Truppe als Beispiel dafür angeführt habe, was man heute mit Blogs alles machen kann (bewirkt hat es freilich nichts…).

Um so mehr bin ich jetzt erleichtert, dass es weiter geht. Großes Kino, wirklich! Oder wie es in einem der weit über Hundert Kommentare steht: “Was ein Blog kann, kann halt nur ein Blog”.

Eigentlich könnte ich hier im Blog eine neue Kategorie aufmachen: “Wer mir so alles auf Twitter folgt”…

Jedenfalls folgt mir seit gestern Mathias Richel, in dessen Blog ich dann dieses Video gefunden habe:

eingebunden mit Embedded Video

Nein, es ist nicht mein Namensvetter aus Berlin, der hier Gitarre spielt und singt, sondern Ben Walker. Der Musiker hat noch eine zweite Website und selbstverständlich twittert er auch.

Wer oder was ist Metora? Der Name steht für eine Plattform im Web, die Unternehmen und Institutionen “mit Wissens- und Expertenpools, themenorientierten Communities, Veranstaltungen und hochwertigen IT-Tools und Services” versorgen möchte. Initiatoren sind u. a. die BITKOM sowie die TU Chemnitz, dazu kommen als Partner namhafte Firmen und Institute.

Im Bereich der Veranstaltungen gibt es mit der KnowTech (Konferenz) zweifellos ein sehr gutes Angebot. Die Plattform im Web dagegen macht mich sprachlos und springt eindeutig viel zu kurz: Das Web 2.0 wird hier zum Rohrkrepierer.

Schon die Startseite der Community spricht Bände und könnte in Sachen Usability und Barrierefreiheit mühelos Preise für das beste Negativbeispiel gewinnen. Ein Blick in das “eigens dafür angelegte” Blog zeigt, dass man hier über die guten Absichten nicht hinaus gekommen ist. Das Wiki hat (noch) keinen öffentlichen Bereich und kann von mir daher nicht näher beurteilt werden. Insgesamt aber scheint mir das alles sehr dürftig zu sein, dafür dass hier ausgewiesene Experten und Institutionen demonstrieren wollen, wie  Wissensmanagement im Web heute aussehen kann.

Nun ist es ja immer recht einfach, ein Angebot zu kritisieren. Schwieriger ist schon die Frage, was man anders und besser machen kann. Deshalb hier ein paar Ansätze aus meiner Sicht:

  1. Das Closed-Shop-Denken überwinden: Wer Traffic und Aufmerksamkeit für sein Angebot im Web haben möchte, muss es möglichst offen halten. Die Wikipedia wäre nie zu dem geworden, was sie heute ist, wenn sich jeder Leser erst registrieren müsste. Und warum sollte ein Experte einen Artikel in ein Wiki stellen, das nur von ein paar Hundert anderen Experten (der gleichen Community) genutzt wird? Das hier vorliegende Denken in “geschlossenen Strukturen” läuft den Prinzipien des Web 2.0 zuwider und verhindert gerade den Aufbau einer attraktiven Wissensbasis. Nicht Exklusivität, sondern Offenheit ist der Motor im Web.
  2. Richtig bloggen: Die Vernetzung von Experten untereinander geschieht heute am einfachsten über das Web. Dazu braucht man aber ein “Medium”, mit dem man sich beteiligen kann. Ein Blog ist hierfür die erste Wahl. Das alles ist nicht gerade neu und wird sicher auf der KnowTech von etlichen Referenten vermittelt und betont werden. Nur praktisch macht es kaum einer! Schaut man sich die sehr lange Referentenliste der Konferenz durch, findet man nur wenige Personen oder Institutionen, die aktiv bloggen oder gar twittern.
  3. Einen Social Community Manager bestellen: Selbst mit einem offenen Wiki flankiert von einem oder mehreren Blogs wird sich noch nicht sehr viel tun. Eine Community im Web bildet sich nicht automatisch, sondern muss aktiv aufgebaut und gepflegt werden. In den USA weiß das jedes Web-Startup und die Position des Community Managers ist eine Wichtige, die selbst bei knappen Budgets immer besetzt ist.
  4. Die Medienvielfalt des Web intensiver nutzen: Schaut man sich die Website von Metora und der KnowTech Konferenz an, so fällt als erstes auf, dass sie (obwohl neuen Datums) völlig langweilig sind und in ihrer Machart dem Stand des Web von vor 10 Jahren entsprechen. Warum nur Text und altbackene Grafiken? Wo sind die Videos, Podcasts und Präsentationen? Wo die Kommentarfunktion, über die man Feedback, Anregungen oder auch Fragen weitergeben kann? Wo ist der RSS-Feed, der über Aktualisierungen auf der Seite automatisch informiert?

Insgesamt bleibt also ein zweispältiger Eindruck: Da wird einerseits propagiert, wie man mit den neuen Möglichkeiten des Web Unternehmen in Sachen Wissensmanagement voran bringen kann, was sehr zu begrüßen ist. Andererseits aber sehen die Ansätze im Web dazu reichlich halbherzig und stellenweise dilettantisch aus. Will hier jemand schwimmen lernen ohne nass zu werden?

Mich ärgert, dass anders als in den USA bei uns in Deutschland zwar über die Dinge geredet, praktisch aber zu wenig gemacht wird. Wer Kompetenz in Sachen Web bzw. Web 2.0 beansprucht und sich diese Themen auf die Fahnen schreibt, dann aber nur mit den hier beschriebenen Ergebnissen aufwarten kann, stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.

Dass selbst Projektbeteiligte von Metora offenbar noch nicht ganz davon überzeugt sind, zeigt sich daran, dass man die eigenen Erkenntnisse anstatt im Wiki oder einem Blog lieber als Artikel in einer konventionellen Fachzeitschrift (Print) publiziert. So wird neuer Wein in alte Schläuche gegossen!

Den mit “Wissensmanagement in Netzwerken: Kooperationen 2.0” betitelten Artikel kann ich jedenfalls nicht offen im Netz lesen. Dabei hätte ich eigentlich gedacht, wir seien auf dem Weg in ein neues Zeitalter und die Vertreter der einschlägigen Verbände, flankiert von Experten aus Hochschulen und IT-Unternehmen würden uns da beispielhaft vorangehen…

Keine lange Eloge hier, aber sieht das Blog jetzt nicht gut aus? Mit 15 beherzten Eingriffen in das Stylesheet habe ich die Optik dahin gebracht, wohin ich sie haben wollte: Statt Türkis und Times New Roman wieder das gewohnte Dunkelrot und reichlich Arial.

Ein paar kleinere Bugs gibt es noch, etwa die Bilder in Artikeln, die praktisch randlos am Text kleben. Auch die Nennung des Autors (”von schwenk”) zwischen Titel und Text der Artikel stört mich und wird noch eliminiert.

Hinter den Kulissen arbeiten jetzt zwei (für mich neue) Plugins in Sachen Blogstatistik: CyStats und Stat Traq. Auf Anhieb macht dabei CyStats der aufgeräumteren Optik wegen den besseren Eindruck. Ich lasse aber beide mal eine Weile parallel laufen. Zum Vergleich habe ich ja noch die Zahlen von blogoscoop.

Bis hier alles perfekt sitzt, dürfte vermutlich schon das Update auf WordPress 2.7 anstehen und wehe, die Tarski-Brüder bringen dazu auch ein Update für ihr Theme

Das Blog läuft wieder, wenn auch noch nicht ganz in der Form, die ich gerne hätte. WordPress ist auf dem aktuellst möglichen Stand und das neue Theme ist installiert. Für die deutsche Sprachfassung geht ein Dank an Andreas Beer (Sauerlandthemen).

Erst in den letzten Tagen wurde mir bewusst, dass ich mir mit Tarski ein sehr populäres Theme ausgewählt habe: Bei WordPress steht es derzeit in den Download-Statistiken auf Platz 5. Dazu kommt, dass bei Tarski vieles anders ist als bei Naked Gemini. Jennifer Ledbetters Theme war ein ziemlich einfaches Konstrukt, in dem ich leicht das Eine oder Andere selbst anpassen konnte. Tarski dagegen ist ein extrem gut durchdachtes und hierarchisches Gebilde, in dem sich der Laie etwas schwerer tut, will er vom “Pfad der Tugend” abweichen. Und das möchte ich, soll doch mein Blog in Sachen “Corporate Design” seine formale Eigenständigkeit behalten. Es wird also noch Änderungen am Farbschema (und vielleicht auch bei den Schriftarten) geben.

Zum Schutz gegen Spam: In der Vergangenheit wurde mein Blog mit zwei Plugins sehr erfolgreich gegen Spam verteidigt: Math Spam Protection in Kombination mit Simple Trackback Validation. Akismet war dabei deaktiviert. Diese Kombination empfahl mir Martin Kunzelnick und sie hat wirklich sehr gut funktioniert.

Nun läuft aber Math Spam Protection nicht unter WordPress 2.6, so dass eine andere Lösung her musste. Von Henning Schürig erhielt ich den Hinweis auf Frank Bueltges JS AntiSpam Plugin. Der “moderne Bruder” dazu dürfte wohl WP-SpamFree sein, dessen Funktionsweise auf den Seiten bei WordPress ausführlich dargestellt ist. Nur so viel hier: Wer von meinen Lesern sowohl Javascript als auch Cookies deaktiviert hat, wird wohl künftig nicht mehr kommentieren können. Ob damit im Sinne der Barrierefreiheit eine neue Hürde aufgebaut wird? Andererseits entfällt damit die Rechenaufgabe…

Schade in Sachen OpenID: Dafür gibt es zwar ein Plugin (so dass sich Leser zum Kommentieren mit ihrer OpenID identifizieren können), ihm fehlt bei mir aber die Unterstützung für “libcurl” (was immer das ist). Diese Frage muss ich an meinen Hoster, die Strato AG (Berlin), stellen. Auf deren Reaktion bin ich gespannt.

Vielleicht ist das aber gar nicht so wichtig, denn mir stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die Kommentare hier in der traditionellen Form weitergeführt, oder durch eines der neuen Kommentarsysteme wie IntenseDebate bzw. Disqus ersetzt werden sollen. Auf beyond workflow habe ich IntenseDebate bereits im Einsatz und das wird auch so bleiben. Frank Hamm und Rainer Helmes sind diesem Beispiel bereits gefolgt. Ein wesentlicher Vorteil dieses Systems ist seine Verbindung zu FriendFeed: Findet eine Debatte zu einem Blogartikel dort statt, wird sie auch im Blog sichtbar. So werden beide Systeme sinnvoll verknüpft.

In amerikanischen Blogs sind diese beiden Kommentarsysteme bereits relativ häufig anzutreffen, Disqus etwas öfter als IntenseDebate. Beide liefern sich einen intensiven Wettbewerb um die Gunst der Blogger. Was ist Eure Meinung dazu? Und wie findet Ihr das “neue” bwl zwei null?

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