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	<title>bwl zwei null &#187; Technologie</title>
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	<description>Matthias Schwenk on the Post Everything Economy</description>
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		<title>Zur Rolle des Eigentums in der digitalen Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 17:06:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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Unter dem Titel &#8220;Eigentumpopeigentum&#8221; hat Michael Seemann einen Blogartikel zur Rolle des Eigentums in unserer digitalen Gesellschaft geschrieben. Seine Kernaussage lautet: Eigentum verliert an Bedeutung, weil sich mittels moderner Kommunikationstechnologie die Nutzung von Gütern verschiedenster Art so steuern lässt, dass nicht mehr jeder jeden Gegenstand permanent besitzen und damit dessen Eigentümer werden muss.
Ein durchaus treffendes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/beaucom/2934274779/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-5590" title="sp ? plattenbau" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/2934274779_ed33d74f7d_z-300x200.jpg" alt="sp ? plattenbau" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Unter dem Titel &#8220;Eigentumpopeigentum&#8221; hat <a href="http://mspr0.de/?p=2817" target="_blank">Michael Seemann</a> einen Blogartikel zur Rolle des Eigentums in unserer digitalen Gesellschaft geschrieben. Seine Kernaussage lautet: Eigentum verliert an Bedeutung, weil sich mittels moderner Kommunikationstechnologie die Nutzung von Gütern verschiedenster Art so steuern lässt, dass nicht mehr jeder jeden Gegenstand permanent besitzen und damit dessen Eigentümer werden muss.</p>
<p>Ein durchaus treffendes Beispiel in seinem Text ist das zunehmende Aufkommen von Carsharing. Hier im <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/daimler-car2go-blog/" target="_blank">Blog</a> wurde dazu übrigens schon 2009 auf Daimlers Initiative car2go verwiesen, die mittlerweile weltweit in <a href="http://blog.car2go.com/2011/11/28/aus-4-mach-8-die-weltkarte-fuellt-sich/" target="_blank">8 Städten</a> verfügbar ist.</p>
<p>Michael Seemann bleibt jedoch nicht bei dieser Gattung von Gütern stehen, sondern diskutiert in der Folge anhand des Wohneigentums die Frage, ob es den Eigentümer überhaupt noch braucht, oder ob in unserer Gesellschaft derartige Verteilungsfragen nicht auch anders gelöst werden könnten. Dazu von meiner Seite zwei Anmerkungen:</p>
<p><strong>Eigentum und technischer Fortschritt</strong></p>
<p>Die auch in meinen Augen deutlich sichtbar abnehmende Relevanz von Eigentum in unserer modernen Gesellschaft lässt sich nicht allein auf das Aufkommen neuer Verteilungsmechanismen im Wege der digitalen Kommunikation zurückführen, sondern muss auch im Kontext des technischen Fortschritts in der Produktion gesehen werden, der eine Vielzahl von Gütern des täglichen Bedarfs hat kostengünstig und ubiquitär verfügbar werden lassen. Fast nichts, was der Mensch zum Leben braucht, ist heute noch knapp. Produkte auf den Markt zu bringen verursacht heute keine Mühe mehr.</p>
<p>Allerdings müssen die Hersteller von Konsumgütern immer mehr Mühe darauf verwenden, Produkte weiterhin als hochpreisige Luxusartikel im Markt zu halten, weil praktisch alles auch in Form von Billigware verfügbar ist &#8211; bis hin zum Problem der Imitate von Markenartikeln. Nebenbei bemerkt: Das Kernproblem der Imitate ist nicht etwa der Umsatzverlust bei den Herstellern der Originalware, sondern der ihnen innewohnende Hinweis, dass sich diese Artikel im Prinzip auch sehr viel günstiger herstellen und vertreiben lassen.</p>
<p>Wo also Gegenstände des täglichen Bedarfs nicht mehr knapp sind, sondern jederzeit für wenig Geld ersetzt werden können, bleibt zwar das Prinzip des Eigentums erhalten, es büsst jedoch etwas von seinem Stellenwert ein. Als weitere Relativierung kommt hinzu, dass bestimmte Güter wie etwa Fernsehgeräte oder Tablet-Computer trotz eines vielleicht hohen Anschaffungspreises dennoch keinen hohen Eigentumswert besitzen, weil sie keine Anschaffung mehr für Leben darstellen: Der Konsument heute weiß, dass der gekaufte Gegenstand in spätestens 3 oder 4 Jahren technisch veraltet sein wird und durch ein (besseres) Nachfolgemodell ersetzt werden kann.</p>
<p>Man mag die hier getroffenen Feststellungen für unbedeutend halten. Denn bei der Kritik am Kapitalismus geht es nicht um Zahnbürsten oder Kochtöpfe, sondern um das große Ganze. Dabei wird aber leicht übersehen, dass der technische Fortschritt nicht bei den eher geringwertigen Gütern des täglichen Bedarfs stehen bleibt, sondern allmählich auch die komplexeren und prinzipiell teuren Produktgattungen wie den Fahrzeug- oder Wohnungsbau erfasst. Zwar wehren sich hier die Hersteller mit aller Macht gegen ein Absinken des Preisniveaus und setzen sich vehement für den Erhalt ihrer althergebrachten Geschäftsmodelle ein. Es wird ihnen aber auf lange Sicht nichts nützen. Die hier sich abzeichnenden Veränderungen sollte deshalb berücksichtigen, wer neue Modelle von Eigentum bzw. Verteilung und Verteilungsgerechtigkeit diskutieren möchte.</p>
<p><strong>Eigentum und Verteilung</strong></p>
<p>Ein Punkt bei der Frage der Verteilung sei hier noch herausgegriffen. Michael Seemann bringt eine herrliche Argumentationskette ins Spiel, bei der am Ende der Eigentümer (und Vermieter) von Wohnraum scheinbar überflüssig wird, weil er nur noch &#8220;Produktivitätsgewinne&#8221; einstreicht und dem System offenbar keinen Nutzen mehr bringt. Eine solche Sicht der Dinge übersieht, dass jeder Eigentümer von Wohnraum, der diesen vermieten möchte, prinzipiell vor der Frage steht, welche der dabei anfallenden Aufgaben er selbst erledigen und welche er an Dienstleister auslagern möchte. Er kann delegieren, muss aber nicht.</p>
<p>Entscheidet sich ein Eigentümer nun dafür, sämtliche mit der Bewirtschaftung des zu vermietenden Wohnraums anfallenden Fragen auszulagern, wird er deshalb aber nicht überflüssig, sondern macht nur sichtbar, wie weit die Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft heute gehen kann. Denn die Beauftragung von Maklern, Verwaltern und Steuerberatern wird vielfach nicht aus Faulheit oder einem Hang zur Gewinnmaximierung erfolgen, sondern schlicht aus der Erkenntnis, dass die Vermietung von Wohnraum in Deutschland eine hochkomplexe Materie geworden ist, bei der etwa Fragen des Mietrechts, Steuerrechts und Fragen der sachgerechten Instandhaltung von Gebäuden häufig nur noch unter Einschaltung von Experten sinnvoll beantwortet werden können.</p>
<p>Darüber hinaus verbleibt beim Eigentümer auch bei der weitestgehend möglichen Delegation von Aufgaben immer das Investitionsrisiko. Wer ihm dieses abnehmen und auf andere Schultern verlagern möchte, sollte zusehen, dass Qualität und Vielfalt nicht auf der Strecke bleiben: Den Plattenbau der DDR-Bürokratie wünscht sich wohl niemand zurück.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Festzuhalten bleibt, dass mit der digitalen Gesellschaft im 21. Jahrhundert die Fragen nach Eigentum und Besitz vielfach neu gestellt werden: Einerseits werden mittels moderner Kommunikation Formen des Sharings effizienter oder überhaupt erst möglich, andererseits nimmt aufgrund einer fast schon als Überproduktion zu bezeichnenden Angebotsvielfalt an Gütern des täglichen Bedarfs die Wertschätzung von Eigentum tendenziell ab (die Wegwerfgesellschaft lässt grüßen).</p>
<p>Die Frage der Verteilungsgerechtigkeit an den sich verschiebenden Kategorien von Eigentum festzumachen, halte ich aber für falsch. Die zunehmende Disparität zwischen Armen und Reichen in unserer Gesellschaft sind nicht ursächlich in Eigentumsfragen zu suchen, sondern in der zu niedrigen Besteuerung von Gewinnen und hohen Einkommen.</p>
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		<title>Roger McNamee über die Zukunft des Internets: Microsoft und Google werden verlieren, Apple und Facebook gewinnen</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 07:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Web]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Roger McNamee]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Mann im Kapuzen-Sweatshirt ist eine schillernde Persönlichkeit: Musiker und (Ex-)Hippie einerseits, Venture-Capitalist und Buchautor andererseits. Im Silicon Valley ist Roger McNamee, Mitgründer von Elevation Partners, als einer der frühen Investoren in Facebook gut bekannt. Seine Aussagen über die Zukunft des Internets sind sehenswert, denn er lehnt sich weit aus dem Fenster und spart nicht mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mann im Kapuzen-Sweatshirt ist eine schillernde Persönlichkeit: <a href="https://twitter.com/#!/moonalice" target="_blank">Musiker</a> und (Ex-)Hippie einerseits, Venture-Capitalist und Buchautor andererseits. Im Silicon Valley ist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Roger_McNamee" target="_blank">Roger McNamee</a>, Mitgründer von <a href="http://www.elevation.com/index.html" target="_blank">Elevation Partners</a>, als einer der frühen Investoren in Facebook gut bekannt. Seine Aussagen über die Zukunft des Internets sind sehenswert, denn er lehnt sich weit aus dem Fenster und spart nicht mit provokativen Aussagen:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/aR6jLD1USW0?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/aR6jLD1USW0?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Eine längere Fassung des gleichen Vortrags, dieses Mal mit Sakko statt Kapuzen-Sweatshirt, gibt es <a href="http://fora.tv/2011/06/28/Elevation_Partners_Director_and_Co-Founder_Roger_McNamee#fullprogram" target="_blank">hier</a> (Fora.TV). Ein paar Anmerkungen aus meiner Sicht:</p>
<p>Seine Beobachtungen zu <strong>Microsoft</strong> und <strong>Google</strong> sind zweifellos bemerkenswert. Sie bedeuten aber nicht, dass die beiden Unternehmen in naher Zukunft einfach verschwinden werden: Sie verlieren nur ihre dominante Stellung, weil jetzt zunehmend andere Plattformen neben sie treten und damit die bislang monolithischen Strukturen einebnen werden (bei Betriebssystemen im Fall von Microsoft und bei alternativen Suchmöglichkeiten gegenüber Googles Suchindex).</p>
<p>Die starke Betonung von <strong>Apple</strong> und den <strong>Tablet-Computern</strong> enthält meines Erachtens einen Denkfehler. Tablets werden nicht so dominant werden, wie Roger McNamee vermutet, weil sie nur ein Element eines immer breiter und vielfältiger werdenden Hardware-Spektrums sind. Spielkonsolen erwähnt er gar nicht, vermutlich weil er keine Erfahrung damit hat. Auch das &#8220;Internet der Dinge&#8221; wird nicht thematisiert. Der Wesenskern der gerade ablaufenden Veränderung besteht also nicht darin, dass es jetzt Tablets gibt, sondern dass wir von immer mehr Gegenständen umgeben sind, die mit dem Internet Verbindung aufnehmen können.</p>
<p>Seine Betonung der Bedeutung von <strong>HTML5</strong> ist sicher richtig. Im Vortrag auf Fora.TV gibt er dazu noch eine sehr interessante Antwort auf eine Frage aus dem Publikum, das Urheberrecht betreffend. Sinngemäß führt er aus, dass Raubkopien ein großes Problem waren und noch immer sind, tendenziell aber an Bedeutung verlieren werden, weil künftige Inhalte nicht mehr als einfach zu kopierende Dateien in Erscheinung treten werden, sondern als komplexe und vernetzte Strukturen, die sich schlicht nicht mehr kopieren lassen. Das ist in meinen Augen eine visionäre Aussage, die plausibel und spannend zugleich klingt!</p>
<p>Schließlich noch das Social Web. Hier sei alles gelaufen und <strong>Facebook</strong> als dominierender Akteur etabliert. Das darf man gerne hoffen, wenn man ein größeres Paket an Facebook-Aktien besitzt. Leider hat Roger McNamee hier nicht in die Zukunft, sondern nur in seinen Geldbeutel geschaut. Facebook ist bei weitem nicht die sichere Bank, um die sich alle anderen herum gruppieren müssen, auch wenn Mark Zuckerberg das sicher gerne so hätte (mehr dazu in Kürze hier im Blog).</p>
<p>Insgesamt ein sehr interessantes Video, das mich zu der Überlegung gebracht hat, ob die heute gängige Trennung in &#8220;Web 1.0&#8243; und &#8220;Web 2.0&#8243; nicht bald schon überholt sein wird. Aus der Zukunft rückblickend wird vielleicht neu eingeteilt: In die Phase, in der man praktisch nur mit einem PC bzw. Notebook in Verbindung mit einem Browser im Web unterwegs war (also von 1994 bis ca. 2007), und in die neuere Phase, in der das Web über eine Vielzahl von Geräten und über unterschiedliche Software-Modalitäten genutzt wird, bis hin zum Internet der Dinge, zu dem Smartphones und Tablets nur den Einstieg markieren.</p>
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		<title>Ist das die Zukunft? Sprachsteuerung mit Siri auf dem Apple iPhone</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Oct 2011 07:00:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
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Als Apple das iPhone auf den Markt brachte, war dessen Touchscreen ein Triumph im leider viel zu kurzen Leben des Steve Jobs. Vier Jahre später kommt mit Siri ein Programm zur Sprachsteuerung auf das aktuelle iPhone (4S), mit dem der Touchscreen beinahe arbeitslos zu werden scheint: Man spricht jetzt mit dem Smartphone, wenn man telefonieren, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/68650874@N06/6242983816/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-5491" title="Apple iPhone 4S" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/6242983816_bfb2307572-300x198.jpg" alt="Apple iPhone 4S" width="240" height="158" /></a></p>
<p>Als Apple das iPhone auf den Markt brachte, war dessen Touchscreen ein Triumph im leider viel zu kurzen Leben des Steve Jobs. Vier Jahre später kommt mit Siri ein Programm zur Sprachsteuerung auf das aktuelle iPhone (4S), mit dem der Touchscreen beinahe arbeitslos zu werden scheint: Man spricht jetzt mit dem Smartphone, wenn man telefonieren, Musik hören oder Informationen abrufen möchte. Ist das die Zukunft und Apple der Konkurrenz wieder mal um Längen voraus? Oder wird hier nur eine in den Geräten der Konkurrenz relativ ähnlich anzutreffende Technik <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=LEqpfaRaWxU" target="_blank">sehr geschickt vermarktet</a>?</p>
<p>Ob der Sprachsteuerung die Zukunft gehört, kann aus heutiger Sicht noch nicht zwingend mit &#8220;ja&#8221; beantwortet werden. Dagegen spricht der eigentlich erstaunliche Trend zur weniger Sprachtelefonie und mehr Kommunikation via Text auf mobilen Geräten. Die Menschen telefonieren nicht mehr so viel, sie schreiben sich lieber Kurznachrichten, Tweets oder E-Mails. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass zumindest in der Öffentlichkeit diskrete (stille) Kommunikationsmittel lieber verwendet werden. Das aber ist nur eine Vermutung von mir. Würde sie zutreffen, hätte Siri wenig Chancen. Denn wer spricht schon gern mit seinem Mobiltelefon, wenn andere Anwesende alles mithören können, einschließlich vielleicht der laut gesprochenen Antwort von Siri?</p>
<p>Der Mensch von heute findet sich oft genug in Situationen wieder, in denen er zwar sein Mobiltelefon diskret und leise nutzen kann, wo eine laute (sprachbasierte) Kommunikation damit aber verpönt ist: In Besprechungen und auf Konferenzen, in Restaurants und Wartezimmern, in Wellness-Oasen und Museen. Dazu kommen Orte, wo lautes Sprechen zwar möglich, aber vielleicht unangenehm ist, weil fremde Menschen in nächster Nähe sind und alles mithören würden. Im Lift und in der Bahn, im Taxi und in der Warteschlange am Flughafen.</p>
<p>In unserer Kommunikation und den ihr zugrunde liegenden gesellschaftlichen Konventionen gibt es wohl einen Trend zum Gebrauch diskreter Instrumente. Dennoch schreibe ich Siri nicht vorschnell ab.</p>
<p>Denn da ist noch eine andere Komponente. Siri möchte auf ganz unterschiedliche Fragen mit einer präzisen und einfachen Antwort dienen. Damit steht der Traum von der kinderleicht zu nutzenden Wissensmaschine im Raum. Eigentlich würde man so etwas ja eher von Google erwarten. Aber der Suchmaschinenriese optimiert offenbar lieber seine lukrativen Werbeprogramme, anstatt die Ausgabe der Suchanfragen neu zu erfinden. Mit Android, der Software für mobile Geräte, hätte Google eigentlich die Chance dazu gehabt. Nun hat Apple die Gelegenheit ergriffen, auf diesem Gebiet die <a href="http://labs.vectorform.com/2011/10/the-impact-of-apple%E2%80%99s-siri-release-from-the-former-lead-iphone-developer-of-siri/" target="_blank">Vorreiterrolle</a> zu übernehmen, vermutlich aus genau der Überlegung heraus, die Google hat zögern lassen: In einer präzisen Antwort auf eine konkrete Frage ist wenig bis kein Platz für (zusätzliche) Werbeeinblendungen.</p>
<p>Was für Google ein Problem darstellt, weil der Konzern seinen Umsatz fast nur mit Werbung macht, kann Apple getrost in Angriff nehmen, denn Werbeeinnahmen rangieren bei Apple unter &#8220;ferner liefen&#8221;. Erweist sich Siri in den kommenden Monaten als die &#8220;bessere Suchmaschine&#8221;, bekommt Google ein ernsthaftes Problem &#8211; erst recht, wenn Siri nicht mehr nur dem iPhone vorbehalten bleibt, sondern auch auf dem iPad und den Mac-Rechnern verfügbar gemacht wird. Daran dürfte auch das jetzt in Verbindung mit dem <a href="http://thisismynext.com/2011/10/18/galaxy-nexus-iphone-4s-comparison/" target="_blank">Samsung Galaxy Nexus</a> vorgestellte <a href="http://techcrunch.com/2011/10/18/a-quick-ice-cream-sandwich-feature-rundown/" target="_blank">Google Android 4.0</a> (Ice Cream Sandwich) nichts ändern.</p>
<p>Kritiker könnten jetzt einwenden, dass die interessante Technik auch Geld kostet und fragen, wie Apple Siri refinanzieren möchte. Eine erste Antwort darauf liefern uns die <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/2011/oct/17/apple-iphone-sales-record" target="_blank">Verkaufszahlen zum iPhone 4S</a>. Obwohl das Gerät dem Vorgängermodell äußerlich weitestgehend gleicht, wurden davon in den ersten Tagen seit Verkaufsbeginn bereits mehr als 4 Mio. Stück abgesetzt. Selbst für die Maßstäbe von Apple ist das ein neuer Rekord.</p>
<p>Siri dürfte also zumindest in den kommenden ein bis zwei Jahren leicht über den Umsatz mit Hardware (kalkulatorisch) finanziert werden können. Darüber hinaus ist denkbar, dass Siri für Applikationsentwickler kostenpflichtig gemacht wird: Wer möchte, dass seine App oder Mac-Software über Siri gesteuert werden soll, muss dann vielleicht Lizenzgebühren bezahlen. Entwickelt sich Siri zum perfekten digitalen Assistenten, könnten auch die Endverbraucher zur Kasse gebeten werden: Apple ist an dieser Stelle bekanntlich nicht zimperlich. Ein Indiz dafür könnte sein, dass Siri derzeit unter dem für Apple ungewöhnlichen &#8220;Beta-Label&#8221; geführt wird.</p>
<p>Aber noch ist das alles Zukunftsmusik. Apple muss mit Siri jetzt erst einmal unter Beweis stellen, dass die neue Technik <a href="http://searchengineland.com/why-siri-yelp-google-maps-iphone-4s-96976" target="_blank">wirklich gut funktioniert</a> und auf Seiten der Anwender bleibt abzuwarten, ob aus dem anfänglich eher spielerischen Interesse ein ernsthafter Dauergebrauch wird. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass auch Apple nicht vor Fehleinschätzungen gefeit ist. FaceTime etwa, Apples Variante der Video-Telefonie, die vor gut einem Jahr eingeführt wurde, stand auch eine Zeit lang im Ruf, den Durchbruch für diese Form der Kommunikation zu bringen.</p>
<p>Insgesamt aber deutet sich an, dass mit Siri ein neues, großes Kapitel in unserem Umgang mit Computern aufgeschlagen werden könnte. Schafft es die Software tatsächlich, gesprochene Sprache richtig zu interpretieren und parallel dazu verschiedenste Datenbanken im Hintergrund zu nutzen um sinnvolle Antworten auf die gestellten Fragen auszugeben, wird das unseren <a href="http://techcrunch.com/2011/10/16/siriquora-and-the-future-of-search/" target="_blank">Umgang mit Computern bzw. Informationen</a> massiv verändern. Steve Jobs Aussage vom Juni 2010, wir befänden uns im <a href="http://news.cnet.com/8301-13860_3-20006526-56.html" target="_blank">Post-PC-Zeitalter</a>, erscheint damit plausibler denn je.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wenn der &#8220;Verband deutscher Content-Broker&#8221; eine Zukunftskonferenz veranstaltet&#8230;</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/09/12/wenn-der-verband-deutscher-content-broker-eine-zukunftskonferenz-veranstaltet/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 14:06:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Börsenverein des Deutschen Buchhandels]]></category>
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		<category><![CDATA[Zukunftskonferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[
So sieht es also aus, wenn Deutschlands &#8220;Content-Broker&#8221; sich treffen und in die Zukunft blicken. Wobei rechts auf dem Foto nicht ein Vertreter von Perry Rhodan, sondern ein Verlagsmitarbeiter sitzt. Der Verband, der zu dieser Zukunftskonferenz eingeladen hatte, ist unter seinem richtigen Namen besser bekannt: &#8220;Börsenverein des deutschen Buchhandels&#8221;.
Die Bezeichnung &#8220;Zukunftskonferenz&#8221; war voll und ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/Foto.jpg" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-5415" title="Zukunftskonferenz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 2011, Blick ins Plenum 09.09.11" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/Foto-300x224.jpg" alt="Zukunftskonferenz des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 2011, Blick ins Plenum 09.09.11" width="240" height="179" /></a></p>
<p>So sieht es also aus, wenn Deutschlands &#8220;Content-Broker&#8221; sich treffen und in die Zukunft blicken. Wobei rechts auf dem Foto nicht ein Vertreter von <a href="http://www.perrypedia.proc.org/wiki/Perry_Rhodan" target="_blank">Perry Rhodan</a>, sondern ein Verlagsmitarbeiter sitzt. Der <a href="http://www.boersenverein.de/" target="_blank">Verband</a>, der zu dieser Zukunftskonferenz eingeladen hatte, ist unter seinem richtigen Namen besser bekannt: &#8220;Börsenverein des deutschen Buchhandels&#8221;.</p>
<p>Die Bezeichnung &#8220;Zukunftskonferenz&#8221; war voll und ganz angemessen, denn die vom Börsenverein konzipierte Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmern aus Verlagen, Buchhandlungen, Startups sowie vom Verband selbst versuchte in zwei Workshop-Runden Szenarien für das Jahr 2025 zu entwickeln und damit nichts weniger als ein Zukunftsbild der Buch- und Verlagsbranche zu entwerfen. Dafür stand etwas mehr als ein Tag zur Verfügung (08.09. bis 09.09.2011), was angesichts der Komplexität der Materie nicht übertrieben war.</p>
<p>Insgesamt darf die Veranstaltung als gelungen bezeichnet werden: Es wurde offen und konstruktiv diskutiert und praktisch alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass in Zukunft das gedruckte Buch erheblich an Bedeutung verlieren wird. Eine Kontroverse zwischen Vertretern alter Strukturen und Anhängern neuer Medien, wie sie in den letzten Jahren häufig zu erleben war, gab es hier nicht. Die Branche hat dazu gelernt und steht nun vor der Frage: Wohin geht die Reise?</p>
<p>Ein gewisses Problem bei der Formulierung der Zukunft stellte der vorgegebene Begriffsrahmen dar, mit dem versucht wurde, die althergebrachte Medienstruktur mit den digitalen Neuerungen in eine einzige <a href="http://www.kohlibri-blog.de/2011/09/zuruck-aus-der-zukunft/" target="_blank">Matrix</a> zu bringen. So schön das gewesen wäre, dieser Ansatz musste aufgrund erheblicher Abgrenzungsprobleme scheitern.</p>
<p><a href="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/mediensparten-bwlzweinull1.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-5424 alignnone" title="Mediensparten bwlzweinull" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/mediensparten-bwlzweinull1.jpg" alt="Mediensparten bwlzweinull" width="515" height="344" /></a></p>
<p>Wie aber könnte man den Wandel begrifflich besser fassen, so dass sich die einzelnen Sparten auch mit Schätzungen zur Umsatzentwicklung verbinden lassen? Das obige Schaubild enthält einen Vorschlag: Es geht von den Formaten aus, die schon der Börsenverein angesetzt hat (oberste und zweite Zeile), bezieht jedoch den Bereich der digitalen Medienträger (z. B. Hörbücher auf CD oder DVD) ebenso mit ein wie den Bereich der Spiele (Zeile drei). Daraus lassen sich dann drei Ausgabeformate ableiten (Zeile 4), denen dann wiederum einzelne Medienformate zugewiesen werden können (Zeile 5).</p>
<p>Dabei enthalten die unteren Zeilen bewusst keinen Bezug mehr zu Medien wie dem Fernsehen oder dem Radio, weil es hier vorrangig darum geht, das Spektrum aus der Sicht von Verlagen bestmöglich darzustellen. Meine Darstellung enthält auch nicht mehr das Internet als Angebotsraum kostenfreier Inhalte, die im Sinne von entgangenen Umsätzen zu schätzen wären. So verständlich diese Überlegung ist, aus ihr lassen sich keine operationalisierbaren Konzepte ableiten.</p>
<p>Wichtiger finde ich den Bereich der Medienträger (hier in grau, vorletzte Zeile im Schaubild), weil sich daran Umsatzperspektiven diskutieren lassen, die sowohl die Verlage als auch den Buchhandel betreffen: Lassen sich etwa die Rückgänge beim gedruckten Buch teilweise durch digitalisierte Medien kompensieren, so weit diese über den Buchhandel vertrieben werden?</p>
<p>Schließlich könnte das Schaubild nach unten gedanklich erweitert werden, in dem verschiedene Strategie-Optionen in den Blick genommen werden:</p>
<p><a href="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/medienbusiness.jpg" target="_blank"><img class="size-full wp-image-5427 alignnone" title="Von der Mediensparte zur Business-Strategie" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/medienbusiness.jpg" alt="Von der Mediensparte zur Business-Strategie" width="518" height="334" /></a></p>
<p>So weit jedoch kam diese erste <a href="http://www.boersenblatt.net/455341/" target="_blank">Zukunftskonferenz</a> noch nicht. Es wäre deshalb schön, wenn es eine Fortsetzung gäbe und dafür wieder ein ähnlich offenes Format gewählt würde. Inzwischen hat der Börsenverein noch andere Hausaufgaben, denn ihm wurden aus den Workshops heraus eine ganze Reihe von Vorschlägen präsentiert, wie er seine Arbeit weiterentwickeln könnte.</p>
<p>Die Umbenennung in &#8220;Verband deutscher Content-Broker&#8221; war dabei eher als humoristische Eingabe zu verstehen. Sehr viel ernsthafter dagegen war der Vorschlag, der Börsenverein solle sich stärker mit anderen digital-orientierten Verbänden vernetzen und dabei zusehen, dass er in die Rolle eines Dachverbandes wachsen kann. Ansonsten drohte ihm vielleicht das Schicksal, selbst zum Anhängsel anderer Interessenvertreter zu werden, der in Zukunft nur noch die (antiquarischen) Belange des gedruckten Buches vertreten dürfe.</p>
<p>Die Branche weiß also sehr genau, wo sie steht und sie nennt die Dinge auch beim Wort. Das ist ein gutes Zeichen. Gut ist auch, dass der Börsenverein inzwischen offen ist für Mitglieder &#8220;aus der neuen Welt&#8221;. Im Bild ganz oben schön zu sehen: Einträchtig unterhalten sich hier Michael Dreusicke, Gründer eines <a href="http://www.paux.de/" target="_blank">Startups für digitalen Content</a> (links im Bild) und Peter Schmid-Meil, Mitarbeiter des <a href="http://www.franzis.de/" target="_blank">Franzis Verlags</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ach, der Datenschutz: Anmerkungen zur aktuellen Debatte</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Aug 2011 10:19:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Weichert]]></category>

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		<description><![CDATA[
Thilo Weichert, oberster Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein meint es sicher gut mit den Menschen. Er fordert von Website-Betreibern seines Bundeslandes die Entfernung des Facebook-Like-Buttons sowie den Verzicht auf Facebook-Seiten, weil damit personenbezogene Daten an Facebook weiter gegeben würden, von denen nicht klar sei, wie diese genutzt werden. Zudem sei vielen Menschen nicht hinreichend bewusst, dass und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/intvgene/370973576/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4993" title="Puzzle by INTVGene (Ryan Amos)" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/370973576_9c1c871c39_z-300x200.jpg" alt="Puzzle" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Thilo Weichert, oberster Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein meint es sicher gut mit den Menschen. Er fordert von Website-Betreibern seines Bundeslandes die Entfernung des Facebook-Like-Buttons sowie den Verzicht auf Facebook-Seiten, weil damit personenbezogene Daten an Facebook weiter gegeben würden, von denen nicht klar sei, wie diese genutzt werden. Zudem sei vielen Menschen nicht hinreichend bewusst, dass und welche Daten auf diesem Weg über sie erhoben und übermittelt würden.</p>
<p>Was es dazu zu sagen gibt, haben <a href="http://netzwertig.com/2011/08/19/schleswig-holsteins-konfrontation-mit-facebook-ein-neuer-hohepunkt-deutscher-datenschutzhysterie/" target="_blank">Martin Weigert</a> und <a href="http://lumma.de/2011/08/25/7-antworten-zum-datenschutz-chirstoph-kappes/" target="_blank">Christoph Kappes</a> bereits ausgeführt. Mir greift die Debatte allerdings zu kurz, denn die immer wieder aufflammenden Diskussionen um Facebook und auch Google stellen im Grunde nur die Spitze einer sehr viel weiter reichenden Entwicklung dar.</p>
<p>In schätzungsweise 5 bis 10 Jahren werden viele der Gegenstände unseres täglichen Lebens <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2010/04/21/zugange-zum-internet-der-dinge/" target="_blank">mit dem Internet verbunden sein</a> und dabei ihre Nutzung genau protokollieren und irgendwohin übermitteln. Unsere Autos werden registrieren, dass wir einsteigen und wohin wir fahren, unsere Fernseher werden regelrecht &#8220;sehen&#8221;, wann wir vor ihnen sitzen und welche Programme wir anschauen. Eintrittskarten bzw. Tickets aller Art werden überflüssig, weil unsere Präsenz an einem Ort mittels NFC (Near Field Communication), WLAN-Triangualation oder dem manuellen Check-In via Smartphone-App registriert werden wird und dabei auch noch jede Menge weiterer Daten anfallen, wie etwa Laufwege im Gebäude, Aufenthaltsdauer sowie Einkäufe in Shops oder der Gastronomie.</p>
<p>Und wo es keine Check-Ins geben wird, erledigen Überwachungskameras (vor allem im öffentlichen Raum!) und vielleicht auch nahezu unsichtbare Drohnen den Rest. Die digitale Gesellschaft des 21. Jahrhunderts wird nahezu alles protokollieren, speichern und auswerten. Was macht es vor diesem Hintergrund aus, wenn Facebook heute ein paar personenbezogene Daten beim Besuch einer Website erhebt und sich einverleibt?</p>
<p>Datenschützer wie Thilo Weichert sollten daher lieber eine Debatte darüber anstossen, wohin uns die immer weiter zunehmende Digitalisierung bringen wird. Unsere Gesellschaft braucht eine klare Vorstellung von der Zukunft. Zudem brauchen wie eine ehrliche Debatte darüber, was wir auf der Ebene der Länder und des Bundes überhaupt noch regeln wollen oder können, angesichts einer global vernetzten Wirtschaft, in der Daten, Firmensitze und Waren fast schon beliebig hin und her geschoben werden und damit lokale, regionale und nationalstaatliche Regelungen im Grunde ziemlich gut umgangen werden können.</p>
<p>Ich halte es für töricht und unehrlich, auf der Ebene von Schlewsig-Holstein etwas regeln zu wollen, das zumindest die gesamte Europäische Union betrifft. Wenn schon Datenschutz, dann bitte konsequent für alle Bürger Europas!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Untergang für Android? Google kauft Motorola Mobility</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 05:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Android]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Larry Page]]></category>
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		<category><![CDATA[Motorola]]></category>

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		<description><![CDATA[
Google greift tief in seine Taschen um für ca. 12,5 Mrd. US-$ die Mobilfunksparte von Motorola zu übernehmen. Der Schachzug kommt überraschend und die Meinungen darüber sind geteilt. Während manche den Kauf positiv sehen, weil Android  mit künftig rund 17.000 Mobilfunk-Patenten im Rücken besser dastehen sollte, fürchten andere, dass Google seine Android-Partner (HTC, LG, Samsung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/marc-flores/5816496124/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-5299" title="Motorolo PHOTON 4G for Sprint" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/5816496124_c7aa10b461-300x199.jpg" alt="Motorolo PHOTON 4G for Sprint" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Google greift tief in seine Taschen um für ca. 12,5 Mrd. US-$ die <a href="http://googleblog.blogspot.com/2011/08/supercharging-android-google-to-acquire.html" target="_blank">Mobilfunksparte von Motorola</a> zu übernehmen. Der Schachzug kommt überraschend und die Meinungen darüber sind geteilt. Während manche den Kauf positiv sehen, weil Android  mit künftig rund 17.000 Mobilfunk-Patenten im Rücken besser dastehen sollte, fürchten andere, dass Google seine Android-Partner (HTC, LG, Samsung und Sony Ericsson) vor den Kopf stossen und sich zudem im margenschwachen Hardware-Geschäft verzetteln könnte.</p>
<p>Ein <a href="http://www.businessinsider.com/sp-downgrades-google-2011-8?op=1" target="_blank">Analyst von S&amp;P</a> hat die Google Aktie deshalb von &#8220;Buy&#8221; auf &#8220;Sell&#8221; gestellt. Aber ist das nicht ein bisschen voreilig?</p>
<p>Im Grunde genommen ist Google bis heute eine Suchmaschine mit angehängter Werbeabteilung, die sich um die Vermarktung der Anzeigenplätze kümmert. Dieses Geschäft läuft gut, sehr gut sogar. Nur hat es sich im Lauf der Jahre eben verändert: Reichte es in den Anfangsjahren aus, überhaupt nur eine sehr gute Suchmaschine zu sein, stellten sich bald Wettbewerbskonflikte auf der Ebene der Browser ein.</p>
<p>Nicht alle Anbieter von Browsern, allen voran Microsoft, waren Googles Suchmaschine wohlgesonnen. Google musste erkennen, dass sein schönes Geschäft bedroht war, weil auf manchen Browsern andere Suchmaschinen vorinstalliert waren und sich sehr viele User damit zufrieden gaben. Also fing Google an, die Mozilla Foundation zu unterstützen und entwickelte parallel dazu seinen eigenen Browser, Google Chrome.</p>
<p>Etliche Jahre reichte das aus, doch dann kann die <a href="http://www.techrepublic.com/blog/hiner/steve-jobs-proclaims-the-post-pc-era-has-arrived/4701" target="_blank">Post-PC-Ära</a>, wie Steve Jobs das nennt: Smartphones und Tablets als neue Gerätegattung lösten die Vormachtstellung des PC ab und Google hatte wieder ein Problem: Wie bringt man nur die Suchmaschine zuverlässig auf alle diese Geräte und das möglichst noch an prominenter Stelle?</p>
<p>Die Antwort hiess: Android, oder auf deutsch: Ein eigenes Betriebssystem für Smartphones und Tablets. Android war eine tolle Sache, abgesehen davon dass Steve Jobs darüber ziemlich böse wurde. Denn die Smartphones mit Googles Software wuchsen seinem Geschäft mit dem iPhone <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/03/08/kurz-notiert-google-android-prescht-nach-vorn/" target="_blank">über den Kopf</a>. Es begannen die Patentkriege, die aber im Grunde gar keine wirklichen Patent-Streitigkeiten sind, sondern nur eine neue Form des Marketing. Ich schlage dafür den Begriff &#8220;Patent-Marketing&#8221; vor!</p>
<p>Wenn etwa Apple Samsung verklagt, weil der koreanische Hersteller seine Smartphones und Tablets dem iPhone bzw. iPad zu ähnlich gestaltet haben soll, ist das auf der juristischen Ebene eine ziemlich dünne Angelegenheit. Marketingtechnisch aber macht es Sinn. Die Botschaft an die Käufer lautet: Ihr werdet doch nicht so ein abgekupfertes Produkt kaufen, sondern lieber das Original haben wollen?</p>
<p>In diesem Sinne wäre der Kauf von Motorola Mobility durch Google ein reines Patent-Marketing-Geschäft. Das ist es aber nicht. Denn Larry Page, der neue CEO im Hause Google, hat etwas ganz anderes im Auge. Er weiß, dass ihm gerade seine schöne Android-Plattform unter der Hand zerbröselt &#8211; und das nicht wegen irgendwelcher Patente.</p>
<p>Das Problem liegt in der Fragmentierung der Plattform, die aktuell mit der Vielzahl an Endgeräten und mehreren Varianten des Betriebssystems den Käufern keine einheitliche Produkterfahrung mehr bietet, sondern eher Konfusion auslöst und für Enttäuschungen sorgt. Etwa wenn junge Käufer sich ein neues Android-Smartphone kaufen und dann feststellen müssen, dass auf ihrem Gerät bestimmte Apps oder Spiele nur schlecht oder gar nicht laufen. Noch ist das in der Öffentlichkeit kein großes Thema, es könnte aber bald eines werden.</p>
<p>Dazu kommt, dass die meisten Android-Geräte einfach nicht an die Qualität des iPhone herankommen. In der Folge stösst Google mit seinem Ansatz, nur ein gutes Betriebssystem für mobile Geräte anzubieten, an seine Grenzen. Das durfte Larry Page auch an anderer Stelle lernen: Der von Google entwickelte Ansatz, den Chrome Browser zu einem vollwertigen Betriebssystem für Notebooks auszubauen und mit dem <a href="http://www.google.de/chromebook/" target="_blank">Chromebook</a> den drögen Windows-Rechnern etwas Attraktives entgegen zu stellen, ist gescheitert. Nicht an Microsoft, sondern an Apple.</p>
<p>Steve Jobs hat mit der überraschenden Neuauflage des MacBook Air im Jahr 2010 gezeigt, wo der Hammer für mobile Rechner hängt. Diese sind schnell, klein und unglaublich leicht &#8211; und kommen zu einem Preis, der praktisch allen Wettbewerbern die Luft ausgehen lässt. Möglich ist das nur, weil Apple beides kontrolliert, Hard- und Software, und damit hoch performante Systeme schaffen kann, bei denen alle Komponenten bestmöglich zusammen spielen. Das zeigt sich nicht nur am <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/03/25/das-neue-ipad-kaufen-oder-besser-ein-macbook-air/" target="_blank">MacBook Air</a>, sondern auch am iPad, dessen Preis und Leistungsfähigkeit von den Wettbewerbern im Android-Lager immer noch nicht erreicht ist. Hier kommt Google mit seinem bisherigen Ansatz nicht weiter.</p>
<p>Google muss also tiefer bohren und bei der strategischen Integration einen Schritt weiter gehen, auf die Ebene der Herstellung von Endgeräten. Die vielfach zu lesende Kritik, Google verstünde nichts von der Produktion und könne auch kein Marketing, kann man getrost vergessen: Wenn jeder immer nur das macht, wovon er schon immer etwas verstanden hat &#8211; wo soll dann der Fortschritt herkommen?</p>
<p>Google ist ohne Zweifel reif für diesen Schritt und Larry Page kann jetzt zeigen, was er drauf hat. Dass die Medien noch lange die skeptische Karte spielen und mit <a href="http://www.businessinsider.com/google-motorola-disaster-2011-8" target="_blank">Horror-Szenarien</a> auftrumpfen werden, wird ihn nicht irritieren. Schließlich hat er das im Fall von YouTube alles schon mal erlebt: Google wurde 2006 für <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,441686,00.html" target="_blank">verrückt erklärt</a>, einen Kaufpreis von 1,65 Mrd. US-$ für ein Video-Portal ohne klar erkennbares Geschäftsmodell auf den Tisch zu blättern. Die Kritik an diesem Deal ist inzwischen verstummt &#8211; gut dass die Analysten und Medien jetzt neuen Stoff für ihre Untergangs-Analysen bekommen&#8230;</p>
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		<title>Workio: Die nächste Stufe der Wissensarbeit</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 13:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Social Software]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Haid]]></category>
		<category><![CDATA[digitales Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Luca Hammer]]></category>
		<category><![CDATA[Startup]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Workio]]></category>

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		<description><![CDATA[
Würden Sie sich gerne (mühsame) Recherche-Arbeiten von jemand anderes abnehmen lassen? Dinge, die man im Prinzip auch selbst zusammentragen könnte, die aber viel Zeit binden? In Kürze können Sie das. Konkret, sobald Workio in vollem Umfang online ist.
Workio ist ein Startup aus Österreich, das einen Marktplatz für Wissensarbeit etablieren möchte. Gehandelt werden soll alles, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/work-io-profile.jpg" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4956" title="Noch streng geheim und deshalb unscharf: Profil auf Workio" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/work-io-profile-300x162.jpg" alt="Noch streng geheim und deshalb unscharf: Profil auf Workio" width="300" height="162" /></a></p>
<p>Würden Sie sich gerne (mühsame) Recherche-Arbeiten von jemand anderes abnehmen lassen? Dinge, die man im Prinzip auch selbst zusammentragen könnte, die aber viel Zeit binden? In Kürze können Sie das. Konkret, sobald <a href="http://www.workio.com/" target="_blank">Workio</a> in vollem Umfang online ist.</p>
<p>Workio ist ein Startup aus Österreich, das einen Marktplatz für Wissensarbeit etablieren möchte. Gehandelt werden soll alles, was sich recherchieren und in schriftlicher Form wiedergeben lässt: Marktanalysen, Produktvergleiche, Stoffsammlungen, Working-Papers &#8211; schlicht all das, was man eigentlich auch selbst tun könnte, wenn man nur in der jeweiligen Materie gerade tief genug drin wäre bzw. die Zeit dafür hätte.</p>
<p>Da wir bzw. Unternehmen in unserer wissensüberfluteten Zeit immer häufiger vor der Situation stehen, sich eben nicht mal schnell und einfach einen Überblick bzw. Sachstand verschaffen zu können, möchte Workio hierfür eine Lösung anbieten und damit nichts weniger als einen neuen Markt schaffen.</p>
<p>Bislang gibt es bekanntlich nur den Markt für verhältnismässig teure Studien oder noch teurere Marktforschungsberichte, die von hoch spezialisierten Instituten, Think-Tanks bzw. Marktforschungsunternehmen geschrieben werden. Kleinere Recherchen werden in den meisten Unternehmen selbst erstellt, nicht zuletzt weil man das bislang schlecht outsourcen konnte: Der Koordinationsaufwand ist dafür zu hoch, es fehlt schlicht der &#8220;Marktplatz&#8221;. Mit Workio wäre dieses Problem gelöst.</p>
<p>So weit die Theorie. Die große Frage ist: Wird das in der Praxis funktionieren? Gibt es diesen Markt tatsächlich? Wie lange wird es dauern, bis sich das herumspricht und etabliert? Und schließlich: Wird es neben der Nachfrage auch ein qualifiziertes Angebot für diese kleineren Recherche-Aufträge geben?</p>
<p>Um das Angebot mache ich mir weniger Sorgen, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Sucht man bei Google Trends nach &#8220;Coworking&#8221; erhält man folgendes Ergebnis:</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4911" title="coworking als Begriff bei Google Trends" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/coworking-300x150.jpg" alt="coworking als Begriff bei Google Trends" width="300" height="150" /></p>
<p>Coworking und die dazu gehörenden Coworking-Spaces liegen voll im Trend. Freelancing bzw. Selbständigkeit als Arbeitsform sind die Treiber dieser Entwicklung. Da sollte also schon Potenzial für eine breite und qualifizierte Angebotsbasis für Workio vorhanden sein.</p>
<p>Das nicht zu unterschätzende Thema &#8220;Qualität&#8221; will Workio mit einem eigenen Bewertungsmodul lösen, auf externe Scorings bzw. Rankings (etwa von <a href="http://www.klout.com" target="_blank">Klout</a>) will man nicht zurückgreifen. Auch hierüber mache mir keine Sorgen, weil schon genügend andere Plattformen gezeigt haben, dass sich dieser Faktor handhaben lässt.</p>
<p>Heikel wird es bei der Nachfrage. Denn die wirklich zahlungskräftige Kundschaft, Mittelständler etwa, sind in Sachen Digital Business noch sehr zurückhaltend. Und große Konzerne müssen solche Aufgaben meist nicht auslagern: Sie haben genügend Manpower in ihren Abteilungen und Stäben.</p>
<p>Ist Workio deshalb ein hoffnungsloser Fall?</p>
<p>Das denke ich nicht. Allerdings würde ich mich an der Stelle der Gründer etwas breiter absichern und die Neuartigkeit von Workio intensiv kommunizieren. Denn auf den ersten Blick wirkt es eben nur wie eine Plattform für den Handel mit Recherche-Texten. Dem ist aber nicht so: Die Arbeiten nämlich werden nicht etwa mit einer beliebigen Office-Software erstellt, hübsch formatiert und dann auf Workio hochgeladen, sondern direkt in einem Editor auf der Website von Workio geschrieben.</p>
<p>Auf diese Weise soll es möglich sein, dass mehrere Auftragnehmer gleichzeitig an einem Auftrag arbeiten, weil dieser in Module zerlegt werden kann. Auch vorgefertigte Templates werden zum Einsatz kommen, soweit sich einzelne Auftragsmodule entsprechend standardisieren lassen.</p>
<p>Darauf, wie das konkret aussieht, dürfen wir sehr gespannt sein. Ich bin mir nicht sicher, ob hier die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taylorismus" target="_blank">Taylorisierung</a> der Wissens-Arbeit eingeleitet wird, oder ob ein paar (Ex-)Studenten ihre (verständlichen) Albträume in Sachen Prüfungs-Stress verarbeiten. Warten wir einfach mal ab&#8230;</p>
<p>Ein Aspekt den ich wirklich kritisch sehe: Alle bisher erfolgreichen Dienste des Social Web praktizieren mehr oder weniger intensiv das, was Tim O&#8217;Reilly in einer seiner <a href="http://radar.oreilly.com/2006/12/web-20-compact-definition-tryi.html" target="_blank">Definitionen zum Web 2.0</a> ausgeführt hat: Das Prinzip der Plattform (&#8221;the move to the internet as a platform&#8221;).</p>
<p>Plattformen schaffen Mehrwerte für ihre Nutzer, weil diese die Inhalte liken, kommentieren, weiterempfehlen, bewerten, ergänzen oder auch neu zusammenstellen können. Es geht also immer darum, Stellung zu beziehen oder eine Arbeit fortzuführen. Dieses Prinzip sehen wir überall, sei es auf Flickr, einer Plattform für Fotos, ebenso wie auf <a href="http://www.quora.com/" target="_blank">Quora</a>, wo es explizit um Wissen geht.</p>
<p>Wo aber taucht dieser Plattform-Gedanke bei Workio auf? Wo ist die Community? Entsteht mit und auf Workio ein kollektiv nutzbarer Mehrwert?</p>
<p>Wird mit Workio der immer größer werdenden Menge an Wissensarbeitern im Web ein Tool an die Hand gegeben, mit dem sie sich gegenseitig unterstützen können?</p>
<p>Auf dieser Ebene ist noch viel zu tun und zu erreichen. Denn die Software, die uns für das Sharing und Collaboration (Enterprise 2.0) zur Verfügung steht, ist im Kern gut und gerne auch schon wieder 10 Jahre alt (Blogs, Wikis, Social Networks).</p>
<p>Neben all diesem Socializing und seinen Netzwerkeffekten (&#8221;Resonanz&#8221;) kommt mir noch eine weitere Ebene in den Sinn: Semantische Software bzw. die Analyse sehr großer Datenmengen. Forschungseinrichtungen sowie große Unternehmen arbeiten bereits damit. Was aber ist mit all den hoffnungsvollen Coworking-Freelancern? Wer verschafft ihnen den Zugang zu den mächtigen Tools, deren Anschaffung für den Einzelnen noch auf lange Sicht viel zu teuer sein wird?</p>
<p>Die Tatsache, dass einer der Workio-Gründer, Bruno Haid, in einem früheren Startup (System One) bereits gezielt mit semantischer Software gearbeitet hat, lässt für Workio hoffen. Allerdings wird es nach Aussagen von Luca Hammer davon zu Beginn noch nichts geben.</p>
<p>Nun denn. Ich bin sehr gespannt auf Workio und traue der Plattform einen Erfolg zu. Mehr noch: Ich erhoffe ihn sogar! Denn endlich wagt es ein Startup, den Faktor Wissen &#8220;bezahlbar&#8221; zu machen und nicht nur auf die blumig-nebulöse Online-Reputation zu verweisen und selbst auf die größtmögliche Skalierung zu setzen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Schneebälle im Sommer: Warum Groupon kein nachhaltiges Businessmodell hat</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/06/15/warum-groupon-kein-nachhaltiges-businessmodell-hat/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 10:22:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Mason]]></category>
		<category><![CDATA[CityDeal]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftsmodell]]></category>
		<category><![CDATA[Groupon]]></category>
		<category><![CDATA[Rabattaktion]]></category>

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		<description><![CDATA[
Internet-Startups zieht es wieder an die Börse. LinkedIn hat es gerade hinter sich und erreichte am ersten Handelstag prompt eine Bewertung von 9 Mrd. US-$. Facebook hat seinen Börsengang für 2012 angekündigt und strebt einen Börsenwert jenseits der 100 Mrd. an.
Zwischen diesen beiden Social Networks steht Groupon, das Startup rund um stark rabattierte Einkaufsgutscheine. An [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/wovox/5554901181/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4878" title="Groupon a door von wovox auf Flickr" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/5554901181_664eac93a6-300x199.jpg" alt="Groupon a door von wovox auf Flickr" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Internet-Startups zieht es wieder an die Börse. LinkedIn hat es gerade hinter sich und erreichte am ersten Handelstag prompt eine Bewertung von 9 Mrd. US-$. Facebook hat seinen Börsengang für 2012 angekündigt und strebt einen Börsenwert jenseits der 100 Mrd. an.</p>
<p>Zwischen diesen beiden Social Networks steht <a href="http://www.groupon.de/" target="_blank">Groupon</a>, das Startup rund um stark rabattierte Einkaufsgutscheine. An ihm scheiden sich die Geister: Während manche darin eine Erfolgsgeschichte mit Potenzial für die Zukunft sehen, fühlen sich andere an die Dotcom-Blase von vor 10 Jahren erinnert. Positiv zu Groupon stehen in Deutschland u. a. <a href="http://www.excitingcommerce.de/2011/06/groupon-debatte.html" target="_blank">Jochen Krisch</a> (Exciting Commerce) und <a href="http://www.neunetz.com/2011/06/03/zum-angekuendigten-boersengang-von-groupon/" target="_blank">Marcel Weiß</a> (neunetz.com), auf der anderen Seite positionieren sich <a href="http://www.diewunderbareweltderwirtschaft.de/2011/06/groupon-finger-weg.html" target="_blank">Egghat</a> (egghats blog) oder <a href="http://www.blicklog.com/2011/06/06/internet-blase-2-0-warum-mich-die-groupon-nutzerzahlen-misstrauisch-machen/" target="_blank">Dirk Elsner</a> (Blick Log).</p>
<p><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Groupon" target="_blank">Groupon</a> ist ein amerikanisches Startup, das mit Gutscheinaktionen Unternehmen helfen will, neue Kunden zu gewinnen. Es wurde von Andrew Mason im Herbst 2008 in Chicago gegründet und wurde als das am <a href="http://www.forbes.com/forbes/2010/0830/entrepreneurs-groupon-facebook-twitter-next-web-phenom.html" target="_blank">schnellsten wachsende Unternehmen</a> bekannt, weil dessen Wert nur 17 Monate nach der Gründung schon auf ca. 1,35 Mrd. US-$ geschätzt wurde.</p>
<p>Aber nicht nur die Zahlen rund um Groupon weckten schnell Zweifel, sondern auch das Geschäftsmodell, das bisweilen geringschätzig als &#8220;Plattform für Schnäppchen&#8221; charakterisiert wird. Tatsächlich basiert das Modell der &#8220;Gutscheinaktionen&#8221; bis heute nur auf möglichst hohen Preisnachlässen, die in einem ausgeklügelten System verwaltet werden.</p>
<p>Möchte sich ein Händler bzw. Dienstleister beteiligen, handelt er mit Groupon eine Rabattaktion mit einer bestimmten Laufzeit aus, innerhalb derer er sich dazu verpflichtet, Kunden, die mit einem Groupon (hier als Bezeichnung für den Rabattgutschein zu lesen) an der Aktion partizipieren möchten.</p>
<p>Kosten fallen dafür keine an. Statt dessen stellt Groupon die Aktion in sein System ein und benachrichtigt per E-Mail alle dafür (lokal) in Betracht kommenden Groupon-User. Diese können sich um einen Groupon für die Aktion bewerben und werden zugleich aufgefordert, ihre Freunde und Bekannten zu der Aktion einzuladen. Mit der &#8220;Bewerbung&#8221; ist die Bereitschaft verbunden, sich von Groupon den der Aktion zugrunde liegenden Geldbetrag abbuchen zu lassen.</p>
<p>Melden sich genügend Interessenten, kommt die Aktion zustande und Groupon bucht die Beträge ab. Die User können sich dann den Gutschein ausdrucken und damit beim entsprechenden Unternehmen einkaufen. Groupon wiederum behält von den kassierten Beträgen bis zu 50 % ein und reicht den Restbetrag 60 Tage später an den jeweiligen Unternehmer weiter.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/groupon/5828847149/in/photostream" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4887" title="Alles easy und lustig: Einkaufen mit Groupon (Foto von Groupon auf Flickr)" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/5828847149_87a0d6f415-300x199.jpg" alt="Alles easy und lustig: Einkaufen mit Groupon (Foto von Groupon auf Flickr)" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Das Prinzip ist schlau, denn weder Groupon noch die partizipierenden Unternehmen tragen so vorab ein Kostenrisiko. Zudem lassen sich die Aktionen sehr granular auf das jeweils bestmögliche Zielpublikum einrichten, weil Groupon über eine stetig wachsende Basis an registrierten Usern verfügt. Die User bekommen nicht einfach nur pauschal irgendwelche Aktionen angeboten, sondern können geografisch, inhaltlich und sogar zeitlich vorfiltern.</p>
<p>Die Frage ist nur, ob Groupon mit dieser ausgefeilten Technik nicht in erster Linie die Kunden an sich bindet und zu Schnäppchen-Jägern erzieht, anstatt seinen Unternehmens-Kunden dabei zu helfen, neue loyale Stammkunden zu gewinnen.</p>
<p>Ein weiteres Problem für partizipierende Unternehmen ist zudem die Tatsache, dass sie die (Mengen-) Wirkung einer einzelnen Aktion nicht im Voraus einschätzen können. Denn selbst wenn die Zahl der verkauften Groupons bekannt ist, bleibt offen, wie viele davon zu welchem Zeitpunkt eingelöst werden.</p>
<p>Das eigentliche Problem mit Groupon scheint mir allerdings eher auf der Makro-Ebene zu liegen. Denn das Versprechen, einem Unternehmen dabei zu helfen neue Kunden zu gewinnen, impliziert entweder einen wachsenden Markt oder Marktanteilsverluste bei den Wettbewerbern.</p>
<p>Auf Wachstumsmärkten aber sind Rabattaktionen, wie sie Groupon propagiert, meistens unüblich, weil gar nicht erforderlich. In stagnierenden oder gar schrumpfenden Märkten dagegen besteht für den einzelnen Anbieter durchaus ein Anreiz, auf Kosten seiner Wettbewerber zu wachsen, weil seine Marge knapp ist und seine Umsätze tendenziell rückläufig sind. Führt man Groupon in einen stagnierenden Markt ein, kann dies zu Umverteilungen zugunsten einzelner Anbieter führen. In der Summe jedoch verlieren tendenziell alle, weil mit Groupon das Preisniveau fällt und zudem ein Teil der Marge jetzt von Groupon beansprucht wird. Groupon wächst so lange in diesem Markt, bis die ersten Anbieter aufgeben müssen, weil sie nicht mehr kostendeckend arbeiten können und die verbleibenden Akteure erkennen, dass sie (insbesondere nach der Marktbereinigung) ohne Rabattaktionen besser fahren.</p>
<p>Noch grundsätzlicher betrachtet kann man Groupon als Ausdruck für unsere Überflussgesellschaft des 21. Jahrhunderts sehen, in der es unendlich viele Märkte bzw. Angebotsnischen gibt, die untereinander in heftiger Konkurrenz stehen, weil sie nicht nur um die knappen Finanzbudgets der Konsumenten, sondern immer stärker auch um deren ebenso knappe Zeitbudgets kämpfen müssen.</p>
<p>Je spezieller die Angebotsnische, um so verlockender die Aussicht auf neue Kunden. Das weiß man bei Groupon und hat mit der Konstruktionsweise seines Angebots, bei dem im Gegensatz zu praktisch allen anderen Werbeformaten vorab keine Kosten anfallen, einen sehr hohen Anreiz geschaffen.</p>
<p>Groupon kann aber nicht das Problem stagnierender Märkte, sinkender Margen oder zu kleiner Marktnischen lösen. In solchen Fällen mutet Groupon wie der Versuch an, mit Benzin ein Feuer löschen zu wollen, zumal das Prinzip sehr leicht nachgeahmt werden kann: Setzt ein Unternehmer Groupon mit Erfolg ein, können seine Wettbewerber dies natürlich auch versuchen. Für Groupon selbst ist dieses Verhalten vorteilhaft, weil der eigene Umsatz damit schnell wachsen kann. Der jeweilige Markt jedoch leidet darunter, so dass hier keine langfristige Win-Win-Situation entsteht.</p>
<p>Unternehmen, die sich einer solchen Marktsituation ausgesetzt sehen, sollten nach echten Differenzierungsmöglichkeiten Ausschau halten und sich Wettbewerbsvorteile erarbeiten, die nicht sofort von der Konkurrenz imitiert werden können. Eine Rabattaktion ist in dieser Lage das Letzte, was einem guten Unternehmer einfallen sollte.</p>
<p>Zudem ist Groupon bis heute den Beweis schuldig geblieben, dass es mit seinen Geschäftspartnern eine nachhaltige und langfristige Beziehung aufbauen kann. Statt dessen weisen <a href="http://dealbook.nytimes.com/2011/06/08/is-groupons-business-model-sustainable/" target="_blank">Kritiker</a> darauf hin, dass Groupons Kennzahlen stellenweise bereits rückläufig sind, insbesondere <a href="http://blog.yipit.com/2011/06/03/groupon-s-1-reveals-business-model-deteriorating-in-oldest-markets/" target="_blank">in einem seiner ältesten Märkte</a> (Boston).</p>
<p>Gut ins Bild passt da die Tatsache, dass eine Reihe von frühen Investoren in Groupon bereits Kasse gemacht haben: Stolze <a href="http://www.businessinsider.com/the-millions-of-dollars-groupons-investors-and-executives-have-already-taken-off-the-table-2011-6" target="_blank">870 Millionen US-$</a> sind bereits aus dem Unternehmen abgeflossen, darunter 28 Millionen an den Gründer Andrew Mason sowie 170 Millionen an die deutschen Samwer-Brüder und deren Geschäftspartner, die beim <a href="http://www.gruenderszene.de/news/groupon-boersengang" target="_blank">Verkauf ihres Groupon-Klons</a> CityDeal zwar zunächst in Groupon-Aktien bezahlt wurden, dann aber offenbar doch Cash bevorzugten.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/roebot/5763561209/in/photostream/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4888" title="Rechts im Bild: Adrew Mason auf dem e-G8 Forum in Paris (Foto von Roebot auf Flickr)" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/5763561209_21f1d7520a-300x225.jpg" alt="Rechts im Bild: Adrew Mason auf dem e-G8 Forum in Paris (Foto von Roebot auf Flickr)" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Somit entsteht der zwiespältige Eindruck dass hier ein Unternehmen viel zu schnell in viel zu große Dimensionen aufgeblasen wird, anstatt der Idee Zeit zu geben, über einen längeren Zeitraum hinweg zu reifen und den Beweis zu erbringen, dass das Konzept der Preisnachlässe, auch in hoch dosierter Form, tatsächlich ein gesundes Element unserer heutigen B2C-Märkte darstellt.</p>
<p>Ich habe grundsätzlich Zweifel daran, dass Unternehmen mit mehr oder minder hohen Preisnachlässen sich nachhaltig neue Kundenkreise erschließen und diese zu loyalen Stammkunden machen können. Groupon ist diesem Sinn nur das Symptom der heutigen Überfülle an Angeboten, nicht aber die Lösung des Problems.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Apple und die Zukunft der Medien: Newsstand oder Twitter?</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jun 2011 15:34:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[App Store]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[Financial Times]]></category>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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Steve Jobs scheint ein Faible für schlichte Holzregale zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass Besitzer eines iPhone oder iPad nach der optisch wenig ansprechenden iBooks-App nun bald ein zweites Holzregal-Imitat auf ihre Geräte bekommen werden, den Newsstand.
Die auf der WWDC vorgestellte App soll im Rahmen des Software-Updates auf iOS 5 im Herbst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/nnova/2965208854/" target="_blank"><img class="size-medium wp-image-4838 alignnone" title="newsstands von nicolasnova auf Flickr" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/2965208854_39fc27c7ce-300x199.jpg" alt="Ein Regal mit Zeitschriften in einem Zeitungskiosk" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Steve Jobs scheint ein Faible für schlichte Holzregale zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass Besitzer eines iPhone oder iPad nach der optisch wenig ansprechenden iBooks-App nun bald ein zweites Holzregal-Imitat auf ihre Geräte bekommen werden, den <a href="http://techcrunch.com/2011/06/06/apple-newsstand/" target="_blank">Newsstand</a>.</p>
<p>Die auf der WWDC vorgestellte App soll im Rahmen des Software-Updates auf iOS 5 im Herbst 2011 verfügbar werden. Der Inhalt dieses digitalen Kiosks werden Zeitungen und Zeitschriften sein, die man im Wege eines Abonnements beziehen kann. Als Besonderheit sollen jeweils neue Ausgaben automatisch im Hintergrund geladen werden, so dass der Leser sich immer sofort mit der jeweils neuesten Ausgabe befassen kann, ohne erst noch lange auf einen Download warten bzw. diesen selbst anstossen zu müssen.</p>
<p>Tiefer gehende Details, die insbesondere für die partizipierenden <a href="http://meedia.de/background/meedia-blogs/stefan-winterbauer/stefan-winterbauer-post/article/was-apples-newsstand-fr-verlage-bedeutet_100035200.html" target="_blank">Verlage</a> interessant wären, sind noch nicht öffentlich bekannt. Darum soll es hier auch gar nicht gehen. Interessant ist vielmehr das Konzept des Newsstand an sich, insbesondere vor dem Hintergrund der stärkeren Integration von <a href="http://techcrunch.com/2011/06/06/what-twitter-ios-5-integration-will-look-like-screenshots/" target="_blank">Twitter</a>, die ebenfalls ab Herbst auf dem iPhone bzw. iPad verfügbar sein wird.</p>
<p>Einerseits bekommen die Besitzer dieser Geräte damit einen sehr konventionell ausgerichteten digitalen Kiosk, über den sie Zeitungen und Zeitschriften werden lesen können, wie man es es aus der guten alten Papierwelt hinlänglich kennt, andererseits wird ihnen der Gebrauch von Twitter leichter gemacht, weil mit der besseren Integration das moderne Media-Sharing noch einfacher wird.</p>
<p>Was sagt das darüber aus, wie man sich bei Apple die <strong>Zukunft der Medien</strong> vorstellt?</p>
<p>Meine These ist, dass Apple hier keine klare Vision besitzt und sich deshalb strategisch absichern möchte: Die Medien der Zukunft werden auf der Hardware mit dem Apfel-Logo konsumiert, so viel scheint für Steve Jobs gewiss, alles andere bleibt offen. Denn mit dem Newsstand wird ein sehr traditioneller Medienkonsum vorgeschlagen, der sich voll und ganz in den alten Bahnen der Printmedien bewegt und im Grunde genommen nur das Papier sowie die damit verbundenen Distributionswege überflüssig macht.</p>
<p>Die gleichzeitig stattfindende stärkere Anlehnung an Twitter zeigt, dass man bei Apple erkannt hat, wie eine neue Generation von Medienkonsumenten weit darüber hinaus geht, indem sie nicht nur das gedruckte Papier aufgibt, sondern auch die starre Orientierung an einzelnen Leitmedien zugunsten eines Peer-to-Peer-Modells, in dem Empfehlungen von Freunden sowie damit verbundene Netzwerkeffekte die wesentlichen Komponenten bilden.</p>
<p>Mit iOS 5 positioniert sich Apple offen für verschiedene Entwicklungspfade und signalisiert damit unterschiedlichen Zielgruppen am Markt, dass sie mit Apples Hardware nichts falsch machen können. In der Zwischenzeit wartet man einfach ab, wie sich die mit den Geräten möglichen Formen der Nutzung entwickeln werden.</p>
<p>Für Apple ist diese Strategie keine schlechte Wahl, da das Unternehmen aus einer Position der (Marken-) Stärke heraus handelt. Für Verlage, die mitten im Medienwandel stehen und nach tragfähigen Geschäftsmodellen für die Zukunft suchen, ist die Situation weniger erfreulich: Mit dem Newsstand lockt eine Art &#8220;goldener Käfig&#8221;, der zu einem wahren Paradies werden könnte, wenn nur die Konsumenten sowohl der Hardware von Apple als auch dem alten Bundling-Modell von &#8220;Zeitung&#8221; bzw. &#8220;Zeitschrift&#8221; auf ewig treu blieben.</p>
<p>Aber schon bei einem möglichen Wechsel der Hardware wird es kompliziert: Was ist, wenn ein Konsument sein altes iPad nicht gegen ein neues, sondern in ein Gerät mit Android- oder Windows-Software eintauschen möchte?</p>
<p>In diesem Fall ginge ihm nicht nur die Bibliothek an gesammelten (Alt-) Ausgaben verloren, sondern auch ein Teil des Abos, weil sich dieses kaum friktionslos von einer Apple App auf eine App eines anderen Anbieters wird übertragen lassen.</p>
<p>Sehr viel leichter hat es da der Twitter-User, der gar keine herkömmlichen Abos mehr bezieht, sondern voll und ganz in der Welt der Tweets und ihrer Links lebt. Er installiert auf jeder neuen Hardware einfach die Twitter-App seiner Wahl, loggt sich ein und hat sofort sein gewohntes Umfeld vollständig an der Hand. Alternativ steht ihm Twitter auch im Browser zur Verfügung, so dass ihm der Zugang praktisch überall möglich ist (es funktioniert sogar auf dem <a href="http://www.surfgarden.de/blog/2011-05/kintweet-twitter-auf-dem-kindle/" target="_blank">Kindle von Amazon</a>, wenn auch mehr schlecht als recht).</p>
<p>An diesem Modell sollten sich Verlage orientieren und nicht so sehr an den Sirenengesängen von Apple: Universelle Zugänglichkeit unabhängig von einer bestimmten Hardware und kombiniert mit dem Vorhalten aller relevanten Daten in der Cloud &#8211; das dürfte der Königsweg in die Zukunft werden.</p>
<p><img class="alignright size-medium wp-image-4853" title="Screenshot mit der FT Web App auf einem iPhone" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/Foto1-199x300.PNG" alt="Screenshot mit der FT Web App auf einem iPhone" width="199" height="300" />Einen Schritt in die richtige Richtung stellt die neue Browser-App der Financial Times dar: Unter <a href="http://apps.ft.com/ftwebapp/?u" target="_blank">app.ft.com</a> gelangt man zu einer Version der Zeitung, die speziell für iPhone und iPad optimiert ist und die man sich als Lesezeichen auf den Homescreen legen kann. Schade ist nur, dass die Financial Times damit immer noch dem guten alten Zeitungs-Abo-Modell die Treue halten will: Der Leser bekommt entweder alles oder nichts, je nachdem ob er sich dazu entschließen kann, die Zeitung vollumfänglich zu abonnieren, oder eben nicht. Aber wer will schon die gesamte FT jeden Tag auf einem iPhone lesen?</p>
<p>Besser wäre es, man würde in neuen Preismodellen denken und dabei einzelne Sektionen als Abo anbieten oder laufende Aktualisierungen untertags als Premium-Feature vermarkten. Die preisliche Einstiegsschwelle muss künftig deutlich niedriger liegen, dazu könnten Discounts für Blogger bzw. Twitter- oder Facebook-User mit Einfluss und Reichweite (&#8221;Meinungsmacher&#8221;) helfen, die Inhalte der Zeitung weiter zu verbreiten.</p>
<p>Den Medienmachern muss endlich klar werden, dass es künftig nicht mehr nur eine mehr oder weniger homogene Leserschaft gibt. Das Feld teilt sich auf in eine Mehrheit von eher passiven Lesern, die noch stark den klassischen Nutzungsgewohnheiten anhängen, und einer neuen Minderheit von hoch aktiven Usern, die Social Media nicht nur nutzen, um sich auf diesem Weg über tagesaktuelle Nachrichten zu informieren, sondern aktiv eingreifen und Themen, die ihnen individuell wichtig sind, unterstützend weiterverbreiten oder diese im Einzelfall sogar selbst erst auf die Tagesordnung setzen (Agenda-Setting).</p>
<p>In einem solchen Umfeld müssen Medien an zwei unterschiedliche Zielgruppen denken lernen: Neben der eher weitläufigen, klassischen Leserschaft braucht jedes Medium künftig auch eine kleinere medienversierte Kernzielgruppe, die mit ihren Kommentaren zu Artikeln, Leseempfehlungen auf Twitter oder Facebook bzw. eigenen Blogposts mithelfen, Inhalte zu verbreiten, Meinungen zu bilden und die Medienmarke im Gespräch zu halten.</p>
<p>Dieses Prinzip dürfte übrigens nicht nur für Medienmarken gelten, sondern für die meisten Unternehmen (auch aus anderen Branchen). Man muss sich dazu nur die Funktionsweise des <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/01/17/der-edgerank-von-facebook-bald-so-wichtig-wie-googles-pagerank/" target="_blank">EdgeRank</a> auf Facebook anschauen: Der Algorithmus selektiert u. a. nach dem Maß an Interaktion. Eine Marke mit vielen Fans, die nicht mit ihr auf Facebook interagieren, erzielt damit wenig bis keine Werbewirkung. Erst die Interaktion führt zu mehr Sichtbarkeit in der Timeline der Fans und darüber dann bei deren Freunden. Damit haben wir hier genau die Form von Zweistufigkeit, die ich (in allgemeinerer Form) für den Mediensektor sehe.</p>
<p>Das beste Beispiel für diese zweistufige Kommunikation ist Apple. Die Marke verfügt heute über eine ganze Phalanx an medienaffinen Anhängern, die mit ihren Tweets oder Blogposts die Gerüchteküche um Produktneuheiten befeuern können und in Einzelfällen, wie etwa <a href="http://daringfireball.net/" target="_blank">John Gruber</a>, selbst schon so etwas wie den Status eines Prominenten besitzen. Apple ist auf diese Weise permanent im Gespräch ohne selbst viel dazu leisten zu müssen.</p>
<p>Gleichwohl ist man dazu bereit, dem alten Medienmodell in Form des Newsstand als App eine Chance zu geben. Zu groß ist offenbar die Versuchung, neben iBooks und iTunes noch eine dritte, mediale Säule aufzubauen, auf dass die Kunden gar nicht mehr anders können, als immer nur weitere Apple-Hardware zu kaufen, weil die Trennung zwischen medialen Inhalten einerseits und Hard- bzw. Software andererseits immer schwieriger wird und am Ende nur noch von IT-Spezialisten zu bewerkstelligen wäre. Das aber kann es nicht sein. Es ist deshalb an der Zeit, dass Verlage und Medienhäuser ihre Zukunft stärker selbst in die Hand nehmen und sich nicht zu stark auf Apps in der Anmutung eines schlichten Holzregals einlassen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum Buchhändler bei E-Books (doch) auf verlorenem Posten stehen</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2011/03/28/warum-buchhandler-bei-e-books-doch-auf-verlorenem-posten-stehen/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2011 15:32:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelstand]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
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		<category><![CDATA[digitales Buch]]></category>
		<category><![CDATA[E-Books]]></category>
		<category><![CDATA[ebooks]]></category>

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Der Buchreport will Buchhändlern offenbar Mut machen und propagiert, der Handel mit Büchern könne &#8220;fit für den E-Book-Markt&#8221; werden. Der Artikel in Form eines Interviews mit einem saarländischen Buchhändler ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie eine vom technischen Fortschritt und dem mit ihm einhergehenden Strukturwandel betroffene Branche sich selbst Sand in die Augen streut.
E-Books [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.flickr.com/photos/jblyberg/4505413539/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4705" title="Evolution of Readers" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/4505413539_7b338e217e-300x199.jpg" alt="Evolution of Readers" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Der Buchreport will Buchhändlern offenbar Mut machen und propagiert, der Handel mit Büchern könne &#8220;<a href="http://www.buchreport.de/nachrichten/nachrichten_detail/datum/0/0/0/warum-stehen-buchhaendler-bei-e-books-nicht-auf-verlorenem-posten-herr-queisser.htm" target="_blank">fit für den E-Book-Markt</a>&#8221; werden. Der Artikel in Form eines Interviews mit einem saarländischen Buchhändler ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie eine vom technischen Fortschritt und dem mit ihm einhergehenden Strukturwandel betroffene Branche sich selbst Sand in die Augen streut.</p>
<p>E-Books sind das Ende des klassischen Buchhandels, wenn sie sich erst einmal auf breiter Front durchgesetzt haben werden. Die entscheidende Frage für den deutschen Buchmarkt lautet diesbezüglich deshalb nicht mehr &#8220;ob&#8221;, sondern nur noch &#8220;wann&#8221;.</p>
<p>Doch betrachten wir die Argumente, mit denen laut buchreport der Buchhandel die Zukunft wird meistern können:</p>
<ol>
<li><strong>Beratungs-Argument</strong>: &#8220;Die Kunden wollen Beratung&#8230; und suchen Sicherheit bei ihrem Buchhändler&#8221;. Das ist reine Augenwischerei, denn längst schon hat der Buchhandel den Überblick über die (gedruckte) Publikationsflut verloren. Bei über 100.000 Neuerscheinungen pro Jahr und einer Backlist, die über alle Verlage hinweg der Dimension &#8220;unendlich&#8221; nahe kommen dürfte, bedarf das Empfehlungs- bzw. Medien-Management der Zukunft effizienterer Methoden als der simplen Beratung durch einzelne Köpfe. Die Rezensionen auf Amazon zeigen im Ansatz, wohin die Entwicklung führen wird, Social Networks wie Facebook werden ihren Teil dazu beitragen.</li>
<li><strong>Mehrwert-Argument</strong>: Eigentlich nur eine Variation zu Argument Nr. 1, wobei hier auf verschiedene Erscheinungsformen und Varianten eines Werkes (E-Book, Hörbuch, gedruckte Ausgabe&#8230;) abgehoben wird. Auch hier nur Augenwischerei, denn im Zweifel wird der elektronische Shop einen einzelnen Titel in allen seinen digitalen Varianten anbieten können, nicht aber der Buchhändler, der schon aus Platzgründen nicht zu jedem gedruckten Buch auch das Hörbuch vorrätig halten kann.</li>
<li><strong>Empfehlungs-Argument</strong>: &#8220;Empfehlung für Kunden, denen Großdruck nicht mehr reicht: E-Books eignen sich auch für Menschen, die nur noch ganz große Buchstaben lesen können&#8221;. Ein Verzweiflungsargument, anders lässt sich dieser Satz nicht interpretieren. Am Ende kämen demnach nur noch die Beinahe-Blinden zum Buchhändler, weil sie die elektronischen Bookstores nicht mehr bedienen können, aber auf E-Books doch nicht verzichten wollen?</li>
<li><strong>Elektronik-Argument</strong>: Vollends absurd wird es, wenn der Buchhändler zum Ratgeber (und Verkäufer?) bei der Auswahl des passenden E-Book-Readers mutieren soll. Das derzeit wohl populärste Gerät dieser Gattung, das iPad von Apple, kann man online (Apple, Amazon&#8230;) sowie in einem der Apple Stores bzw. in ausgewählten Elektronik-Fachmärkten kaufen. Daran dürfte sich so bald nichts ändern, denn E-Books werden nicht nur auf E-Book-Readern gelesen, sonder auch auf Smartphones, Notebooks bzw. Desktop-Rechnern. Es gibt also nicht den &#8220;einen&#8221; E-Book-Reader (in unterschiedlichen Ausgaben), sondern eine ganze Phalanx an Geräten, die in diese Rolle schlüpfen kann und die schon im Elektronik-Fachhandel (online und stationär) samt Zubehör angemessen präsentiert wird. Der Buchhändler, der in diesen schnelllebigen Markt einsteigt, kann sich damit nur zwischen alle Stühle setzen.</li>
<li><strong>Verleger-Argument</strong>: Schließlich könne der Buchhandel bei vergriffener Regional-Literatur als Verleger, entweder von E-Books, oder über Print on Demand Umsatz machen. Von den technischen Vorbedingungen dieses Arguments einmal abgesehen, dürfte kaum ein Buchhändler auf dieser Schiene nennenswerte Umsätze machen und damit die langfristige Prosperität seines Betriebes sichern können.</li>
</ol>
<p>Im Ergebnis bleibt von der Argumentation nichts übrig. Der entscheidende Punkt ist, dass der Buchhandel seine Rolle als Intermediär verlieren wird, weil E-Book-Reader über ihren Anschluss an das Internet ihren eigenen Shop schon in sich tragen.</p>
<p>Das retardierende Moment, das dem klassischen Buchhandel noch etwas Zeit verschafft, ist der kulturelle Wandel, den die neue Technik mit sich bringt und den nicht alle Altersgruppen der Bevölkerung uneingeschränkt bwz. mit gleicher Geschwindigkeit nachvollziehen werden.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/azadam/83277787/" target="_blank"><img class="alignnone size-medium wp-image-4708" title="Sony E-Reaer" src="http://www.bwlzweinull.de/wp-content/83277787_3b23eae58a-300x199.jpg" alt="Sony E-Reaer" width="300" height="199" /></a></p>
<p>Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das aber kein gutes Argument für Investitionen. Der kluge Händler sollte deshalb eher an das Desinvestieren denken, so lange es noch geht:</p>
<ol>
<li><strong>Marktbereinigung</strong>: In den nächsten 10 Jahren könnte jede zweite Buchhandlung aufgeben müssen. Darüber entscheiden dürfte der Standort: Je besser die Lage, desto eher wird sich ein Betrieb halten können.</li>
<li><strong>Vertragslaufzeiten</strong>: Langfristige Miet- oder Kreditverträge sind ein Klotz am Bein, wenn es gilt flexibel zu werden. Buchhändler sollten Abhängigkeiten von langfristigen Bindungen langsam aber sicher reduzieren.</li>
<li><strong>Alternative Konzepte</strong>: Bücher allein bringen es nicht mehr, helfen kann unter Umständen die Erweiterung des Sortiments um Produkte, die sicher vor der Digitalisierung sind. Zu viel Hoffnung sollte man darauf aber nicht setzen, wie ein vorurteilsfreier Blick auf die generelle Lage des Einzelhandels in unseren Innenstädten zeigt.</li>
</ol>
<p>Am Wichtigsten aber scheint mir, dass sich der Buchhandel gedanklich frei macht von den ständigen Einflüsterungen seiner Verbände, der Verlage und anderer Akteure, die stets das hohe Lied der Buchkultur singen und nicht müde werden, die Bedeutung des Buchhandels zu betonen. Das alles wird dem einzelnen Händler nicht helfen, wenn seine Zahlen nicht mehr stimmen und seine Hausbank oder schon der Insolvenzverwalter vor der Tür stehen.</p>
<p>&#8220;Fit für den E-Book-Markt&#8221; ist deshalb nicht das Mantra für den Buchhandel, sondern für Kinder und Jugendliche, denen vermittelt werden muss, dass es neben Spielen und Videos auf ihren elektronischen Geräten auch noch die Gattung &#8220;Buch&#8221; gibt und dass Lesen bildet.</p>
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