Mittelstand

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Wie wird heute in Unternehmen gearbeitet? Dr. Martin Lindner, Wissenschaftler, Consultant und “digitaler Immigrant” sieht die Mitarbeiter heute mit sehr vielen kleinen Fragmenten von Information bzw. Wissen hantieren, während ihnen die Unternehmen nur Makro-Strukturen anbieten.

Seinen Forschungsgegenstand, Microlearning, erklärt er im Video sehr gut und geht dabei auch die Chancen für Unternehmen ein, die sich ergeben, wenn diese erkennen, wie Mitarbeiter heute tatsächlich arbeiten! Mit der Einsicht in die Realität ist also schon viel erreicht. 


Wie man es nicht machen sollte, dokumentiert aktuell Andrea Back: Die Stadt Zürich will ihren Angestellten verbieten, während der Arbeitszeit Facebook zu nutzen, weil das “Zeitverschwendung” sei.

Das Video fand ich im Blog von Thorsten Breustedt (Thorstena). Von Dr. Martin Lindner gibt es zudem ein noch junges Blog (wwweblernen), in dem er über das Lernen im Web schreibt.

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Die Weltwirtschaft schrumpft, um nicht zu sagen, sie stürzt ab. Aber warum eigentlich? Am Anfang stand das Platzen der amerikanischen Immobilienblase und die daraus folgende Bankenkrise. Längst aber hat die Krise auch die Industrie und den Dienstleistungssektor erfasst. Dort brechen jetzt die Aufträge in einem nie gekannten Umfang weg.

Das Problem ist: Alle wissen, dass die USA in den letzten Jahren deutlich über ihre Verhältnisse gelebt haben und mit dem Platzen der Immobilienblase die nötige Korrektur eingeleitet wurde. Allerdings ist nicht klar, wo die Korrektur ihren Boden finden wird.

Man kann grundsätzlich davon ausgehen, dass es jetzt in vielen Branchen Überkapazitäten gibt. Wie hoch diese sind, kann man aber noch nicht sagen. Die Manager agieren deshalb mit Vorsicht und haben ihre Investitionen vorläufig stark zurückgefahren oder sogar ganz ausgesetzt. Es fehlt ihnen die Planungssicherheit. Gleichzeitig verschlimmert diese kaufmännische Vorsicht die Krise, weil jetzt auch durchaus sinnvolle Investitionen unterbleiben.

In dieser Situation wäre es eigentlich erforderlich, mit einer Modellrechnung zu ermitteln wo der “Boden” liegen könnte. Dafür dürfte aber eine entscheidende Größe fehlen, nämlich eine Stabilisierung am amerikanischen Immobilienmarkt. Die amerikanische Regierung hat diesem Problempunkt bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Sie ist vollauf mit den taumelnden Banken befasst.

In Deutschland dagegen ist Karneval Wahlkampf und der Politikbetrieb zeigt wenig Lust, der exportabhängigen Wirtschaft jetzt Orientierungspunkte zu vermitteln. Die Unternehmen sind also auf sich gestellt und werden die Probleme aus eigener Kraft lösen müssen.

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In Krisenzeiten sparen Unternehmen gerne am Marketing. Das geht nämlich schnell und ist somit auch sofort liquiditätswirksam. Aber ist es auch sinnvoll? Frank Bärmann (KMU-Marketing-Blog) möchte diese Frage diskutieren und hat dazu ein Blog-Stöckchen gestartet.

Dr. Michael Gerharz (Überzeugend Präsentieren) hat es aufgegriffen und an mich weitergereicht. Er betont, dass es im Kern schon am Produkt liegt: Dieses muss absolut überzeugen können. Dem kann ich mich nur anschliessen. Die aktuelle Krise sehe ich darüber hinaus als Chance, jetzt die Kommunikation auf Social Software umzustellen: Während im Bereich der Konsumgüter hier schon einiges getan wird, sollte jetzt die Investitionsgüterindustrie auf den Zug aufspringen. Damit ist insbesondere der Mittelstand gefordert, denn der Maschinen- und Anlagenbau ist eine stark mittelständisch geprägte Branche.

Kostengünstig kommunizieren

Gerade bei Investitionsgütern ist klar: Die Zurückhaltung der Investoren trifft die Mittelständler hart. Wichtig wäre es jetzt, mit seinen Kunden im Dialog zu bleiben und parallel dazu neue Interessenten zu gewinnen (Leads). Wie aber kann das gehen, wenn überall die Reisebudgets gekürzt werden?

Diese Branche, die noch sehr auf den persönlichen Kontakt wert legt, sollte sich mit Blogs anfreunden und das Internet als Medium zum Dialog begreifen. Denn überall ist klar und akzeptiert, dass Einkäufer sich über potenzielle Quellen vor der Kontaktaufnahme im Internet erkundigen. Warum also nicht die Interessenten dort schon abholen?

Ein Blog kann ganz gezielt als “Treffpunkt” aufgebaut werden, indem man hier regelmässig Webinare live anbietet und um Telefonkonferenzen (etwa über Skype) ergänzt. Was in der Softwarebranche schon weitverbreitet ist, sollte sich auch in anderen Branchen etablieren können. Der Vorteil ist, dass damit ein Teil der Reisekosten gespart werden können, wenn über diese Schiene zumindest partiell der Kontakt zu bestehenden Kunden gepflegt wird und darüber hinaus neue Kontakte (Leads) aufgebaut werden.

Kostengünstige Neuproduktentwicklung

Als eine Form des Marketing sehe ich auch das Crowdsourcing. Denn dabei geht es darum, mit Außenstehenden zu kooperieren und Ideen bzw. Impulse etwa für die Entwicklung neuer Produkte zu bekommen. Dass die freiwillige Mitarbeit Dritter einem Unternehmen helfen kann, Kosten und Zeit zu sparen, ist offensichtlich.

Der Marketingaspekt des Crowdsourcing liegt darin, dass ein Unternehmen damit seinen Bekanntheitsgrad und die Reputation steigern kann. Freilich wird das nur gelingen, wenn man über Social Media schon eine gewisse Reichweite erzielt, denn sonst erreicht eine solche Aktion nicht die nötige Aufmerksamkeit.

Das zeigt einmal mehr, dass Unternehmen damit anfangen müssen, ihre vielfältigen Netzwerke und Beziehungen auch über das Internet zu pflegen und auszubauen. Leider und völlig zu Unrecht stehen bei vielen Mittelständlern das Networking im Internet sowie die Ansätze der “Collaboration” noch auf der schwarzen Liste, oft genug aus einer gut gemeinten, aber heute überholten Sicht der Beziehungspflege.

Fazit: Das Social Web gewinnt

Unternehmen, die in der aktuellen Krise unter sinkenden Umsätzen zu leiden haben, sollten neue Wege gehen und die Möglichkeiten von Social Software erkunden bzw. konsequent nutzen. Das gilt insbesondere für den Bereich der Investitionsgüter, wo man mit dem Internet bislang wenig anfangen konnte.

Um die Blogparade fortzführen werfe ich das Stöckchen weiter zu Ralf Schwartz (mediaclinique). Er hat sicher ein paar interessante Gedanken zur Markenführung in der Krise. Und um noch ein paar jüngere Stimmen zu hören: Wolfgang Heinrich (medien kompakt) und Michael Kraus (Webkonzepter) sollten auch mitmachen.

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Diese Koferenz kann man sich schon mal vormerken: Vom 6. bis 8. Oktober 2009 wird in Frankfurt (Main) der nächste Enterprise 2.0 Summit stattfinden. Organisator ist die Kongress Media, die Martin Koser (Twitter bzw. frogpond Blog) als Community Manager gewinnen konnte.

Mit dieser Wahl zum Community Manager ist für Qualität gesorgt, denn in Deutschland gibt es kaum jemanden, der tiefer in der Materie drin ist als Martin Koser. Setzen wir also die Messlatte hoch und hoffen ganz im Sinne von Ross Dawson (Trends in the Living Networks) auf einen modernen Konferenzstil (aka Unconference).

Wie Martin Koser mir mitteilte, soll das Enterprise2open Blog die Konferenz im Dialog vorbereiten und begleiten. Diesem Blog (in englischer Sprache) ist durchaus mehr Aufmerksamkeit zu wünschen. Dass man aber auch auf Facebook, Xing und LinkedIn (?) vorab wird diskutieren können, birgt meiner Meinung nach die Gefahr in sich, dass sich die Kommunikation verläuft.

Eine zentrale Anlaufstelle, die wirklich Traffic auf sich ziehen kann, wäre gut. Nur sollte diese so medienwirksam wie ein Blog sein, aber auch Diskussionen wie in den Gruppen auf Facebook möglich machen: Das Beste beider Welten! Daran darf der Community Manager jetzt basteln…

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Was macht ein Unternehmer, dessen Auftragsvolumen zum ersten Mal seit langer Zeit signifikant sinkt, während sich gleichzeitig abzeichnet, dass der Ölpreis ab jetzt wieder steigt? Das Szenario ist typisch für mittelständische Unternehmen, die für 2009 mit sinkenden Umsätzen rechnen müssen, aber noch nicht genau wissen, wie sich die Rohstoff- und Energiepreise entwickeln werden.

Für diese Situation wäre es gut, ein Planungstool nutzen zu können, das mit der Eingabe einiger weniger Daten schon belastbare Prognosewerte liefert. 1stpan, ein Softwareunternehmen aus München, hat nun ein solches Tool vorgelegt.

Hinter dem (verbesserungswürdigen) Namen “Business Toys” steckt eine sehr kompakte Lösung, bei der man bis zu sieben Produktkategorien mit der Eingabe von Umsatzanteil (in Prozent) und variablen Kosten planen kann, wenn zudem Aussagen zur Entwicklung von Umsatz bzw. Bruttoergebnis gemacht werden. Teils gibt man Zahlen ein, teils wird über Schieberegler schnell und einfach eine Richtung vorgegeben.

Das Ergebnis wird mit einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt und zeigt unmissverständlich, was passiert wenn der Unternehmer etwa steigende Kosten bei sinkenden Umsätzen nicht in den Griff bekommt. Für die Planung ist das sicher ein sehr gutes Instrument, für dessen Handhabe man kein BWL-Studium braucht.

Zugleich ist diese Software für mich ein Beleg dafür, dass Zeitungen und Nachrichtenportale, die händeringend nach Geschäftsmodellen im Internet suchen, hier einen Ansatz haben: Sie müssten solche Tools auf ihren Seiten implementieren und so konfigurierbar machen, dass planungsrelevante Nachrichten direkt mit diesem Tool verknüpft werden können. Das wäre Decision Enabling in seiner besten Form!

Denn die Unternehmer brauchen immer beides: Informationen aus den Medien sowie individuelle Planungsszenarien für ihre Entscheidungen. Bis aber die Zeitungen darauf kommen werden, dass hier ein Geschäftspotenzial steckt, können Mittelständler auch so schon mal die neue Software von 1stplan kostenlos testen…

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