November 2010

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facebook scoble 2010

Auf TechCrunch wird Yuri Milner, CEO von Digital Sky Technologies, mit der Aussage zitiert, dass Künstliche Intelligenz innerhalb der nächsten 10 Jahre bei Facebook entstehen könnte, weil die enormen Datenmengen, die dort anfallen, intelligente Filtermechanismen erfordern:

“I think that when you have billions of people connected and the unprecedented pace of exchange of information then you need filtering mechanisms. And now we’re in the very early stages where your friends and networks are doing it for you, like on Twitter and Facebook. Or the Google approach, where there are a whole bunch of machines that are learning fast. And I think there will be a convergence between those two models. And I think Facebook will be one of those platforms from which AI will emerge in the next ten years.”

Das ist schon eine gewagte Prognose, der in den Kommentaren auf TechCrunch heftig widersprochen wird. Wer aber genau liest, stellt fest, dass Milner neben Facebook auch Google ausdrücklich erwähnt hat.

Im Kern geht es ihm wohl darum, dass eine sehr avancierte Technologie wie Künstliche Intelligenz am wahrscheinlichsten dort entstehen wird, wo mit enormen Datenmengen (und Algorithmen) gearbeitet wird. In diesem Sinne hätten sowohl Facebook als auch Google gute Chancen, auf diesem Gebiet einen Durchbruch zu erzielen.

Lässt man den spekulativen Rahmen außer Betracht, bleibt die Feststellung übrig, dass in den nächsten 10 Jahren das Sortieren, Auswerten und Aggregieren sehr großer Datenmengen im Web einen profitablen Markt bilden wird.

Das ist schon ein interessanter Zufall: Während Facebook sein neues, integriertes Messaging vorstellt, spricht man beim VDMA (dem Verband der Maschinenbauer) von derselben Grundidee als Trend. Dr. Andreas Schumann, CTO KHS GmbH und Ausschussvorsitzender Informatik beim VDMA, spricht davon, dass “die verschiedenen Formen der Kommunikation zusammen wachsen”. Konkret erwähnt er Telefonie, Video-Konferenzen und Instant Messaging.

Es gibt hier also einen latenten Bedarf, sowohl auf der Ebene des eher privaten Gebrauchs (auf Facebook) wie auch im Einsatz für Unternehmen (hier der Maschinenbau).

Die Engstelle hierzu bildet ohne Zweifel die Telekommunikationsbranche, die mit der immer deutlicher werdenden Konvergenz der Kommunikationskanäle im Internet ihre bisher dominante Stellung teilweise verlieren wird und dementsprechend diesen Prozess zu verzögern sucht.

Interessant ist übrigens auch, was Herr Dr. Schumann zum Thema “Social Media” zu sagen hat. Insgesamt also 6 Minuten für ein Video-Interview, die sich lohnen (via BusinessLounge Interactive).