Das mobile Internet ist in aller Munde, nicht zuletzt nachdem MorganStanley im Dezember 2009 eine Studie dazu veröffentlicht hat, die allerdings jedes normale Maß sprengt. Wer es gern etwas kompakter mag, kann hier meine Sicht auf die Dinge durchblättern.
Ganz entscheidend scheint mir, dass mit dem mobilen Internet die Dominanz der “normalen Webseiten” zu Ende gehen wird: Bislang sind die Inhalte des Web darauf ausgelegt, mit den Bildschirmen von PC’s bzw. Notebooks betrachtet zu werden. Smartphones, aber auch Tablets und E-Reader werden das ändern, nicht nur wegen anderer Bildschirmgrößen, sondern auch wegen ihrer zusätzlichen Features (Lagesensor, Kamera, Akzelerometer, Kompass…), die sehr viel weiter gehende Anwendungen möglich machen, als der klassische PC.
Auf Carta, wo ich diese Präsentation ebenfalls veröffentlicht habe, wurde mir in den Kommentaren vorgehalten, meine Darstellung sei zu Gadget- bzw. Apple-lastig. Klar ist aber, dass die Hardware eine ganz entscheidende Rolle spielt: Ohne attraktive und praktikable Geräte bleibt das mobile Internet nur Theorie. Genau an diesem Punkt hat Nokia gegenüber Apple eine wichtige Schlacht verloren, als 2007 sowohl das Nokia N95 als auch das iPhone auf den Markt kamen.
Aus europäischer Sicht ist es ohne Zweifel bedauerlich, wenn das mobile Internet derzeit überwiegend in den USA und Asien gestaltet wird. Spannend ist das Thema trotzdem…











4 Kommentare
12. 1. 2010 um 13:00:22
Tim
Spannend ist das Thema eigentlich nicht “trotz” irgendwas. Die sich hinter den Buzzwords (mobile social web, ubiquitous computing, location based services, augmented reality, …) verbergende Allverfügbarkeit kontextueller Daten und anstehende Hochvernetzung der Gesellschaft ist an sich so disruptiv, dass gar keine Gadgets oder Marken benannt werden müssen.
Was mich viel mehr verwundert, ist das Gefühl, das die ganzen Buzzwords und Begriffe wie Vernetzung, soziales Netzwerk usw. viel zu artifiziell klingen. Wer ein wenig mit den Bildern spielt und nicht nur Medien – sondern auch weitere Technologien im Kopf konvergieren lässt, stellt schnell fest, dass hier zwar auf der einen Seite um absolute Disruption im sozialen Kontext geht – auf der anderen Seite aber systemisch “blos” Verdichtung stattfindet.
Was mich zu der Vermutung antreibt, dass wir hier ein Phänomen haben, welches sich sozio-genotypisch manifestieren wird.
Also eine Sache, von der wir hinterher nicht mehr wissen, wie man ohne sie leben konnte; aber kaum merken werden, wie sehr sie uns verändert hat.
12. 1. 2010 um 13:24:05
Matthias
@Tim: Sehr guter Kommentar, der die “tiefer” liegende Ebene beleuchtet. Ich denke dass wir uns jetzt am Beginn dieser Disruption noch stark mit den technischen Geräten (”Gadgets”) befassen, weil sie als Erste den Wandel sichtbar machen.
Später werden weder die Geräte noch die Netze ein Gesprächsthema sein – und auch nicht die Tatsache, wo uns mithilfe welcher Technik welche Daten zur Verfügung stehen werden. So gesehen operieren wir da derzeit auf einer sehr oberflächlichen Ebene.
Der von Dir gewählte Begriff “Verdichtung” trifft den Kern der Entwicklung sehr gut. Er entmystifiziert die ganze Technik-Euphorie (bzw. deren Oberflächlichkeit).
12. 1. 2010 um 14:55:41
Siggi
Der Begriff der systemischen Verdichtung (Teilhard de Chardin ick hör dir trapsen
) impliziert allerdings auch eine Grenze jenseits der wir nur “weiterkommen” durch Abstraktion und/oder mehr Parallelität als Rezipient, im Geschäftmodell oder Produkt. Das entspräche – vermute ich mal – einem systemtischen Phasenübergang. “Systemischer Phasenübergang” ist an der Stelle allerdings ein netter Euphemismus für: Konflikt.
21. 1. 2010 um 03:43:36
Marc
hallo,
ein bisschen angst macht mir das ja schon. auch ich sehe die entwicklung wie du. mobiles internet ist DER zukunftsmarkt. jedoch kann man ja im netz teilweise erschreckendes über die gesundheitlichen schäden (&umweltschäden) durch mobilfunk lesen. das gibt einem dann doch zu denken.