Jack Dorsey, aus dem Gründungsteam von Twitter, hat sein neues Startup vorgestellt. Es will Bezahlvorgänge einfacher machen. Die einschlägigen Medien (allen voran TechCrunch) überschlagen sich vor Begeisterung (vielleicht auch, weil es Anfang Dezember wenig andere Themen gibt).
Das folgende Video zeigt anfangs Dorsey seine Geschäftsidee erläuternd, danach folgt eine Demonstration eines Bezahlvorgangs:
Ich bin mir da nicht so sicher, ob das ein großer Wurf ist. In der Gastronomie werden seit längerem schon mobile Terminals eingesetzt, auch wenn diese bei weitem nicht so elegant wie ein iPhone sind.
Der wirklich große Wurf wäre es gewesen, die Kreditkarte überflüssig zu machen und durch eine elektronische Geldbörse zu ersetzen. Diese könnte über eine Applikation auf dem Mobiltelefon verwaltet werden. Das Problem bei diesem Ansatz ist die Schnittstelle zum Händler (beim Bezahlvorgang). Sie könnte via Bluetooth überwunden werden, sofern beide Seiten über kompatible Hard- und Software verfügten (das ist die Krux dieses Ansatzes).
Meines Erachtens liegt die ideale Lösung darin, den Bezahlvorgang sowie die Geldbörse auf eine Ebene ins Netz zu holen. Vielleicht schafft das ja Marc Zuckerberg für Facebook. Denn wenn ich dort eine elektronische Geldbörse führen könnte und die Einkaufsstätte meiner Wahl ebenfalls ein Profil auf Facebook hätte, sollte sich Geld problemlos übertragen lassen, unabhängig davon ob der zugrunde liegende Vorgang online oder im realen Leben abläuft.
Allerdings: Während im Sommer viel die Rede war von einer Bezahlplattfom für Facebook, ist es seither merklich stiller geworden. Dafür können wir vorläufig erst einmal mitverfolgen wie sich Square entwickelt und ob in den USA Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Tankstellen jetzt massiv in iPhones und die kleinen Quadrate (für ihre Point of Sales) investieren…
Schlagworte: Bezahlplattformen, Facebook, Jack Dorsey, Square
1 Kommentar
3. 12. 2009 um 16:29:58
Wittkewitz
Es hat schon einen Grund, warum die mobilen Bezahlsystem hier nicht so Fuss fassen. Es sind dieselben Kräfte, die lustige Vereine in Berlin Politiker spielen lassen. Sie haben eine halbe Billion eingesackt und werden einen Teufel dafür tun, dass jemand in einem Zug Privatbanken und Kreditkarten einfach mit nem Handy obsolet macht, das ja auch noch jeder dabei hat und das ja einfach als Zahlungsmittel dienen könnte. So was geht eben nur in Afrika mit Mpesa, aber das habe ich ja schon ungefähr 273874 Mal geschrieben, dass dann jegliche paid content/Leistungsschutz/Mikropayment- Debatte tot wäre durch technologische Lösung – und vodafone wäre das neue Google und würde 200 Milliarden Wert sein.