
Bei Twitter gibt es jetzt also Listen: Man kann damit die Personen, denen man folgt, in Kategorien (ein-)sortieren. Das Prinzip dazu wurde von Clients wie Tweetdeck übernommen, wo man mit der Bildung von Gruppen schon lange eine Filterfunktion zur Hand hat. Mit den Listen geht das jetzt auch auf Twitter: Man öffnet einfach eine von ihnen in einem neuen Tab und sieht dann nur die Tweets der darin vorkommenden Personen.
So weit so gut. Die neue Funktion kann allerdings nicht überdecken, dass Twitter seit einiger Zeit irgendwie der Elan ausgegangen ist. Die folgende Grafik, von Bill Tancer auf einem Blog von Experian Hitwise vorgestellt, zeigt es:
Während Facebook bei den Visits in den letzten 12 Monaten kontinuierlich zulegen konnte, fiel die Dynamik bei Twitter doch erheblich schwächer aus. Weitere Belege, die das untermauern, hat Bill Tancer bereits im September aufgezeigt.
In seinem Blog entstand in den Kommentaren eine Diskussion darüber, wie aussagekräftig solche Charts sein können, wenn darin der Zugriff auf Twitter über mobile Geräte oder Clients wie Tweetdeck nicht enthalten sind. So verständlich diese Einwände auch sind, sie können nicht überzeugen. Denn auch bei Facebook setzt ein Teil der User inzwischen Smartphones oder Clients auf dem Desktop ein, so dass die Verzerrungen beide Social Networks treffen. Dennoch ist der Abstand von Twitter auf Facebook gravierend, weil er immer größer wird.
Im Ergebnis bedeutet das, dass Twitter vorläufig ein Nischenmedium bleibt. Daran wird auch die neue Listenfunktion nichts ändern. Erst mit einer deutlich weiteren Verbreitung des mobilen Internets einschließlich der dazu gehörenden Datentarife in einem massentauglichen Preisgefüge wird Twitter im Mainstream wirklich ankommen.
















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