Das Internet verändert das Leben der Menschen sowie die Geschäftsmodelle von Unternehmen wie kaum eine andere Technik zuvor. Deshalb ist es eigentlich erstaunlich, dass man sich in vielen Unternehmen noch immer nur wenig damit befasst. Dass es auch anders geht und wie das aussehen kann, zeigt uns ausgerechnet die New York Times.
Das Video gibt einen guten Einblick in deren Forschungsbereich. Nick Bilton, der Leiter dieser Einheit, stellt ein paar Endgeräte vor, die in naher Zukunft von Bedeutung sein werden:
Meiner Meinung nach sollten nicht nur Zeitungen ein solches Internetlabor führen, sondern auch Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Handel.
Denn so wie sich die New York Times die Frage stellt, wie das Lesen ihrer Zeitung auf unterschiedlichen Endgeräten aussehen und wirken kann, sollten sich auch Industrie und Handel fragen, wie sie die zunehmende Vielfalt für ihr Geschäft bestmöglich nutzen können.
Denn eines ist klar: Wer neue Endgeräte erst dann in den Blick nimmt, wenn diese erfolgreich am Markt eingeführt und entsprechend weit verbreitet sind, kann daraus für sein Unternehmen sicher keinen Wettbewerbsvorteil mehr ziehen. Eher schon hängt man dann der Entwicklung hinterher.
Noch vor wenigen Jahren war das nicht erforderlich. Denn als Endgeräte gab es nur den klassischen PC sowie Notebooks. Daran war nichts besonderes und ein Internetlabor wäre unsinnig gewesen, standen diese Geräte doch in allen Unternehmen praktisch auf jedem Schreibtisch.
Das ändert sich jetzt. Mit dem iPhone (Apple) hat das mobile Web seinen Durchbruch geschafft. Parallel dazu hat Microsoft mit seinem Surface-Tisch für Aufsehen gesorgt. Dazu kommen die Netbooks (oder Sub-Notebooks) sowie spezielle Lesegeräte für Bücher wie der Kindle (Amazon). Auch portable Navigationsgeräte (etwa von TomTom) verstehen sich inzwischen gut mit dem Internet und können weitaus mehr als nur Routen anzeigen.
Damit haben wir bereits heute eine erstaunliche Fülle an unterschiedlichen Typen von Endgeräten, die längst nicht mehr in jedem Unternehmen (oder Haushalt) vollständig anzutreffen sind. Damit wächst die Gefahr, dass man bestimmte Entwicklungen verpasst, weil man eine oder mehrere dieser Typen kaum oder gar nicht kennt.
Es wird also dringend Zeit, sich intensiver mit dem Internet zu befassen und auch eine andere Methodik zu entwickeln. Das gilt im Übrigen auch für Agenturen und Berater: Deren Blick auf das Internet ist oft genug ebenso einseitig vom PC her geprägt wie der ihrer Kunden…
Schlagworte: Engeräte, Forschung, Handel, Industrie, Internet, Internetlabor, Labor, New York Times, Nick Bilton
11 Kommentare
2. 6. 2009 um 11:06:07
Pingback von Ich hab Dir eine Welle geschickt: Google’s Wave will die E-Mail der Zukunft sein — CARTA
21. 7. 2009 um 07:01:22
Pingback von bwl zwei null · Vorpommern im Medienwandel
14. 5. 2009 um 08:18:17
Leander Wattig
Interessantes Video
14. 5. 2009 um 08:48:53
Leander Wattig
Das wäre doch sicher ein Feld, auf dem hierzulande noch mehr erfolgreiche Blogs existieren könnten, die die Entwicklung vermitteln, oder!? À la Netbooknews …
14. 5. 2009 um 10:22:26
Matthias
@Leander: Das Video habe ich über einen Kommentar zu einem meiner Artikel auf Carta gefunden. Gerd Kamp hat dort auf sein Blog verwiesen und ich bin dem Link gefolgt. In meinem Text hier habe ich ihn wiederum verlinkt, im zweiten Absatz unter dem Video.
Zudem wurde das Video wohl auch über Twitter bekannt gemacht, ich weiß nur nicht mehr von wem. Mein Problem ist: im Laufe eines Tages folge ich vielen Links auf Twitter und öffne Seiten jeweils in einem Tab. Will ich dann später auf eine Sache selber eingehen, weiß ich oft nicht mehr, welches der Tweet war, der mich darauf brachte…
Der Erfolg der Netbook-Blogs zeigt im Grunde, dass da schon mehr zu machen wäre. Insbesondere, weil diese Kategorie von Blogs mit Videos arbeitet und sich somit geschickt von der Textlastigkeit von Zeitschriften wie der c’t absetzen kann.
Leider trauen sich bei uns aber nur wenige Blogger, ein Themenfeld professionell zu bearbeiten und damit auch den kommerziellen Erfolg zu suchen.
14. 5. 2009 um 12:05:14
Wolfgang
Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, dass die NYTimes hier unseren Verlagen weit voraus ist. Auch Springer & Co. haben kapiert dass im Web die Zukunft liegt. Aber dass alleine reicht fürs Überleben eben nicht aus, wenn man neue Gerätetechnologien und Trends außer Acht lässt und nicht damit experimentiert. Ein sehr interesanter Einblick den die NYTimes hier gibt. Hoffe, dass die innovativen Ideen der letzten Zeit Früchte tragen und die NYTimes vor dem Sturz in den Abgrund bewahrt.
14. 5. 2009 um 12:08:41
Matthias
@Wolfgang: Ich wüsste schon sehr gern, welche deutsche Zeitung ein ähnliches Arsenal an neuen Internet-Devices systematisch sammelt und testet. Vermutlich sind es nicht viele. Der New York Times wünsche ich auch, dass sie den Sprung in die Zukunft schafft.
14. 5. 2009 um 17:03:47
Sascha
Erst einmal vielen Dank fuer die Nennung meines Blogs als Beispiel fuer eine neue Generation des Techbloggings…
Halt, so neu ist die gar nicht und ja, auch ich bin muede den US-Vergleich ranzuholen, aber da habe ich mir im Grunde meine Sporen verdient und sehr viel lernen koennen.
Es gibt (neben der Unabhaengigkeit) natuerlich noch einen weiteren Vorteil, wir sind schneller, exklusiver und subjektiv. Ich behaupte sogar, dass diese Subjektivitaet die Objektivitaet von morgen ist. Hoert sich erst einmal ziemlich paradox an… Einfach mal sacken lassen und bei dem naechsten “Weichwascher”-Testfazit drueber nachdenken.
Ich glaube, dass Spontanitaet und unser kleines aber feines Techblogger Netzwerk (wann featuren denn Wired, Cnet, Engadget und Gizmodo mal Heise oder Chip? Wir sind dort mit Abstand das am meissten genannte deutsche IT-Medium) sind hier der groesste Unterschied.
Fundamentale und somit kostenguenstige Infrastrukturen und die Flexibilitaet dem Content nachzureisen, um so in die Exklusivitaet fluechten zu koennen.
Content is king und Videocontent die Zukunft, weshalb das englische Spin-Off von Netbooknews.de auch nur diese Inhalte produzieren wird. Jeden Tag ein aktuelles Video und ein 10-15 minuetiges, woechentliches Magazin. Technikaffine Maedels vor die Kamera (Nicole Scott ehemals BnetTV und Joanna Stern von Laptopmag als Anchor-Girl) und ein paar Geeks fuer den knallharten Techtalk.
Wird es in Deutschland angenommen, launche ich dieses Format asap auch in der Muttersprache aber ich bezweifle, dass hierfuer bereits ein Markt vorhanden ist.
14. 5. 2009 um 20:17:52
Leander Wattig
@ Sascha
Find ich prima – viel Erfolg weiterhin mit Netbooknews & Co.!
Und wie Du hier zu Recht meintest (http://blip.tv/file/2050694), geht im Prinzip jedes Thema – auch Schlümpfe. Hat man erst die Reichweite …
14. 5. 2009 um 22:49:59
Matthias
@Sascha: Toll, was Du hier zum Thema “Subjektivität” schreibst. Das ist ein ganz wesentliches Merkmal guter Blogs! Es macht ihre Authentizität aus und unterscheidet sie fundamental von den klassischen Printmedien.
Deinem neuen Projekt (in englischer Sprache) wünsche ich wirklich viel Erfolg, denn das kann das Image der deutschen Blogger in der Welt nur verbessern.
15. 5. 2009 um 03:45:13
Sascha
Als ich im Dezember 2007 meinen ersten Eee PC in den Staaten kaufte, stand ich vor der schwierigen Entscheidung ein deutsches oder englisches Techblog zu starten. Die Motivation auf Deutsch zu bloggen resultierte zum Teil auch daraus, dass Techblogging nahezu nicht existierte in meiner Heimat, waehrend sich mein US-Netzwerk seit einer halben Dekade lustig in alle Richtungen ausdehnte und entwickelte.
Selbstverstaendlich bist du damit automatisch ein kleiner Exot, aber mir war es wichtig aufzuzeigen, dass auch in deutscher Sprache Content generiert werden kann der weltweiten Einfluss und Traffic generiert.
Interessanterweise wurden deutsche Medien erst recht spaet darauf aufmerksam, waehrend Du in den Staaten umgehend in das nationale Blogger-Ecosystem integriert wurdest:
http://scobleizer.com/2009/01/10/the-netbook-king-smacks-down-sony/
Ja, ich habe da echt auch ne Menge Glueck gehabt, da ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, aber es ist auch kein 8 Stunden Job sondern einfach…. Leben! Und das ist der groesste Vorteil gegenueber einigen klassischen Medien.