Robert Basic und sein Konzept für Buzzriders

Auf dem Webmontag in Hannover hat Robert Basic erstmals ausführlicher über sein Projekt Buzzriders gesprochen. Jan Tißler hat für das t3n-Magazin ein sehenswertes Interview mit ihm geführt:

Darin beschreibt Robert Buzzriders als eine Mischung aus Craigslist, Twitter, Blog und Social Network. Der Fokus soll auf der lokalen Ebene liegen (“Lokalzeitung”). Es wird also ähnlich wie bei Craigslist Seiten für einzelne Städte geben, auf denen (lokale) Kleinanzeigen einerseits und kurze Nachrichten (im Stil von Twitter) andererseits dominieren werden.

Dabei sollen die Nachrichten im Wesentlichen von den Bürgern vor Ort beigesteuert werden und von einem Lokalredakteur ergänzt bzw. betreut werden. Abgerundet wird Buzzriders durch den Aspekt des Social Networking, mit dem die Vernetzung wiederum auf lokaler Ebene gefördert werden soll.

Das klingt gut. Denn im Kern ist Buzzriders damit ein wirtschaftlich sehr schlankes Konzept, bei dem kein teurer Überbau mitfinanziert werden muss. Das Ganze steht und fällt mit der Beteiligung vor Ort und erinnert entfernt an die Idee der Stadtwikis. Diese konnten sich jedoch auf breiter Ebene nicht durchsetzen, was vermutlich an der Software lag. Meist kam nämlich ein Mediawiki zum Einsatz, das dem Benutzer schon ein paar Grundkenntnisse in moderner Software abverlangt.

Da Robert Basic mit Buzzriders bewusst den Massenmarkt ansprechen will, wird er es in der Benutzerführung entsprechend einfach anlegen. Dennoch bleibt die Frage, ob und wo auf lokaler Ebene in Deutschland die Affinität bereits hoch genug ist, ein solches Medium zu tragen. Für Städte wie Berlin oder Freiburg kann ich mir das vorstellen. Andernorts mag vielleicht erst das Zeitungssterben helfen: Treten nämlich in deutschen Städten amerikanische Verhältnisse ein, werden alternative Plattformen (im Internet) schnell sehr willkommen sein.

Damit Buzzriders ein Erfolg werden kann, braucht es aber noch mehr, als nur genügend Bürgerjournalisten: Deren Hinweise und Artikel im Twitterformat machen nämlich nur Sinn, wenn sie mit Links auf entsprechende Quellen verweisen können. Es müssen also noch viel mehr Institutionen ins Web und vor allem müssen diese ihre statischen Webseiten zugunsten blogartiger Medien ersetzen, so dass man gut auf aktuelle Neuigkeiten und Hinweise verlinken kann.

Insgesamt also sehe ich Buzzriders als Schritt in die richtige Richtung und vielleicht wird es sogar ein richtig großer Wurf! Für (klassische) Zeitungen auf lokaler Ebene könnte es dann aber richtig eng werden…

9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. @nucci: Freiburg hat viele Studenten, eine durchschnittlich relativ junge Bevölkerung und wächst tendenziell weiter. Zudem hat Freiburg mit Dieter Salomon den ersten grünen Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Da sollte ein Tool wie Buzzriders eigentlich Fuß fassen können, oder?

  2. Es könnte sein, dass sein Name mehr anzieht als meinestadt.de. Es könnte auch sein, dass das erste Jahr super wird und alle Schreiber endlich “Hurra”, weil sie sich gerettet sehen als lokaler Statthalter der Basic-Bewegung. Ein Versuch ist es wert. Aber ich sehr da gar keine “operation enduring businessmodell”….Aber für ein oder zwei Jahre mag der Hype des Darüberschriebens dies Sache tragen, aber ich glaube nicht, dass sie sich selbst trägt. Craigslist in deutsch gibt es schon 234mal, UGC schläft in .de immer nach 10 Monaten ein und ob es mit Restaurantbewertungen und Eventlisten eine lange Lebensdauer geben kann, wage ich zu bezweifeln. Aber ich bin mal gespannt.

  3. @Jörg: Immerhin bündelt Buzzriders ein paar Komponenten, die es sonst nur getrennt gibt. Wenn sich damit in ein paar Städten bestimmte Milieus aktivieren bzw. gewinnen lassen, läuft es.

    Allerdings ist Robert Basic als “Marke” nur wenig über das Web 2.0 Umfeld hinaus bekannt – er braucht also die Medien, die er eigentlich ersetzen will, als Verstärker seiner Botschaften. :-)

  4. Vor zweieinhalb Jahren hatte ich noch gehofft, dass Readers-Edition so etwas leisten könne. Das war mit ein Grund, warum ich damals mitgemacht hatte.

    Also wird es schon mal eine Lokalredaktion Schwabenheim geben :-)

  5. Pingback: Buzzriders: Reaktionen auf die Ideen von Robert Basic » t3n Magazin

  6. Das klingt sehr gut, zur Zeit vernetzen die Menschen sich Bundesweit über twitter etc. Wäre super, wenn man über diese Art und Weise stärker im lokalen Bereich vernetzt wäre.

  7. Pingback: Zehn Thesen, warum deutsche Blogs doch funktionieren (werden). : JUICEDblog - web. media. more.

  8. Pingback: +++ Short News #2: Wissenswertes aus dem Web. : JUICEDblog - web. media. more.