Dubai: Auf Sand gebaut…

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Entlarvend und schockierend ist der Artikel von Johann Hari, den er aktuell im Independent über Dubai geschrieben hat (”The dark side of Dubai”). Dabei hat er die ökonomische Perspektive noch weitgehend ausgespart und sich nur auf die menschlichen Tragödien sowie die Umweltproblematik konzentriert.

In Dubai wird eine moderne Form der Sklaverei praktiziert, ohne die weder die Bauwirtschaft noch weite Teile des Dienstleistungssektors funktionieren würden: Ganz bewusst wurden Arbeitskräfte mit falschen Versprechungen ins Land gelockt, ihnen der Pass abgenommen und sie dann zu Arbeitsleistungen unter schlimmsten Bedingungen gezwungen.

Abscheulich finde ich daran, dass Unternehmen aus dem Westen mit ihren hochqualifizierten Mitarbeitern dies offenbar nicht nur tolerieren, sondern sich auch noch aktiv daran beteiligen: Das System der (billigen) Hausangestellten funktioniert nämlich nach dem gleichen Prinzip wie am Bau. Den Mitarbeitern wird der Pass abgenommen, was diese zu Menschen ohne Rechte macht, die ihren Arbeitgebern völlig ausgeliefert sind.

Viel zu lange hat das Emirat es mit seiner sehr selektiven Informationspolitik geschafft, sich weltweit das Image eines Wirtschafts- und Urlaubsparadieses zu geben. Es wird Zeit, dass sich hier eine realistische Sicht auf die Dinge durchsetzt und die Entscheidungsträger im Emirat umdenken.

Aber vielleicht ist ein Umdenken gar nicht mehr notwendig?

Noch im Herbst 2008 musste das Emirat Gerüchten entgegen treten, dass es überschuldet sei. Wirklich beruhigen konnte das nicht, denn die eigentliche Problematik lauert tiefer: So haben Dubais Banken im großen Stil den Bauboom finanziert und sehen sich nun einem Kreditportfolio gegenüber, das in weiten Teilen nicht mehr werthaltig ist, weil die Preise für Immobilien stark gefallen sind (und noch immer unter Druck stehen). Schätzungen gehen von rund 100 Mrd $ an erforderlichen Bailouts für die Banken aus.

Parallel dazu bleiben jetzt vermehrt die Touristen aus und arbeitslos gewordene Gastarbeiter verlassen das Land. Beide Tendenzen verstärken eher den Verfall der Immobilienpreise, als dass sie diesen bremsen könnten.

Machen jetzt noch Berichte über die “dunkle Seite von Dubai” öfter die Runde, wofür sich Anzeichen auch im Guardian und der BBC finden, wird der Lack schneller abblättern, als es die Scheichs in Dubai glauben wollen. Dubai als Experiment dürfte gescheitert sein: Man wollte zu schnell zu hoch hinaus und hat dabei doch nur auf Sand gebaut…

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2 Kommentare

Dubai liegt doch in unserer Welt – oder?
Wieso sollte der glamour ausgerechnet in diesem Teil der Erde “echter” sein als sonstwo?

Geld und Gier – diese beiden Komplizen haben von Anfang an und am “Ende” immer nur Verderben und Ruin hervorgebracht;

Es gibt da ein interessantes Wort aus der Heiligen Schrift (Bibel…) – nämlich: Spr 28,15: Ein knurrender Löwe und ein gieriger Bär, (so ist) ein gottloser Herrscher über ein geringes Volk.

Oder – noch interessanter…: Jes.13, Und ich werde am Erdkreis die Bosheit heimsuchen und an den Gottlosen ihre Schuld: Ich werde der Anmaßung der Stolzen ein Ende machen und den Hochmut der Gewalttätigen erniedrigen.

In diesem Sinne: Die Apokalypse läßt grüßen!!

@Anonym: Die Bibel ist eine Fundgrube an klugen Aussagen. Dennoch möchte ich persönlich nicht auf eine biblische Apokalypse warten, sondern hoffe, dass wir Menschen selbst die Dinge zum Guten verändern können.