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	<title>Kommentare zu: Wird der Freitag das nächste Zoomer.de?</title>
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	<description>Matthias Schwenk on the Post Everything Economy</description>
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		<title>Von: Matthias</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17104</link>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 12:57:43 +0000</pubDate>
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		<description>@Markus: So ist es. Und beim Freitag reagiert man irritiert, weil man die Bedeutung und die Möglichkeiten der neuen Infrastruktur (noch) nicht sieht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Markus: So ist es. Und beim Freitag reagiert man irritiert, weil man die Bedeutung und die Möglichkeiten der neuen Infrastruktur (noch) nicht sieht.</p>
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		<title>Von: Markus Merz &#124; Hamburg St. Georg</title>
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		<dc:creator>Markus Merz &#124; Hamburg St. Georg</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 12:35:34 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Das Internet schafft eine ganz neue Infrastruktur&quot;

Komisch, nicht? Und weil freitag.de so eine, äh, merkwürdige Infrastruktur technisch eher bizarr realisiert, wird das Projekt gerade so schön bottom-up von den Leuten mit Infrastruktur-Know-How seit Wochen wohlwollend in die Tonne getreten.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Das Internet schafft eine ganz neue Infrastruktur&#8221;</p>
<p>Komisch, nicht? Und weil freitag.de so eine, äh, merkwürdige Infrastruktur technisch eher bizarr realisiert, wird das Projekt gerade so schön bottom-up von den Leuten mit Infrastruktur-Know-How seit Wochen wohlwollend in die Tonne getreten.</p>
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		<title>Von: Matthias</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17099</link>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 08:30:44 +0000</pubDate>
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		<description>@Michael: Das Argument mit dem begrenztem Platz in der gedruckten Zeitung ist natürlich richtig. Nur bedeutet das noch lange nicht, dass man in der Community die Artikel pauschal vergüten müsste: Man könnte ja auf deren Seitenabrufe, Verlinkungen von Dritten und die Menge der Kommentare abheben. 

@Markus: &quot;Es ist nicht alles Berlin, Bundespolitik und Elfenbeinturm&quot;. Ganz genau! Das Internet schafft eine ganz neue Infrastruktur und damit auch Relevanz auf ganz unterschiedlichen Ebenen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Michael: Das Argument mit dem begrenztem Platz in der gedruckten Zeitung ist natürlich richtig. Nur bedeutet das noch lange nicht, dass man in der Community die Artikel pauschal vergüten müsste: Man könnte ja auf deren Seitenabrufe, Verlinkungen von Dritten und die Menge der Kommentare abheben. </p>
<p>@Markus: &#8220;Es ist nicht alles Berlin, Bundespolitik und Elfenbeinturm&#8221;. Ganz genau! Das Internet schafft eine ganz neue Infrastruktur und damit auch Relevanz auf ganz unterschiedlichen Ebenen.</p>
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		<title>Von: Markus Merz &#124; Hamburg St. Georg</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17096</link>
		<dc:creator>Markus Merz &#124; Hamburg St. Georg</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 00:41:15 +0000</pubDate>
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		<description>Es ist spät. Ich halte mich kurz.

@Robin M-L Danke. Davon teile ich Vieles. Ebenfalls Danke für die großen Beispiele. Ich spare mir Weitere.

@JA &quot;Es gibt keine einflussreichen Blogger in Deutschland.&quot;

Das ist der Elfenbeinturm wie er leibt und lebt. Kleine lokale Internetseiten werden wahrgenommen, zitiert und haben Einfluss. Außerdem wird Geld verdient.

Es ist nicht alles Berlin, Bundespolitik und Elfenbeinturm. Es gab, gibt und wird diverse Säue geben, die durchs Dorf getrieben werden und wo neue Medien Wucht entfalten.

Ich sage es anders rum: Der Freitag stellt sich für mich als nicht relevant genug dar, als dass ich über dieses Projekt in meiner Lokalausgabe berichten möchte.

@JA &quot;Leute wie ich, die aus einer anderen Kultur kommen, plötzlich bei “Ihnen” eindringen&quot;

Das nenne ich einfach nur arrogant, weil hier allen anderen Menschen und Kulturen Kompetenz abgesprochen wird. Früher nannte man das Imperialismus. Alleine das Bild von der guten Penetration der Eingeborenen unter dem Journalisten-Banner &#039;Relevanz schaffen (nur wir)&#039; ist sogar gefährlich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist spät. Ich halte mich kurz.</p>
<p>@Robin M-L Danke. Davon teile ich Vieles. Ebenfalls Danke für die großen Beispiele. Ich spare mir Weitere.</p>
<p>@JA &#8220;Es gibt keine einflussreichen Blogger in Deutschland.&#8221;</p>
<p>Das ist der Elfenbeinturm wie er leibt und lebt. Kleine lokale Internetseiten werden wahrgenommen, zitiert und haben Einfluss. Außerdem wird Geld verdient.</p>
<p>Es ist nicht alles Berlin, Bundespolitik und Elfenbeinturm. Es gab, gibt und wird diverse Säue geben, die durchs Dorf getrieben werden und wo neue Medien Wucht entfalten.</p>
<p>Ich sage es anders rum: Der Freitag stellt sich für mich als nicht relevant genug dar, als dass ich über dieses Projekt in meiner Lokalausgabe berichten möchte.</p>
<p>@JA &#8220;Leute wie ich, die aus einer anderen Kultur kommen, plötzlich bei “Ihnen” eindringen&#8221;</p>
<p>Das nenne ich einfach nur arrogant, weil hier allen anderen Menschen und Kulturen Kompetenz abgesprochen wird. Früher nannte man das Imperialismus. Alleine das Bild von der guten Penetration der Eingeborenen unter dem Journalisten-Banner &#8216;Relevanz schaffen (nur wir)&#8217; ist sogar gefährlich.</p>
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	<item>
		<title>Von: Thorstena &#187; Runterkommen bitte</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17095</link>
		<dc:creator>Thorstena &#187; Runterkommen bitte</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 20:37:18 +0000</pubDate>
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		<description>[...] hat, ist auch keine Heldentat. Genauso wenig wie den Freitag mit dem unsäglichen Zoomer-Experiment auf eine Stufe zu stellen, und von unterschiedlichen, schwer zu vereinbarenden Kulturen zu [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] hat, ist auch keine Heldentat. Genauso wenig wie den Freitag mit dem unsäglichen Zoomer-Experiment auf eine Stufe zu stellen, und von unterschiedlichen, schwer zu vereinbarenden Kulturen zu [...]</p>
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	<item>
		<title>Von: Michael</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17091</link>
		<dc:creator>Michael</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 01:30:58 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Würde man das tun, fiele auch sofort auf, dass man bei den Autoren ein Zwei-Klassen-System fährt, bei dem die Blogger nur für die Texte bezahlt werden, die besonders gut sind und in die Printausgabe übernommen werden. Für die Autoren im Printbereich gibt es diese qualitative Unterscheidung nicht. Warum eigentlich?&quot;


Warum? In einer Zeitung ist der Platz begrenzt. Eine Redaktion trifft eine Auswahl, welche Texte es wert sind, diesen Platz zu belegen. Ob die Auswahl gut ist und ob ein solch limitiertes Medium überhaupt noch sinnvoll ist, sei dahingestellt - erstmal ist dies der Status quo. Eine überschaubare Anzahl von Beiträgen kann man finanziell honorieren, auf Basis einer Kalkulation, die wiederum die bestehenden Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt - und ein Stück vom Kuchen wird dann unter den Autoren aufgeteilt.

Im Netz ist hingegen unbegrenzt viel Platz. Wenn man jedem Freitag-Blogger für jeden Beitrag Honorar zahlen würde, kann man den Laden gleich dicht machen. Zu schnell würden Leute Nonsensbeiträge posten und Geld abfreifen. Oder man schaltet nur noch gute Beiträge frei, und zwar so viele, wie man bezahlen kann. Mal gucken, wer dann alles &quot;Zensur!&quot; schreit.

Für Autoren im Printbereich gilt diese Unterscheidung außerdem auch. Es wird ja nicht Hans und Franz Autor, sondern Leute, die von der Redaktion für gut befunden werden. Wie die Blogger. Wer regelmäßig Crap beim Freitag abliefert, wird sicherlich nicht wieder mit Artikeln beauftragt. Der einzige Unterschied ist der Distributionsweg. Aber ansonsten sind &quot;Blogger&quot; in dem Moment &quot;Autoren&quot;, wo sie in der Zeitung stehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Würde man das tun, fiele auch sofort auf, dass man bei den Autoren ein Zwei-Klassen-System fährt, bei dem die Blogger nur für die Texte bezahlt werden, die besonders gut sind und in die Printausgabe übernommen werden. Für die Autoren im Printbereich gibt es diese qualitative Unterscheidung nicht. Warum eigentlich?&#8221;</p>
<p>Warum? In einer Zeitung ist der Platz begrenzt. Eine Redaktion trifft eine Auswahl, welche Texte es wert sind, diesen Platz zu belegen. Ob die Auswahl gut ist und ob ein solch limitiertes Medium überhaupt noch sinnvoll ist, sei dahingestellt &#8211; erstmal ist dies der Status quo. Eine überschaubare Anzahl von Beiträgen kann man finanziell honorieren, auf Basis einer Kalkulation, die wiederum die bestehenden Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt &#8211; und ein Stück vom Kuchen wird dann unter den Autoren aufgeteilt.</p>
<p>Im Netz ist hingegen unbegrenzt viel Platz. Wenn man jedem Freitag-Blogger für jeden Beitrag Honorar zahlen würde, kann man den Laden gleich dicht machen. Zu schnell würden Leute Nonsensbeiträge posten und Geld abfreifen. Oder man schaltet nur noch gute Beiträge frei, und zwar so viele, wie man bezahlen kann. Mal gucken, wer dann alles &#8220;Zensur!&#8221; schreit.</p>
<p>Für Autoren im Printbereich gilt diese Unterscheidung außerdem auch. Es wird ja nicht Hans und Franz Autor, sondern Leute, die von der Redaktion für gut befunden werden. Wie die Blogger. Wer regelmäßig Crap beim Freitag abliefert, wird sicherlich nicht wieder mit Artikeln beauftragt. Der einzige Unterschied ist der Distributionsweg. Aber ansonsten sind &#8220;Blogger&#8221; in dem Moment &#8220;Autoren&#8221;, wo sie in der Zeitung stehen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias Schwenk</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17088</link>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 18:25:46 +0000</pubDate>
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		<description>@Robin: Einspruch! Einflussreiche Blogs haben wir in Deutschland gewiss, Du hast ja einige aufgezählt. Aber kaum eines dieser Blogs kann als wirtschaftlich eigenständige Institution gesehen werden, die einen oder gar mehrere Autoren ernähren kann. 

Vielleicht das Blogwerk (Peter Hogenkamp), Yeebase (dort allerdings auch mit einem Standbein im Printbereich) oder Peter Turi (turi2). Auch silicon.de könnte  dazugerechnet werden. Ansätze sind schon da, diese aber sind noch weit weg vom Themenfeld der Politik.

Daneben gibt es Spiegel Online oder heise.de, die aber keine Blogs sind und zudem aus erfolgreichen Printprodukten hervorgegangen sind. Das schmälert ihre Leistung nicht, aber ich rechne sie einer anderen Kategorie zu.

Mein Fazit: Die Institutionenbildung im deutschsprachigen Netz ist schon erkennbar, steckt aber noch in sehr bescheidenen Anfängen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Robin: Einspruch! Einflussreiche Blogs haben wir in Deutschland gewiss, Du hast ja einige aufgezählt. Aber kaum eines dieser Blogs kann als wirtschaftlich eigenständige Institution gesehen werden, die einen oder gar mehrere Autoren ernähren kann. </p>
<p>Vielleicht das Blogwerk (Peter Hogenkamp), Yeebase (dort allerdings auch mit einem Standbein im Printbereich) oder Peter Turi (turi2). Auch silicon.de könnte  dazugerechnet werden. Ansätze sind schon da, diese aber sind noch weit weg vom Themenfeld der Politik.</p>
<p>Daneben gibt es Spiegel Online oder heise.de, die aber keine Blogs sind und zudem aus erfolgreichen Printprodukten hervorgegangen sind. Das schmälert ihre Leistung nicht, aber ich rechne sie einer anderen Kategorie zu.</p>
<p>Mein Fazit: Die Institutionenbildung im deutschsprachigen Netz ist schon erkennbar, steckt aber noch in sehr bescheidenen Anfängen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Robin Meyer-Lucht</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17087</link>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2009 16:26:28 +0000</pubDate>
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		<description>Ich muss sagen, dass ich von der Antwort Jakob Augsteins entsetzt bin:

JA: &quot;Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir - neben dem Perlentaucher - eine mediale Qualitäts-Institution nennen könnten, die im deutschen Netz entstanden ist.&quot;

Wie wäre es mit: Bildblog, Netpolitik, Netzökonom, Meedia, Heise.de, Lawblog - und letztlich auch Spiegel Online, um nur einige Beispiele zu nennen? Was ist das für ein absurd hoher Anspruch an ein so junges Medium, das in ein Feld zahlreicher bestehender Qualitäts-Institutionen hineingeworfen wird. Die Aufgabe besteht darin, neue, bessere Institutionen im Netz zu bauen. Die Qualitäts-Institutionen, die wir in den klassischen Medien haben sind keinesfalls Perfekt. Ihre wirtschaftliche und technologische Grundlage erodiert gerade. Zwar gibt auch Augstein den Appell aus, neue Institutionen auch im Netz zu schaffen - aber nicht ohne die bisherige Entwicklung abzuwatschen.

JA: &quot;Aber ich habe gesehen, wie die arbeiten und habe eine ungefähre Ahnung von den Möglichkeiten und den Grenzen des journalistischen Einflusses. Und ich sage Ihnen: Es gibt keine einflussreichen Blogger in Deutschland. Außer denen, die ihren Einfluss aus dem Printbereich ziehen.&quot;

Vor nicht einmal einem Jahr hat der Spiegel den letzten großen Text über die Bedeutungslosigkeit der Blogger geschrieben (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html). Seitdem gab es mindestens fünf Ereignisse, die sehr deutlich die wachsende Macht von Blogs und digitaler Öffentlichkeit gezeigt haben:
- DFB vs. Jens Weinreich
- Knüwer vs. Iwersen 
- Deutsche Bahn vs. Netzpolitik
- &quot;Wilhelm&quot; zu Guttenberg (http://www.bildblog.de/5704/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/)
- Die Debatte um Kinderporno-Sperren, die ohne Blogs anders gelaufen wäre
Es mag in Deutschland noch keine ganz einflussreichen Blogger geben - der der Trend ist eindeutig und ermutigend.
Es gibt in diesem Land sehr viele Print-Journalisten mit weniger Einfluss auf die Meinungsbildung als die Top-Blogger. Dass Stefan Niggemeier und Thomas Knüwer einen Print-Hintergrund haben, heißt nicht, dass sie allein diesem Hintergrund ihren Einfluss verdanken. Sie haben ihn sich im Netz neu erworben. Schließlich ist nicht jeder bloggende Print-Redakteur automatisch erfolgreich.
Sehr problematisch ist auch, dass Augstein hier Einfluss als absolute und nicht als relative Größe behandelt. Einfluss scheint damit letztlich quantitativ und in einer gemeinsamen Sphäre messbar. Dieses Denken ist letztlich im massenmedialen Modell verhaftet. Augstein meint: Einflussreich und relevant ist, was er als einflussreich und relevant wahrzunehmen vermag. Das aber ist zu kurz gesprungen.

JA: &quot;Die Machtstrukturen in dieser Gesellschaft, in der Politik, in der Wirtschaft gehen dann aber an Ihnen vorbei. Sie haben dann darauf keinen Einfluss sondern schaffen sich eine virtuelle eigene Welt.&quot;

Wie hier versucht wird, das Internet als Hort von eigenbrödlerischen Idiosynkraten abzutun, ist schon atemberaubend. Ich kann aus meiner Erfahrung als Blogger nur sagen, dass ich genügend Anrufe, E-Mails und sonstige Reaktionen von Politikern, Beamten und Funktionären bekomme, um zu wissen, dass man hier schon lange nicht mehr ins Leere schreibt. Hingegen ist die Frage, ob oberflächlich intellektualisierende Medien wie die Zeit auch nur annähernd einen Policy-Einfluss haben, wie zum Beispiel Netzpolitik in ihrem Feld.

Im Netz werden sich neue, sehr spannende Institutionen herausbilden. Gerade in Deutschland steht diese Entwicklung noch ganz am Anfang. Es ist zunächst einmal festzustellen, dass das Online-Institutionenbauen auch dem Freitag derzeit nicht leicht fällt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich muss sagen, dass ich von der Antwort Jakob Augsteins entsetzt bin:</p>
<p>JA: &#8220;Ich wäre sehr dankbar, wenn Sie mir &#8211; neben dem Perlentaucher &#8211; eine mediale Qualitäts-Institution nennen könnten, die im deutschen Netz entstanden ist.&#8221;</p>
<p>Wie wäre es mit: Bildblog, Netpolitik, Netzökonom, Meedia, Heise.de, Lawblog &#8211; und letztlich auch Spiegel Online, um nur einige Beispiele zu nennen? Was ist das für ein absurd hoher Anspruch an ein so junges Medium, das in ein Feld zahlreicher bestehender Qualitäts-Institutionen hineingeworfen wird. Die Aufgabe besteht darin, neue, bessere Institutionen im Netz zu bauen. Die Qualitäts-Institutionen, die wir in den klassischen Medien haben sind keinesfalls Perfekt. Ihre wirtschaftliche und technologische Grundlage erodiert gerade. Zwar gibt auch Augstein den Appell aus, neue Institutionen auch im Netz zu schaffen &#8211; aber nicht ohne die bisherige Entwicklung abzuwatschen.</p>
<p>JA: &#8220;Aber ich habe gesehen, wie die arbeiten und habe eine ungefähre Ahnung von den Möglichkeiten und den Grenzen des journalistischen Einflusses. Und ich sage Ihnen: Es gibt keine einflussreichen Blogger in Deutschland. Außer denen, die ihren Einfluss aus dem Printbereich ziehen.&#8221;</p>
<p>Vor nicht einmal einem Jahr hat der Spiegel den letzten großen Text über die Bedeutungslosigkeit der Blogger geschrieben (<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html)" rel="nofollow">http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html)</a>. Seitdem gab es mindestens fünf Ereignisse, die sehr deutlich die wachsende Macht von Blogs und digitaler Öffentlichkeit gezeigt haben:<br />
- DFB vs. Jens Weinreich<br />
- Knüwer vs. Iwersen<br />
- Deutsche Bahn vs. Netzpolitik<br />
- &#8220;Wilhelm&#8221; zu Guttenberg (<a href="http://www.bildblog.de/5704/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/" rel="nofollow">http://www.bildblog.de/5704/wie-ich-freiherr-von-guttenberg-zu-wilhelm-machte/</a>)<br />
- Die Debatte um Kinderporno-Sperren, die ohne Blogs anders gelaufen wäre<br />
Es mag in Deutschland noch keine ganz einflussreichen Blogger geben &#8211; der der Trend ist eindeutig und ermutigend.<br />
Es gibt in diesem Land sehr viele Print-Journalisten mit weniger Einfluss auf die Meinungsbildung als die Top-Blogger. Dass Stefan Niggemeier und Thomas Knüwer einen Print-Hintergrund haben, heißt nicht, dass sie allein diesem Hintergrund ihren Einfluss verdanken. Sie haben ihn sich im Netz neu erworben. Schließlich ist nicht jeder bloggende Print-Redakteur automatisch erfolgreich.<br />
Sehr problematisch ist auch, dass Augstein hier Einfluss als absolute und nicht als relative Größe behandelt. Einfluss scheint damit letztlich quantitativ und in einer gemeinsamen Sphäre messbar. Dieses Denken ist letztlich im massenmedialen Modell verhaftet. Augstein meint: Einflussreich und relevant ist, was er als einflussreich und relevant wahrzunehmen vermag. Das aber ist zu kurz gesprungen.</p>
<p>JA: &#8220;Die Machtstrukturen in dieser Gesellschaft, in der Politik, in der Wirtschaft gehen dann aber an Ihnen vorbei. Sie haben dann darauf keinen Einfluss sondern schaffen sich eine virtuelle eigene Welt.&#8221;</p>
<p>Wie hier versucht wird, das Internet als Hort von eigenbrödlerischen Idiosynkraten abzutun, ist schon atemberaubend. Ich kann aus meiner Erfahrung als Blogger nur sagen, dass ich genügend Anrufe, E-Mails und sonstige Reaktionen von Politikern, Beamten und Funktionären bekomme, um zu wissen, dass man hier schon lange nicht mehr ins Leere schreibt. Hingegen ist die Frage, ob oberflächlich intellektualisierende Medien wie die Zeit auch nur annähernd einen Policy-Einfluss haben, wie zum Beispiel Netzpolitik in ihrem Feld.</p>
<p>Im Netz werden sich neue, sehr spannende Institutionen herausbilden. Gerade in Deutschland steht diese Entwicklung noch ganz am Anfang. Es ist zunächst einmal festzustellen, dass das Online-Institutionenbauen auch dem Freitag derzeit nicht leicht fällt.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Matthias</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17086</link>
		<dc:creator>Matthias</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 23:58:17 +0000</pubDate>
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		<description>@Markus: Man muss nicht sachlich bleiben, gewiss nicht. Man darf seiner Enttäuschung schon Luft machen. Dabei stehen bleiben sollten wir aber auch nicht. 

Die Debatte ist da und Jakob Augstein nimmt teil  - was wollen wir mehr? Jetzt sollten wir Blogger aufpassen, dass nicht wir es sind, die den &quot;Graben&quot; tiefer ausheben! 

@Jakob Augstein: Danke, dass Sie den Ball aufgreifen und hier mitdiskutieren. Sie haben vollkommen recht, wenn Sie schreiben, dass es keine einflussreichen Blogger in Deutschland gibt. Unsere Blogosphäre ist ein noch relativ kleiner &quot;Raum&quot; ohne nennenswerte Außenwirkung.

Deshalb ist es absolut positiv, wenn Sie jetzt mit dem Freitag versuchen, mehr Relevanz ins Netz zu bringen und dabei den Brückenschlag in die Blogosphäre suchen. Allerdings sind Sie dabei auf ein glattes Parkett geraten, weil den Bloggern hierzulande vielleicht die Relevanz im politischen und wirtschaftlichen Raum fehlen mag, nicht aber die technische Versiertheit im Umgang mit dem Netz. Und so stürmisch man Sie begrüßt hat, so groß war dann auch die Enttäuschung ob mancher Unzulänglichkeit.

Zum Begriff &quot;Institution&quot;: Diese brauchen wir gewiss. Doch Vorsicht: Im Netz müssen das keine &quot;Tanker&quot; sein, Reichweite und Relevanz schaffen (prinzipiell) auch kleine Boote. Das zeigen Beispiele aus den USA, etwa &lt;a href=&quot;http://www.techcrunch.com/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;TechCrunch&lt;/a&gt; oder auch &lt;a href=&quot;http://www.dailykos.com/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Daily Kos&lt;/a&gt;. 

Insgesamt kann ich also nicht sehen, dass Sie das alles total falsch verstehen! Sonst würden wir ja auch nicht hier diskutieren, oder?

@CB: Vielen Dank für den sehr guten Hinweis auf die USA! Mag auch die deutsche Politik das Internet noch weitgehend ignorieren oder für irrelevant halten, die USA zeigen uns, wohin die Entwicklung auch in Deutschland führen wird.

Die Relevanz der gedruckten Medien in Deutschland kann also nur noch langsam aber stetig abnehmen. Das aktuelle Zeitungssterben in den USA zeigt zudem, dass sich selbst dort keine Institution (mit noch so großer Tradition) darauf verlassen kann, den Übergang ins digitale Zeitalter zu bewältigen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Markus: Man muss nicht sachlich bleiben, gewiss nicht. Man darf seiner Enttäuschung schon Luft machen. Dabei stehen bleiben sollten wir aber auch nicht. </p>
<p>Die Debatte ist da und Jakob Augstein nimmt teil  &#8211; was wollen wir mehr? Jetzt sollten wir Blogger aufpassen, dass nicht wir es sind, die den &#8220;Graben&#8221; tiefer ausheben! </p>
<p>@Jakob Augstein: Danke, dass Sie den Ball aufgreifen und hier mitdiskutieren. Sie haben vollkommen recht, wenn Sie schreiben, dass es keine einflussreichen Blogger in Deutschland gibt. Unsere Blogosphäre ist ein noch relativ kleiner &#8220;Raum&#8221; ohne nennenswerte Außenwirkung.</p>
<p>Deshalb ist es absolut positiv, wenn Sie jetzt mit dem Freitag versuchen, mehr Relevanz ins Netz zu bringen und dabei den Brückenschlag in die Blogosphäre suchen. Allerdings sind Sie dabei auf ein glattes Parkett geraten, weil den Bloggern hierzulande vielleicht die Relevanz im politischen und wirtschaftlichen Raum fehlen mag, nicht aber die technische Versiertheit im Umgang mit dem Netz. Und so stürmisch man Sie begrüßt hat, so groß war dann auch die Enttäuschung ob mancher Unzulänglichkeit.</p>
<p>Zum Begriff &#8220;Institution&#8221;: Diese brauchen wir gewiss. Doch Vorsicht: Im Netz müssen das keine &#8220;Tanker&#8221; sein, Reichweite und Relevanz schaffen (prinzipiell) auch kleine Boote. Das zeigen Beispiele aus den USA, etwa <a href="http://www.techcrunch.com/" rel="nofollow">TechCrunch</a> oder auch <a href="http://www.dailykos.com/" rel="nofollow">Daily Kos</a>. </p>
<p>Insgesamt kann ich also nicht sehen, dass Sie das alles total falsch verstehen! Sonst würden wir ja auch nicht hier diskutieren, oder?</p>
<p>@CB: Vielen Dank für den sehr guten Hinweis auf die USA! Mag auch die deutsche Politik das Internet noch weitgehend ignorieren oder für irrelevant halten, die USA zeigen uns, wohin die Entwicklung auch in Deutschland führen wird.</p>
<p>Die Relevanz der gedruckten Medien in Deutschland kann also nur noch langsam aber stetig abnehmen. Das aktuelle Zeitungssterben in den USA zeigt zudem, dass sich selbst dort keine Institution (mit noch so großer Tradition) darauf verlassen kann, den Übergang ins digitale Zeitalter zu bewältigen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: CB</title>
		<link>http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/26/der-freitag-zoomer/comment-page-1/#comment-17085</link>
		<dc:creator>CB</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2009 22:36:23 +0000</pubDate>
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		<description>Hi JA, Hi @all,

ich melde mich zu dieser Diskussion spontan aus dem Rheinland mit einer unüberlegte Äußerung zu Wort:

Da existiert m.E. einen erheblicher Unterschied zwischen den zwei Argumenten von J.A. - dem Qualitätsargument und dem Machtargument. 

In der Frage der Qualtität würde ich Ihnen folgen, was die besondere Stellung von Perlentaucher betrifft. Ebenso hinsichtlich der Chancen des Freitag, auf dieses Niveau fast aufzuschließen - theoretisch, mit etwas Glück und Lernbereitschaft auch praktisch. ;-)

Bei der Frage, welche Macht die politische Online-Kommunikation hat, sehe ich das - bisher jedenfalls - vollkommen anders als der &quot;Traditionalist&quot; (nicht im Sinne der Pius-Brüder gemeint) Augstein.

[Zitat J.A.]Die Machtstrukturen in dieser Gesellschaft, in der Politik, in der Wirtschaft gehen dann aber an Ihnen vorbei. Sie haben dann darauf keinen Einfluss sondern schaffen sich eine virtuelle eigene Welt. In der wird nicht über Löhne entschieden und Straßenbau und Umweltschutz und Krieg und Frieden und Steuern und Schulen. [/Zitatende]

Diese These ist nach der Wahl in den USA m.E. nicht mehr unumstritten haltbar. Ich habe das nicht selbst recherchiert, aber ich vertraue den Berichten, dass dabei die virtuelle Welt ein ganz entscheidender Faktor war beim Füllen der Wahlkampfkasse des Siegers - was im Endeffekt über Krieg und Frieden, Steuern und Schulden maßgeblich entscheiden wird. 

So mächtig scheinen die Alten Medien und Methoden nicht mehr zu sein. Die politisch relevante Kommunikation kann sich anders organisieren focussieren. Oder haben Sie bessere Informationen oder Überlegungen (oder Veröffentlichungen), die geeignet wären, diesen Fortschritt als bloßen Mythos zu entlarven?

Liebe Grüße von Rhein und Ruhr
Ihr/Euer Blogger in der Pause CB

PS: Möglicherweise hat das oder Ähnliches schon jemand angemerkt, als ich es abfasste, war JA&#039;s Statement der letzte Kommentar hier.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hi JA, Hi @all,</p>
<p>ich melde mich zu dieser Diskussion spontan aus dem Rheinland mit einer unüberlegte Äußerung zu Wort:</p>
<p>Da existiert m.E. einen erheblicher Unterschied zwischen den zwei Argumenten von J.A. &#8211; dem Qualitätsargument und dem Machtargument. </p>
<p>In der Frage der Qualtität würde ich Ihnen folgen, was die besondere Stellung von Perlentaucher betrifft. Ebenso hinsichtlich der Chancen des Freitag, auf dieses Niveau fast aufzuschließen &#8211; theoretisch, mit etwas Glück und Lernbereitschaft auch praktisch. <img src='http://www.bwlzweinull.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Bei der Frage, welche Macht die politische Online-Kommunikation hat, sehe ich das &#8211; bisher jedenfalls &#8211; vollkommen anders als der &#8220;Traditionalist&#8221; (nicht im Sinne der Pius-Brüder gemeint) Augstein.</p>
<p>[Zitat J.A.]Die Machtstrukturen in dieser Gesellschaft, in der Politik, in der Wirtschaft gehen dann aber an Ihnen vorbei. Sie haben dann darauf keinen Einfluss sondern schaffen sich eine virtuelle eigene Welt. In der wird nicht über Löhne entschieden und Straßenbau und Umweltschutz und Krieg und Frieden und Steuern und Schulen. [/Zitatende]</p>
<p>Diese These ist nach der Wahl in den USA m.E. nicht mehr unumstritten haltbar. Ich habe das nicht selbst recherchiert, aber ich vertraue den Berichten, dass dabei die virtuelle Welt ein ganz entscheidender Faktor war beim Füllen der Wahlkampfkasse des Siegers &#8211; was im Endeffekt über Krieg und Frieden, Steuern und Schulden maßgeblich entscheiden wird. </p>
<p>So mächtig scheinen die Alten Medien und Methoden nicht mehr zu sein. Die politisch relevante Kommunikation kann sich anders organisieren focussieren. Oder haben Sie bessere Informationen oder Überlegungen (oder Veröffentlichungen), die geeignet wären, diesen Fortschritt als bloßen Mythos zu entlarven?</p>
<p>Liebe Grüße von Rhein und Ruhr<br />
Ihr/Euer Blogger in der Pause CB</p>
<p>PS: Möglicherweise hat das oder Ähnliches schon jemand angemerkt, als ich es abfasste, war JA&#8217;s Statement der letzte Kommentar hier.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
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