Der Guardian surft ganz oben: Mit offenen Schnittstellen in die Zukunft

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Der Guardian hat soeben seine Open Platform eröffnet und bietet damit als zweite Zeitung nach der New York Times die Möglichkeit, seine Artikel über Schnittstellen (API’s) zu exportieren und in neue Anwendungen einzubetten. Dabei geht man in London wesentlich weiter als beim New Yorker Vorbild.

Der Guardian gibt nämlich vollständige Artikel heraus und verknüpft diese fest mit seiner Werbung. Wer also die Texte, Fotos oder Videos nutzen möchte, kann dies gerne tun, muss aber auch die Werbung akzeptieren. Es wird aber bereits an einer Lösung gearbeitet, bei der Entwickler von Applikationen an den Werbeeinnahmen partizipieren können. Darauf deuten eine vorsichtige Formulierung im Text des Guardian als auch der Blogartikel von Jeff Jarvis hin.

Insgesamt also ein sehr interessanter Schritt in die richtige Richtung. Die logische Konsequenz müsste jetzt sein, dass auch WordPress für seine Blogs eine (standardisierte) Schnittstelle anbietet, so dass Entwickler aus möglichst vielen Medien heraus Artikel kopieren und neu zusammen setzen können.

Bald schon werden wir Applikationen auf Facebook sehen, mit denen sich die Mitglieder Nachrichten ihrer Wahl in ihren Newsfeed werden integrieren können. Gut für den Guardian und schlecht für alle anderen Medien, die noch immer glauben, die Leser würden gern auf ihre Seiten kommen.

Im Grunde macht es uns YouTube schon seit 2005 vor: Bis auf ganz wenige Ausnahmen lassen sich alle Videos mitsamt dem Player entnehmen und woanders wieder einbetten. Das ist das Modell der Zukunft, nicht nur für Videos, sondern für Nachrichten (“Content”) aller Art…

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bravo! Das ist ja eine gute Nachricht.Ich finde der Guardian sehr interessant und glaube, dass er bald auch an erster Stelle werdet sein.Bravo!

  2. Pingback: Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0 — CARTA