Als Quantensprung bezeichnen Dr. Klaus Holthausen und Roy Uhlmann (Qimaya) im Interview mit Steffen Büffel den von ihnen entwickelten Ansatz in Sachen Semantisches Web. Anders als andere Forscher oder Unternehmen setzt das Team von Qimaya nicht auf Ontologien oder Thesauri, sondern auf ein selbstlernendes System.
Der springende Punkt: Ontologien sind statisch und müssen deshalb bei Veränderungen aktualisiert werden. Demgegenüber soll das selbstlernende System von Qimaya dynamisch sein und sich selbst an Veränderungen anpassen können.
Noch gibt es von Qimaya kein frei zugängliches Produkt, man will aber noch im Laufe diesen Jahres mit einer Suchmaschine online gehen. Muss sich Google deshalb Sorgen machen? Nicht unbedingt. Aktuell kursieren gerade wieder Spekulationen darüber, ob Google selbst bereits semantische Software einsetzt, wenn etwa Sucheingaben, die als konkrete Fragen formuliert sind, direkt beantwortet werden.
Spannend bleibt das Thema auf alle Fälle. Das Interview mit Qimaya wurde am Rande der 1. Dresden Open Space geführt. Auf der CeBIT 2009 veranstaltet die T-Systems ihren nächsten Open Space.
Schlagworte: Innovation, Internet, Qimaya, Semantische Software, Steffen Büffel
2 Kommentare
6. 2. 2009 um 13:58:41
Jörg Wittkewitz
Hi Matthias,
auf ein Wort:
Achja, der Holthausen. Ich erinnere mich noch wie er 2003 über die DMS in Essen lief und allen und jedem seine semantischen Wolken anpries – ich glaube amenotec hieß seine Firma damals. Ich würde es ihm glatt wünschen, dass es diesmal klappt. Aber Hand aufs Herrz, OpenCalais ist jetzt da, wo Holthausen vielleicht in zwei Jahren sein wird. und ich weiß nicht, ob wir in zwei Jahren überhaupt noch von semantischer Suche sprechen, weil sich bis dahin herumgesprochen haben mag, dass die Pragmatik ein weitaus spannenderer und entscheidenderer Teil des Semiotik ist. Die Sozialkonstruktivisten und Wortspieler rund um Wittgenstein werden nicht aktueller durch eine Aufguß vonseiten der Computerwissenschafften. Wachen wir auf und stelllen wir fest, dass Kybernetik und Wortologie aus dem letzten Jahrtausend sind. Für den Austausch zwischen Maschinen ist OWL wirklich brauchbar und ich möchte den Tripels keinesfalls ihre Sinnhaftigkeit absprechen, aber ohne eine sinnvolle XML-Persistenzschicht plus gekapselte und atomsierte Dienste à la SOA ist das doch alles Schmuck am Nachthemd…
6. 2. 2009 um 18:25:13
Matthias
@Jörg: Mein Artikel ist bewusst vorsichtig formuliert.
Etwas ausführlicher hat Jan Tißler auf t3n über Qimaya geschrieben. Sehr interessant sind dort auch die Kommentare!