Plastic Logic Reader

Dem Tablet-Format stehen interessante Zeiten bevor: Die Firma Plastic Logic will 2009 einen eReader auf den Markt bringen, dessen Besonderheit darin liegt, dass er mehr oder weniger ganz aus Kunststoff besteht, was ihn sehr leicht, biegbar und rubust macht. Weitere Einzelheiten dazu im Handelskraft Blog.

eingebunden mit Embedded Video

Bei Engadget sieht man deswegen schon schwere Zeiten für den Kindle von Amazon heraufziehen. Und Michael Arrington dürfte den Auftritt von Plastic Logic auf der Demo Fall 08 auch zur Kenntnis genommen haben, entwickelt er doch gerade einen Tablet PC (auf Open Source Basis), zu dem unlängst der erste Prototyp gezeigt wurde.

Die große Unbekannte in diesem Wettrennen ist, was die Käufer bevorzugen werden: Ein Lesegerät, dessen Bildschirm Schwarzweiß darstellt und das dafür aber eine sehr lange Akkulaufzeit bietet (Amazon Kindle, Plastic Logic, Sony), oder eher den Tablet PC mit Farbbildschirm und der Möglichkeit, im Web zu surfen (TechCrunch Tablet) zum Preis einer deutlich geringeren Akkulaufzeit.

Ich persönlich tendiere eher in die Richtung des TechCrunch Tablet. Denn praktischer ist es allemal, mit einem Gerät verschiedene Formate (Text und Video) in Farbe nutzen zu können. Zudem ist hier die empfindliche Glasoberfläche nicht das letzte Wort: Biegsame Farbdisplays sind schon in Entwicklung…

Betrachtet man zudem, was sich bei Apple in Sachen iPhone und iPod Touch tut, sieht man, dass Spiele eine nicht zu vernachlässigende Kategorie sind. Es könnte also gut sein, dass konservative Leute lieber beim guten alten Buch und der Zeitung auf Papier bleiben, während die Geeks und Freaks möglichst vielseitige Minicomputer bevorzugen werden, die alles können: eBooks darstellen, im Web surfen, Videos und Podcasts abspielen und so weiter. Die Reader auf der Basis von E-Ink könnten da leicht auf der Strecke bleiben. Was denkt Ihr?

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3 Kommentare

Kommt das nicht auf die Anwendung an? Ich denke, die Frage wird sich so gar nicht stellen. Es fragt sich ja auch niemand, ob Haftnotizen oder Spiralblöcke langfristig das Rennen machen ;-) Okay, das ist Dir sicher selbst klar. Aber ich fand das Beispiel gerade so schön…

Zurück zum Thema: Ein wichtiger Faktor ist, welche technischen Fortschritte in welchen Zeiträumen gemacht werden und wie teuer die jeweiligen Produkte sind. Das kann man heute schlecht vorhersehen. Aber stell Dir mal einen Tablet-PC vor, den Du falten oder zusammenrollen kannst. Das hat doch was. Ob und wann das zu einem bezahlbaren Preis auf den Markt kommt und was bis dahin in anderen Labors erfunden wurde – wer weiß es. Spannend ist es allemal.

Ein Gerät mit Rolldisplay kommt übrigens noch in diesem Jahr auf den Markt: der Readius. Wenn ein bisschen Eigenwerbung erlaubt ist: Hier hatte ich mal etwas dazu geschrieben.

Matthias Schwenk

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@Jan: Gut, dass Du auf den Readius hinweist, das Gerät habe ich im Eifer ganz vergessen. Klar: Einen Tablet-PC, den man falten oder aufrollen kann, hätte ich auch gern.

Und dann kommt es natürlich auch darauf an, was man von dem Gerät als solches auch möchte. Multimedia, Spiele, usw. wird sicherlich noch einige Zeit die Domäne von PCs in welcher Form auch immer bleiben. Daran wird sich so schnell nichts ändern, auch wenn die Formate sich unterscheiden mögen. Notebook, Netbook, Tablet-PC oder was auch immer…

Aber eines werden PCs niemals können: ein Buch, eine Zeitung oder eine Zeitung ersetzen. Wenn nicht…

Und hier kommen die ganzen Reader-Varianten in ´s Spiel. Wenn ich etwas lesen muss, wird ein TFT zur Tortur. Ich selbst bin ganz gerne auch mit meinem PDA unterwegs und finde das Teil super. Nichts stört mich daran. Weder die Kurze Akkulaufzeit oder die kleine Darstellung auf einem 3,5″ VGA-Screen. Aber eines ist bei all den Geräten grausam, egal ob es sich dabei um ein iPhone, einen PC oder ein Notebook handelt: die Hintergrundbeleuchtung. In heller Umgebung kann man sie vergessen, weil sie zu dunkel ist und man ohnehin nichts erkennen kann und wenn es Dunkler ist, kann man sie spätestens nach einer Stunde vergessen, weil die Augen so ermüdet sind, dass man sich ohnehin auf nix merh Konzentrieren kann.

Und die Dinger sollen ja auch nur “Reader” sein. Also ein Hilfsmittel um Dokumente und Bücher zu lesen und dabei nicht kiloweise Papier mit sich herum zu schleppen. Wenn da dann auch mal der Preis passt und ein Format sich durchsetzt, werden die ihren Lauf kriegen. Arbeiten und Multimedia-Anwendungen werden den PCs vorbehalten bleiben. Bis man eine Vernünftige Darstellungsmethode gefunden hat. Entweder wird das E-Paper fließende Darstellungen ermöglichen, oder man muss sich was ganz neues einfallen lassen. Und dann wird sich die Frage nach einem E-Book oder Netbook ohnehin erledigt haben. Denn dann werden wir ganz andere Geräte sehen die dann auch beides zugleich ermöglichen werden: langes Lesen und Multimedia-Darstellungen.

Aber bis dahin wird es wohl darauf hinaus laufen, dass wir Texte auf E-Book-Readern lesen und das Arbeiten und Multimediaanwendungen auf PCs gemacht werden…

Aber ob dadurch das Papier verschwinden wird? Mir soll mal jemand vormachen, wie er schneller Tippt als andere Handschriftlich ihre Notizen machen…

Aber mir soll dann auch jemand jemanden zeigen, der das gekritzel hinterher lesen kann ;-)