Robert Basic lobt ein Buch und kündigt an, es nicht zu lesen! Holm Friebe (”Wir nennen es Arbeit“) und Thomas Ramge, die Autoren, schreiben über den neuen Trend der Eigenbaumarken. Diese knüpfen an alte Traditionen des Handwerks an, profitieren aber gleichzeitig von neuester Technik, die das Produzieren und Vermarkten in kleinem Maßstab betriebswirtschaftlich wieder möglich macht.
eingebunden mit Embedded Video
Das Thema ist interessant und das Buch werde ich mir zulegen. Was mich nur wundert: Die Autoren habe ich auf Twitter nicht gefunden. Dabei hätte ich fast darauf gewettet…











3 Kommentare
12. 9. 2008 um 12:20:28
minjung
Tut mir Leid, aber das Buch muss langweilig sein, das Video zeigt zwei Kerle, die vergeblich versuchen das Phänomen Kleinbetrieb, dass seit mehr als 1000 Jahren existiert nochmal zu resumieren, in dem die Vermarktungsmöglichkeiten mit dem Internet aufgezeigt werden. Und dann wird so getan als ob das der neue Mainstream sei, dabei zeigen deren Beispiele doch nur, dass nichts anders ist als 10 Jahre vorher auch. Das ich meine Lampe nun auch bei Amazon verkaufe, heißt nicht, absolut nichts. Zu dem geistern sie auf Großkonzernen rum, die meisten von denen haben wie begonnen? Richtig als kleine Unternehmen.
Ich weiß ja nicht wer der Regisseur war, aber da wollte man wohl die sterile Wahrheit erklären, in dem man postmoderne Aufsässigkeit damit verbunden hat und was kommt dabei raus: Ein absolut unnatürlicher Kurzfilm, der ein Buch erklärt, dass etwas als neu darstellt, dass vor deren Geburt auch schon existiert hat. “Wir sind so klug, jung, dynamisch und effiziennt – Marke Eigenbau”, beim Campus Verlag erschienen, was der größte Widerspruch ist.
12. 9. 2008 um 13:08:21
Matthias Schwenk
@minjung: Noch haben wir beide das Buch nicht gelesen, also sollten wir mit schnellen Urteilen vorsichtig sein. Richtig ist, dass es den Kleinbetrieb als Wirtschaftseinheit schon sehr, sehr lange gibt.
Allerdings hat diese Betriebsform in der Folge der Industrialisierung und der damit immer weiter um sich greifenden Massenfertigung ganz erheblich Marktanteile verloren. Das Prinzip der Handarbeit oder der Manufaktur war zuletzt fast nur noch im Luxussegment anzutreffen, etwa bei teuren Schweizer Uhren.
Tatsächlich ist nun seit einigen Jahren aber ein Revival traditioneller (kleiner) Betriebsformen zu beobachten, bei denen Produkte wieder zu erschwinglichen Preisen auf lokaler Ebene hergestellt werden.
Die wichtigsten Bestandteile dieses Konzeptes sind der lokale Bezug (ein Betrieb “zum Anfassen”), die Handarbeit (in Teilen oder zur Gänze), eine vollständig einsehbare Wertschöpfungskette (kaum oder gar keine Teile “made in China”) und eben die Marke Eigenbau.
Obwohl hier vielfach ein Stück Nostalgie und auch eine (antikapitalistisch gefärbte) Sozialromantik mitschwingen, basieren diese Betriebe zumeist auf hochmoderner Technik, die etwa eine Produktion in Kleinserien erst wieder rentabel macht. Wenn zudem noch ganz oder teilweise über das Internet verkauft wird, haben wir auch im Bereich Marketing und Vertrieb einen sehr modernen Ansatz, der so vor 10 Jahren noch kaum möglich war.
Ich sehe also schon einen neuen Ansatz und werde jetzt erst einmal das Buch lesen, bevor ich dazu weitere Aussagen mache.
12. 9. 2008 um 15:23:36
Christian Henner-Fehr
Mich macht es immer misstrauisch, wenn auf den bösen Konzernkapitalismus und die Finanzinvestoren geschimpft wird und ich deshalb ein Buch für 20 Euro kaufen soll, in dem mir etwas, was es schon seit Hunderten von Jahren gibt, als etwas Neues verkauft wird.
Und dass der Punk so quasi der Begründer dieser Produktionsform ist, ähm ja. Und minjung hat Recht: wenn sie das Buch wenigstens im Eigenverlag herausgebracht hätten. Aber so… nein, also ich kauf mir das Buch nicht, mir reicht das Video schon.