Social Media PReview: aktueller Podcast zum Mittelstand

Das Social Media PReview Blog von Timo Lommatzsch und Bastian Scherbeck hat aktuell einen Pocast veröffentlicht, in dem es um die Frage geht, wie weit der Mittelstand in Deutschland sich bereits mit Social Media befasst. Auslöser dafür war meine Aussage von neulich, dass es noch sehr lange dauern dürfte, bis insbesondere der Mittelstand sich umfassend auf das Web 2.0 einlassen wird.

Darüber diskutieren im Podcast Klaus Eck und Alexander Wunschel mit mir, moderiert und begleitet von Bastian und Timo. Mein persönliches Fazit: Das Medium Podcast wird noch viel zu wenig genutzt – auch von mir.

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8 Kommentare

Seid über zwei Jahren habe ich einen Blog und schreibe nicht übermäßig viel. Im Vergleich zu anderen Handwerksbetrieben möchte ich meine webside, jedoch als umfangreich und aktuell bezeichnen. Als Handwerksmeister habe ich neben der produktiven Arbeit eine Menge anderer Aufgabe zu erfüllen, wie z. B. Materialbeschaffung, Kunden bei Laune halten, Angebote und Rechnugen erstellen…..Sie vertreten die Meinung, daß die Unternehmer fürs Netz nicht bereit sind. Ist es möglicherweise der Endverbraucher, der für Handwerksleistungen durch Netzrecherche nicht bereit ist ?
Meine webside entspricht den Anfordrungen, wie erwähnt, von 2.0 im Vergleich zu anderen Wettbewerbern noch am ehesten. Erträge in Sinn von Anfragen sind jedoch nicht vorhanden. Neben der sicherlich wichtigen professionellen Plazierung, erscheinen mir Angebotsanfragen ebenfalls relevant. Das läßt aus meiner Sicht im wesentlichen zwei Schlüße zu:
- Die webside entspricht nicht den Bedürfnissen der möglichen Kunden.
- Der Endverbraucher ist im Handwerkssegment nicht bereit für Netz.
Nach wie vor spielt im Handwerk die Empfehlung eine sehr große Rolle. Eine gute Leistung ist selbstverständlich, darüber hinaus ist Vertrauen eine elementare Eigenschaft. Dieses Vertrauen ist , wie ich meine übers Netz, nicht zu erzeugen. Nach wie vor ist es üblich Bekannte und Freunde zu fragen, ob ein Handwerker empfehlenswert sei. Empfehlungsmarketing ist zur Zeit , wie ich feststelle, im besonderen Maße angesagt, so auch in neuer Literatur.
Wir arbeiten viel im höheren Preissegment und möchten diesen Bereich gerne weiter ausbauen. Auch hier bleibt das Feedback jedoch aus. Hier gilt offenbar das Vertrauen im besonderen Maße.
Der bisher hohe zeitliche Aufwand steht nur sehr begrenzt im Verhältnis zum Ertrag.

@ Markus: Das ist ein sehr aufschlussreicher Kommentar, der zeigt, dass der Einsatz von Web2.0-Tools nicht automatisch zu Erfolgen führt.

Zu den beiden Schlüssen:
“Der Endverbraucher ist im Handwerkssegment nicht bereit für das Netz”. Das stimmt insofern, dass die wenigsten damit rechnen, einen Maler über ein Weblog zu finden. Empfehlungen nehmen hier also unter Umständen einen anderen Weg. Das muss aber nicht so bleiben, denn schließlich gibt es ja Plattformen, über die solche Dienstleistungen vergeben werden. Die Frage wäre also, ob es mit einem Blog bzw. der eigenen Seite getan ist oder ob man eine Webpräsenz aufbauen muss, die über die eigene Seite hinaus geht? Das kann z.B. wie hier jetzt ein Kommentar sein, der auf die Seite verlinkt.

Zweite Frage: “Die Website entspricht nicht den Bedürfnissen der möglichen Kunden.” Ja, das kann auch gut sein. Ich habe mir z.B. die Website angeschaut und hätte mir ein Foto gewünscht. Bei den Inhalten müsste man sich dann anschauen, wonach die Leute im Internet suchen.

Ich kann von mir sagen: mich würden Tipps interessieren, was man z.B. bei oder gegen Schimmelbildung macht und Geschichten oder Erlebnisse. Das Ziel wäre, dass ich mir sage: ja klingt gut, da gehe ich mal hin…also Vertrauen.

Eine Webseite ist ein gutes Bindeglied zwischen Empfehlung und Auftrag.

Eine interessante Zusammenstellung zum Thema “Corporate Blog” hat heute Bernd Schmitz gebloggt:
Aufgeschnappt: Corporate Blogging wirkt

immer wieder habe ich das Gefühl, dass sich das ganze Web 2.0 Umfeld viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

Die IT und Softwarebranche hat inzwischen verstanden, dass alle Technologien und Innovationen NICHTS wert sind, wenn sie nicht dem Geschäftszweck dienen.

Wenn man sich in die Lage eines Mittelständlers versetzt und die zahlreichen Aufgaben betrachtet erscheinen Web zweinullige Themen völlig irrelevant. Mit was soll sich denn ein Mittelständler noch alles beschäftigen müssen? SOA? Second Life? Semantic Web? Virales irgendwas? CRM 2.0? Green-IT? Ein Konzern kann das, ein Mittelständler (zeitmäßig) nicht. Es gibt zu viele Themen um die sich der Mittelständler kümmern müsste. Er hat erst neulich endlich eine Webseite eingeführt.

Themen wie Standortsicherung, Nachfolgeregelungen, Kostensenkungen, Internationalisierung, Piraterie, Exportdynamik usw. sind vorherrschend.

Allenfalls bei Service und Personalgewinnung sehe ich entfernt einen Nutzen. Allerdings auch nur bedingt, denn die Kunden sind weltweit verstreut. Die erreiche ich nicht mit einem deutschsprachigen Blog der PR-Abteilung.

Matthias Schwenk

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@Markus: Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling, heißt es bekanntlich. Und so kann ein einzelner Handwerker im Web wohl heute noch nicht viel erreichen. Tatsächlich dürften die Kunden (Endverbraucher) Leistungen aus dem Handwerk noch wenig über das Netz suchen und nachfragen. Das ist kein Trost, aber so ist es wohl.

@Oliver: Der Mittelstand sollte sich mit dem Web 2.0 nicht um seiner selbst willen befassen, sondern um seinen zentralen Herausforderungen zu begegnen: Etwa beim Personalmarketing. Zudem sind Blogs oder Wikis im internen Einsatz dazu gedacht, Zeit zu sparen.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass das Web 2.0 sich noch zu sehr mit sich selbst befasst und ständig nach Neuigkeiten und Neuheiten Ausschau hält, anstatt die “Basics” auf breiter Ebene zu vermitteln…