Unternehmensplanung: 1stplan bringt den Mittelstand auf Trab

1st Plan LogoUnternehmensplanung ist eigentlich ein trockenes Thema. Denn da geht es um Zahlen, Kennziffern und Bilanzen. Die Spielwiese also der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Und es ist das Feld der Software für Buchhaltung und Planung, oft genug noch gleichzusetzen mit Excel. Es dürfte nur wenige Mittelständler geben, die in ihrer Planung ohne Excel auskommen. Ist da nicht schon alles gesagt und erfunden?

So dachte ich erst auch, als man mich mit 1stplan konfrontierte. So richtig aufmerksam wurde ich erst, als ich sah, dass 1stplan nur auf der Basis von SaaS (Software as a Service) angeboten wird. Und das hat seinen Grund: Denn diese Software ermöglicht es, auch ohne fundierte Kenntnisse in Finanzbuchhaltung oder Bilanzwesen, alternative Szenarien berechnen und darstellen zu lassen. Dazu ist allerdings ein erheblicher Rechenaufwand erforderlich, den ein normaler PC so nicht mehr zeitnah schaffen würde.

Im Grunde funktioniert die Software ganz einfach: Man loggt sich (über das Internet) ein, gibt die wesentlichen Zahlen der letzten Bilanzen ein (für die Bildung einer Zeitreihe) und legt dann die Parameter für die Zukunft fest. Dabei werden einerseits Wunschgrößen (etwa für Umsatz oder Gewinn) definiert, dazu aber immer auch Randbedingungen und Wahrscheinlichkeiten für den Eintritt bestimmter Ereignisse.

Nun mag ja alle Planung mehr oder weniger unsicher sein, insbesondere wenn es um Eintrittswahrscheinlichkeiten geht. Mit 1stplan wird aber erstmals etwas geliefert, das es in dieser Form noch nicht gab: Denn es werden im Ergebnis einer Planung nicht nur die üblichen Zukunftswerte, einschließlich von Bestcase und Worstcase dargestellt, sondern auch die Einflussfaktoren in eine Rangfolge gebracht. Der Unternehmer sieht also, ob er seine Zeit besser in die Akquise neuer Kunden steckt oder ob er mehr erreicht, wenn er seine Kosten optimiert (als Beispiel).

Wer also für die nahe Zukunft verschiedene Handlungsoptionen, aber nur ein begrenztes Budget an Zeit und Ressourcen hat, kann durchspielen, wie sich verschiedene Optionen auf den Unternehmenserfolg vermutlich auswirken werden. Und wem das noch nicht sicher genug ist, kann auf einen weiteren Effekt von 1stplan setzen: Da wir es hier mit SaaS zu tun haben, sammelt 1stplan mit der Zeit (und hoffentlich vielen Kunden) jede Menge Daten, die sich für ein Benchmarking oder andere Quervergleiche eignen.

1stplan ist ein Startup aus München. Seine Gründer kommen allerdings nicht frisch von der Uni, sondern bringen reichlich Erfahrung auf den Gebieten der Finanzplanung, Buchhaltung und Bilanzierung mit. Zu hoffen bleibt, dass der doch reichlich konservative Mittelstand auf diese innovative Planungssoftware anspringt und sich auf eine SaaS-Lösung einlässt.

Leider fehlen der Software und ihrer Plattform im Netz noch jegliche Ansätze in Richtung Web 2.0. Denkbar wäre ja, dass man um diesen Service herum eine Community aufbaut. Oder Verbindungen zu anderen Plattformen und Anwendungen schafft. Aber vielleicht wäre das für den typischen Mittelständler (als Kunden) dann auch schon etwas zu viel des Guten. 1stplan immerhin führt schon ein Corporate Blog

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12 Kommentare

Schoene Idee.
Aber die Demo kann man sich leider kaum antun. Da sind so aetzend viele Audio-Glitches in dem Video. Und dann noch diese (schlechte) computergenerierte Stimme.

Die Kritik von Zettt zu unserer Demo ist leider berechtigt. Ich möchte mich auch für die veraltete Demo entschuldigen. Sie wird gerade überarbeitet – mit den neuen Oberflächen von 1stplan und auch die “schreckliche” Computerstimme verschwindet. Wir werden an dieser Stelle authentischer und besprechen die Demo mit unseren eigenen Stimmen. Mitte April (nach meinem Urlaub) steht sie online.

“Dazu ist allerdings ein erheblicher Rechenaufwand erforderlich, den ein normaler PC so nicht mehr zeitnah schaffen würde.”

Das ist ja wohl etwas übertrieben. Wir schreiben das Jahr 2008 und nicht 1975. Was übers Netz für hunderte/tausende von Kunden angeboten werden kann, das sollte wohl auch von einem gut ausgestatteten PC für eine Firma zu bewerkstelligen sein.

Wir reden hier ja nicht von Klimamodellen, oder?

Matthias Schwenk

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@Stefan: Ich habe das selbst nicht überprüft, bin aber geneigt es zu glauben. Denn hier laufen unterschiedliche Simulationsebenen zusammen. Auf der einen Seite wird mit Bedingungen und ihren Eintrittswahrscheinlichkeiten gearbeitet, auf der anderen Seite werden Bilanz und GuV den deutschen Gesetzen folgend korrekt berechnet.

Ein einfaches Modell mit wenigen Bedingungen und einer bewusst einfach gehaltenen Bilanz könnte sicher auch ein PC sehr gut bewältigen. Komplexere Modelle aber wird er wohl nicht mehr auf Knopfdruck liefern können – und wer will schon eine halbe Stunde oder länger auf sein Ergebnis warten, nur weil man probehalber gerade ein paar Parameter geändert hat?

@Matthias: Da kann ich Dir vollinhaltlich zustimmen. Gerade als Berater befindet man sich in einer unangenehmen Situation, wenn man gemeinsam mit dem Mandanten verschiedene Szenarien durchprobiert und auf das Ergebnis warten muß. In solch einer Situation reichen schon ein paar Minuten aus, die man dann vielleicht schweigend oder mit der x-ten Tasse Kaffee gemeinsam wartend verbringt.
Und der typische Mittelständler hat nun mal keine einfach strukturierte Bilanz und Ausgangssituation für die Planung.

Matthias Schwenk

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Ein Lob an 1stplan und eine Bemerkung, erläuterungshalber:

Wenn ich über Unternehmen und deren Produkte blogge, bin ich sehr froh, wenn die betreffende Firma sich dann auch in die Diskussion in den Kommentaren selbst einschaltet und etwa Fragen kompetent beantwortet. So sollte es sein und deshalb hier auch das Lob an 1stplan!

Ich musste auch schon den Fall erleben, dass meine Leser Fragen stellten, die ich nicht mehr beantworten konnte und die betroffene Firma selbst auf einen Anruf meinerseits (!) und die Bitte, doch die Frage in den Kommentaren zu beantworten, nicht reagiert hat. Ob das dann gute Werbung war?

“Wir reden hier ja nicht von Klimamodellen, oder?”

Nicht ganz, aber annähernd ;-) . 1stplan verwendet ein Verfahren aus der Stochastik, bei dem Zufallszahlen in Abhängigkeit des jeweiligen Planwertes bis zu 10000 Mal simuliert werden. Die verwendete Monte-Carlo-Simulation ist ein anerkanntes wissenschaftliches Verfahren, mit dem man Unsicherheiten und statistisches Verhalten aussagekräftig abbildet.

Solche Verfahren sind rechenintensiv und vom Zeitverhalten her kritisch. Auf unseren Maschinen arbeitet ja üblicherweise auch nicht ein Benutzer, sondern viele gleichzeitig. Daher sind natürlich auch unsere Server entsprechend modern und potent ausgelegt.

Das Verfahren selbst wird zum Beispiel gerne in der Automobilbranche und bei großen Versicherungen eingesetzt. Die entsprechende Software ist sehr kostenintensiv und übersteigt normalerweise die Möglichkeiten eines Mittelständlers. Da wir 1stplan als SaaS-Lösung einem großen Anwenderkreis zur Verfügung stellen, relativieren sich diese Kosten.

Auf unserer Homepage findet sich unter
http://www.1stplan.de/produkt/methode.html noch etwas mehr Information zu dem Thema Simulation.

Michael Kausch

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Ich denke, es gibt ganz abgesehen von der Rechenleistung noch ein ganz anderes und wichtiges Argument für SaaS-Lösungen: die Vertraulichkeit!

Wenn ein Unternehmens-Chef darüber nachdenken will – und zwar mit Zahlen fundiert oder gar im Diskurs mit seinem Steuer- oder Wirtschaftsberater – wie er sein Unternehmen umbaut (Change Management) oder seinen Unternehmenswert erhöhen kann (Vorbereitung zur Firmenübergabe), dann tut er dies gerne in einem System, auf das sein IT-Leiter KEINEN Zugriff hat. Und wenn er mal als alternatives Planspiel seine Unternehmenszukunft mit einer mit einer ausgelagerten IT-Abteilung planen will, dann ist er auch auf die wohlmeinenden Einblick seines CIO nicht wirklich erpicht. Solange aber in den Unternehmen rollenbasierte Verschlüsselung keine Rolle spielt, sein IT-Chef also die Wartung des vertraulichen Vorstandsbereichs auf dem unternehmenseigenen Server nicht lesegeschützt betreiben kann, solange ist ein SaaS-System eine phantastische Möglichkeit Unternehmensplanung wirklich diskret zu betreiben – und gleichzeitig noch interaktiv mit den Beratungspartners des Unternehmers. Ich denke, das auch dies ein wichtiges Nutzenargument für SaaS-Lösungen in Unternehmen ist. Dieses Argument von 1stplan hat mir jedenfalss immer eingeleuchtet.

Matthias Schwenk

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@Michael Kausch: Das ist natürlich ein sehr wichtiges Argument. Daran hatte ich selbst noch gar nicht gedacht. Herzlichen Dank!

@ Zettt und Matthias Schwenk:
Die angekündigte Demo ist jetzt online. In unserem Blog habe ich dazu auch einen kleinen Beitrag mit Links gepostet (http://1stplan-blog.de/?p=118). Ich bin schon auf Ihr Feedback gespannt.