Geschäftsmodelle der Medienindustrie im Wandel

Eigentlich können wir ja nur staunen ob des Wandels, in den uns das Internet gestürzt hat. Hier einige Überlegungen, mal nicht als Text, sondern als Präsentation.

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Die Folgerung aus dem Ganzen: Neue Geschäftsmodelle kann nur entwickeln, wer die zugrunde liegende Technologie ganz oder wenigstens in Teilen begreift. Das wiederum setzt voraus, dass man sich aktiv damit befasst.

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13 Kommentare

Schöne Präsentation, bringt’s auf den Punkt.
Die Zeitungen sind imho ein besonders stark betroffenes Auslaufprodukt. Die werden, wenn die entsprechende Technik verfügbar ist, von der medialen Bildfläche verschwinden.

Dass wir mit der ganzen Sache aber in einen nie dagewesenen Datenverlust schlittern, haben wir ja schonmal besprochen. Dem Markt ist das natürlich egal…

Viele Grüße,
Stefan

Eine gewisse Trägheit ist dem ein oder anderen Medienhaus bzgl. der Geschäftsmodelle sicher zu bescheinigen. Wo wir gerade beim Thema Mediengeschäftsmodelle & Aktualität sind, da hat unsere Literatur auch nicht viel zu bieten. Der Gute Wirtz, Schuhmann&Hess und auch die gute Frau Sjurts sind da sehr klassische ausgerichtet. Nix von Social Media, Web 2.0 & Co. zu lesen.
Richtig, ein Verständnis kann am besten über eintauchen in diese erzeugt werden.
Nette Idee mit der Präsi, finde ich top…

Dass das enorme Wachstum digitaler Medien irgendwie auf Kosten von Printmedien gehen muss, ist ja klar. Die Radikalthese, dass Printmedien wie etwa Bücher sterben würden, sehe ich überhaupt nicht.
Wie lange gibt es diese unseeligen “E-Books”? Ich kenne aber wirklich keinen einzigen Literatur-Interessierten, der lieber ein E-Book List als ein Buch mit physischen Seiten. Zeitungen sind eher substituierbar, aber auch hier wird es imho immer einen Mindestbedarf geben – Menschen die beim Frühstückstisch lieber mit einer Papierzeitung sitzen als irgendne Hardware zu bedienen

Matthias Schwenk

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@Stefan: Dein Pessimismus in Sachen Datenbeständigkeit gibt mir zu denken. Denn aufhalten werden wir die Entwicklung nicht können.

@Tim: Danke für das Kompliment. So langsam dürfte Social Software aber schon in die Fachbücher eingehen – so ganz neu ist der Trend ja mittlerweile nicht mehr…

@Tobias: Die “unseeligen” E-Books werden nur so lange unseelig sein, wie die Lesegeräte dazu unhandlich, umständlich und teuer sind. Und da gerade sehen wir einen Wandel: Der Kindle von Amazon ist nur eines von mehreren Geräten, die dem E-Book eine Bresche schlagen wollen. Das wird noch spannend werden, denke ich.

Für mich ist nicht so sehr das Wissen in Sachen IT und Internet entscheidend, sondern die Dinge, die sich dahinter verbergen. Wenn es stimmt, dass es nicht mehr heißt: “content is the king”, sondern “context is the king”, dann wird sich mit Inhalten alleine kein Geld verdienen lassen.

Sehr wohl aber mit Wissen, also mit der Verknüpfung von Informationen also der Veredelung von Content. Dabei geht es in meinen Augen nicht so sehr um das Aggregieren, das Filtern oder auch Personalisieren. Das kann man getrost Softwarefirmen überlassen und dort ist es ja auch gut aufgehoben.

Ich habe vor einiger Zeit in einem Blogeintrag über Adam Thurman geschrieben, der in Bezug auf die Kunst geschrieben hat: “But people don’t want to connect to art . . . they want to connect to other people.”

Vielleicht gilt das auch für den Medienbereich, der seinen Content dann nur noch dazu verwendet, Menschen zu verbinden, zu vernetzen. Und dafür zahlt man dann.

Matthias Schwenk

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@Christian: Ich bin da ganz auf Deiner Linie. Allerdings muss man, um verbinden und vernetzen zu können, erst einmal wissen, was technisch möglich ist. Und genau dazu brauche ich das Wissen um den Stand der Internet- bzw. Web 2.0 – Technologien.

blogoscoop ist dafür das beste Beispiel: Wer so etwas machen will, muss nicht nur wissen, dass es Blogs gibt, sondern auch woher er nützliche Daten bekommen kann, die dann auf der Plattform aggregiert werden. Und ganz entscheidend ist dabei dann das Wissen darüber, wie es gemacht wird!

Demgegenüber sind Verlage, Zeitungshäuser und Rundfunkanstalten, die das Web nur oberflächlich und am Rande miterleben oder mitgestalten, gar nicht in der Lage, neue Konzepte oder Ideen zu entwickeln, weil sie viel zu wenig (technisches) Verständnis davon haben.

Das würde aber bedeuten: alle, die das social web für ihre Zwecke nutzen wollen, müssen die Technologie beherrschen.

blogoscoop schlägt für mich eine Richtung ein, die ich keinem Medienunternehmen empfehlen würde. blogoscoop ist ein “Hub” für Blogger. Das geschieht mit der Hilfe von Tools, die Vergleiche und Rankings ermöglichen.

Was aber ist mit denen, die andere Arten von Hubs brauchen? Die Kunst, Philosophie, Forschung, was auch immer. Für die, die in dieser Hinsicht inhaltlich ausgerichtet sind, könnten die Medienunternehmen dementsprechende Angebote entwickeln. Dafür müssen sie verstehen, welchen Mustern und Prinzipien das social web gehorcht, aber nicht unbedingt, wie die Technologie funktioniert.

“Das würde aber bedeuten: alle, die das social web für ihre Zwecke nutzen wollen, müssen die Technologie beherrschen.” – Das sehe ich nicht so und ich denke, Matthias meint auch etwas anderes.

Man muss nicht die Technologie beherrschen, man muss die Technologie/die Werkzeuge kennen und wissen, wie man sie nutzen kann. Was nutzt ein Hammer, wenn ich nicht weiß, was ich damit machen soll?! Wie ein Hammer hergestellt und evtl. programmiert/eingestellt werden muss, ist mir dabei völlig egal.

Hier wird aber auch deutlich, dass das Wissen (verarbeitete/veredelte Informationen) in der digitalisierten Welt in vielen Bereichen nicht mehr auf einer Person allein vereinigt sein kann.

Trotz des Wandels denke ich, dass Zeitungen o.ä. nicht so schnell von der Bildschirmfläche verschwinden werden. Klar die Technologie entwickelt sich immer weiter und wird ausgereifter, aber sich nur noch auf die sogenannten neuen Medien zu verlassen wäre falsch.

Eher ist ein wohl abgestimmtes Konzept notwendig, ohne die alten Modelle ganz aus den Augen zu verlieren.

Matthias Schwenk

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@Alex: So ist es sicher richtig. Aber der Schwerpunkt muss in Richtung der neuen (digitalen) Medien verlagert werden, ohne deshalb das meist noch hohe (Werbe-) Umsätze generierende Geschäft mit Printmedien zu vernachlässigen.