Matussek, der Goldene Prometheus und die Lead Awards

Stellt Euch vor, es ist Preisverleihung und keiner geht hin. So ähnlich muss das beim Goldenen Prometheus gewesen sein. Denn in der Blogospähre hat niemand kaum jemand davon Kenntnis genommen. Dabei wurde Matthias Mattusek für sein Video-Blog “Matusseks Kulturtipp” ausgezeichnet, Näheres dazu in diesem Interview.

In den Rivva-Leitmedien finde ich dieses Blog leider nicht, obwohl man mit so einer Auszeichnung angeblich im “Blogger-Olymp” angekommen ist. Ganz offensichtlich feiert sich da die Medienbranche selbst und vergibt Preise in Bereichen, wo sie keine Ahnung davon hat, wo der Hase wirklich läuft.

Hier noch was zum Lachen: Man achte beim preisgekrönten Herrn Matussek darauf, wie er das Wort “Blog” verwendet:

eingebunden mit Embedded Video

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4 Kommentare

Aber er hat ihn ja auch in der Kategorie Online-Journalist bekommen. Und ob man das Ding nun Blog nennt oder nicht, spielt doch eigentlich keine große Rolle. Wichtig ist doch, dass seine Videos von den Leuten angeschaut werden.

Ich bin in dieser Hinsicht kein Verfechter der reinen Blogger-Lehre. Und schön, dass es jemand aus dem Kultur-Bereich geschafft hat.

Was Rivva angeht: nun ja, da kommt halt vor allem der Mainstream rein. Kunst und Kultur sind einfach Nischenthemen, auf die nicht jede/r Bezug nimmt. Wie sonst ist es zu erklären, dass das Blog “Klaus Schweinsberg schreibt” bei Technorati Platz 1.644.723 belegt und bei Rivva auf Platz 452 ist, während der kultpavillon bei Technorati etwa 1,5 Mio. Plätze besser liegt, aber bei Rivva nur auf Platz 480 kommt?

Matthias Schwenk

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@Christian: Ich will da nicht falsch verstanden werden. Ich gönne meinem Vornamens-Vetter jeden Preis. Nur sollte man die Dinge auch richtig etikettieren.

Was Matthias Matussek beim Spiegel macht, ist streng genommen kein Blog. Es fehlt der Dialog, denn Blogs sind ja bekanntlich Gespräche. Und ich finde, das ist keine Petitesse.

Denn in der Folge übernimmt etwa das Medienhandbuch das Wort “Blog” und wendet es jetzt auf den Preis an. Da wird der von Dir korrekt als Preis der Kategorie “Online-Journalismus” benannte Prometheus auf einmal zum “Oskar der Blogger”. Und im weiteren Verlauf des Interviews wird unterschiedslos auf einmal alles zum Video-Blog erklärt, was Journalisten jetzt vor einer laufenden Kamera machen.

Ich hätte das in meinem Text besser herausarbeiten müssen.

Klar, in die Kategorie Blog würde ich seine Videos auch nicht einreihen. Das ist aber eine Diskussion, die wir führen können.

In der Außenwirkung bin ich froh, wenn es überhaupt mal Videos gibt. Ob Matussek das nun als Blog bezeichnet oder nicht, spielt da keine Rolle, denn, wie Du richtig festgestellt hast, es hat ja eh niemanden interessiert.

Und wenn die Leute sich an Videos gewöhnt haben, dann kommt irgendwann der nächste Schritt, wenn sie feststellen, dass es da auch Möglichkeiten zum Dialog gibt. Und dann ist das Ziel erreicht. Das ist sozusagen der subversive Ansatz. ;-)