Augmented Reality ist keine Utopie mehr

Im Blog von Michael Wald (Filtertraum) bin ich auf dieses Video gestoßen, in dem gezeigt wird, wie Objekte oder Avatare aus Second Life in unsere reale Umgebung transferiert werden können. Der Sinn von auf dem Wohnzimmertisch fahrenden Autos erschließt sich mir nicht so ganz, aber den Besuch von Avataren in meiner Wohnung oder im Büro (in Lebensgröße!), das hat schon was.

eingebunden mit Embedded Video

Praktischer gibt man sich in diesem Zusammenhang bei BMW. Deren Video zeigt, wie mittels der Einblendung virtueller Objekte ein Monteur eine Fahrzeugreparatur leichter durchführen kann. Diese Technik ist schon relativ nah an der Praxis. Sie zeigt zudem, wie Bedienungsanleitungen aller Art in Zukunft funktionieren werden: In einer immer komplexer werdenden Welt eine absolut logisch erscheinende Entwicklung.

Der Durchbruch auf breiter Ebene dürfte mit der nächsten Mobilfunkgeneration kommen (4G): Dann steht genug Bandbreite zur Verfügung, um jedem von uns in die Sonnenbrille (oder wohin auch immer) so perfekte dreidimensionale Bilder einzublenden, dass wir Realität und Fiktion (fast) nicht mehr unterscheiden können.

Das könnte dann das “Web 4.0″ sein, eine Welt, die mit dem heutigen Internet kaum mehr etwas gemein haben wird. Denn Informationen wird es dann nicht mehr primär “im Computer”, sondern überwiegend objekt- bzw. ortsgebunden geben, also da, wo wir uns gerade aufhalten. In etwa 10 Jahren könnte es so weit sein und die Anwendungen auf breiter Ebene vermarktet werden, vorausgesetzt wir bekommen bis dahin auch 4G im Mobilfunk. Um Asien mache ich mir da keine Sorgen, aber bei uns in Europa?

Eines der führenden Unternehmen im Bereich Augmented Reality stammt übrigens aus Frankreich: Total Immersion arbeitet schon mehrere Jahre an der Technologie und hat ein erstes Produkt schon am Markt. Wie heißt da nochmals der schöne Spruch? Die Zukunft ist immer schon da, sie ist nur ungleichmäßig verteilt.

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4 Kommentare

Matthias, keine Angst. Das “Web 4.0″ wird in Europa auch Fuß fassen. Veränderung liegt ja in der Natur des Menschen.

An einem ähnlichen Konzept arbeitet auch Metaio ( http://www.metaio.com ). Deren Präsentation über Augmented Reality hat mich sehr beeindruckt. Erst mit dieser Technik kann vieles überhaupt umsetzen…

Ob es dann noch Spaß macht, Kfz-Mechaniker bzw. Mechatroniker zu lernen ist fraglich? Dieses “Problem” wird aber mit Sicherheit auch noch gelöst.

Matthias Schwenk

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@Manuel: Vielen Dank – metaio kannte ich noch nicht. Und wieder eines dieser jungen und sehr innovativen Unternehmen, die das Web 2.0 einfach irgendwie “überspringen”. Sind wir hier denn auf dem Holzweg? ;-)

So sehr mich der technologische Fortschritt fasziniert und ich der Zukunft voller Erwartung entgegenblicke, so sehr bewegen wir uns mit jeder einzelnen solcher neuen Entdeckung einen Schritt mehr zur vollständigen Unmündigkeit des Menschen.

Besonders das BMW-Video hat mir diese Tatsache wieder einmal aufgezeigt: Hier braucht der Mechaniker überhaupt nicht mehr selbständig denken, sondern führt jeden einzelnen Befehl wie ein Roboter aus.

Ich denke wir sollten nicht alles was möglich ist und unser Leben einfacher macht bedingungslos nutzen und uns immer abhängiger von der Technik machen.
(Schon heute findet kaum mehr einer den richtigen Weg ohne sein GPS…)

Ab und zu mal selbst seinen eigene Verstand benutzen ;)

Sapere aude!

Matthias Schwenk

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@Sapere aude: Zugegeben: Der Monteur bei BMW wirkt schon etwas entmündigt. Eigentlich muss er ja nur ein paar Schrauben lösen…

Aber die Geräte und Maschinen um uns herum werden immer komplexer. Da kann und wird Augmented Reality schon eine Hilfe sein.

Gut möglich aber auch, dass da noch eine deutliche Gegenbewegung weg von der Technik (zumindest im privaten Bereich) geben wird.