Februar 2008

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meinVZ FrontboyKaum ist Zoomer (unter nicht wenig Kritik bei den Bloggern) gestartet, liefern die Schlagzeilen zu meinVZ schon den Stoff für die nächste Welle der Empörung. Zoomer und meinVZ gehören nämlich beide zur Verlagsgruppe Holtzbrinck und da bleibt eine “unkritische Nähe” in der Berichterstattung natürlich nicht unbemerkt.

Man darf gespannt sein, was da noch so kommt. Denn die Entwicklung bei den Social Networks legt eigentlich nahe, dass auf längere Sicht zwischen Zoomer und den Holtzbrinck’schen VZ’s die Verbindung immer enger wird. Die Richtung dazu gibt wieder einmal Facebook vor: Dort wird gerade der “News Feed” für Nachrichten von außen geöffnet, ausführlich erläutert dies gerade ReadWriteWeb.

Der Kern der Frage ist: Wo werden die User im Internet Nachrichten lesen? Gehen sie dazu auf die Websites der Verlage und Zeitungen oder bleiben sie auf speziellen Portalseiten? Vielleicht keines von beiden. Gut möglich, dass die Generation, die mit Facebook & Co aufwächst, ihre Schlagzeilen eben gleich dort konsumiert. Bei Facebook klappt das jetzt schon recht gut, etwa wenn man Blogs lesen möchte. Diese lassen sich über Applikationen einbinden, so dass man fortlaufend zu den selbstgewählten Blogs sieht, ob es neue Artikel gibt. Natürlich kann man sie auch gleich dort lesen und muss die Plattform deswegen nicht verlassen.

Befremdlich wirkt in diesem Kontext, was Marcel Weiß hervorhebt: Demnach sieht die Geschäftsleitung von studiVZ keinen dringenden Bedarf für so etwas wie einen News Feed. Und wenn das bei studiVZ so gesehen wird, dürfte es bei den anderen VZ’s nicht anders sein. Damit wird ein wichtiger Trend (wieder einmal?) falsch eingeschätzt.

Zoomer muss sich also mit “echter Reklame” in den VZ-Communities begnügen und dafür auch die normalen Preise für Anzeigen bezahlen, wie Frank Syré betont. Die schwierige Frage, wie man denn künftig mit Nachrichten, Schlagzeilen und Kommentaren noch Geld verdienen kann, wenn das alles einmal buchstäblich in den Kanälen diverser News Feeds und Life Streams versickert, braucht er also noch nicht so schnell zu beantworten.

Dennoch hier (nochmals) meine Empfehlung an Unternehmen aller Art: Fangt endlich an zu Bloggen und macht damit Eure Nachrichten selbst! Denn wenn erst einmal die semantischen Newsaggregatoren und Crawler so richtig im Web unterwegs sind, müssen diese nicht mehr den Umweg über die Seiten von Zeitungen oder über Portale gehen, sondern holen sich direkt was ihnen interessant und passend erscheint.

Und die Medienhäuser? Schon möglich, dass sie noch für lange Zeit ein Auskommen haben werden. Peter Neumann skizziert das hier in den Kommentaren und deutet damit an, dass es künftig eine zweigleisige Medienwelt geben könnte. So gesehen wäre der einzige Haken an Zoomer, dass es sich mit seinem redaktionell erstellten Content gezielt an ein junges Publikum wendet, dem möglicherweise die aggregierten Nachrichten in einem News Feed im Social Network seiner Wahl reichen.

office building flickrBei Bill Ives (Fast Forward Blog) bin ich auf eine amerikanische Studie gestoßen, die den Einsatz von Social Software (Web 2.0) in (US-amerikanischen) Unternehmen als Erhebungsgegenstand gewählt hat. Da diese Studie noch ganz neu ist, dachte ich mir, dass ein Vergleich mit der neulich von der CoreMedia AG für Deutschland erstellten Studie nahe liegt.

Beide beruhen auf Befragungen, die im Jahr 2007 durchgeführt wurden und wenn auch die Fragestellungen nicht exakt gleich waren, lassen sich doch ein paar interessante Vergleiche ziehen:

  1. Wenn gefragt wird, ob das Unternehmen Social Software einsetzt, bejahen dies die Amerikaner mit Quoten von 54 % bis 74 % (je nach genauer Fragestellung). Bei den deutschen Unternehmen ist die Spannweite ähnlich hoch, allerdings liegt sie im Bereich von 2 % bis 21 % (auch hier je nach Fragestellung).
  2. Die Frage nach dem Bekanntheitsgrad von “Web 2.0″ scheint sich in Amerika zu erübrigen. Die deutsche Studie zeigt auf, dass immerhin noch 25 % der befragten leitenden Mitarbeiter den Begriff nicht kennen.
  3. Ebenso dramatische Unterschiede gibt es bei den Fragen zu Social Networks (Facebook, Xing…). Diese Tools nutzen 37 % der befragten Amerikaner in ihrer Arbeit, während es in Deutschland 3 % bis 8 % sind. Ein Hindernis ist in den USA der Umstand, dass der Zugang zu Social Networks in vielen Unternehmen noch untersagt ist. In Deutschland scheint eher das Problem zu bestehen, dass vor allem in den kleineren Unternehmen die Networks noch gar nicht bekannt sind.

Als Ergebnis dieser Divergenz verwundert es dann auch nicht, dass die befragten amerikanischen Unternehmen die klareren Vorstellungen vom Nutzen der Social Software haben: 91 % der Befragten stimmen der Aussage zu, dass sich damit Kommunikation und Zusammenarbeit verbessern lassen. In der deutschen Studie taucht der Faktor “Zusammenarbeit der Mitarbeiter” erst an siebter (= vorletzter) Stelle auf, wenn es darum geht, die Vorteile von Social Software einzuschätzen.

Irgendwie schon erstaunlich, oder? Ich frage mich, ob der Befund hier nur Ausdruck des üblichen “Timelags” ist, wonach alle Neuerungen aus den USA bei uns erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung ankommen, oder ob dies ein Zeichen dafür ist, dass wir langsam aber allmählich den Anschluss verlieren.

Foto: office building by Daveybot auf Flickr

blogato logoDie deutsche Blogsuchmaschine blogato hat einen Relaunch hingelegt und steht jetzt in verbesserter Form zur Verfügung. Erste Tests zeigen, dass nun wieder sehr aktuelle und brauchbare Ergebnisse angezeigt werden. Zu manchen Stichworten ist blogato sogar schneller als die Google Blogsuche: “Gründerboom” als Suchbegriff bringt bei blogato schon den aktuellen Artikel von deutsche-startups.de, während dieser bei Google noch fehlt.

Insgesamt zeigt sich blogato konzentrierter und übersichtlicher als etwa Google, weil erheblich weniger Ergebnisse aufgelistet werden. Sucht man etwa nach “blogoscoop”, stehen 13 blogato-Treffer gegenüber 49 bei Google. Und das zeigt die Unterschiede für den Gebrauch: Für ein möglichst vollständiges Bild bleibt Google unverzichtbar, für einen raschen Einblick ist blogato gut geeignet.

Allerdings finde ich auch Lücken: Mit dem Stichwort “Enterprise 2.0″ kann blogato nichts anfangen, während Google 1.511 Treffer anzeigt. blogato bleibt also noch ein “work in progress”. Dennoch haben wir es schon mal in blogoscoop verlinkt, wie der Screencast von Jan Tißler schön zeigt.

on cloud nine flickrWährend hierzulande Teile der Blogosphäre gut damit beschäftigt sind, darüber zu spekulieren, wie denn nun das nächste Social Network aus dem Hause Holtzbrinck heißen wird, hat man in den USA etwas im Blick, das hier noch kaum ein Thema ist: Das “Office 2.0″.

Das mag aber auch daran liegen, dass die meisten, wenn nicht alle Anwendungen von dort kommen. Ganz vorne stehen natürlich die Google Apps, um die es jüngst wieder eine schöne Debatte um pro oder contra gab. Mir geht es hier aber nicht darum, ob man seine Daten Google anvertrauen soll oder nicht, da gäbe es ja Alternativen. Wichtiger scheint mir, dass mit dem Web 2.0 ein schleichender Trend in Richtung Cloud Computing eingesetzt hat, der uns selbst oft nicht so recht bewusst zu sein scheint.

Beispiele gefällig? Dass man Fotos auf Flickr hochlädt, ist ja nichts Neues. Die Originale der Fotodateien hat man dabei eigentlich immer noch irgendwo zuhause. Anders wird es schon bei den Bookmarks. Nicht wenige Menschen die ich kenne, nutzen Dienste wie delicious oder Mister Wong nicht nur zum Spaß, sondern durchaus im beruflichen Kontext (mich selbst schließe ich da nicht aus). Und da ist es vorbei mit “Dateien zuhause” oder Sicherungskopien. Oder habe ich da etwas verpasst?

Und es werden immer mehr solche Dienste: SlideShare für Präsentationen, Scribd für Dokumente aller Art (damit könnten Pdf’s irgendwann überflüssig werden) oder Remember the Milk für Aufgaben und die Terminüberwachung. Da dürfen die Wikis natürlich nicht fehlen und deshalb seien hier die pbwikis empfohlen.

In diesen Kontext passt die aktuelle Meldung von Norman Nielsen (brandkraft), dass mit Rivalmap ein Dienst gestartet ist, mit dem man fremde Websites “überwachen” kann. Aber nicht dieses Thema soll uns hier interessieren, sondern die Art, wie es angeboten wird: Nämlich ganz im Stil des Web 2.0, wo man sich registrieren und den Service online nutzen kann. Als eines von drei Verkaufsargumenten wird schon auf der Startseite “no software to install” angeführt!

Das Ende der Fahnenstange dürfte damit noch nicht erreicht sein: Semantische Software wird uns eher noch tiefer in das Cloud Computing hinein ziehen. In diesem Kontext bin ich schon sehr gespannt auf Twine, das wesentlich mehr sein wird, als nur eine neue Suchmaschine.

Es bleibt die große Frage, wie die Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren werden. Denn die Politik der Abschottung der eigenen IT nach außen (aus Wettbewerbs- und Sicherheitsgründen) könnte dazu führen, dass man immer stärker von wichtigen Informationen und Entwicklungen abgekoppelt wird. In diesem Sinne: Willkommen auf Wolke sieben!

Foto: On cloud nine by Yves* auf Flickr

Bosch Service Säule FlickrDas ist typisch für Bosch: Man macht seine Sache gut und gründlich, aber eben auch leise und eher im Hintergrund. Und so ist es wohl auch zu erklären, dass ich jetzt erst auf das Bosch Trainee Blog aufmerksam wurde (via Centrestage Bookmarks). Hier bloggen Trainees aus den verschiedensten Bereichen des Unternehmens für potentielle Bewerber bzw. Trainee-Kandidaten. Eine gute Idee, die zeigt, dass das Personalmarketing immer wichtiger wird. Mehr Infos hat Tobias Blask (Corporate Blogging Weblog). Bei dieser Gelegenheit sei auch nochmals kurz an das Ausbildungsblog von Festo erinnert.

Foto: Werbesäule by jphintze auf Flickr

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