Melkroboter und glückliche Kühe

Die Robotik macht auch vor der Landwirtschaft nicht halt und dürfte stellenweise schon weiter sein, als mancher Freund des “Naturproduktes” Milch glauben mag. Hier ein Video der schwedischen Firma DeLaval, die seit einiger Zeit eine vollautomatische Melkanlage im Angebot hat.

eingebunden mit Embedded Video

Und wer der Werbung nicht ganz traut, schaue sich dieses Video eines amerikanischen Landwirts an, der die Maschine auf seinem Hof im Einsatz zeigt.

Interessant in diesem Kontext: Beide Videos verzeichnen auf YouTube ähnlich hohe Abrufzahlen. Das belegt in meinen Augen klar den Trend zum “User generated Marketing”, bei dem sich potentielle Käufer vorab bei anderen Käufern informieren (und eben nicht nur bei einem professionellen Vertriebspartner).

Ganz offenkundig ist aber auch, dass man bei DeLaval davon noch nichts wissen will. Ein offenes Diskussionsforum gibt es auf der Firmenwebsite natürlich nicht. Und das Video eines zufriedenen Kunden wird auch (noch) nicht verlinkt – wo kämen wir da hin…

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4 Kommentare

Sorry, aber den Kommentar konnte ich mir nicht verkneifen: In Werbevideos sieht sowas natürlich gut aus. Wer als Konsument noch immer die idyllische Welt der Landwirtschaft aus der Werbung im Kopf hat, sollte mal Filme wie “We feed the world” oder “Unser täglich Brot” anschauen und wer nicht nur die Vorzeigebetriebe sehen will, kann auch auf dokumentiere.de vorbeischauen.
Die Technik ist leider nicht nur beim Melken schon so weit. Egal ob Fisch, Rind, Schwein oder Geflügel: Tiere werden damit zu Millionen gemästet, transportiert, geschlachtet, ausgenommen, “verarbeitet” und dabei nicht mehr anders oder sogar schlechter behandelt als Maschinenteile. Selbst wenn man die Ethik mal wegläßt: auch dank Automatisierung entstehen gigantische Betriebe, die Wälder abholzen, Meer, Süßwasser, Boden und Luft verseuchen. Und das oft nur, um lokale Märkte z.B. in Afrika zu überfluten und zu zertören oder um die Produkte irgendwann wegzuwerfen oder zu verfeuern.

Matthias Schwenk

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@Martin: Die “glücklichen” Kühe im Titel waren auch eher ironisch gemeint… ;-)

Schon klar, es ging mir nur darum auzuzeigen, das die mit den Maschinen einhergehende Produktionssteigerung enorme negative Auswirkungen mit sich bringt und sich auch hier zeigt, dass man nicht alles machen sollte, was die Technik hergibt..,

Matthias Schwenk

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@Martin: Das Problem daran dürfte in der hochgradigen Arbeitsteilung liegen. Jeder Teilschritt für sich betrachtet ist meist nicht schlimm oder (extrem) unmoralisch. Aber die gesamte Kette macht es dann aus.

Dieser Gesamtzusammenhang ist nicht eingepreist in unser heutiges Wirtschaftssystem. “Verschmutzungsrechte” sind dazu nur ein bescheidener, erster Ansatz. Aber schon das Überfischen der Meere lässt sich monetär kaum sinnvoll fassen, so dass alle Beteiligten der Wertschöpfungskette zu einem maßvollen Handeln angeleitet würden.