Filmriss

PapierkorbIch überlege mir ernsthaft, mit dem Bloggen aufzuhören. Dieser Satz dürfte für einige Leser überraschend sein, nicht zuletzt für diejenigen, die mich über dieses Blog in den letzten Monaten persönlich kennen gelernt haben.

Am Blog selbst liegt es nicht. Seit April haben sich erfreulich viele Leser gefunden, zuletzt annähernd 400 pro Tag. Auch die Ideen würden mir noch lange nicht ausgehen: In der “Schublade” habe ich aktuell eine Präsentation (die über SlideShare einzubinden wäre), die eigentlich den Auftakt zu einer Art Qualitätsoffensive hätte bilden sollen, um weiter neue Leser zu gewinnen, das Blog kontinuierlich zu verbessern und auf der Höhe der Zeit zu halten.

Doch wozu die Mühe? So sehr ich grundsätzlich vom Web 2.0 überzeugt und begeistert bin, so wenig konnte mir das Blog bislang helfen, meine Ideen und Beratungsleistungen zu monetarisieren. Und das liegt schlicht daran, dass meine Zielgruppe keine Blogs liest und dies vermutlich noch auf Jahre hinaus nicht tun wird.

Damit will ich keinen Affront gegen meine treuen Stammleser setzen. Aber immer mehr scheint es mir, als würden wir uns praktisch nur “unter uns” unterhalten und damit so eine Form von l’art pour l’art betreiben. Die “Außenwirkung” ist doch recht extrem gering.

Eine Zeit lang war ich mir sicher, dass das Web 2.0 schon bald von seiner “Randlage” heraus in die Mitte der Gesellschaft und damit auch der Wirtschaft hinein wachsen würde. Dem ist aber nicht so. Während die Dienste von YouTube, Flickr oder der Wikipedia auf eine relativ breite Akzeptanz stoßen, ist es an anderen Stellen mit der “Demokratisierung” im Web nicht so weit her. Insbesondere die Unternehmen zeigen eine sehr deutliche Zurückhaltung und dies nicht nur mir gegenüber.

Man schaue nur mal auf die Liste der deutschen Corporate Blogs. Beim Daimler klappt es endlich (nur: mit welchem Ergebnis? Das wird ja eine Karikatur von einem Blog!). Die IBM sieht sich nicht in der Lage, hierzulande öffentlich zu bloggen (in anderen Ländern schon). Gewiss, wir haben ja noch das Saft-Blog (ehrlich Hut ab vor dieser Leistung!), nur bei schwäbisch-mittelständischen Industriellen wirkt dieses Beispiel meist weniger überzeugend…

Und bewegen wir uns von der öffentlichen Ebene weg und in die Unternehmen hinein, wird es nicht besser: Wikis oder Blogs sind auch hier erst langsam auf dem Vormarsch und werden vor allem in inhabergeführten Betrieben nur mit spitzen Fingern (sofern überhaupt) angefasst. Wo ausgeprägt hierarchische Strukturen herrschen, ist für Social Software meist kein Platz.

Sören Stamer spricht in diesem Kontext gern von der Notwendigkeit des Übergangs von einer (kommunistischen) Planwirtschaft zu einer (demokratischen) Marktwirtschaft innerhalb des Unternehmens. Das Bild ist sehr treffend. Nur beschreibt es eben die Erfordernis eines grundsätzlichen Wandels (der Unternehmenskultur) und nicht die rasche Einführung einer neuen Software, mit der sich ohne sonst etwas zu ändern, mal eben schnell die Produktivität spürbar steigern lässt.

Es wird also noch dauern, die Sache mit der Social Software und dem Web 2.0. Und ich muss mich fragen, ob meine Zeit sinnvoll investiert ist, wenn ich weiterhin mit viel Einsatz dieses Blog pflege. Natürlich macht es Spaß! Aber es sollte eigentlich auch einen Beitrag zum Lebensunterhalt bringen und davon bin ich weit entfernt.

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23 Kommentare

I agree with you, economically-speaking, Blogs are not a viable income-tool on their own. At the very most, they can have some PR-potential in the sense that potential employees and customers can search for your name and find this blog. At the very least, I see blogs as simply an information–collection system, which motivates you to keep learning from both researching your topics and the feedback from your readers.

I can’t really answer your question for you, it is entirely dependant on how blogging relates to your real life. If it doesn’t, then I suppose there’s not much point to blogging either, except that it’s maybe fun and educational.

Also ich schaue zwar nur ab und zu mal vorbei, fände es aber äusserst schade wenn du das Blog dicht machst.

Ich kann zwar verstehen, dass dir der finanzielle payback fehlt, aber ich denke auch der wird mit der Zeit kommen. Du solltest dir ernsthaft überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, das Blog auch langfristig zu pflegen und das Maß an Zeitaufwand zu reduzieren. Wie ich sehe bloggst du ja fast jeden Tag, da könnten auch 2 Beiträge pro Woche genügen, ohne dass dir die Leser weglaufen…

Grüße

Andreas

Ich sag mal so:
Rock on!

Mach mal das Jahr voll :-) Nach meiner Erfahrung brauchst Du mindestens 12 Monate, bis es wirklich interessant wird. Und wie schon gesagt wurde: Mach Dir keinen zu großen Druck. Ein, zwei gute Artikel in der Woche sind prima und besser als wenn Du Dich mit fünf und mehr verausgabst und dann gar nicht mehr weitermachst. In den nächsten Jahren werden noch so viele spannende Dinge in diesem Bereich passieren, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass Du nicht dabei sein willst ;-)

Dein Blog ist gerade mal acht Monate alt. Was hast Du erwartet? Dass Dir die Kunden die Bude einrennen sobald Du anfängst zu bloggen?
Bloggen ist wie ein Marathon, nicht wie ein Sprint. Da geschieht im ersten Jahr nicht viel. (wenn man nicht gerade auf englisch schreibt und äußerst talentiert ist)
Und ja, die deutsche Blogosphere hat kaum Reichweite, was zum Teil auch hausgemacht ist, aber das ist eine andere Geschichte. Aber wie soll sich das ändern, wenn die, die tatsächlich über etwas anderes als Populärkultur und Metablogging schreiben, sofort nach dem Start wieder aufgeben?
Natürlich denkt jeder mal ans Aufgeben, aber dann denke einfach wo die Seite in 2 oder 3 Jahren stehen könnte, wenn Du qualitativ hochwertig und auch permanent am Diskurs teilnimmst. Darum geht’s, die langfristige Sicht. Und dass man Spass dran hat. Ohne das geht’s natürlich auch nicht.
Hat ja niemand gesagt, dass es leicht wäre.

Die Themen -so spannend auch ich sie finde- sind für ein Großteil der Wirtschaft einfach irrelevant. Da stehen einfach andere Problemstellungen an. Sorry, aber Du kennst meine Meinung ;-)

Mit Blogs, Second Life und Web 2.0-Themen kann jeder irrsinnigen Spass haben und das ist doch genügend Legitimation mitzumachen. Das ist auch der einzige Grund warum wir noch unseren Corporate-Blog pflegen.

Trotzdem: Mach weiter! Du hast hier einige Fans….

Gruss aus der T-City

Ach mensch, da habe ich den Tab einmal zu lang offen und dann kommt der Tißler und schnappt mir einen meiner Hauptpunkte vor meiner Nase weg. Doofes Internet.

ich würde mich einigen anderen kommentatoren anschließen: schreib eventuell weniger, aber bitte mach weiter!

ich denke schon, dass dein blog sich als eine art visitenkarte oder vielmehr als nachweis von know how auch mal rentieren wird, zumindest indirekt. immer mehr firmen werden die neue art zu kommunizieren kapieren. du bist erst 8 monate dabei und auch in weiteren 8 wird der mittelstand nicht so viel anders denken. in 16 monaten aber wahrscheinlich schon, und dann hat dein blog für die die richtige reife ;-)

Du schreibst, dass Dir das Bloggen “Mühe” bereitet. Warum tut es das? Denn das sollte es nicht.

Bloggen macht Spaß und sollte Spaß machen. Mir geht es sehr gut damit, nur dann zu schreiben, wenn mich gerade eine Idee fasziniert oder ich etwas los werden möchte. Das tut gut. Natürlich würde ich gern viel häufiger bloggen. Doch für all die Gedanken, die mir durch den Kopf gehen, fehlt mir meist die Zeit zum Niederschreiben.

Zum Wandel in Deutschland: Ich denke, der ist unausweichlich. Anfänglich gibt es Widerstand, dann wird aus dem Rinnsal eine Flut und irgendwann gibt es Panik bei den Ertrinkenden. Ich würde darauf wetten, dass wir in den nächsten Jahren erleben werden, wie Unternehmen um High-Potentials als Mitarbeiter kämpfen. Für diese Menschen wird eine wirklich offene und transparente Unternehmenskultur vermutlich ein KO-Kriterium sein.

Auch beim Kampf um Kunden rechne ich mit einer ähnlichen Entwicklung. Die Öffentlichkeit wird sich (forciert durch die zunehmende Vernetzung) stark sensibilisieren. Ethisches verantwortungsvolles Verhalten und Transparenz wird nicht nur gewünscht sondern ultimativ gefordert werden. Das Vertrauen der Kunden wird wie ein zartes Pflänzlein und eine ehrliche transparente Kommunikation Gold wert sein.

Wenn man davon überzeugt ist, dass die existierenden Unternehmen diesen Wandel nicht schaffen bzw. nicht wollen, dann wäre es vielleicht lohnenswert darüber nachzudenken, eine neue Konkurrenz aufzubauen, die mit einem anderen Paradigma an den Start geht und die Altgedienten überflügelt. Man denke nur an einen Energieversorger, Nahrungsmittelhersteller, Versicherer oder Telekommunikationsanbieter, der Offenheit und Transparenz lebt und wirklich ernst meint.

Ich habs däumchendrehend erwartet. ;-) So wie Du vor nicht mal knapp 8 (!)Monaten eingestiegen bist, hast Du die Kerze an beiden Enden angezündet und Dir einen bilderbuchartigen Burnout besorgt.. Auf der einen Seite konnte ich förmlich die Liste sehen die Du “richtig” (Mail-Interviews, x Postings/nTage, Stil, durch die Szene ziehen, etcpp) abgearbeitet hast, auf der anderen lauerte die “Monetarisierung”. Das sind klassische extrinsische Zielsetzungen, die allerdings auf dem BWL-Hintergrund nur logisch erscheinen.

Im Mai diesen Jahres habe ich ohne es zu wissen dazu meinen Kommentar abgegeben. Und Du übrigens auch ;-) (Weitere Statements dazu in den letzten Worten des ElRep)

Etwas das man gerne tut als Lart pour lart zu bezeichen ist für mich als Künstler übrigens eine handfeste Provokation ;-)

(Siggi B aus D, 5 Jahre bloggend)

hey matthias – du wirst doch wohl nicht ernsthaft darüber nachdenken aufzuhören. ich schließe mich da eher sörens kommentar an: bloggen sollte neben dem aufwand, den es bedeutet, auch spass machen.

und wenn dein blog keinen anderen zweck erfüllt: ich denke doch wohl, dass er dir selbst etwas bringt. es ist eine form der kommunikation, die vielleicht die mehrzahl deiner (potenziellen) kunden noch nicht angenommen haben, aber du hast doch in der tat schon eine menge interessante menschen kennengelernt und dich über deine blog-tätigkeit mit themen auseinandergesetzt, über die du in dieser form vielleicht sonst gar nicht nachgedacht hättest. insofern erweitert die bloggerei doch deinen horizont und schärft deine sinne für trends, meinungen und neues “da draußen”. meiner meinung nach ein ungeheures (wenn nicht das wichtigste) kapital für einen unternehmensberater.

wir bloggen ja nun auch nicht gerade täglich (unter anderem weil neben erstem job und aufbau der readbox nur sehr wenig zeit bleibt) – aber die auseinandersetzung und diskussion über themen in unserem und anderen blogs bringt mich persönlich extrem weiter.

also, mach weiter! ich bin mir sicher, dass die bloggerei deinem geschäft zu gute kommt. vielleicht nicht so direkt wie erhofft, aber es wird seine wirkung haben.

Matthias Schwenk

Matthias Schwenk’s avatar

So viel Echo habe ich nicht erwartet! Vielen Dank an Alle.

Ja, es geht weiter (heute schon): Da springt mich einfach ein Thema an und ich kann es nicht lassen. Es macht schon Spaß und es ist wichtig gleichermaßen – egal was die verquerten schwäbischen Mittelständler denken…

Hehe, Matthias, vielleicht müssen wir einfach den Markt anders, nämlich größer definieren?

Ich blogge u.a. auch deshalb auf Englisch weil die Welt viel mehr bietet als den klassischen, verstockten Patriarchen der schon jede Antwort kennt bevor man den Mund aufgemacht hat.

Ansonsten stimme ich dir natürlich zu, auch für mich bedeutet das Bloggen eine nicht unerhebliche Mühe, die gerade dann wenn ich viel zu tun habe schwer fällt. Meine Strategie war bisher einfach: Wenn’s nicht geht wird nicht gebloggt, andersmal dann wieder mehr. Die Pause müssen die Leser aushalten (und wenn ein potenzieller Kunde später durchs Blog surft um meine Kompetenzen einschätzen zu können, schaden die Pausen nicht …)

Ich denke auch, dass man beim Bloggen nicht den Druck haben muss, ständig etwas Neues zu bringen, sondern auch mit zwei Beiträgen pro Woche seine Leser sehr gut unterhalten und informieren kann.

Dass der Großteil der mittelständischen Wirtschaft, bzw. generell der Wirtschaft, mit Blogs noch nicht allzuviel anzufangen weiß, ist ja keine Überraschung. Tendenziell wird es hier aber eher mehr als weniger, also könnte Beharrlichkeit sich langfristig auszahlen.

Mich würde dabei dennoch interessieren, aus welchen Branchen Deine Kunden so stammen.

“Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern.”

Henry Ford
(1863 – 1947)

Ich hoffe du gehörst nicht dazu Matthias…

Sapere aude

Hallo Herr Schwenk,

ich würde einen “Filmriss” dieses Blogs wie die anderen Kommentatoren auch sehr bedauern und für das noch junge Thema nicht gut finden. Ich kann natürlich auch voll und ganz Ihre Beweggründe verstehen.

Aber ich möchte noch einen anderen Gedanken einbringen. Wenn wir über unsere Kundengruppe mit Begriffen wie

- verquerte schwäbische-mittelständische Industrielle,
- klassische, verstockte Patriarchen, oder
- ausgeprägt hierarchische Strukturen

diskutieren haben wir gleich von Anfang verloren. Ich habe da die aktuelle Fanbeschimpfung von Uli Hoeneß vor meinen Augen und hier muss der FCB muss jetzt kräftig zurückrudern. Was ich meine ist, dass der Kunde immer recht hat.

Wenn wir ein gutes Produkt haben, das der Kunde aber nicht kauft, dann können wir nicht auf den Kunden schimpfen. Dann hilft es nur, dass wir uns überlegen, ob wir das Produkt richtig vermarkten. Oder mal ganz reduziert: Ein Mittelständler wird das Angebot, einen Weblog für ihn zu erstellen, mit der gleichen Begeisterung aufnehmen wie das Angebot, ihm einen Eintrag in die Gelben Seiten zu besorgen oder in seinem Unternehmen eine Hauszeitung einzuführen.

Ja, natürlich meinen wir das nicht mit unserem Angeboten. Aber vielleicht kommt dieses Bild genau bei unserer Zielgruppe an?

Wir wollen in den Unternehmen eine andere Form der Kommunikation und der Kooperation mit innovativen, effektiven digitalen Werkzeugen implementieren. Und das in (überwiegend) erfolgreichen, mittelständischen Unternehmen, die ihr Geld hart am Markt erarbeiten und nicht die innovativen Freiheiten eines Venture Capital finanzierten Start-Ups (bei denen von den Geldgebern neben technologischen Innovationen machmal auch soziale Innovationen geradezu gefordert werden) oder das “Spielgeld” des Kommunikationsbereiches eines grossen Konzerns haben. Über dieses Umfeld müssen wir nachdenken, und dann sollten uns nicht nur die oben genannten Begriffe einfallen.

Ich habe es schon manchmal gesagt: mir ist noch kein Unternehmer (wobei nicht jedes Unternehmen von Unternehmern geleitet wird ;-) ) begegnet, der nicht genau diese Form der Kommunikation und Kooperation in seinem Unternehmen haben wollte. Es ist nur sehr schwer, das Vertrauen zu schaffen, dass der Lösungsansatz (und hier verstehe ich nicht den “Eintrag in die Gelbe Seiten”, sondern eine umfassenden Vorgehensweise) der richtige Weg ist. Und dieses Vertrauen schafft man nicht alleine mit einem Weblog.

Ich beobachte gerade mit grossem Interesse die ganzen Montags-, Dienstags- usw. Veranstaltungen der Web 2.0-Szene und die BarCamp-Aktivitäten. Menschen, die virtuellen Welten leben und arbeiten, haben scheinbar auch einen grossen Bedarf an direkter Kommunikation. Mit unseren potentiellen Kunden sprechen wir noch nicht so häufig in dieser direkten Form, oder? Wir sollten mal drüber nachdenken, ob wir so eine direkte Kommunikation mit den Kunden nicht gemeinsam besser organisiert bekommen.

Der Ansatz direkte Kommunikation mit potenziellen Kunden zu suchen ist richtig – bei der Diskussion ob Weblogs sinnvoll sind oder nicht sollte dieser größere Aspekt nicht vergessen werden.

Meine Erfahrung ist dass das Weblog bestenfalls “flankierend” wirken kann, Aufträge ergeben sich eher durch persönlichen Kontakt (und das dabei aufgebaute Vertrauen).

Auch deshalb bieten wir (d.h. Cedric Weber und ich) ja Veranstaltungen wie die WikiWednesdays Stuttgart an, die explizit eine Unternehmerzielgruppe ansprechen.

@ Martin Koser: Ob der Begriff WikiWednesday die Unternehmen und Unternehmer anspricht? Oder vielleicht sogar eher abschreckt? Da wäre doch so etwas wie “Stuttgarter Unternehmergespräch” die passendere Verpackung.

@Joachim Niemeier, stimmt – der Begriff Wiki schreckt in der Tat manche ab, bzw. bringt sie auf die falsche Fährte. Andererseits ist der Begriff WikiWed international gebräuchlich und steht für ein bewährtes Format, so in etwa wie BarCamp für eine bestimmte Methodik und Vorgehensweise steht …

Um aber über eine Community von Wiki-Anwendern hinauszugehen ist Verpackung/Branding wichtig. Eine Idee/ Beobachtung hierzu von mir kennen Sie schon, das würde auch gut zum Charakter von “Unternehmergespräch” passen. In der Tat habe ich so etwas auch an verschiedenen Stellen angeregt, allerdings mahlen manche Mühlen doch recht langsam.

Matthias Schwenk

Matthias Schwenk’s avatar

@Martin Koser und Prof. Niemeier: Vielen Dank für die Ideen, jetzt wird es doch noch konkret und praktisch. Auch einige der Kritikpunkte an meiner Ausdrucksweise sind berechtigt.

Eine Antwort darauf in einem Kommentar zu geben, wäre zu knapp. Ich schreibe dazu einen eigenen Artikel, der die Herangehensweise an den Mittelstand, das Thema “Corporate Blogs” und den Aspekt “Dialog mit dem Kunden” aufgreift.

Denn beachten wir auch, was Sören Stamer oben geschrieben hat ( Nr. 9): Wo der kulturelle Wandel nicht stattfindet, muss unter Umständen sehr radikal über neue Lösungen gedacht werden.

@Joachim Niemeier, zum zweiten:

Ja, stimmt, mein erster Kommentar war aber beileibe nicht als “Beschimpfung potenzieller Kunden” gemeint – das liegt mir fern, auch weil einfaches Einteilen und “über einen Kamm scheren” in der Regel schiefgeht, siehe u.a. http://tinyurl.com/2pj2mj

Mein eigentlicher Punkt war, dass ich zunehmend (und ja, eben nicht in Deutschland) Interesse am Thema Web 2.0 und Unternehmen sehe und dass dort dadurch strategische Wettbewerbsvorteile entstehen, während wir hinterherhinken.

Interessanterweise beobachte ich ja auch, dass das Interesse an Web 2.0 und Enterprise 2.0 höher ist, je (ja, hierarchisch) höher mein Gesprächspartner angesiedelt ist – während sonst die Gefahren betont werden, sehen diese Leute auch die Chancen, gerade weil sie unternehmerisch denken.

Gut Ding braucht Weile. Deine Leistungen werden schon gebucht werden, nicht nur aufgrund dieses literarischen Textes :)
Was hälst du davon, einen Post immer an erster Stelle kleben zu lassen (und in dem du weitere Leistungen von dir beschreibst)?

Ein paar Beobachtungen:

* Deine Kunden müssen nicht dein Blog lesen, sondern die müssen das Blog KENNEN, die dich an Leute weiterempfehlen.

* Dein Blog ist für Gespräch und zum lernen und zum Spaß, in der Tat.

* Die Anzahl der Besucher deines Blogs ist relativ schnurz. (Auch das Googleranking, denn kaum ein Kunde ergoogelt sich Dienstleister. Erst recht nicht schwäbische KMUs *oops*)

So und jetzt: wie kommt es zu den Empfehlungen?

Durch persönliche Präsenz.

Also:
* Events
* Kurzvorträge (Xing-Treffen, Barcamps)
* …

Siggi und Sören haben da relevante Punkte. (Und ich blogge seit 2000 ;) , davor gab es angergt durch die deutsche Netzliteratenszene abgebrochene manuelle ‘Net-Log-Versuche’) )

An sich ist ein Blog dazu da, um zu machen was du willst.

Klar kann man über x POstings am Tag Traffic und Links ziehen. aber Kunden kaufen weder (Deinen) Traffic noch (Deine) Links, die kaufen DICH ;)

D.h.: Nimm das unter den Arm, was du in 8 Monaten gelernt hast, blogge entspannt weiter, lerne entspannt weiter -mal 2 POstings am Tag, mal 3 Zeilen, mal n paar Tage nix- , erzähl es den Leuten (auch außerhalb des Blogs) so, dass DIE, die es INTERESSIERT verstehen können, was ihnen das bringt. Dann kommen sie auch.

Das Bloggen bringt dir das digitale Netzwerk, das ergänzt man durch ein ‘reales’, und dann klappt das auch. Denn den bedarf seh ich auch.

Das “MANKO” der Kunden ist an sich nur, dass sie es erklärt brauchen (kam bei der Präsi von Sören (bzw. von sienr Co-Präsentatorin) auf der web 2 Expo auch raus: Die meisten haber noch gar nicht VERSTANDEN was los ist, sie brauchen es erklärt. [Ich hab kürzlich mit einem gesprochen der erst Tage zuvor den Begrif web 2.0 das erste mal gelesen hatte in der "Stuttgarter" und gleich verstanden hatte, dass ihm das was nützt.]

Finaler Tipp: such dir nen Provider, der Skype nicht blockt ;)