Der Spot ist nicht ganz neu, bemerkenswert ist aber in der langen Version der “Blick hinter die Kulissen” der Happiness Factory von Coca Cola.
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- Szenerie: Die Handlung spielt in einer (surrealen) Fatasy-Welt, die an Trickfilme erinnert. Auffällig ist, dass es weniger Maschinen sind, die das “Produkt” herstellen, als vielmehr eine Menge bizarrer Lebewesen und Figuren. Dieser Umstand überspielt die Tatsache, dass in der Realität die eigentliche Produktion weitgehend automatisiert und ohne nennenswerten Einsatz menschlicher Arbeitskraft auskommt.
- Verbale Aussagen: Die “Mitarbeiter” äußern sich zunächst zu ihrer Arbeit, dann werden eine Reihe werblicher Aussagen über Coca-Cola selbst thematisiert. Dabei ist der Grad an Ironie oder gar Sarkasmus, mit dem gängige Phrasen aus der modernen Arbeits- und Werbewelt vorgetragen werden, kaum mehr zu überbieten.
- Handlung: Gezeigt wird nur der letzte Produktionsschritt, das Abfüllen des Getränks in eine Flasche und deren “Auslieferung” an den Kunden. Auch hier bestimmen einige bizarre und (in Wirklichkeit) völlig unnötige Handlungsschritte das Bild. Am Rande der eigentlichen Arbeit dürfen sogar einige Dinge schief gehen, die Happiness Factory verfügt demnach über eine moderne Fehlerkultur.
Coca Cola ist eine Ikone unserer Konsumgesellschaft und ein wirklich globales Produkt. Über viele Jahrzehnte wurde die Marke von einem sehr guten Branding getragen, das Marketing der Firma galt als vorbildlich. Der Spot zeigt nun, dass all die Weisheiten und Erfolgsrezepte des Marketings aus dem 20. Jahrhundert an ihr Ende kommen: Sie taugen offensichtlich nur noch zur ironischen Persiflage.
Was also bei flüchtiger Betrachtungsweise ein mehr oder weniger witziger Werbespot ist, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Frage nach der Zukunft: Wie soll und kann Marketing für Coca Cola künftig aussehen? Woher die Faszination nehmen und wie das Produkt positionieren?
ist Unternehmensberater, Autor, Vortragsreferent und Dozent zum Thema Social Web. Sein Schwer-
punkt liegt auf Collaboration Software (Enterprise 2.0), Wissensmanagement und der Konvergenz digitaler Medien (Medienwandel). Mehr...











2 Kommentare
7. 8. 2007 um 23:39:02
Norman
Wieder einmal ein guter Gedankenanstoß – die Interpretation gefällt mir, auch wenn ich denke, dass CC es anders gemeint hat.
Auf die Frage am Ende: Das wollen bekanntlich alle wissen.
Einfach ein paar Phrasen wie Mundpropaganda und Dialogmarketing usw. in die Runde zu schmeissen hilft wohl nicht…
8. 8. 2007 um 15:29:05
Matthias Schwenk
Danke Norman. Wenn alle wissen wollen, wie die Zukunft aussehen wird, sollte ich vielleicht mal darüber bloggen…