Weit voraus gedacht haben die Berater von Casaleggio Associati: Sie wagen eine Vorausschau bis zum Jahr 2050, schön komprimiert auf ca. 5 YouTube-Minuten (in englischer Sprache mit italienischem Akzent!).
eingebunden mit Embedded Video
Sehr schön dargestellt wird der (vergebliche) Kampf der alten Medien gegen das Internet und dessen Vordringen auf allen Ebenen. Jeff Jarvis (Buzzmachine), bei dem ich dieses Video fand, gibt sich skeptisch und hält das Meiste für Science-Fiction.
Ich teile seine Auffassung nicht. Dass schon in naher Zukunft Zeitungen, Zeitschriften und Bücher zugunsten elektronischer Medien, die auf neuartigen Bildschirmen (ePaper und OLED-Displays) gelesen werden, stark in die Defensive geraten werden, ist gut möglich.
Ebenso wahrscheinlich ist, dass das Internet früher oder später von überall kostenlos zugänglich sein wird. Auch die Vorstellung, dass jeder ab 2020 einen persönlichen Avatar-Assistenten in der virtuellen Welt haben wird, der selbstätig Informationen sammelt und aufbereitet, ist nicht wirklich ungewöhnlich.
Nur die Vorstellung, dass ab 2027 Erinnerungen, Gefühle und Erlebnisse austauschbar und damit zu handelbaren Gütern werden, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Woanders denkt jedoch Andreas darüber nach, wie künftig Bewusstseinserweiterung durch Implantate im Gehirn (und deren Vernetzung untereinander) realisiert werden kann. Ob der Informationsaustausch dann frei(willig) oder gegen Bezahlung erfolgt, kann uns an dieser Stelle (noch) egal sein.
Ein Zukunftsbild allerdings, das ohne Roboter entworfen wird, scheint mir unvollständig. Denn diese noch relativ junge Gattung wird uns bis zum Jahr 2050 noch in allerhand Erscheinungsformen zum Alltagsbegleiter werden und die meisten Exemplare dürften sowohl (permanent) mit dem Internet verbunden sein, als auch über einen gewissen Grad an Intelligenz verfügen.
5 Kommentare
20. 6. 2007 um 19:39:38
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Martin Kunzelnick
Interessante Ideen. Ich weiß schon heute von Menschen, die sich z.B. Bluetooth-Cochlear-Implantate einsetzen lassen möchten – das Hindernis scheint bald nicht mehr die Technik sondern höchstens die Ethik der Ärzte zu sein, aber auch die wird sich ändern (siehe Schönheitschirurgie).
Passend zum Artikel auch 2 Meldungen von heute auf heise: Die Zeitung – ein “Medium aus toten Bäumen” im Internetzeitalter (http://www.heise.de/newsticker/meldung/91411) und das offizielle Erscheinen des Adobe E-Book-Reader für E-Books, digitale Zeitungen usw.
Übrigens: Die Idee künstlicher Assistenten (autonome Agenten) ist an den Unis im Bereich “Verteilte Systeme” ja auch schon länger ein beliebtes Forschungsgebiet und auch für die Robotik interessant und wichtig…