Nachgefragt bei: Dr. Stefan Krusche

Dr. Krusche und Partner ist ein Software-Unternehmen, das sich auf multimediale Internetlösungen spezialisiert hat. Seinen Sitz hat es in Röhrmoos, in der Nähe von München.

Herr Dr. Krusche: Wenn man heute Websites von Unternehmen betrachtet, fällt auf, dass sehr viele die multimedialen Möglichkeiten des Internets noch gar nicht nutzen. Ist das eine Kostenfrage?

Nein. Unserer Erfahrung nach sind in vielen (deutschen) Unternehmen die technischen Möglich­kei­ten, die das Internet heute bereits bietet, noch wenig bekannt. Dieser Situation steht das Internet als der Innovationsmotor gegenüber, das heute immer ausgereiftere Software in immer kürzerer Zeit produziert. Gerade durch die so ge­nannten Rich Internet Anwendungen stehen dem Be­sucher einer Website heute Möglichkeiten offen, die bisher nur von An­wen­dungen auf dem eigenen PC bekannt waren.

Durch die interaktiven und multimedialen Möglichkeiten ist das Internet heute klassischen Marketingkanälen deutlich überlegen, da der Fokus konsequent auf das Erlebnis gelegt werden kann, das der Internetbesucher mit einem beworbenen Objekt verbindet. Dies schafft nachhaltige Erinnerungswerte und führt damit zu einem besseren Marketingerfolg.

Wie sieht dies nun mit den Kosten für Rich Internet Anwendungen aus?

Das Internet stellt uns hier hochwertige Software-Pro­duk­te kostenfrei zur Verfügung, die laufend weiter entwickelt werden. Ich denke dabei an Unternehmen wie Google, Yahoo, Amazon, Laszlo Systems, um nur einige zu nennen.

Bei der Realisierung von Rich Internet Anwendungen steht deshalb nicht mehr die klassische Entwicklung eines Softwareprojekts, sondern vielmehr die rasche und kostengünstige Integration von vorhandenen Komponenten im Vordergrund.

Speziell für die Immobilienbranche sind dreidimensionale Darstellungen sehr interessant, einschließlich virtuell begehbarer Objekte. Wie aufwendig sind derartige Projekte und mit welchen Projektlaufzeiten muss der Auftraggeber rechnen?

Rich Internet Anwendungen sind gerade für die Immobilienbranche sehr interessant, da sich Interessenten bereits im Internet umfassend informieren können. Mit einer interaktiven Darstellung der Umgebung, virtuellen Touren durch den Innen- und Außenbereich wird ein Immobilienobjekt „begreifbar“ und der Interessent entwickelt das Gefühl „bereits da gewesen zu sein“. Ergebnislose und frustrierende Besichtigungstermine können damit vermieden werden.

Aussagen zu Kosten und Laufzeiten von Immobilienprojekten hängen natürlich vom jeweiligen Projektumfang ab. Grundsätzlich gilt aber, dass Lösungen schon ab ein paar Hundert Euro möglich sind.

Ein häufiges Problem bei Internetprojekten ist die Tatsache, dass man im Voraus häufig nicht exakt sagen kann, was man eigentlich will und man im Projekt mitlernt bzw. seine Vorstellungen weiterentwickelt. Das führt dann zu Änderungswünschen die zusätzlich Zeit und Geld kosten. Wie ist das bei ihren Anwendungen?

Dr. Krusche & Partner nutzt das Angebot aus frei verfügbaren und hochwertigen Entwicklungswerkzeugen, dass heute im Internet von namhaften globalen Unternehmen und Organisationen bereitgestellt wird, konsequent. Dadurch erreichen wir einen hohen Grad an Flexibilität, um auch noch auf späte Änderungswünsche unserer Kunden rasch und kostenneutral eingehen zu können.

Die meisten Unternehmen haben heute bereits eine Website und auch eine Agentur die diese betreut. Wie kommen Sie da mit ihren Anwendungen ins Spiel?

Unser Portfolio, insbesondere für die Immobilienbranche, besteht aus rasch und kostengünstig adaptierbaren Musterlösungen, die zudem flexibel kombiniert werden können. Damit stehen für Dr. Krusche & Partner Kunden im Mittelpunkt, die die Verantwortung für einen hochwertigen Internetauftritt nicht vollständig an eine Agentur abgeben möchten, oder auch nach Wegen suchen, diese zurückzugewinnen. Unsere Kunden entscheiden selbst, wie viel Unterstützung sie bei der Integration unserer Internetlösungen in Anspruch nehmen möchten, und haben damit jederzeit die volle Kostenkontrolle.

Zum Schluss die Frage nach den allgemeinen Markttrends: Wird sich das Web 2.0 in Deutschland durchsetzen und worauf sollten sich mittelständische Unternehmen einstellen?

Der Begriff „Web 2.0“ ist heute zu einem Modewort geworden. Aus technischer Sicht steht er bei Dr. Krusche & Partner für Internetlösungen, die den klassischen PC Anwendungen in nichts mehr nachstehen. Für den Nutzer ist es zunehmend unerheblich, ob beispielsweise „seine“ Text- oder Tabellenverarbeitung auf dem eigenen PC läuft oder aber eine Rich Internet Anwendung ist.Wir denken, dass dieser vorgezeichnete Trend nicht aufzuhalten ist. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der dadurch einzusparenden Lizenzkosten.

Herzlichen Dank, Herr Dr. Krusche.


Dipl.-Kfm. Matthias Schwenk
ist Unternehmensberater, Autor, Vortragsreferent und Dozent zum Thema Social Web. Sein Schwer-
punkt liegt auf Collaboration Software (Enterprise 2.0), Wissensmanagement und der Konvergenz digitaler Medien (Medienwandel). Mehr...

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blogoscoop

1 Kommentar

Die starke Technikbetonung im Verständnis des Begriffes Web 2.0 von Herrn Krusche kann ich nicht so stehen lassen. Meines Erachtens geht es um ein neues Verständnis der Nutzer gegenüber der angesprochenen Technologien.

Auf meinem Blog gibt es einen Beitrag dazu: http://thorsten-koch.net/?p=9

Alle anderen Punkte kann ich gut nachvollziehen und finde diesen Beitrag sehr gelungen.