Der Handel im Wandel: Pakete sind wie Weihnachten

YouTuber, Influencer und Instagrammer gewinnen immer mehr an Reichweite und Einfluss. Doch sie beeinflussen ihr Publikum nicht nur mit dem was sie tun oder zeigen, sondern auch mit den eher kleinen Dingen die so am Rande ablaufen. Passend zur Weihnachtszeit hier der Aspekt „Pakete“.

Dieser Beitrag war nicht geplant und entstand eher zufällig. Vielleicht weil gerade Weihnachtszeit ist, fiel mir beim Betrachten eines Videos von felixba (Felix Bahlinger) etwas auf: In seinem Video geht es um eine neue Kamera. So weit so unspektakulär. Doch wo hat er seine neue Kamera gekauft? Im Fachhandel vor Ort? Das Video zeigt es ganz deutlich:

Screenshot felixba

Die neue Kamera wurde bei Amazon bestellt und eben nicht im guten alten Fachhandel gekauft. Bemerkenswert ist die geradezu kindliche Freude beim Öffnen der Schachtel.

Damit nimmt felixba keine Sonderstellung ein: Auch andere YouTuber öffnen immer wieder vor laufender Kamera Pakete, die per Post geliefert wurden. So etwa auch bei Casey Neistat (New York), in dessen Video es ebenfalls um eine neue Kamera für seine Aufnahmen als YouTuber geht. Für einen kurzen Moment wird sichtbar, dass er diese bei Amazon bestellt haben muss:

Screenshot casey neistat

Bedauerlich für den stationären Einzelhandel. Denn hier geht um Kaufsummen, die gut und gerne zwischen 1.000,- und 2.000,- Euro (oder noch höher) liegen.

In beiden Videos steht der Einkauf bei Amazon natürlich nicht im Mittelpunkt. Er wird auch mit keiner Silbe erwähnt. Aber die Herkunft der neuen Geräte rutscht eben doch ins Bild, weil das „Unboxing“ ein elementarer Bestandteil beider – und sehr vieler weiterer – Videos auf YouTube ist. Pakete gehören vielleicht deshalb dazu, weil sie gerade so ein Gefühl von Weihnachten oder Geburtstag vermitteln, die Vorfreude beim Warten auf die Lieferung und dann natürlich das Auspacken, selbst wenn man schon weiß, wie der Inhalt aussehen wird.

Gut für Amazon, schlecht für den stationären Handel. Denn in beiden Fällen hätte die Ausgangsbasis auch eine andere sein können. Sowohl felixba als auch Casey Neistat wohnen nicht gerade „am Ende der Welt“, so dass für sie der Einkauf bei Amazon absolut zwingend gewesen wäre. Beide sind jedoch Rollenvorbilder mit erheblicher Reichweite, die ihrem Publikum ganz unbewusst am Rande mit auf den Weg geben, dass man Tech-Gadgets heute im Web bestellt, nicht zuletzt bei Amazon.

Lamentieren wird aber nicht helfen. Der stationäre Handel muss selbst zusehen, wie er aus dieser Ecke wieder herauskommt und zur bevorzugten Anlaufstation für erfolgreiche YouTuber und deren Fans wird…

Schreibe einen Kommentar