Content-Marketing im E-Recruiting einsetzen

E-Recruiting

Content-Marketing eignet sich längst nicht nur zur Unterstützung des Verkaufs von Produkten oder Dienstleistungen, sondern kann auch im E-Recruiting nützlich sein: Etwa als flankierende Maßnahme, um als potenzieller Arbeitgeber attraktiver zu wirken und um mögliche Bewerber auf sich aufmerksam zu machen.

Der Fachkräftemangel ist für viele Unternehmen ein so großes Problem, dass sie inzwischen schon zum „Active Sourcing“, also der gezielten Ansprache potenzieller Kandidaten, übergegangen sind. Dabei ist in vielen Fällen das Potenzial an passiven und damit kostengünstigeren Ansätzen meist noch gar nicht ausgereizt. Einer dieser Ansätze stellt das Content-Marketing dar.

Bekanntlich geht es beim Content-Marketing darum, mit nützlichen oder unterhaltenden Informationen zu überzeugen, ohne dabei in plumpe Produktwerbung abzugleiten. Wie aber überträgt man diesen Gedanken auf das Personalmarketing bzw. E-Recruiting? Die Antwort darauf ist einfach: Indem man nicht mit der Tür ins Haus fällt und jegliche Assoziationen an konkret zu besetzende Stellen (Stellenausschreibungen) vermeidet.

Auf den ersten Blick mag das ungewöhnlich klingen: Denn wie kann man für eine offen Stelle werben, ohne diese direkt beim Namen zu nennen? Das Content-Marketing muss hier als eine indirekte Form der werblichen Unterstützung gesehen werden, die ihre Wirkung nicht der Regel nicht auf Anhieb, sondern erst über einen längeren Zeitraum hinweg entfaltet. Es wäre also völlig falsch, bei einer dringend zu besetzenden Stelle die Lösung im Content-Marketing zu suchen.

Auf längere Sich jedoch kann das Content-Marketing dazu beitragen, dass:

  • Unternehmen im Web präsenter und damit auch leichter gefunden werden;
  • Unternehmen ausführlich ihre allgemeinen oder besondere Vorzüge darstellen können;
  • mit Ratschlägen oder Tipps spezielle Bewerbergruppen informiert werden können.

Hierzu eignen sich Corporate Blogs besonders gut. Dabei sollte eigens ein Blog für das Themenfeld Recruiting aufgesetzt werden, oder es kann mit mehreren Blogs weiter differenziert werden: Ein Blog kann sich dem Themengebiet „Ausbildung“ widmen, ein zweites speziell Fach- und Führungskräfte ansprechen. Der große Vorteil von Blogs gegenüber Informationen auf der Unternehmens-Website besteht darin, dass ihre Inhalte sehr gut für Suchmaschinen aufbereitet werden können, was die Sichtbarkeit im Web erheblich steigert.

In der Praxis sind die meisten Unternehmen davon jedoch noch weit entfernt. In typisch deutscher Manier wurde bislang eher der Bereich E-Recruiting optimiert, weil sich mit der passenden Software die Arbeitsprozesse rund um Bewerbungen deutlich vereinfachen und beschleunigen lassen. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden. Doch Bewerber wollen nicht nur auf eine „Eingabemaske“ reduziert werden, sondern sich vorab ein möglichst genaues Bild von ihrem Wunschunternehmen machen.

Besonders die guten Bewerber warten nicht unbedingt darauf, gefunden zu werden, sondern suchen selbst aktiv nach den für sie attraktivsten Arbeitgebern. Doch oftmals sind diese nur dann eloquent und gesprächig, wenn es um ihre Produkte bzw. Dienstleistungen geht. Diese werden routiniert und multimedial präsentiert. Auf der eigenen Website und natürlich auch auf Social Media. Beim Personalmarketing dagegen gerät die Selbstdarstellung oft sehr viel weniger opulent. Dabei sollte mit dem Stichwort „Employer Branding“ längst das moderne Marketing in die Personalabteilungen Einzug gehalten haben.

Tatsächlich gibt es hier nicht selten noch unternehmensinterne Konflikte, weil gerade die Personalabteilung nicht für die Außendarstellung des Unternehmens zuständig ist und somit oftmals weniger ausrichten kann, als sie es selbst möchte. In Bezug auf das Content-Marketing kann es deshalb angebracht sein, dieses zwar im Bereich Personal selbst zu planen und auszuformulieren, dann aber mit den Verantwortlichen im Bereich PR oder auch der Geschäftsleitung direkt abzustimmen. Um mehr Handlungsspielraum zu bekommen, können spezielle Guidelines formuliert werden, in deren Rahmen autonom und zügig etwa Artikel in einem Corporate Blog publiziert werden können.

Das Content-Marketing kann insgesamt also eine sehr wirkungsvolle Maßnahme sein, wenn es darum geht das E-Recruiting flankierend zu unterstützen. Gerade weil noch relativ wenig Unternehmen damit unterwegs sind, können sich einzelne Anbieter einen erheblichen, temporären Wettbewerbsvorteil damit verschaffen und so als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden.

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