Spacebase: Schöne Räume für bessere Meetings

Spacebase Berlin

In schönen Räumlichkeiten gelingen Konferenzen, Meetings oder Schulungen besonders gut. Doch woher bekommt man auf die Schnelle so einen besonderen Raum? Das Berliner Startup Spacebase hat dieses Problem gelöst: Auf Spacebase können interessante Locations ausgewählt und für Veranstaltungen gemietet werden.

Große Unternehmen praktizieren es schon lange: Besondere Veranstaltungen werden nicht in den hauseigenen Konferenzräumen durchgeführt, sondern in außergewöhnlichen externen Räumlichkeiten. Die besondere Atmosphäre dieser Räume wird dazu genutzt, das Publikum positiv zu überraschen bzw. für die Agenda der jeweiligen Veranstaltung zu gewinnen. Die Rechnung geht meistens auf, solche Veranstaltungen sind fast immer ein großer Erfolg.

Der Mittelstand hängt der Entwicklung hinterher

Doch beim Mittelstand ist dieses Phänomen noch nicht so recht angekommen. Hier finden Meetings oder Workshops (sowohl als rein interne Veranstaltungen als auch mit externem Publikum) nach wie vor überwiegend in den firmeneigenen Konferenzräumen statt, auch wenn diese sich dafür nur bedingt eignen: Nicht selten sind die Räume zu groß für die Teilnehmerzahl, oder es wird zu eng. Ganz zu schweigen davon, dass moderne Besprechungsräume gern sehr nüchtern ausfallen – so als ob die Architektur sagen wollte: „Ihr sollt hier keinen Spaß haben, sondern arbeiten.“

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Dass es auch anders geht, ist bei vielen Mittelständlern längst bekannt. Das Problem liegt auf der organisatorischen Ebene: Zur Vorbereitung von Besprechungen, Events oder Schulungen steht nicht genug Zeit zur Verfügung, um besondere Räumlichkeiten zu suchen und mit deren Besitzern die Konditionen für eine zeitweilige Nutzung auszuhandeln.

Mit Spacebase kann das anders werden. Das 2014 gegründete Berliner Startup hat eine Plattform geschaffen, auf der sich interessante Räume finden und direkt buchen lassen – ganz so wie das Airbnb für Übernachtungen macht.

Spacebase ist das Airbnb für besondere Meetings

Dabei listet Spacebase zu jedem Raum dessen Möglichkeiten auf: Von der Form der Bestuhlung (z. B. U-Form mit Tischen, Theater oder Bankett), über die Versorgung mit Internet bis hin zu Extras wie einem zusätzlich nutzbaren Innenhof. Weitere Leistungen, wie etwa das Catering, können hinzu gebucht werden.

Spacebase Screenshot

Damit lassen sich unkompliziert und kurzfristig Räume anmieten, zu deren Belegung bisher Insider-Kenntnisse oder gute Beziehungen erforderlich waren. Im Herbst 2015 sind bereits mehr als 1.500 Locations in 15 Städten (weltweit) in der Datenbank von Spacebase zu finden.

Darunter befinden sich wirklich außergewöhnliche Objekte, wie etwa ein historischer Ballsaal in der Altstadt von Amsterdam. Bei anderen Angeboten liegt der Reiz in der kreativen Umgebung. So kann in Berlin-Kreuzberg ein Meetingraum in einem Coworking Space belegt werden (zu überraschend günstigen Konditionen).

Die ganze Bandbreite des Angebots zeigen die jeweiligen Übersichtsseiten zu einzelnen Städten: So bietet Spacebase knapp 200 Meetingräume in Berlin an, vom einfachen Studio im Industrie-Altbau bis hin zu Räumen auf der Museumsinsel.

Spacebase kann aber noch mehr. Denn zu einem gelungenen Meeting oder einem erfolgreichen Workshop zählen nicht nur ansprechende Räumlichkeiten, sondern auch die inhaltlichen Gestaltungselemente der Veranstaltung. Hier gibt es auf Wunsch Unterstützung, etwa in Form einer Live Meeting Illustration, bei der ein Zeichner Ideen oder Konzepte sofort visualisiert.

Noch konzentriert sich das Angebot auf große Städte wie Hamburg, Frankfurt, Barcelona oder Paris. Um speziell für mittelständische Unternehmen noch attraktiver zu werden, sollte Spacebase seine Location-Scouts vielleicht auch in den ländlichen Raum schicken. Denn die meisten deutschen Mittelständler haben ihren Sitz abseits der großen Ballungsräume und scheuen vermutlich die Buchung relativ weit entfernter Räume für Veranstaltungen, die nur einen halben oder ganzen Tag dauern.

Das Ziel: Mehr Inspiration und Motivation

Weil Spacebase als zweiseitige Plattform angelegt ist, können Anbieter geeigneter Räumlichkeiten diese auch selbst dort eintragen. Vielleicht füllt sich so die Lücke im ländlichen Raum schneller als das junge Unternehmen selbst dafür Sorge tragen könnte.

Gegründet wurde Spacebase von Julian Jost, Jan Hoffmann-Keining und Stephan Ekbergh. Im Sommer 2015 erhielt das Startup eine Seed-Finanzierungsrunde im höheren sechsstelligen Bereich, mit der das weitere Unternehmenswachstum auch auf internationaler Ebene gesichert werden konnte.

Nun liegt es an den mittelständischen Unternehmen und anderen Organisationen: Sie sollten die neue Plattform ausgiebig nutzen – und das nicht nur für Veranstaltungen mit Kunden, sondern auch um unternehmensintern mehr Inspiration und Motivation freizusetzen.