Das Buch zur Jobsuche im Social Web

Das Buch zur Jobsuche im Social Web

Offensichtlich machen die Deutschen immer noch einen großen Bogen um Social Media und das Social Media Recruiting findet in leeren Netzwerken statt. Wenn das stimmt, wer braucht dann das Buch zur Jobsuche im Social Web von Larissa Vassilian?

Ja, es stimmt. Die Deutschen tun sich noch immer schwer mit Social Media, wie unlängst eine Umfrage der GfK herausgefunden hat: 90 % twittern nie, 60 % nutzen Facebook nicht. Dazu kommt die Erfahrung von Henrik Zaborowski, dass in sozialen Netzwerken zwar schon etliche Unternehmen Recruiting bzw. Employer Branding betreiben, ihnen aber das Publikum fehlt, weil die Zielgruppe nichts davon weiß.

Wem nützt vor diesem Hintergrund das Buch von Larissa Vassilian zur Jobsuche im Social Web, das im Oktober 2013 im O’Reilly Verlag erschienen ist?

Die nahe liegende Antwort ist natürlich, dass das Buch all jenen bei der Jobsuche hilft, die schon einen Schritt weiter als der Mainstream sind und sich die Tatsache zunutze machen wollen, dass so mancher Traumarbeitgeber schon über Social Media angesprochen werden kann, ohne dass man dabei in einer Bewerberflut untergeht.

Gute Ausgangsbedingungen also für schlaue Bewerber. Nun muss nur noch das Buch halten können was es verspricht! Es gehört zur Querformat-Reihe von O’Reilly, deren Titel sich durch viele Abbildungen und eher wenig Text auszeichnen. Sie sollen ganz der praktischen Orientierung dienen.

Diesen Anspruch kann Larissa Vassilian einlösen, um nicht zu sagen: Übererfüllen. Auf gut 270 Seiten wird der interessierte Leser durch die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten im Social Web geführt. Hier fehlt wirklich nichts, so dass unbedarfte Naturen vielleicht ein bisschen ratlos vor der Fülle an Optionen stehen werden.

Das Buch macht auch klar, dass es nicht mit dem Anlegen von Profilen in diversen Netzwerken getan ist. Ohne gute Inhalte kann man sich nicht verkaufen – und diese Inhalte entstehen nicht über Nacht. An dieser Stelle hätte ich mir ein bisschen mehr Ehrlichkeit gewünscht, denn so gut viele der angeführten Beispiele auch sind, sie stammen doch recht häufig von Medienprofis, welche die Klaviatur des Social Web schon lange meisterhaft beherrschen. Nicht allen Lesern dürfte dabei immer klar sein, wie hoch die Messlatte liegt (etwa bei Daniel Fiene oder Richard Gutjahr).

Aber das schmälert den Nutzen dieses Buches nicht. Wer ernsthaft mit der Idee der Jobsuche im Social Web liebäugelt, sollte einen Blick darauf werfen, am besten mindestens 12 Monate vor der geplanten Stellensuche. Auch Lesern, denen vieles schon bekannt und vertraut erscheinen mag, kann Larissa Vassilian noch so manchen Kniff zeigen.

Nicht zuletzt eignet sich dieses Buch auch für alle diejenigen, die gar keinen neuen Job suchen, sondern nur einen sehr kompakten und aktuellen Überblick zum Social Web zur Hand haben möchten. Larissa Vassilian kennt sich wirklich aus und der O’Reilly Verlag liefert wie immer gute Qualität.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Besonders im Bereich Hochschulrecruiting und Nischen-Recruiting (z.B. PHP-Entwickler) haben wir im Social Web tolle Erfahrungen gemacht in einem größeren deutschen Unternehmen. Auch wenn Deutschland in der digitalen Entwicklung etwas hinterherhinkt, so haben wir zum Glück schon einige sehr gute Best-Practice-Cases :)

  2. Besonders im Bereich Hochschulrecruiting und Nischen-Recruiting (z.B. PHP-Entwickler) haben wir im Social Web tolle Erfahrungen gemacht in einem größeren deutschen Unternehmen. Auch wenn Deutschland in der digitalen Entwicklung etwas hinterherhinkt, so haben wir zum Glück schon einige sehr gute Best-Practice-Cases :)

    Noch ein kurzer Zusatz: Allein das Portal durch Advertising und spezifisches Targeting auf sozialen Netzwerken liefert immense Möglichkeiten – wäre gut, wenn das Buch darauf auch eingehen würde!