Community Building für Buchverlage? Ein Rückblick auf den readbox Kundentag 2013

readbox kundentag 2013

Buchverlage stehen sich bisweilen selbst im Weg. Das konnte ich auf dem readbox Kundentag 2013, auf dem ich die Keynote halten durfte, einmal mehr erleben. Im Vortrag empfahl ich den Verlagen, sich nicht nur auf den Content und dessen Digitalisierung zu konzentrieren, sondern daneben auch Communities für die Leser aufzubauen.

Als bewusste Provokation verwies ich dabei auf das Beispiel RedBull. Denn der Getränkehersteller gibt sich in seinem Auftritt längst nicht mehr wie ein Vertreter der klassischen Nahrungsmittelindustrie, sondern tritt selbstbewusst wie ein Medien-Unternehmen auf. Wenn nun einem Unternehmen wie RedBull dieser Wandel gelingt, warum sollten es dann Buchverlage nicht auch schaffen?

In der Diskussion wurden mir dann üblichen Argumente entgegengehalten, etwas dass die Leser Bücher entsprechend der Inhalte kaufen und sich nicht am Verlag orientieren. Wie solle da der Aufbau von Communities gelingen? Immerhin bekam ich doch noch Unterstützung, indem jüngere Vertreter im Publikum auf funktionierende Beispiele wie die Krimi-CouchLovelyBooks und BookRix verwiesen.

Hinter vorgehaltener Hand bestätigten mir Teilnehmer, dass man schon in diese Richtung arbeiten wolle. Allerdings hätten die Mitarbeiter im Verlag oft mehrere Aufgaben parallel zu erfüllen, so dass für den Community-Aufbau bzw. das Community-Management dann zu wenig Zeit bliebe…

So weit also die Realität in deutschsprachigen Buchverlagen im Jahr 2013. Philipp Otto (iRights.Media Berlin) sagte neulich im Gespräch mit Leander Wattig:

„Ein übergeordnetes großes Problem ist der grenzenlose Pessimismus und das Schwarz-Weiß-Denken in der Buchbranche. Man will kein Teil davon sein, wenn man sich manchmal anhören muss, wie schlimm alles wieder ist und wenn man sich die Politik der Verbände ansieht.“

Ich bin dennoch optimistisch. Denn einerseits zeigen Newcomer wie es gehen kann und andererseits wird in der Branche offen diskutiert. Zu hoffen bleibt, dass nicht die Leser den Verlagen davonziehen.

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  1. Diese Branche als innovative Trauerweide steht sich in der Tat oft selbst Weg. Aber vielleicht finden sich doch noch ein paar Akteure mehr, die den Sprung nach vorn schaffen. Bei schlafender Konkurrenz dürfte das wohl nicht all zu schwierig sein.