Drinks for Free mit Foursquare

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Vielleicht muss man sich diesen Namen merken: Foursquare ist eine Art mobiles Social Network, das gerade in den USA sehr viel Aufmerksamkeit und Zulauf bekommt. Die Idee dahinter ist nicht neu, daran haben sich schon viele Startups versucht. Zu den Pionieren auf diesem Gebiet zählt Plazes (aus Deutschland), das mittlerweile von Nokia übernommen wurde.

Was aber ist anders an Foursquare? Neben der Kernfunktion, zu zeigen wo man gerade selber ist und zu sehen, wo seine Freunde sind, kann man sich auf Foursquare auch als Experte für einen Ort qualifizieren. Für jeden Besuch einer bestimmten Lokalität (Restaurant, Café…) erhält man Punkte. Derjenige, der für diesen Ort die meisten Punkte hat, wird zum „Bürgermeister“ (Mayor) gekürt.

Interessant daran ist nun, dass einige Lokale angefangen haben, ihren „Bürgermeistern“ Freigetränke zu gewähren. Sie setzen also darauf, dass ihnen die (indirekte) Teilnahme an diesem Spiel neue Kunden und Umsatz bringt. Vorläufig funktioniert Foursquare nur in den USA (und Amsterdam) und nur für Besitzer eines iPhone. Immerhin sollen Applikationen für BlackBerries und Android-Geräte bald folgen.

Was immer man davon halten mag, eines wird hier sehr deutlich: Die Zukunft des Marketing liegt in Empfehlungen, Mundpropaganda bzw. Word-of-Mouth Marketing. Hier noch ein kurzes Interview, das Steve Rubel mit einem der Gründer von Foursquare geführt hat.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Interessanter Artikel! Wenn dann liegt aber die Zukunft der Promotion in der Mundpropaganda. Marketing ist ja ein etwas weitläufiger Begriff 😉

    Außerdem funktioniert Mundpropaganda auch nicht im Einzelnen, psychologisch gesehen. Daher würde ich das ausweiten auf: „Cross-Media-Kampagnen“ sind die Zukunft 😉 oder?

  2. @Julian: Besser wäre es gewesen, ich hätte von Marketing-Kommunikation gesprochen. Denn um den Shift im Bereich der Kommunikation geht es mir in diesem Kontext (der Begriff der „Kommunikation“ gefällt mir persönlich besser als „Promotion“, vermutlich weil ich im Studium noch den Begriff der Kommunikationspolitik als Teil des Marketing-Mix gelernt habe).

    Wir bewegen uns definitiv weg von der klassischen Massenkommunikation in Form von Werbung mittels Anzeigen usw. und gehen in Richtung einer hochvernetzten, community-orientierten Struktur, in der „Werbung“ für Unternehmen vermutlich überwiegend in Form von Empfehlungen, Gesprächen, Verlinkungen usw. stattfindet.

    Foursquare passt deshalb in diese neue Struktur, da in den Userprofilen sichtbar wird, wie oft man ein Lokal besucht hat. Die Häufigkeit meiner Aufenthalte dort ist die Werbung für das Unternehmen und nicht etwas, das dieses Unternehmen selbst unternommen hätte.

    Dein Begriff der Cross-Media-Kampagne wäre zu definieren, dürfte aber deshalb in dieses Schema passen, weil Unternehmen zumindest noch den Gesprächsstoff liefern müssen und diesen in Form von „Werbebotschaften“ in die Welt setzen müssen. Sie können dies über konventionelle Anzeigen tun, aber etwa auch durch die Beteiligung am Dialog auf Twitter. Zudem können sie dafür Sorge tragen, dass sie als „Ort“ auf Foursquare registriert und damit in das Spiel integriert sind. Natürlich sind noch viele andere Beispiele denkbar.

  3. Hi, nun dann nicht nur ein Lob zum Artikel, sondern auch zum Feedback! Nicht jeder hätte auf so einen rotzigen Kommentar so souverän geantwortet!

    Cross-Media fördert meiner Meinung nach vor allen eine erste Bekanntmachung, später läuft es optimalerweise dann in Mundpropaganda aus.

    Problem bei Foursquare ist wie bei den meisten ander WoM-Maßnahmen, dass die einzelnen Unternehmen dies auch sehr stark manipulieren können und dadurch langfristig das Vertrauen zu solchen Portalen/Diensten und Maßnahmen sinken kann.

    Wie im Artikel erwähnt, ködern die Restaurants ihre „Multiplikatoren“ ja bereits mit Gratisdrinks und ähnlichem!

  4. Interessante Geschäftsidee, ich bin mir aber nicht sicher, ob sich eine solche Entwicklung in Zukunft durchsetzen wird.
    Um eine weitere Verbreitung zu ermöglichen, sollte man das Netzwerk einer breiteren Masse zugänglich machen und nicht nur iphone-Besitzern, was das Ergebnis meiner Meinung nach in seiner Allgemeingültigkeit verfälscht.
    Jedoch befinde ich diese Idee insgesamt als sehr zukunftsorient.

  5. @Tim: Als Besitzer eines Android-Phones kann ich Dir da nur zustimmen! 😉

    Foursquare darf nicht auf das iPhone allein beschränkt bleiben. Angekündigt sind sie ja schon, die Applikationen für BlackBerry und Android.