Facebook als Portemonnaie? Ein Bezahlsystem könnte kommen

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Screenshot zu Facebook zur Frage, ob Facebook ein Bezahlsystem einführen wird

Facebook wird in Kürze sein Bezahlsystem einführen, meint Andreas Bersch (doing business on facebook Blog). Der Testbetrieb dazu läuft schon länger und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind angepasst, auch in deutscher Sprache. Was erwartet uns?

Um auf Facebook zahlungsfähig zu sein, wird man zunächst echtes Geld in „Credits“ tauschen müssen, danach kann man mit diesen Credits einkaufen. Als Marktplatz fungieren in erster Linie die Applikationen auf Facebook selbst, auf längere Sicht könnten aber auch andere Seiten im Web über Facebook Connect Bezahlvorgänge bei sich ermöglichen. Ein Rücktausch von Credits in echtes Geld ist nicht vorgesehen, die Zahlungsbedingungen treffen unter Punkt 3 dazu recht genaue Vorkehrungen.

Das Geschäftsmodell für Facebook ist einfach: Man verdient prozentual an jeder Transaktion und könnte sich damit auf lange Sicht einen wichtigen Umsatzbringer aufbauen. Allerdings ist diese Idee nicht gerade neu. Sie funktioniert bereits in ähnlicher Form bei Apple (iTunes) oder PayPal. Wie wichtig eine Plattform für das Bezahlen kleiner Beträge sein kann, zeigt der Android Market von Google. Dort nämlich fehlt so etwas noch und Google hat Abhilfe angekündigt. Auf Facebooks Lösung wird man dabei aber eher nicht zurückgreifen.

Das zeigt, dass es hier einen Wettbewerb der Systeme geben wird, denn der eigentliche Markt für Bezahlvorgänge im Web sind nicht so sehr die relativ geschlossenen Welten wie iTunes, Facebook oder Google Android, sondern die breite Palette des E-Commerce, wo es neben Micropayments auch um größere Transaktionen geht.

Bevor es aber so weit kommt, müssen die ambitionierten Anbieter noch an ihrem Kundenservice arbeiten. Auf Facebook nämlich werden auch heute noch Profile aus unerfindlichen Gründen und ohne Vorwarnung einfach deaktiviert. Da möchte man als User keine größeren Geldbeträge hinterlegt haben, so edel und selbstlos auch eine Spende des dann verfallenden Restbetrags an eine „gemeinnützige Organisation Deiner Wahl“ [Zahlungsbedingungen von Facebook Nr. 3, Ziffer 8] klingen mag…

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. It sounds a lot like the Xbox live model, where you can buy „credit-packs“ (no refunds), which can then be used for games and media purchases. And translates quite well to the Facebook ecosystem, I would guess.

    I don’t think that it’s a competitor for Paypal et al, however. As much as I think that online payment still needs (some) improving, I don’t think there is space for another payment system. The unsuccessful Google product kind of proves that. Of course, the long term may prove me wrong.

  2. Das musst ja kommen. Irgendwann wollen die Sozialen Netzwerke ja auch mal mit ihren Millionen Nutzern Geld verdienen.

    Bleibt die Frage, ob der Nutzen der Applikationen so groß ist, dass viele Nutzer bereit sind, dafür echtes Geld hinzulegen…

  3. @Vincent: My guess is that Mark Zuckerberg is quite ambitious. So he won’t be satisfied with a payment solution working only inside the Facebook ecosystem. :-)

    @Moritz: Dein Einwand ist berechtigt und Facebook wird sich erst noch beweisen müssen. Das Beispiel Apple mit dem App Store zeigt aber, dass es funktionieren kann. Auch das von Vincent erwähnte Xbox Live passt in dieses Schema.

  4. If that does happen, then I see Facebook going into the direction of Myspace, and becoming a web-based iTunes. I agree with Moritz that Facebook needs something extra before people start paying for stuff. The limited edition digital flowers never did it for me.

  5. @Vincent: Well said! The „limited edition of digital flowers“ may be due to the fact that so far there is no system for real payments making it worth offering better products.

    So when the money gets introduced on Facebook the market may follow and programmers will come up with (very) different applications from now. So let’s wait and see what happens!

  6. Pingback: t3n-Linktipps: Spam, E-Reader, Firefox-Addons für Selbständige, Facebook-Bezahlsystem und Piraten entern Twitter » t3n Magazin