Über Wissen und Unternehmertum

Was unterscheidet Wissen von Unternehmertum (Entrepreneurship)? George Gilder (auf Forbes.com) bringt es auf den Punkt: Wissen bezieht sich auf die Vergangenheit, Unternehmertum richtet sich an der Zukunft aus.

Bezogen auf die aktuelle Finanzkrise bedeutet dies nach Gilder, dass die etablierten Institutionen (in Politik, Wirtschaft und Finanzwesen) mit ihrem (überholten) Wissen die Weltwirtschaft nur immer weiter in die Vergangenheit zurücktreiben und das alles im Namen des Fortschritts.

Im Kern kämpfen nämlich in jeder Wirtschaft die bisher erfolgreichen Einrichtungen gegen die innovativen, neuen Kräfte, die nicht nur neue Unternehmen schaffen, sondern ganze Branchen und Märkte auf den Kopf stellen. Innovation ist demnach kein harmonischer, allmählicher Prozess. Innovation bringt vielmehr strukturelle Brüche mit sich, anstelle sanfter Übergänge.

Das Internet und die mit ihm aufs Engste verbundene Computertechnologie ist so eine innovative Kraft, die vieles (wenn nicht alles) verändert und in ihrer Ursache und Wirkung eben nicht mit dem Wissen der Vergangenheit erklärt (und gebändigt) werden kann.

So gesehen haben wir im Anlagen- und Maschinenbau, einer Branche in der die Relevanz des Internets bis heute weitgehend verkannt und ignoriert wird, gar keine Unternehmer am Werk, sondern nur noch Verwalter einer im Untergehen begriffenen Prosperität.

Aber etwa auch das Bildungswesen als überwiegend nicht marktwirtschaftlich organisierte „Branche“, sieht nicht gut aus: Schulen und Hochschulen stehen dem Internet und den neuen Ideen des eLearning immer noch recht skeptisch gegenüber und verteidigen lieber die alten Bastionen klassischen Wissens und der herkömmlichen Wissensvermittlung. Und wo die Argumente ausgehen, kommt man dann gerne mit den „Werten“…

Mir jedenfalls hilft das Konzept der Dualität von Wissen und Unternehmertum nach George Gilder, das ich im Blog von Sean Park (The Park Paradigm) gefunden habe. Denn es zeigt mir einmal mehr, wo ich selbst stehe und es hilft, Entwicklungen und Situationen besser zu deuten.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Yes, education & entrepreneurship is definitely at an impasse, same as education and most other professions for that matter. The best I’ve seen in entrepreneurship-courses so far, has been a focus on casestudies (i.e. analysing real-life examples), or practice-orientated courses where you would have to start your own business or similar. In the end, those that become entrepreneur usually have that extra drive to do them, something you can’t find in a book but in yourself. Of course, „knowing stuff“ is always better than not knowing stuff…

  2. Pingback: Nonprofits-vernetzt.de » NPO-Blogparade: Finanzkrise und die Folgen für Nonprofits

  3. @Vincent: Dein letzter Satz bringt es auf den Punkt – Wissen ist immer gut und darf nicht als Gegensatz zum Unternehmertum ausgespielt werden!