Carta: Robin Meyer-Lucht startet ein Politik-Blog

Gerade als manche sich wieder einmal fragen, ob die Blogosphäre und vielleicht auch das ganze Web 2.0 am Ende seien, startet Robin Meyer-Lucht ein Blog. Und was für eines! Damit kommen wir hier in Deutschland erst mal gut über den Winter.

Zwar ist der Auftritt im Magazinlayout noch nicht ganz perfekt, was sich etwa an den externen Links und der Frage der RSS-Feeds zeigt, aber einen hohen Anspruch machen die ersten Artikel von Carta durchaus geltend. Hier startet kein kleines, privates Blogprojekt, nein, dieses Blog zielt auf die zentralen Debatten deutscher Politik und hoffentlich nicht nur den Bereich Medienwandel bzw. Medienpolitik, wie Christiane Schulzki-Haddouti (Koop Tech) vermutet.

Für die Blogosphäre ist das ein enormer Gewinn und ein längst überfälliger Schritt zugleich. Denn in den USA haben sich Politik-Blogs schon lange etabliert und decken ein breites Meinungsspektrum kompetent ab. Schaut man dort auch auf die Kommentarzahlen, etwa in der Huffington Post, auf Politico oder auch Daily Kos, erübrigt sich jede Frage nach der Relevanz dieser Medien.

Den etablierten Printmedien hierzulande wird Carta freilich nicht gefallen. Denn in der aktuellen Krise sinken die Werbeeinnahmen und auch die verkauften Auflagen vermutlich noch schneller als bislang schon. In diesem Umfeld ist ein neuer Wettbewerber im Internet das Letzte, was sich diese Häuser wünschen. Zumal dieser gerade nicht über die Schiene der Agenturmeldungen kommt.

Freilich muss Carta seinen hohen Anspruch auf Dauer erst noch einlösen. Und die Blogosphäre muss jetzt wohl erst einmal ihre Sprachlosigkeit überwinden, denn Reaktionen auf das neue Blog sind noch recht selten. Mit so einem Blog hat wohl kaum einer gerechnet…