Wie macht man sein Blog bekannt?

Robert Basic kündigt an, er werde nach dem Barcamp Stuttgart mal wieder darüber schreiben, wie man sein Blog bekannt macht. Da beteilige ich mich doch gerne und greife schon mal etwas vor.

Denn aktuell steht auch die Frage im Raum, wie es den Blogs generell so geht. Auslöser hierfür war eine Studie von Technorati (mit der keiner mehr gerechnet hatte). Deren Zahlen lassen sich auch beim besten Willen nicht mehr so interpretieren, als befinde sich das Bloggen im unverminderten Aufschwung.

Marshall Kirkpatrick (ReadWriteWeb) traut sich, die Wahrheit auszusprechen: Bloggen ist immer noch ein Nischenthema, gemessen daran wie viele Personen oder Institutionen es regelmäßig tun (7,4 Mio Blogs weltweit haben in den letzten 120 Tagen einen neuen Artikel erhalten). Social Networks kommen da vermutlich auf ganz andere Werte, wenn man die aktive Beteiligung misst. Zieht man dann noch das Microblogging als Vergleich heran, dürfte Twitter dem „echten“ Bloggen gerade den Rang ablaufen.

So viel zu den Relationen, nun aber zur Frage: Wie macht man sein Blog bekannt?

  1. Verlinken: Links auf andere Blogs zu setzen ist immer noch extrem wichtig und wird sehr oft vernachlässigt bzw. vergessen.
  2. Interessante Inhalte: Wer nur wiederkäut, was andere auch geschrieben haben, wird schwerlich viele Leser anziehen.
  3. Regelmäßig schreiben: Leser schätzen feste Rhythmen, längere (und häufige) Sendepausen sind Gift für jedes Blog.
  4. Kommentare moderieren: Wer viel Kommentare haben möchte, sollte diese nicht unbeantwortet stehen lassen und zudem selbst auf anderen Blogs kommentieren.
  5. Ein Netzwerk aufbauen: Gezielt Kontakte knüpfen zu anderen Bloggern über Links, Kommentare, Twitter und den persönlichen Kontakt. Dann wird man mit ein bisschen Glück auch mal zum „Blog der Woche“…

Diese fünf Punkte zeigen auch, warum das Bloggen immer noch ein Stück weit ein Nischenthema ist: Wer mit einem Blog Erfolg haben will, muss schon etwas investieren, vor allem Zeit. Und ein gewisses Maß an fachlicher Kompetenz kann ebenfalls nicht schaden. Die besten und meistgelesen Blogs jedenfalls werden praktisch durchweg von anerkannt kompetenten Personen (oder Teams) geschrieben. Oder will das jemand bestreiten?

Eine Leseempfehlung noch in diesem Zusammenhang: Das Blog von Chris Brogan. Er bringt es immer wieder auf den Punkt und führt aktuell auch auf, was ich in meiner Liste natürlich vergessen habe: Die eigene Begeisterung, ohne die gar nichts geht!

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Blogs sind eine wunderbare Möglichkeit, Wissen mit anderen zu teilen. Aber das Schreiben ist sehr zeitaufwändig, wenn man eigene Inhalte entwickelt und kein reines Nachrichten-Blog betreibt, das primär Links auf andere Seiten zur Verfügung stellt (was auch spannend ist, aber sicherlich schneller machbar).

    Wegen des Zeitaufwandes sind Blogs, wie Sie richtig schreiben, noch ein Nischenthema. Kann man deshalb Blogs kleineren Organisationen mit geringem Budget und wenig Zeit wirklich als Format empfehlen? Der Zeitaufwand ist hoch und der ökonomische Nutzen nicht klar (unabhängig davon, dass bloggen einfach Spaß macht…). Oder gibt es Studien, die den Nutzen von Blogs in Form von verstärkter Nachfrage, höheren Einnahmen o.ä. belegen? Dieses nutzenorientierte Denken wirkt vielleicht profan, aber Organisationen, denen man Web 2.0-Tools empfehlen möchte, reagieren genau so und fragen als erstes: was bringt uns das? Lohnt sich der Aufwand?

    Für Organisationen mit wenig Ressourcen ist Twitter sicherlich eine gute Alternative, um auf aktuelle Entwicklungen im eigenen Geschäftsbereich hinzuweisen. Aber auch mit Twitter stößt man an Grenzen, wenn man komplexere Inhalte vermitteln will.

    Wahrscheinlich besteht der Ausweg in Gruppen-Blogs: wenn man das Schreiben aufteilt und vielleicht noch Autoren aus dem eigenen Umfeld gewinnt (Kunden, Freundeskreis etc.) ist ein Blog für eine kleine Organisation eher machbar. Dafür kommen dann aber wieder andere Themen auf den Tisch, Fragen nach der Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen, nach möglichem Kontrollverlust usw.

  2. Gute Inhalte und ein langer Atem dürften das wichtigste dabei sein. Aber das gilt nicht nur für Blogs, sondern auch für andere Formen von Publikationen. Der Unterschied ist nur, dass man zum Beginnen eines Blogs weder übermäßig viel technisches Hintergrundwissen benötigt (wie etwa zur eigenhändigen Programmierung einer dynamischen Webseite) noch ein hohes Startkapital (wie etwa bei einer gedruckten Publikation). Das suggeriert dann leider oft auch, man müsse nur ein paar Posts ins Blog stellen und das Publikum oder gar die Community entstünde dann von selbst.

  3. @Brigitte: Der Faktor Zeit ist für Organisationen aller Art enorm wichtig und daher tendenziell ein Hindernis, ein Blog zu starten. Studien die belegen, dass sich das Bloggen grundsätzlich rechnet, gibt es noch nicht. Immerhin könnten Organisationen aber ihre Website generell auf eine Blogsoftware umstellen um flexibler (und häufiger) über Neuigkeiten zu berichten und einen Feedbackkanal (über die Kommentarfunktion) zu öffnen.

    @Benedikt: Da argumentiert der Soziologe mal ausgesprochen betriebswirtschaftlich! :-) Die „guten Inhalte“ sind übrigens häufig auch deshalb ein Problem, da Unternehmen oder auch Non-Profit-Organisationen gar nicht gewohnt sind, regelmäßig zu publizieren.

  4. @Patrick: Klar, dass bringt enorm viel. Aber so einfach sind die Links von den „gewichtigen“ Seiten nicht zu kriegen. Dazu muss man schon „gute Inhalte“ bieten, wie es Benedikt angemerkt hat.

  5. Pingback: Weblogs: wann ist man eigentlich erfolgreich und lohnt sich Bloggen für mich? « Das Kulturmanagement Blog

  6. „Die besten und meistgelesen Blogs jedenfalls werden praktisch durchweg von anerkannt kompetenten Personen (oder Teams) geschrieben.“

    Es wäre mal eine Untersuchung wert, ob jemand als Experte mit dem Bloggen begonnen hat oder durch das Bloggen zum Experten geworden ist?

  7. @Christian: Genau! Vermutlich trifft beides zu. Das Bloggen hat sicher einen stark pädagogischen Effekt, da es dazu herausfordert, zu recherchieren, Argumente zu finden (oder zu widerlegen), Gedanken klar und schlüssig zu fassen, Debatten mitzuverfolgen usw.

  8. Pingback: bn’s Notizblock » Auf der Jagd nach dem Blogger-Ruhm …

  9. Pingback: Bloggen als FreiberuflerIn: Was kostet ein Blog, was bringt bloggen und was sind die persönlichen Voraussetzungen für´s Bloggen? | Kulturmarketing Blog

  10. Gute Tips – dafür schon mal danke. Habe gerade einen Blog begonnen und vorher nur als Leser Blogs wahrgenommen. Es stimmt schon – man muss sich erstmal darauf einstellen, jetzt regelmässig dran zu bleiben.

  11. Dann halte ich mich mal an Ratschlag 4 und kommentiere, füge aber noch einen Punkt hinzu: Lass dir was Besonderes einfallen, mach was, was noch keiner gemacht hat.

  12. @Anonymous: Danke für diesen Kommentar! Es stimmt: Wer sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen kann, hat gute Karten schnell bekannt zu werden und viel Beachtung zu bekommen. Ich hoffe auch bei jedem neuen Artikel, den ich hier schreibe, dass er als etwas Besonderes wahrgenommen wird… 😉

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