Bankenkrise und Börsencrash (Teil III)

An den Börsen fallen mal wieder die Kurse und in Amerika die Banken: Nachdem im März schon Bear Stearns von JPMorgen übernommen werden musste, flüchtet sich jetzt Merill Lynch unter das Dach der Bank of America und Lehmann Brothers darf gar Insolvenz anmelden. Damit bleiben von einst fünf namhaften und unabhängigen Investmentbanken nur noch zwei übrig: Goldman Sachs und Morgan Stanley.

Warum es so gekommen ist, hat Thomas Strobl (Weissgarnix) treffend beschrieben: Wertlose Immobilienkredite zu Paketen schnüren bzw. sie zu verbriefen ist eine Sache, größere Mengen der so neu geschaffenen „Wertpapiere“ dann aber im eigenen Bestand zu halten eine andere.

Auch Paul Krugman spart jetzt nicht mehr mit deutlichen Worten und verurteilt die Geschäftspraxis der Investmentbanken, die Risiken nicht reduziert und verteilt, sondern nur geschickt versteckt hätten.

Bände sprechen auch die Erkenntnisse, die man jetzt wegen des aktuell strauchelnden Versicherungsriesen AIG gewinnt: Schlagartig nämlich wird den Akteuren bewusst, dass dieser Riese, der einmal ins Taumeln gekommen eine weltweite Finanzkrise auslösen könnte, zuhause nur der Aufsicht einer lokal auf der Ebene der Stadt New York angesiedelten Behörde unterstellt ist. Schöne Zustände sind das…

Eine Spur zu positiv wirkt auf mich Gespräch, das Om Malik mit einem erfahrenen Investmentbanker geführt hat. Bill Hambrecht, der „nur“ eine Investmentboutique führt, die in keiner Weise in die Kredit- und Bankenkrise verwickelt ist, kann die Situation entspannt betrachten und sieht auch für das Silicon Valley bzw. den Tech-Sektor keine großen Gefahren (Achtung: 25 Minuten Dauer mit teilweise wackelnder Kameraführung und mäßigem Ton; Hier wurde wirklich spontan gefilmt!):

Also alles halb so schlimm? Den untergehenden Banken müsste man keine Träne nachweinen, wäre da nicht das Problem mit der Einlagensicherung. Mehr dazu bei egghat. Hoffen wir, dass uns hier nichts anbrennt.